Einsteckschloss aus Gründerzeit mit zusätzlichem Riegel ausbauen

seabass2026

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Moin alle zusammen,
ich bin hier neu und wende mich nun an Spezialisten in diesem Forum, die mir irgendwie vielleicht helfen können, ein Einsteckschloss bzw. gleich drei Einsteckschlösser von 3 baugleichen Türen auszubauen, die ein Doppelschliessystem haben, weil hier die Schlüssel fehlen. Die Schlösser möchte ich gerne zu einem Schlüsselspezialisten hier um die Ecke geben, der mir dann die passenden Schlüssel dazu jeweils herstellt. Ich habe schon etliche Allroundschlüssel bestellt und ausprobiert, aber das war alles erfolglos. Diese Schlüssel kann man nur mit dem Einsteckschloss selbst herstellen, so der Tenor.
Ok, Ich schaffe alles auszubauen und zu lösen, bis auf das Dreh- oder Schieberschloss mit einem manuellen Drehgriff - siehe in den Fotos das unterste Schlossteil. Hier finde ich weder einen Stift noch Schrauben. Wie kann ich das möglichst zerstörungsfrei ausbauen oder wie muss ich vorgehen?
Help!
Danke für Eure Antworten.
 

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yoghurt

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Hallo,
die Türdrücker (Klinken) sind mit einem Splint von oben auf einer Seite gesichert. Du musst die Stelle finden und den Splint von unten mit einem dünnen Durchschlag (1,5-2mm) herausschlagen. Dann kannst Du Klinken abbauen und die bündigen Schilde abschrauben. Diese Drehknäufe für die Nachtriegel sind oft unter dem Schild mit einer Mutter verschraubt. Achte darauf die Komponenten beisammen zu halten, es kann sein dass das alles nur genau so wieder zusammen passt, deswegen nix vertauschen.
 

yoghurt

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BTW. Wo in Berlin? Falls ich mich nicht zu weit bewegen muss kann ich mal schauen. Gerne per PN.
 

Daniboy

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seabass2026

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Hallo yoghurt,
danke für deine prompte Antwort.
Türdrücker mit Rosettene und die Türschloß-Rosetten bekomme ich ohne Schwierigkeiten ab.
Beim Nachtriegel - danke für das Wort für dieses Bauteil, was ich so nicht gekannt hatte - liegt das Problem. Hier ist weder Splint noch Schraube sichtbar. Dieser muss aber demontiert werden, um das Einsteckschloss im Ganzen herauszuziehen. Daher meine Fragen:
Wie komme ich unter den Schild an die Mutter, die den Nachtriegel hält?
Kann ich z.B. mit einem Stechbeitl hier den Schild etwas anheben, drunterfahren?

Wo in Berlin? Nähe U/S Schönhauser Allee.
 

yoghurt

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Hallo,
im Prinzip gibst Du Dir die Antwort selbst: Drücker abbauen und dann das Schild gegenüber des Nachtriegel-Knaufs abbauen. Das wird geschraubt sein und die Schraubenköpfe sind vermutlich verspachtelt.

Hast ne PN
 

Daniboy

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Könntest du danach bitte ein Foto vom ausgebauten T-Knauf und Schild zeigen.
 
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seabass2026

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So hallo zusammen,

ich hatte leider so viel um die Ohren, und es wird nicht weniger, so dass ich nicht dazu kam, dass Einsteckschloss zu demontieren.

Jetzt habe ich mal so weit demontiert, wie es möglich war. Das wollte ich noch ausprobieren, bevor ich wirklich nach Hilfe Frage (insb. hier yogurt). Die Bilder anbei.

Warum mache ich das ganze eigentlich? Ich glaube, das habe ich noch gar nicht erzählt. Mein Vermieter hat zu diesen Schlössern keine Schlüssel und ist auch nicht bereit diese zu liefern etc. Daher nehme ich das nun selbst in die Hand, sonst kann ich noch Jahrzehnte warten bis da was passiert. Ja scheiss Vermieter...

Der Schlüsseldienst kann nur mit dem Schloss selbst einen passenden Schlüssel anfertigen. Deshalb möchte ich die ausbauen und dann dahingeben, damit er Schlüssel produziert - oder ist das nur Geld mache, weil er sich selbst welche bestellt?

Ich habe bereits mal ein paar Schlüssel mit dem exakten Schlossbild bestellt. Die waren alle nur ähnlich und nicht passend. Das war leider alles ohne Erfolg.

So jetzt zum Ausbau:
Ich bekomme alles runter bis auf:

1.) die Rosetten an den Türklinken, die sich beidseitig nicht abziehen oder lösen lassen. Auch ein leichtes Hebeln mit einem flachen Schraubenzieher oder Stechbeitel geht nicht. Das habe ich aber nicht voll durchgezogen, weil ich nichts verbiegen oder massiv beschädigen will.

