Hallo Fabian,
Deine Frage ist, wie Du schon an zwei Antworten siehst, nicht so leicht zu beantworten.
Felder ist m. E. trotz, oder gar wegen seiner preiskämpferischen (aggressiv wäre mir zu stark) Strategie sicher nicht die 1. Wahl für den gewerblichen Einsatz. Meine Meinung: richtige Qualität kostet auch richtiges Geld.
Selbst arbeite ich seit 1992 mit Felder BF 641 und seit 1998 mit dem Nachfolgemodell BF 741. Allerdings bin ich kein Profi, sondern sagen wir mal, ambitionierter Holzwerker.
Zunächst: ich arbeite immer alleine, daher stellt eine Kombimaschine zwar eine lästige, aber keine gravierende Einschränkung dar, ich muß mir eben den Arbeitsablauf im Voraus gut überlegen, um die Umrüstaktivitäten so weit wie eben möglich zu minimieren (obwohl meine Zeit praktisch kein Geld kostet).
Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, so finde ich, leistet die Felder Kombinationsmaschine das, was ich von ihr erwarte. Sie erfordert bei der Benutzung ein gewisses Maß an Um- und Rücksicht; so kann ich z.B. keine 4 m x 7 cm Blockbohle auf den Schiebtisch aufknallen lassen, sondern muß das Holz darauf ablegen. Wechselnden Nutzern mit unterschiedlichem Temperament möchte die Maschine auf Dauer nicht gewachsen sein.
Tendenziell erschien mir die 641 robuster als ihre Nachfolgerin, welche dafür eine etwas komfortablere Bedienung aufweist. Wie es beim aktuellen Modell aussieht, kann ich nicht sagen, mir reicht die Meine wahrscheinlich, solange ich überhaupt ein Brett in Händen halten kann.
Was die Einstellgenauigkeit betrifft, so habe ich keine Probleme mit der Maschine: Den Abnahmetisch habe ich noch nie nachstellen müssen; nach jedem Messerwechsel nehmen die Hobelmesser so wie es sein soll, ein aufgelegtes, glattes Holzklotz ca. 3-5 mm mit.
An der Rechtwinkligkeit des Ablänganschlags gibt es auch nichts auszusetzen. Den Parallelanschlag stütze ich bei längeren Schnitten mit der Abstützvorrichtung gegen Auswandern. Meine Maschine hat noch Führungsnuten im Tisch und keine Rundprofile an der Außenkante.
Große Lasten (80 - 100 kg) auf dem Schiebetisch (z.B. Türen) erfordern ggf. eine zusätzliche Unterlage, weil die Teleskop-Tischabstützung nachgeben kann.
Beim Fräsen mit großen Druchmessern (z. B für Fensterkantel-Zapfen/-Schlitze) ist eine 40 mm-Welle obligatorisch.
Fazit: mit einer Felder Kombinationsmaschiene geht alles, aber Zeit dafür sollte man schon mitbringen.
Und last not least: die Verwendung von gutem und scharfen Werkzeug ist unabdingbar.
Gruß
Norbert