Fingerzinken

lunateide

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Guten Tag liebe Woodworker,

mich beschäftigt z.Zt. die Frage, wie breit sollten Fingerzinken im Verhältnis zur Breite des Werstücks sein, damit das elegant aussieht.

Z.B. die Breite der Zinken bei einem Brettchen v. 70 mm Breite und einer Materialstärke von 12 mm.

Sollten die Zinken ganz und gar quadratisch sein, also bei 10 mm Materialstärke auch 10 mm breite Zinken?

Gruß
Roland
 

derstraubi

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Ich würde meinen:
Nicht breiter als ein Quadrat, aber auch nicht schlanker als ca. ein Doppelquadrat (halbe Holzstärke), obwohl schlankere Fingerzinken noch besser aussehen als breitere.
 

fritz-rs

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Roland,

die Fingerzinken sind die simple Methode der Industrie, auch schlecht verleimte Schubkästen noch einigermaßen zum Halten zu bekommen.
(Ende der Lästerei)

Je mühsamer eine Arbeit ist, umso besser sieht sie im Allgemeinen aus. Das gilt besonders für Zinken.
Ich habe in alten Möbeln Schubkästen gesehen, die trotz beachtlicher Höhe nur einen sehr breiten Schwalbenschwanz-Zinken hatten.
Zinken, und da sehe ich tatsächlich hauptsächlich alle, außer Fingerzinken, können als sehr dekoratives Element an Möbeln wirken.
Fingerzinken haben den großen Vorteil, daß sie in einfachsten Arbeitsgängen industriell gefertigt werden können.
Große Brettstapel können zusammengepackt auf Fräsen oder mit Nut- oder Schlitzscheiben in einem Schnitt geschlitzt werden.
(Eine Empfehlung auch fürs Fräsen auf Oberfräskonstruktionen wie Deiner. Mehrere Seiten gleichzeitig sind in der Zuführung stabiler und fransen weniger aus.)

Gruß Fritz
 

lunateide

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Hallo Fritz,

lästere ruhig weiter, es motiviert mich und fordert mich auch ein wenig heraus.

Irgendwann werde ich auch Schwalbenschwanz- Zinken angehen und was man sonst noch an Holzverbindungen kennt.

Aber ich kann mich noch nicht zur Formel I melden, sonlange der Fahrlehrer noch auf dem Beifahrersitz hockt.

Ich habe viel gelernt in den letzten Tagen, vor allem mit meiner Fräse umzugehen, aber da sind noch Welten vor mir, von denen ich noch keine Ahnung habe.

Aber Du hast mir sinngemäß einmal geschrieben, ich hätte noch zig Jahr. Ich verlasse mich darauf.

Gruß
Roland
 

Friesenbengel

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Im Praktikum damals habe ich gleich mit den Schwalbenschwänzen begonnen.

Es ist eigentlich auch nicht viel schlimmer als das Fingerzinken. Der Unterschied ist, das die Säge bei den Schwalben etwas anders geführt werden muss.
Trau dich ruhig gleich daran. Und lass die Finger weg von den Maschinen.
Ich bin mit meines Meisters Meinung konform, dass wer das Handwerkszeug beherrscht, auch erst dann an die Maschine sollte.

Das bedeutet Streng genommen auch, mal zu einer Tischlerei deines Vertrauens zu fahren und sich dort ein kleines Stück Kiefernbohle (gegen Kaffekassengeld) holen um mal von Grundauf zu lernen, wie man ein Stück Bohle zu einem Brett hobelt.
Ist natürlich für einen Hobbyholzwerker sehr ambitioniert. Aber nur so bekommt man wirklich ein Gefühl für Holz. Meiner Meinung nach.

Ich hab vor der Lehre auch schon mit Holz gearbeitet aber seit dem er mich dazu "verdonnerte" ein Bohlenstück zu bearbeiten, nehme ich unseren Werkstoff mitganz anderen Augen wahr. Er hat mich in gewisser Weise ein Wenig zum Idealisten gemacht.
 

narrhallamarsch

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der beitrag vom friesenbengel spricht mir aus der seele.

holzverbindungen mit handwerkszeugen herzustellen macht gerade zu anfang am meisten sinn.

und schwalbenschwanzverbindungen sind gar nicht mal so schwer von hand, dann weisst du auch, wie es später einmal mit einer schablone funktionieren soll..

ich würde fingerzinken in der art von guido henn auf dem frästisch herstellen. geht wahnsinnig schnell und passt perfekt. wobei sich mir der sinn dieser verbindung nicht wirklich erschließt, außer der optik und da ziehe ich dann schwalbenschwänze wirklich vor, zumal sie auch konstruktiv mehr sinn machen.
 
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