2.) das Einsteckschloss selbst sitzt recht fest im Türblatt. Ich habe versucht, mit dem Stechbeitel etwas die Ränder zu lösen und zu lockern, aber da ist alles bombenfest.

3.) Das Nachtschloss lässt sich überhaupt nicht ausbauen. Wie bekommt man das raus? Es sitzt auch quasi als dritte unterste Ebene "extra" (vergleiche Fotos) und hat z.B. keine Gegenschrauben auf der anderen Seite - oder sind die unter dem Lack versteckt bzw. eingelassen?

Ich würde mich über ein die Lösung des Ausbauproblems freuen.

Oder gibt es einfachere Lösungen, den Schlüssel zu ersetzen (weil das ja ein sehr einfaches mechanisches Schloss ist)?

Danke im Voraus!

IMG_3985.jpg IMG_3987.jpg IMG_3986.jpg IMG_3988.jpg S.
 

yoghurt

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Hallo,
kann es sein, dass Du die Rosetten nicht abbauen kannst, weil sie Teil eines bündig eingelassenen Langschildes sind? Das wäre die übliche Konstruktion. Die Schrauben des Langeschildes sind verspachtelt und das ganze Langschild (mehrfach) überstrichen. Dieses Langschild muss auf der dem Drehknauf gegenüberliegenden Seite der Tür demontiert werden. Dann kannst Du den Drehknauf des Nachtriegels demontieren.

Ich kann mir kaum vorstellen dass es sich anders verhält - aber ja, man weiß ja nie.
 

yoghurt

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Ich habe gerade nur das Handy zur Hand und da geben die Bilder und meine Augen nicht viel her…..
 

justplanesteve

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In den USA wird der Schließzylinder durch eine seitlich in die Schlosskante eingedrehte Keilschraube fixiert. Man kann ihn also nicht einfach herausschrauben, ohne den gesamten Schließmechanismus zu beschädigen.

Bei den Einsteckschlössern, die ich kenne, muss man zunächst vorsichtig das dünne Stulpblech an der Schlosskante entfernen.

Dahinter befindet sich eine Schraube, die den Keil betätigt, welcher den Zylinder gegen Verdrehen sichert. Sobald der Keil einige Millimeter zurückgezogen ist, lässt sich der Schließzylinder herausschrauben und zum Schlüsseldienst bringen.

smt
 

justplanesteve

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Beispiele: Das Schloss mit montierter Messing-Abdeckplatte. Achten Sie auf den Bereich, in den der Schließzylinder eingeschraubt wird: Dort befindet sich ein Riegel in einem Schlitz, der sich durch Betätigen der Schraube verschieben lässt. Sobald der Zylinder eingesetzt und dessen seitliche Aussparung korrekt ausgerichtet ist, greift dieser Riegel in den Zylinder ein. Wie gelangt man an diesen Schiebekeil? Betrachten Sie das Schloss, bei dem die Abdeckung entfernt wurde. Nun ist die Schraube zur Betätigung des Schiebekeils sichtbar.

1789491007087.png 1789491057357.png
 

justplanesteve

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Ich bin mir bei deinem Schloss inzwischen nicht mehr ganz sicher. Handelte es sich bei den Schrauben, die an der Stirnplatte (dem Stulp) entfernt wurden, um Maschinenschrauben? Oder waren es Holzschrauben? Wenn es Holzschrauben waren, ist die Stirnplatte wahrscheinlich nicht zweiteilig aufgebaut und lässt sich womöglich nicht so zerlegen, wie ich es beschrieben habe.

Dann käme wieder die von anderen genannte Vorgehensweise infrage: Lässt sich die innere Abdeckplatte (das Schild) beschädigungsfrei abschrauben? Wie bereits erwähnt, müsste man dann nach weiteren Schrauben suchen, die durch die dahinterliegende Platte in das Schloss führen.

In solchen hartnäckigen Fällen fertige ich mir manchmal einen passenden Steckschlüssel aus einem Stück Aluminiumblech an. Oder ich versuche es mit einer Schlauchschelle, die ich über ein Stück Leder oder Pappe lege, und drehe dann mit anderen Schlüsseln daran. Aber natürlich mit Vorsicht...

Ich glaube, viele von uns sind schon sehr gespannt darauf, wie die Lösung aussehen wird.
 
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seabass2026

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Hallo,
kann es sein, dass Du die Rosetten nicht abbauen kannst, weil sie Teil eines bündig eingelassenen Langschildes sind? Das wäre die übliche Konstruktion. Die Schrauben des Langeschildes sind verspachtelt und das ganze Langschild (mehrfach) überstrichen. Dieses Langschild muss auf der dem Drehknauf gegenüberliegenden Seite der Tür demontiert werden. Dann kannst Du den Drehknauf des Nachtriegels demontieren.

