Kity 613 Bandsäge Belagband

Christian.B

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Hallo,

für meine Hobbywerkstatt habe ich mir vor Kurzem eine Kity 613 Bandsäge in einem, wie ich finde, neuwertigen Zustand geholt. Nachdem ich sie zu Hause aufgestellt und eingestellt hatte, musste ich sehr schnell feststellen, dass die Gummibänder nicht mehr die Konsistenz hatten, die sie haben sollten. Nach einigen Schnitten hatte das Gummiband Fäden gezogen und sich mit dem Sägeband verklebt, sodass die Säge stehen blieb.
Um möglichst schnell mit der Säge weitermachen zu können, habe ich mir bei Rüdiger Buchhaupt die passenden PU-Bänder besorgt.
Beim Abziehen der Originalbänder ist mir aufgefallen, dass sie entweder mit einem unsichtbaren Kleber verklebt oder durch irgendein Verfahren auf die Aluräder vulkanisiert worden waren. Die beiden waren auf jeden Fall gut miteinander verbunden.
Nach vorheriger Recherche hatte ich bereits mitbekommen, dass Kity keine balligen, sondern „flache“ Räder verwendet, weshalb die Sägezähne über die Räder hinausragen sollen. Das war für mich auch nachvollziehbar, und ich war ebenfalls der Meinung, dass die Kontur des Originalbandes „flach“ war.

An dieser Stelle fingen meine eigentlichen Probleme an.

Nach dem Abziehen der Originalbänder und der Reinigung der Räder musste ich feststellen, dass die Gussform der Aluräder ursprünglich aus zwei Hälften bestand und sich genau an der Verbindungsstelle eine kleine Formtrennnaht auf der Lauffläche befindet. Die Flächen der beiden Hälften liegen auch nicht auf einer Linie (fluchtend), sondern bilden eine Art „Dach“.
Die neu aufgezogenen Bänder, die nicht ballig, sondern flach sind, haben die Radform angenommen, wodurch sich eine ballige Oberfläche ergeben hat. In erster Linie hat mich das ziemlich positiv überrascht, da ich ballige Laufflächen an dieser Stelle bevorzuge. Man muss sich jedoch im Klaren sein, dass man das Sägeband dann anders ausrichten muss (Stichwort: Alex Snodgrass), was mir bisher nicht ganz gelungen ist.
Die Verschiebung des Sägebandes in die Mitte der Lauffläche verlangt gleichzeitig eine Verschiebung der Bandführungen oben und unten um denselben Betrag. In der Praxis ist das nicht ohne Weiteres möglich, ohne die Bauteile ordentlich zu modifizieren.
Aktuell weiß ich gar nicht mehr, was ich machen soll. Am liebsten wäre mir eine unkomplizierte und nicht allzu aufwendige Lösung.
Um die ursprüngliche Idee des Herstellers (flache Räder) wiederherzustellen, müsste man vermutlich die Räder flach abdrehen.
Das wäre theoretisch möglich, mit meinem Maschinenpark aber nicht so einfach umzusetzen und eine riesige Baustelle.

Ich hänge ein paar Bilder von der Maschine und der Situation an. Fotos von den nackten Rädern habe ich leider nicht gemacht. Den Spalt links und rechts zwischen dem PU-Band und einem Stahlwinkel habe ich mit der Fühlerlehre mit etwa 0,3 mm gemessen.

Kann mir irgendjemand einen Tipp geben, was ich jetzt am besten machen soll?

Danke und Grüße
Christian
 

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rafikus

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Wenn diese "Gussnaht" beim Herteller nicht sauber bearbeitet wurde, dann läuft die Oberfläche des blauen Belags in der Mitte wahrscheinlich unrund. Hast du das schon geprüft?
Eventuell kannst du das mit einem Schleifer wie von Proxxon und einer Schleifwalze korrigieren und dann die Rundung gleich über die ganze Breite des Bandes anpassen.
 

Christian.B

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@rafikus Du hast einen wichtigen Punkt angesprochen und genau das war auch der Fall. Die Gussnaht war zu spüren und ich habe sie nach dem Abziehen der Originalbänder von Hand mit einem kleinen Schleifklotz und Schmirgelpapier abgezogen. Es blieb nur diese „Dachform“, die man wohlwollend als ballig bezeichnen könnte.

