Entschuldigt, dass ich diesen alten Thread wieder ausgrabe. Ich habe eine Weile gesucht aber keinen neueren gefunden. Eigentlich möchte ich nur einen kleinen Erfahrungsbericht ergänzen. Und zwar habe ich letztes Wochenende ein kleines Experiment zusammen mit unserer Feuerwehr gemacht. Aus der alten Werkstatt von meinem Opa habe ich bei meiner Renovierung einen alten ABC-Pulverlöscher aufbewahrt. Wie alt der genau ist, weiß ich nicht. Mindestens sind es 50 Jahre, die das 22 kg schwere Vieh dort unangetastet an der Wand hing. Ein Produktionsdatum konnten wir nicht finden.
Ich war neugierig, unser Wehrleiter war neugierig, die Jugendfeuerwehr sowieso: Was tut ein Feuerlöscher noch nach so langer Zeit? Probe aufs Exempel: Sicherungsbügel abgerissen, Pilzknopf eingeschlagen... Lautes ZWUSCH aus der roten Flasche zu hören. Schlauch und Pistole aufs Ziel gerichtet und abgedrückt. Was soll ich sagen: Abgesehen von der grün-gelb-gräulichen Pulverfarbe, einem grässlichen Gestank und dem etwas stotterhaften SPOTZ-SPOTZ-SPOTZ funktionierte das Ding immernoch einwandfrei. Das Scheitholzfeuer im Feuerkorb war in Sekunden aus. Hinterher haben wir gesehen, dass der alte Schlauch ziemlich porös und brüchig aussah. Das hätte gefährlich werden können, wenn der einem in der Hand geplatzt wäre.
Was hab ich daraus gelernt: Selbst total überalterte Pulverlöscher funktionieren noch. Die Treibgaspatronen halten wohl ewig. Das Pulver kann verklumpen, deswegen tauschen das die Wartungsdienste wohl immer aus. Wirklich kritisch sind wohl die Schläuche zur Pistole. Wenn die porös werden, können sie einen bei Gebrauch verletzen.
Es ist mit dem Pulver aber eine elende Schweinerei. Wir waren im Freien und haben den Rasen im Umkreis von gut 5 Metern eingefärbt. In geschlossenen Räumen wird das noch viel schlimmer sein. Ich habe in meiner renovierten Werkstatt drei 6-Liter-Schaumlöscher und einen 2-kg-CO2-Löscher. Laut Feuerwehr für mich ausreichend.
Vorbeugung ist eh besser als Feuer löschen. Deshalb habe ich mir z.B. für meine Akkugerätschaften einen alten Blechschrank umgebaut, wo die Akkus gelagert und geladen werden. Groß genug dass es da drin beim Laden keinen Hitzestau gibt. Eine kleine selbst gebastelte Schaltung mit Rauchsensor und Arduino löst im Sicherungskasten einen Schütz aus und schaltet die Ladegeräte im Schrank spannungsfrei wenns wirklich mal qualmen sollte. Die Elektrik hatte ich bei der Renovierung komplett neu gemacht und zusammen mit dem Elektriker nach der aktuellen VDE ausgelegt. Ansonsten bissle Vernunft walten lassen, Ordnung halten, keine Spänehaufen rumliegen lassen, Firnislappen nach Gebrauch vor der Werkstatt im Freien auf einer Wäscheleine aufhängen (unschön aber garantiert keine Selbstentzündung ^^).
Übrigens, worauf mich die Feuerwehr noch aufmerksam gemacht hat: Wenn man mal Metall bohrt, sollte man die Bohrspäne nicht über die Zentralabsaugung oder einen Industriesauger aufnehmen. Die glühenden Metallspäne können eine Zündquelle im Spänebunker sein. Lieber erstmal am Bohrtisch liegen lassen bis sie kalt sind und dann absaugen.
Insgesamt muss man sich für jede Werkstatt separat Gedanken machen, weil die Bedingungen überall anders sein können. Für eine Hobbywerkstatt wie bei mir reicht manchmal schon ein Kasten Bier/Limo für die Dorffeuerwehr und man bekommt eine 1A Beratung. Und die gewerblichen Holzwerker sind bei der BG am besten aufgehoben.
Nur meine bescheidene Meinung
