HT Rohre in Späneabsaugung - eine gute Idee?

Testlabor

ww-ahorn
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Ein CO2 Warner und ein Rauchmelder (Brandmelder) sind grundverschieden im Aufbau.

Wenn ein Rauchmelder / Brandmelder extrem viel Staub abbekommt und der sich ablagert, dann erkennt er das als Rauch und schlägt Alarm. Ist trotz Fehlmeldung in diesem Fall also sicher - wenn auch nervig wegen Fehlalarm. Kann man auspusten / reinigen und gut ist.

Die CO2 (Kohlendioxid) Warner die ich kenne haben eine staubdichte Sensorkammer und sind für industrielle Anwendung freigegeben. Staub ist bei denen kein Problem. Werden z.B. bei automatischen CO2 Löschanlagen eingesetzt.

Nicht zu verwechseln sind die CO2 Melder mit mit CO (Kohlenmonoxid) Meldern wie sie z.B. für Wohnmobile etc. billig angeboten werden.
 

magmog

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Guuden,

im professionellen Bereich werden im Sammelrohr Infrarot-Sensoren eingebaut,
die bei Erkennen von Funken über Sprühdûsen ein Aerosol aus Löschmitteln in das
Rohr einsprühen. Außerdem wird in Folge das ohnehin in einen eigenen
Brandabschitt führende Sammelrohr automatisch getrennt und verschlossen.
Die Sammelbehälter werden automatisch abgelöscht.

Das Detektieren von CO oder CO2 dürfte erst gelingen wenn alles zu spät ist.
Ein glühendes Partikel, dass mit viel Frischluft in ein mehr oder weniger gefülltes
Spänebehältnis eingeblasen wird, wird sich nicht die Zeit nehmen, erst ein
bisschen vor sich hin zu glühen, da ist Vollbrand angesag!
 

brubu

ww-robinie
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Wäre interessant zu erfahren wie viele hier in Betrieben arbeiten die eine im Rohr eingebaute Funkenlöschanlage haben. Hersteller z.B. Grecon (wenn ich mich nicht irre) Ich kenne jedenfalls keine solche Anlage. Löscheinrichtungen in Filteranlagen sind bekannt. Die grösste Absauganlage die ich kenne hat einen 37 kW Ventilator und keine Funkenlöschanlage eingebaut, nur die Filterlöscheinrichtungen.
 

ProcessIng

ww-kastanie
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Nabend,

nun die BG hat das Thema entsprechend aufgearbeitet. Typisch Ex-Schutz, die Meisten hängen sich an der Zündung auf. Wenn man in der DGUV Information 209-045 unter Unterer Explosionsgrenze (UEG) und in der dann folgenden Beispiel-Tabelle für verschiedene Werkzeugmaschinen, wird schnell klar, dass eine Staubbeladung von >60g/m³ in Privat-Werkstätten nicht erreicht wird. Das sind also Fälle für größere Betriebe mit ggf. mehreren Maschinen, die über die gleiche Sammelleitung abgesaugt werden. Diese Größenordnung darf man sich mal klar machen, 60g/m³ bei einer Absaugleistung von 2500m³/h entsprechen 2,5kg/min Zerspanungsleistung.

Bei gesichertem Unterschreiten der UEG muss eben auch nicht mehr auf Zündquellenfreiheit geachtet werden, da die Gefahr einer Explosion sowieso ausgeschlossen werden kann. Es kann also guten Gewissens auch isolierendes Kunststoff-Rohr eingesetzt werden, wenn erstere Bedingung eingehalten ist. Die höheren Anforderungen zur Einhaltung des Ex-Schutzes einzuhalten, ist natürlich nicht verboten - wer dann besser schläft, bitteschön.
 

fahe

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Diese Größenordnung darf man sich mal klar machen, 60g/m³ bei einer Absaugleistung von 2500m³/h entsprechen 2,5kg/min Zerspanungsleistung.
...zumal da gilt, dass es bei der Rechnung um den überhaupt explosionsfähigen Anteil geht, also den, der eine entsprechend kleine Korngröße aufweist.

Was zum Explosionsdreieck gehört und wie sich das für Holzstaub darstellt, wurde ja schon mit der Verlinkung in #20 klargemacht. Findet halt hier so eher mäßige Resonanz.

Ich habe mich seinerzeit von genau dieser Broschüre leiten lassen. Und hab' dennoch Blech verbaut. Ganz einfach, weil statische Aufladungen auch auf der Außenseite der Verrohrung für eine gediegene Staubschicht sorgen.

Außerdem: Ja, ich hab' billige Wickelfalzrohre verbaut - und in den Jahren noch nie ein Problem gehabt. Meine Absaugung macht nominal einen Luftstrom von 3000 m³/h. Selbst wenn das real nur 2500 m³/h sein sollten (meist wahrscheinlich noch einmal weniger sind, da aus Lautstärkegründen via FU oft etwas herunter gestellt): Ich arbeite allein, und der Herr gab mir nur zwei Hände - egal was ich mache, so viel Staub könnte ich gar nicht produzieren, um da in Schwierigkeiten der einen oder anderen Art zu laufen.
 

brubu

ww-robinie
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Es geht ja nicht um die Explosionsgefahr. Die Entladungen sind sehr unangenehm, die hatten wir teilweise auch bei Staubsaugern, einmal sogar an einem Seilzug weil nicht alles richtig geerdet war.
 