@willyy Danke für deine Einschätzung. Das hat mir Mut gegeben und ich habe heute das Sägeband weiter in die Mitte der Lauffläche gestellt.
Das Sägeband stand plötzlich parallel zur Tischnut (mit einer selbst gebauten Sägeband-Einstellhilfe geprüft). Mit den vorher überstehenden Sägezähnen auf der „Dachflanke“ stand das Sägeband nicht parallel und war nach innen gedreht. Die Führungen lassen sich in dieser Einstellung aber gar nicht mehr vernünftig einstellen.
Auf den angehängten Bildern kann man hoffentlich erkennen, dass die untere Führung mit den Klötzchen komplett danebenliegt, obwohl die Langlöcher des gesamten Blocks komplett ausgereizt sind. Die obere Führung stößt einerseits mit der roten Abdeckung an eine Mutter bzw. Schraube, und die Rändel-/Feststellschraube blockiert ebenfalls eine weitere Verstellung.
Ich brauche einen guten Plan.

Sägeband könnte noch weiter nach rechts
20261019_183419.jpg

untere Führung komplett daneben. Keine weitere Vestellung ohne Modifizierung möglich
20261019_183224.jpg

obere Führung ebenfalls komplett daneben. Keine weitere Vestellung ohne Modifizierung möglich.
Schwer vorstellbar, dass man hier 5-6mm rausholt.

20261019_182128.jpg
Rändelmutter im Weg
20261019_182248.jpg

Schraube im Weg
20261019_182300.jpg
 
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Christian.B

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Die Sache mit der Lauffläche der Laufräder meiner Kity Bandsäge hat mir keine Ruhe gelassen und ich habe mich endlich darum gekümmert.
Auf den folgenden Bildern kann man sehen, was das Problem war.

20261021_165207.jpg
20261021_165952.jpg

Grundsätzlich würde ich aufgrund der Vorteile eine ballige Lauffläche bevorzugen und ich könnte die Kontur auch entsprechend herstellen, die daraus resultierende Verschiebung des Sägebandes in die Mitte der Lauffläche hätte allerdings weitere Modifikationen an anderen Stellen erfordert. Das wollte ich vermeiden. eher tausche ich die Säge gegen eine andere. Bei der Gelegenheit habe ich auch den seitlichen Schlag durch Drücken, Biegen und Schonhammer von etwa 0,3 mm auf unter 0,05 mm reduzieren können.

Bei den folgenden Bildern werden vermutlich einige die Hände über dem Kopf zusammenschlagen :emoji_grin:, aber das hat erstaunlich gut funktioniert, nachdem alles ausgerichtet war. Meine größte Sorge war der Rundlauf des Bohrfutters, aber auch das war kein Problem. Anschließend habe ich immer nur wenige Hundertstel am Kreuztisch zugestellt und das Rad von Hand gedreht, bis die Oberfläche plan war.
Auch der Rundlauf ist jetzt wesentlich besser. Obwohl ich die Räder nicht neu gewuchtet habe, laufen die Maschine und das Sägeband jetzt deutlich ruhiger. Das Sägeband lässt sich jetzt auch wie vorgesehen an beiden Laufrädern mit den über den Rand überstehenden Zähnen leicht positionieren und bleibt auch dort. Auc die neuen PU Bänder wandern nicht mehr hin und her obewohl ich sie (noch) nicht verklebt habe.

Ich hatte etwas Angst vor der Aktion, aber im Moment sehe ich sie als gelungen an.
Jetzt muss ich mir noch einen Parallelanschlag à la Record Power basteln, da keiner dabei war.

Grüße
Christian

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20261021_192943.jpg
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rafikus

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Schaut gut aus. Hast du eine Möglichkeit eine nun eventuell entstandene Unwucht zu prüfen, oder gar die Räder richtig zu wuchten?
 

Christian.B

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Schaut gut aus. Hast du eine Möglichkeit eine nun eventuell entstandene Unwucht zu prüfen, oder gar die Räder richtig zu wuchten?
Ich habe mir schon ein paar Videos zum statischen Wuchten angeschaut, habe aber so etwas noch nicht gemacht. Schade, dass sich die Räder durch die abgedichteten Lager nicht leicht genug drehen, sonnt könnte man das gleich in der Maschine machen.
 
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