Frage zum Tischgestell

Akula

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Hallo, danke für die herzliche Aufnahme. Und ich habe gleich eine Frage zu meinem Projekt. Ich möchte einen Tisch aus amerikanischem Nussbaum bauen. Die Bohlen habe ich schon, demnächst geht es los. Der Tisch wird ca. 260 × 110 × 5 cm und ich habe geplant, 3–4 Gratleisten 50 × 25 × 5 mm einzubauen, bündig versenken. Ich möchte dieses unten verlinkte Tischgestell für den Tisch nehmen. In den Maßen 240 × 80 × 72 cm. Es sollen 10 Personen an den Tisch Platz finden. Jetzt meine Frage: Ich habe dann rechts und links 10 cm von der Tischkante bis der Fuß anfängt. Ist es bequem, wenn 4 Personen an einer Seite sitzen? Und gibt es da eine Regel, wo der Fuß sitzen muss, damit es bequem ist? Und noch was macht mir Gedanken. In dem Gestell sind nur normale Löcher, keine langen Löcher. Passiert da nichts bei einer 80er Breite, wenn der Tisch anfängt zu arbeiten? Vielen Dank für eure Antworten.

https://metalopro.de/tischgestell-eta-extreme
 

yoghurt

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Hallo,
wenn die Gratleisten mit dem genannten Querschnitt aus Holz sein sollen, kannst Du sie mit der Kraft Deiner Hände überm Knie elastisch verformen. Darüber lacht die Tischplatte.

Wenn Du dieses massive Gestell unter die Platte schraubst, dann wird die Platte keine Chance haben sich zu werfen.

Ja, Langlöcher sind unbedingt nötig. Vielleicht kannst Du die einfach nacharbeiten. Aus der Webseite habe ich keine Angaben zur Materialstärke des verwendeten Profils gefunden, das macht mich stutzig. Wäre interessant zu wissen um sich eine Methode zu überlegen aus den runden Löchern Langlöcher zu machen.
 

Johannes

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Hallo,
man rechnet pro Person/Gedeck 60 x 45 cm. Das heißt 4 Prsonen nebeneinander entspricht 240 cm. Dein Gestell hat 216 cm zwischen den Tischbeinen, das ist etwas knapp, aber geht. Wenn das Gestell leicht ist, wäre es eventuell sinnvoll an den Beinen jeweils eine Metallplatte 850 x 150 x 5 aufzukleben und schrauben. dann rechts und links Langlöcher rein und die "Gratleisten" weglassen.

Es grüßt Johannes
 

IngoS

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Hallo,

für vier Personen nebeneinander ist dein Untergestell sehr ungünstig. Du hast ein lichtes maß zwischen den Beinen, von 216cm. Das ist für drei Personen sehr bequem (3 x 72cm). Wenn 4 Personen sitzen, ist den äußeren beiden das Tischbein sehr im Weg. Sie müssten sowieso das Tischbein zwischen die Beine nehmen, was eh schon ungünstig ist. Wenn das so geplant wird, sollte das Tischbein möglichst dünn sein und etwa mittig zwischen den Knien stehen. Dadurch ergibt sich dann ein Abstand Mitte zu Mitte Tischbein von180 bis 195cm wobei dann die Tischbeine möglichst weniger, als 8cm dick sein sollten um nicht ganz so doll zu stören.
Alternativ, Tisch etwas länger machen (ca. 2,8m) und ein lichtes Maß zwischen den Tischbeinen von 240cm bis 260 cm einplanen.

Gruß

Ingo
 

teluke

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Da kann ich Ingo nur voll zustimmen.
Oder eine Zarge bauen so wie ich das beim letzten Tisch gemacht habe.
Damit würde die Länge reichen.
 

ChrisOL

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Zu den Langlöchern, ich würde im Gestell Löcher bohren mit 10-12 mm. Da dann mittig 5mm Schrauben mit Flachkopf und U Scheiben anbringen. Das sollte reichen bei den etwas eingerückten Zargen.

Löcher bohren ist oft einfacher als bestehende Löcher mit der Feile zu weiten.

Gratleisten brauchst du nicht.

Wenn du Schnittholz mit 52mm hast dann bekommst du mit Glück eine Platte daraus die 40mm stark ist. Das ist immer noch mehr als ausreichend.
 

Hias_BY

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Mal eine Frage aus Interesse:
Warum ein komplettes Tischgestell?
Ich hab schon drei Eichentische mit solchen Tischkufen gemacht. Sind deutlich günstiger und man ist mit dem Abstand flexibel.

Darauf noch eine Eisenplatte geschweißt mit 25cm breite, damit die Auflagefläche größer wird. Die Löcher deutlich größer gebohrt als die Schrauben, damit die Tischplatatte arbeiten kann. Langlöcher waren mir im Metall zu aufwändig.

Die Tische stehen bombenfest, wackeln kein bisschen.

