"Holzkunst" aus verschiedenen Holzarten (Massivholz)

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Merlin, 21. September 2018.

  1. Merlin

    Merlin ww-kirsche

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    Hallo

    So... ich entwerfe gerade einige Probestücke aus unterschiedlichen Holzarten. Im Grunde genommen alles Hartholz, also keine Tanne dabei. Aber so 8-10 Holzsorten in unterschiedlichen Farbtönen von Ahorn bis Thermobuche

    Hier mal ein Beispiel, ich habe aber noch 30 weitere Ideen umgesetzt, Schachbrettmuster und bunte Blöcke usw.

    MassivrohlingGradient1.jpeg MassivrohlingGradient2.jpeg

    Soweit ok. Aber: Ich frage mich inwiefern das mit den unterschiedlichen Holzsorten irgendwann Probleme gibt... Weil beispeilsweise ist die Maserung ja teilweise längs und teilweise quer und das ist auch fast unmöglich zu verhindern, gerade bei komplexeren Mustern.

    Daher meine Frage: Was gibt es da für möglichkeiten, die Stücke gegen Verspannungen zu schützen?

    Wäre es beispielsweise eine Möglichkeit, wenn ich die fertigen Stücke komplett hochkant auftrenne? Also wenn ich ein 35mm dickes Brett habe, dann mittig trennen, so das es dann, abzüglich Sägeblatt 2 x 15/16 mm Bretter sind. Und dort dann beispielsweise mittig eine 1cm dicke Multiplex Platte verleimen? würde so etwas funktionieren? Also man könnte ja beispielsweise auch die beiden Hälften innen flächig ausfräsen (nur einen kleinen Rand stehen lassen), dann dort eine Multiplex / Sperrholz Platte integrieren und die beiden hälften wieder verleimen, durch den stehengelassenen Rand wäre es von außen optisch wieder "massiv". Ist so etwas möglich?

    Gibt es sonst noch Möglichkeiten? Vielleicht doch versuchen alle Holzstücke in EINE Richtung von der Maserung her laufen zu lassen? Ist es dann überhaupt möglich, Holzmuster schräg in ein massives Brett einzulassen? Also beispielsweise sowas hier:

    MassivrohlingBlocks3.jpeg

    PS: Wenn nun wirklich die Maserung alle verwendeten Teile in eine Richtung läuft... ist es dann problemlos bei unterschiedlichen Holzarten? Bleibt die Oberfläche "glatt"? Oder wird es zwischen den unterschiedlichen Holzsorten irgendwann immer beim drüber fühlen mit dem Finger Unebenheiten geben?
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2018
  2. dascello

    dascello ww-robinie

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    Lieber Merlin,

    Du sagst es: "Kunst". Ich vergleiche das mal mit meinem Gebiet, dem Instrumentenbau. Vieles, was ich da mache, bringt den Schreiner zum Kopfschütteln. Trotzdem wird es seit 500 Jahren so betrieben und meistens geht alles gut. Z.B. einen Steg diagonal zur Maserrichtung auf einen Resonanzboden aufzuleimen. Eigentlich ein No-Go. Allerdings benutzen wir extrem gut abgelagerte und ausgesuchte Hölzer (z.B. Radialschnitt) und sowas. Trotzdem bleibt ein Risiko und es treten auch schonmal Risse auf, mit denen wir leben müssen.

    Z B das Holz mit den diagonal eingeleimten Einlagen. Traumschön, kann aber irgendwann aufgehen.

    Das Belegen eines stabilen Kerns (du erwähnst Multiplex) mit dünneren Massivklötzchen nennt man Marquetterie, meist allerdings wird hier Furnier benutzt. Hab ich auch schon gemacht, birgt aber auch Gefahren. Da können auch Spalten entstehen, die vor dem endgültigen Polieren mit passendem Holzkitt zugeschmiert und beschliffen werden. Spuren davon findet man an allen barocken Möbeln, mal mehr mal weniger.

    Deine Sachen weisen aber mehr nach Japan. Die Jungs sind da großartig und wissen genau was sie tun. Allerdings gibt es da ja auch die elf Jungfrauen, die an Vollmondnächten Haikus singen und dabei dem Meister den Nacken kraulen.

    Nochmal zum Thema: Alles parallel zu verleimen bringt schonmal was.
    Die Längenausdehnung bei unterschiedlichen Hölzern ist unproblematisch, quer ist das was anderes., also durchgehende Lamellen wären super, könnten aber genau das sein, was Du nicht willst.
    Übrigens kann auch das Schleifen ein Problem bergen. Ich hab mal was aus Ahorn und Ebenholz gemacht. Wenn man das unbedarft schleift, dann schmiert der ölhaltige Schleifstaub des Ebenholzes die Poren des hellen Holzes zu und das sieht schrecklich aus. Die Ziehklinge brachte die Rettung.

    Es grüßt


    Michael
     
  3. Merlin

    Merlin ww-kirsche

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    Hey Michael

    Vielen Dank für deine Ausführliche Antwort!

    hm... ich habe mich mal auf die Suche gemacht nach entsprechenden Arbeiten mit unterschiedlichen Holzsorten... Komischerweise ist eigentlich alles was ich so finde wirklich "durcheinander" vom Maserungsverlauf... hm... kann das denn sein?