Ich kann mir kaum vorstellen dass es sich anders verhält - aber ja, man weiß ja nie.
Hallo yogurt,
nachdem ich das Projekt etwas in den Hintergrund geschoben habe, habe ich nun gekratzt auf der Rückseite des Nachtriegels und da gibt es keine Möglichkeit mit einer "versteckten" Schraube etc. unter dem Lack.
Ich werde Dich kommende Woche mal kontaktieren, wenn das i.O. ist, weil ich hier nicht mehr weiterekomme und du ja im Prinzip "um die Ecke" bist und Deine Hilfe angeboten hast. Steht das noch?
Ausreichend Werkzeug habe ich da. Deine Nummer hast Du mir schon mitgeteilt.

Die anderen Kommentare und Beiträge habe ich noch nicht gelesen und ausprobiert, werde dies aber tun - vielleicht
 

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seabass2026

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Ich bin mir bei deinem Schloss inzwischen nicht mehr ganz sicher. Handelte es sich bei den Schrauben, die an der Stirnplatte (dem Stulp) entfernt wurden, um Maschinenschrauben? Oder waren es Holzschrauben? Wenn es Holzschrauben waren, ist die Stirnplatte wahrscheinlich nicht zweiteilig aufgebaut und lässt sich womöglich nicht so zerlegen, wie ich es beschrieben habe.

Dann käme wieder die von anderen genannte Vorgehensweise infrage: Lässt sich die innere Abdeckplatte (das Schild) beschädigungsfrei abschrauben? Wie bereits erwähnt, müsste man dann nach weiteren Schrauben suchen, die durch die dahinterliegende Platte in das Schloss führen.

In solchen hartnäckigen Fällen fertige ich mir manchmal einen passenden Steckschlüssel aus einem Stück Aluminiumblech an. Oder ich versuche es mit einer Schlauchschelle, die ich über ein Stück Leder oder Pappe lege, und drehe dann mit anderen Schlüsseln daran. Aber natürlich mit Vorsicht...

Ich glaube, viele von uns sind schon sehr gespannt darauf, wie die Lösung aussehen wird.
Es sind Holzschrauben.
 

seabass2026

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So Leute und lieber Johannes,
ich habe nun alles ausprobiert, was ihr vorgeschlagen habt und habe einen Erfolg erreicht: Danke Danke!
1. Die Abdeckplatte habe ich vollständig befreit von Beschichtungen. Da gab es keine "versteckten" Schrauben etc.
2. Die Rosetten haben sich mit einer Rohrzange gut lösen und demontieren lassen. Dahinter waren Schrauben versteckt. Die Türrosetten (Klinke) selbst haben allerdings keinen Einflus auf das Einsteckschloss, da diese nur mit dem Türblatt verbunden sind und als "Abdeckung" oder Beschlag der Löcher dienen.
3. Die Rosette des Nachtriegels lies sich ebenfalls lösen und die dahinterliegenden Schrauben entfernen. ABER: Hier komme ich nicht weiter, weil ein kleiner Ring das herausziehen nicht zulässt. Die Rosette dahinter mit dem Gewinde ist völlig locker. Wie komme ich hier soweit, dass ich den Nachtrigel heruasziehn kann? Was ist der Trick?
 

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seabass2026

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Der Ring ist fest verbunden mit dem Nachtriegel. Nur die Rosette dahinter ist lose und verschraubbar.
Wenn man die Rosette dreht, sieht man auch keinen Splint, keil oder sonstiges.
Im Schloss selbst (darüber) sieht man nur wie der Riegel sicht unterhalb des oberen Schlosses bewegt ...
 
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seabass2026

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Hei ja,
kannst gerne vorbeikommen - am besten am Montag Nachmittag, wenn ich es nicht bis dahin schon gelöst habe.... - was ish eher nicht glaube. ich schreibe Dir ne DM.
Ich glaube, dass ich irgendetwas mit der Abdeckplatte machen muss, um an irgendetwas zu kommen, was mir erlaubt, den Drehriegel herauszuziehen.
 

K2H

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Spannende Geschichte!
Noch eine Idee: Kratze bitte mal auf der Außenseite (gegenüber dem T-Griff) die Farbe noch etwas weiter unterhalb des Schlüsselloches weg. Vielleicht ist da ein relativ kleines, zu gespachteltes Loch im Holz, durch das du ans Ende des Dorns des T-Griffs kommst, an dem eine Mutter od. Schraube sitzt, die den Vierkant im Schloss hält.
 
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