Ich hab darunter ca. 6-7cm hohe "Gratleisten" aufgeschraubt. Da verzieht sich dann nix mehr

https://www.amazon.de/Natural-Goods...5RQI14dr7&sp_csd=d2lkZ2V0TmFtZT1zcF9hdGY&th=1
 

Hias_BY

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Moin,
was hast du für eine Abrichte? Die Kanteln für eine so lange (und dicke) Platte bringen eine kleinere Abrichte an die Grenze. Du brauchst jemand zweites als Hilfe oder sauber eingestellte Rollenböcke.
Für meine kleine Abrichte habe ich mir eine Tischverlängerung gebaut. Damit komme ich beim Aufnahmetisch auf eine Auflagefläche von knapp 2m. Sauber eingestellt, klappt das Abrichten recht gut. Abgabetisch habe ich nicht verlängert, da kommt der Rollenbock zum Einsatz.
Ich mache nur selten Projekte in dieser Größenordnung, da ist das eine gute Lösung.
 

teluke

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Den Abnahmetisch kann man leicht verlängern, er bleibt immer auf der selben Höhe.

Auch die Länge des Aufgabetisches ist wichtig. Der ist aber komplizierter zu verlängern weil sich die Höhe mit der Abrichthöhe ändert.
 

Hias_BY

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Den Abnahmetisch kann man leicht verlängern, er bleibt immer auf der selben Höhe.

Auch die Länge des Aufgabetisches ist wichtig. Der ist aber komplizierter zu verlängern weil sich die Höhe mit der Abrichthöhe ändert.
Aufgabetisch verlängern ist auch einigermaßen überschaubar. Auf einer Seite direkt mit dem Tisch der Abrichte verschraubt. Die andere Seite ruht auf einem Rollenbock, den kann man in der Höhe einstellen. Muss man halt jedes mal justieren, aber für seltene Einsätze ist das OK
 

Akula

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Mein Tisch ist fertig. Ich habe doch ein anderes Gestell genommen. Die sind sehr stabil und das Preis-Leistungs-Verhältnis passt. Ich füge ein paar Fotos noch dran und ein paar Links, was ich verwendet habe, falls es einen interessiert. Ich verdiene nichts daran. Der Tisch ist 275 × 108 × 4,6 geworden. Die Schrauben kommen später nochmal in schwarz. Wenn einer weiß, wo man gute passende Stühle dazu kaufen kann, immer her damit.

Worktop-Oil
Gratleiste 50x25x5 mm
Tischgestelle
2 Komponenten Holzspachtel Schwarz



l.jpg a.jpg b.jpg c.jpg f.jpg h.jpg i.jpg
 

Daniboy

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Hallo @Akula, auf deinen Fotos sieht es für mich so aus, wie wenn du offenbar die Gratleisten am Ende ohne Abstand (?!) eingelassen hast. Ist das so, oder ist nur durch die Perspektive?

Weil wenn die Platte schrumpft, kann ja die Leiste nirgendwo hin und zerstört u.U. die Platte. Ggf tät ich einfach die Leisten entsprechend kürzen, das wahrscheinlich die wenigste Arbeit.

 
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IngoS

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Hallo,

die Tischplatte gefällt mir gut.

Leider in der Biegefestigkeit durch die unnötige, mittig am ungünstigsten Punkt, angebrachte Gratleiste extrem um ca 80% geschwächt. Gut, etwas weniger, weil nicht ganz bis zum Rand durchgefräst wurde.
Immer wieder mache ich auf diese falsche Vorgehensweise aufmerksam, leider mit nur geringem Erfolg.
Schade um die Platte.

Gruß Ingo
 

derdad

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Da hat Ingo Recht. Denn wenn man fragen würde, kann ich eine Tischplatte mit 20mm Dicke 150cm freitragend machen würde es sicherlich nein heißen.
LG Gerhard
 

bast_ig

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Eigentlich kann man dann eine freitragenden Platte nur mit ganz schwachen Gratleisten versehen oder @IngoS ? Die Kräfte wirken ja gefühlt immer gleich, egal ob die Gratleiste mittig ist oder weiter außen?

LG
 

IngoS

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Eigentlich kann man dann eine freitragenden Platte nur mit ganz schwachen Gratleisten versehen oder @IngoS ? Die Kräfte wirken ja gefühlt immer gleich, egal ob die Gratleiste mittig ist oder weiter außen?

LG
Hallo,

Leider nicht,

Das Biegemoment durch Belastung beim Träger auf zwei Stützen (und so kann man eine Tischplatte ohne Zarge betrachten) ist in der Mitte zwischen den Stützen am größten.
So ist eine Gratleiste in der Nähe des Auflagepunktes unkritisch, weil dort bei gleicher Belastung ein geringeres Biegemoment auftritt. Allerdings wurde ja hier weit über die Hälfte der Plattendicke weggefräst. Übliche Gratleisten werden etwa ein Drittel der Werkstückdicke eingearbeitet.
Man kann nur hoffen, dass da, angesichts der dicken Platte keiner auf die Idee verfällt, auf dem Tisch tanzen zu wollen.

Gruß Ingo
 
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TischlerTheo

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Hallo,
ich würde einen Vierkant Stahl längs unter dem Tisch (unter die Gratleiste) schrauben um die beiden Hälften zu verbinden. Querschnitt z. B. 40/60 1m lang.
Dann bist du auf der sicheren Seite!
Grüße Theo
 
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