    6e75336e2a057ab2650006638a7fee43--marquetry-wood-art.jpg bd-carat-motif-1280x720.jpg hermitage-parquet-floor.jpg

    Wobei ich nicht sicher sein kann ob es sich hier um Vollmassiv Arbeiten handelt oder um beispielsweise wirklich nur aufgeklebtes Furnier

    Wobei... hm... bei 90 Grad auf Gehrung geschnittenen Winkeln ist ja eigentlich der Wechsel der Maserungsrichtung kein Problem... aber ein hart integriertes "Inlay" wie bei Bild 3 macht vermutlich eigentlich auch wieder ein Problem... hmhm... vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken :emoji_wink:

    Also, zu meinem Fall... ich habe einiges gemacht... ich poste hier nochmal ein Beispiel

    MassivrohlingClavier2.jpeg MassivrohlingClavier1.jpeg

    So, das beispielsweise ist schön geworden, das mit der Klaviatur

    Wie man aber schon sieht, die Tasten haben den Maserungsverlauf ja QUER zum Trägerholz... Es war schon recht kompliziert von der Konzeption überhaupt es zu realisieren. Also ich habe da quasi 4 "Blöcke" verleimt, 4er Tastenblock oben (mit den dunklen Tasten), 4er Tastenblock unten, 3er Tastenblock oben (mit den dunklen Tasten), 3er Tastenblock unten. Aus diesem (Endlos-)Block dann quasi die immer in passender Länge fertige Teile abgeschnitten und diese dann einfach verleimt. So, habe eien wenig nachgedacht... man KÖNNTE diese Tasten sicher auch mit Quer-Maserungsverlauf machen... Also statt längs Streifen aus dem Holz zu schneiden müsste ich dann quasi mir erst eine Platte verleimen und die Streifen die ich zur Weiterverarbeitung benötige QUER zur Maserung von der verleimten Platte schneiden... ist sicher mehr Aufwand, geht aber zur Not auch... theoretisch ging das auch für die schmalen dunklen Zwischenstege...

    Die Frage ist, ob es dadurch, das es ja relativ kleine Holzteile sind, denn überhaupt was passiert... Und eine weitere Frage ist, ob der zusätzliche Aufwand, das ganze wirklich in einer Maserungsrichtung zu verarbeiten, am Ende wirklich vor Verformungen schützt. Je nachdem ob die Klaviatur nun längs oder quer in das Brett verleimt wird, bräuchte man im Grunde genommen Klaviaturen mit unterschiedlichem Maserungsverlauf :emoji_wink:

    PS: was aber ja hoffentlich KEIN Problem sein sollte, ist das die die Maserung "leicht schräg" verleimt wird, also die Klaviatur in dem Beispiel ist ja nicht exakt gerade in das Holz gesetzt sondern leicht schräg. Wenn nun die Klaviatur in gleicher Maserungsrichtung gefertigt wäre wie das Holz links und rechts davon, sollte eine leicht schräger Maserungsverlauf ja ok sein.

    Eventuell teste ich auch mal das Auftrennen und mittig eine Multiplex Platte rein zu leimen, wobei dann arbeitendes Material auf nicht arbeitendem Material fest verankert ist... hm...
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2018
  4. dascello

    dascello ww-robinie

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    Deine "Übeklaviatur" sieht sehr gut aus. Rüster, Ahorn und Nuss?

    Gruß

    Michael
     
  5. Merlin

    Merlin ww-kirsche

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    Danke :emoji_slight_smile: Habe noch einige interessante Muster gemacht :emoji_slight_smile:

    Die Klaviatur ist aus Ahorn und Thermobuche. Das Holz Außenherum lag hier irgendwo rum als Reststück, ich war von Kirsche ausgegangen ehrlich gesagt, 100% sicher bin ich mir aber nicht :emoji_slight_smile:
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2018
  6. magmog

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    Guuden,

    der Schlüssel zum Erfolg ist: Trockenes Holz! Trockenes Holz! Trockenes Holz! Trockenes Holz!
     
  7. Merlin

    Merlin ww-kirsche

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    ok... das heißt: wenn ich nur mit wirklich trockenem Holz arbeiten würde... wäre es kein Problem auch mit unterschiedlichen Maserungsverläufen?

    Gibt es eine verlässliche Möglichkeit SICHER zu gehen das das Holz trocken genug ist? Also entsprechende Messgeräte? Taugt das oder sind das nur "Schätzeisen" wie eine Körperfett-Messwaage oder sowas?

    PS: Gerade mal bei Amazon geschaut, da sind ja einige Holzfeuchtemessgeräte mit Top Bewertungen für gerade mal um 15 Euro... Werde ich einfach mal eins bestellen zum Testen, danke
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2018
  8. Merlin

    Merlin ww-kirsche

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    So, ich habe hier mal einiges an Holz durchgemessen

    Laut dem Holzfeuchtemessgerät liegt eigentlich alles so im Bereich zwischen 11 und 15% Holzfeuchte. Das sind teilweise auch alte Sachen die hier schon mindestens 10+ Jahre trocken liegen.

    Ist 11-15% "trocken" genug? oder muss ich versuchen irgendwo her noch trockeneres Holz zu bekommen?

    Lustigerweise lässt sich die Thermobuche nicht messen :emoji_wink: Wobei das Messgerät auch erst ab 6% wohl arbeitet steht in der Anleitung. Ich vermute das Thermobuche durch die Thermobehandlung also unter 6% liegt. Aber die Thermobuche ist ja generell anders. Beim Hobeln ist es ja auch so, das bei Thermobuche gar keine Späne entstehen sondern nur dunkler Holzstaub...
     
  9. magmog

    magmog ww-robinie

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    Guuden,

    Billigmessgeräte immer zuerst abgleichen.
    Siehe "Darrprobe".
     
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