Testlabor

ww-ahorn
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nun die BG hat das Thema entsprechend aufgearbeitet. Typisch Ex-Schutz, die Meisten hängen sich an der Zündung auf. Wenn man in der DGUV Information 209-045 unter Unterer Explosionsgrenze (UEG) und in der dann folgenden Beispiel-Tabelle für verschiedene Werkzeugmaschinen, wird schnell klar, dass eine Staubbeladung von >60g/m³ in Privat-Werkstätten nicht erreicht wird. Das sind also Fälle für größere Betriebe mit ggf. mehreren Maschinen, die über die gleiche Sammelleitung abgesaugt werden. Diese Größenordnung darf man sich mal klar machen, 60g/m³ bei einer Absaugleistung von 2500m³/h entsprechen 2,5kg/min Zerspanungsleistung.

Bei gesichertem Unterschreiten der UEG muss eben auch nicht mehr auf Zündquellenfreiheit geachtet werden, da die Gefahr einer Explosion sowieso ausgeschlossen werden kann. Es kann also guten Gewissens auch isolierendes Kunststoff-Rohr eingesetzt werden, wenn erstere Bedingung eingehalten ist. Die höheren Anforderungen zur Einhaltung des Ex-Schutzes einzuhalten, ist natürlich nicht verboten - wer dann besser schläft, bitteschön.
Hallo Michael,
danke für den fundierten und begründeten Beitrag zum Thema Kunststoffrohre in der Absaugung. :emoji_thumbsup::emoji_thumbsup::emoji_thumbsup:
Ich gehe mal davon aus, dass du vielen Hobbywerkern und auch Profis damit die (unbegründete) Angst genommen hast, dass in der Absaugung verbaute Kunststoffrohre eine Gefahr wegen potentieller Staubexplosion darstellen.

@carsten, @yoghurt : kann man den Beitrag von Michael bei dem Thread ganz oben anpinnen? Wäre sicher für künftige Ratsuchende hilfreich wenn sie den zuerst sehen.
 

Djslimer

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...... haushaltübliche Brandmelder sind z.B. für staubige Umgebung nicht geeignet,
die Gitter und Sensoren steigen da gerne aus.

Gloria meint, ihr Gerät nix staubige Umgebung.......
Seite 12
https://www.gloria.de/wp-content/uploads/2025/11/anleitung-20ko1-r4-tcm649-198818-1.pdf

Nichts ist schlimmer als eine Sicherheitsvorkehrung die nicht funzt wenn benötigt!
Falsch in Sicherheit gewogen kann auch tödlich sein.
Da stimme ich dir vollkommen zu. Die Maßnahmen sollten wirkungsvoll sein. Ein Sicherheitsgurt, der im Falle eines Unfalls reißt, hilft nicht.
Vielleich setzt sich durch Staub die Öffnung zu, durch welche der Sensor das CO detektiert. Kann natürlich sein.

Meine Argumentation stützte sich vor allem darauf, dass ein CO-Melder kein Brandmelder ist. Die Brandmelder messen gerne Staubpartikel bzw. Schwebeteilchen mit Hilfe von Lichtreflexion und können nicht wirklich zwischen Sägestaub und Ruß unterscheiden. Die Detektion von CO ist aber ein Elektrochemischer Prozess, welche sich bestimmte Eigenschaften von CO und einem Reaktanz (ich hoffe, das ist der richtige Begriff) zu nutze macht.

Wenn das aber durch Staub gestört wird, fällt meine Argumentation aber natürlich ins sich zusammen. :emoji_wink:
 

Rollo_W

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Hallo,
danke für Eure gut recherchierten Antworten!
Als kleine Ergänzung noch: neben des Staubex-limits muss auch eine Zündung erfolgen können. Trockenes Holz hat eine MZE von 0,1J. Oberhalb 1J schafft man mit Funken (Elektrostatik) nichts mehr, für 0,1J braucht es schon einiges (Rohrlänge, Geschwindigkeit).
Das soll jetzt nicht zu Leichtsinn verleiten, sondern die Selbstbauer und Bastler einer Absaugung in kleinem Maßstab beruhigen.
 

Rollo_W

ww-fichte
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Nein @magmog ,
Das hat keiner von uns geschrieben.
Die Frage war, ob nichtleitende Kunststoffrohre (HT) in dieser Beziehung gefährlich sein können.
Die Antwort ist, dass dies bei vielen von uns nicht der Fall ist - und nicht, dass es unmöglich ist.
Ich habe selber zur Unterhaltung meiner Nachbarn und Bekannten mal Holzstaub aus sicherer Entfernung über ein kleines Feuer geworfen - klappt super, ist eindrucksvoll.
Was das HT-Rohr betrifft, wurde oben betrachtet.
 

ProcessIng

ww-kastanie
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Natürlich kann Holzstaub unter bestimmten Bedingungen explodieren. Das ist nicht zu bestreiten.
Unter Einhaltung bestimmter Bedingungen (oder gesicherter Vermeidung o.g. Bedingungen - Ansichtssache), die eben in der referenzierten DGUV Info näher definiert sind, kann das Risiko einer Explosion vernünftigerweise ausgeschlossen werden. Da kriegt man dann Holzstaub eben nicht mehr zum Explodieren. Dann ist die Verrohrung aus Kunststoff auch ohne Risiken im Gefahrenfeld Explosion einsetzbar.

Andere Aspekte von Kunststoffrohren sind hier nicht weiter betrachtet, wenn es um Ex-Schutz geht. Ganzheitlich gesehen, gibt es sicherlich weitere Vorteile von metallischen Rohren für die Absaugleitungen, selbst wenn Explosionsgefahr ausgeschlossen werden kann.
 
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