DIY-Schreibtisch - Wie viel Luft braucht Eiche zum Atmen?

suavsn

ww-pappel
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Hi!

Das ist mein erster Beitrag und ich hoffe, dass mir vielleicht jemand weiterhelfen kann..

Ich möchte mir einen Schreibtisch selbst bauen und habe schon alle Teile zusammen quasi - warte nur noch auf die Platte. Bevor ich das zusammenschraube, habe ich aber noch eine Frage, bei der ich mir nicht sicher bin.

Die "Komponenten" meines Tisches sind die folgenden:
- Massivholztischplatte aus Eiche (mit Antiverzugsschienen) - 160 x 80 x 3 cm
- Zwei "Zwischenbretter" aus Eiche, massiv - 70 x 9 x 2 cm
- Tischkufen - 72 cm Höhe, Auflagefläche 70 x 8 cm

Aus folgender Zeichnung müsste ungefähr ersichtlich werden, wie das ganze werden soll:

Tisch.jpg

Die Bretter sollen also zwischen Tischkufen und Tischplatte geschraubt werden, um die Platte 2 cm zu erhöhen - den Platz brauche ich, damit ein E-Piano drunterpasst.

Ich habe mir M6-Holzschrauben und entsprechende Unterlegscheiben gekauft. Mein Plan ist es, die einfach durch die Bretter und in die Platte zu jagen. Allerdings bin ich irgendwie unsicher, ob die Eiche Langlöcher braucht, um zu arbeiten. In der Auflagefläche der Tischkufen sind Langlöcher für die Schrauben vorhanden, deswegen weiß ich nicht, ob ich in die Bretter dann auch Langlöcher bohren muss - da wiederum weiß ich nicht, ob die das stabilitätstechnisch aushalten, denn an sich sollen pro Kufe 12 Schrauben durch das Brett und in die Platte, was ja schon viel ist auf die relativ überschaubare Breite von 9 cm ...

Falls sich jemand die Zeit nimmt, sich das durchzulesen und mir einen hilfreichen Tipp geben kann, wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße

suavsn
 

Hondo6566

ww-robinie
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Die Tischplatte braucht keine Langlöcher, sondern die Tischkufen und hier bei dir die untergelegten Bretter. Aber ob das ganze dann hält und nicht nach links/rechts wackelt wie ein Kuhschwanz bleibt dahingestellt. Ich persönlich halte nichts von solchen Tischkufen. Bei mir würde da ein Gestell unter die Platte kommen mit Traversen in Längsrichtung.
Außerdem ist die Frontansicht falsch - oder besteht die Tischplatte aus quadratischen Klötzchen?
 
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werists

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1. Eiche arbeitet, wie das jedes Holz mehr oder weniger tut, braucht deshalb auch den Platz dazu. (Vor allem in der Breite)
2. Du schraubst Langholz auf Querholz, da sollen auf jeden Fall Langlöcher rein. Oder Löcher ein paar mm größer als Schraubendurchmesser bohren.
3. Ich befürchte das wird ein Wackeltisch. Die schmale Auflagefläche und dann noch ein Brett dazwischen, das wird kaum stabil.
 

dascello

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Langlöcher sind schon mal gut.
In der Mitte brauchst du die Löcher in den Distanzbrettern nicht zu erweitern. Nach außen hin schon.
Die Schrauben müssen locker durch das Brett durchfallen und nur in der Tischplatte ordentlich ziehen. Dann passt das.
So gut halt, wie das mit den blöden, jetzt modernen Kufen geht.
 

suavsn

ww-pappel
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Vielen Dank für eure Antworten!

Die Kufen waren auch nicht unbedingt meine erste Wahl, allerdings kann wegen des besagten E-Pianos leider kein Gestell unter die Platte, da ich den Platz brauche. Höchstens hinten könnte noch ein Brett o.Ä. hin, um es stabiler zu machen.

Auf der einen Seite steht der Tisch direkt an der Wand, wackeln könnte er also nur in eine Richtung .. vielleicht könnte ich ihn noch mit einem Winkel an der Wand befestigen o.Ä.?
 

suavsn

ww-pappel
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Das dachte ich mir auch schon.

Die Schrauben müssen locker durch das Brett durchfallen und nur in der Tischplatte ordentlich ziehen. Dann passt das.
Sie sollten aber schon nur längs Platz haben und nicht in der Breite, oder? Das wird dem Wackeln ja sonst eher noch Vorschub leisten, oder?
 

werists

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Sie sollten aber schon nur längs Platz haben und nicht in der Breite, oder? Das wird dem Wackeln ja sonst eher noch Vorschub leisten, oder?
Die Platte wird in der Breite arbeiten (den 60cm) in der Richtung müssen die Löcher erweitert werden. Größer bohren ist aber einfacher und wird den Wackelfaktor kaum beeinflussen.
 

Friederich

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Die Bretter sollen also zwischen Tischkufen und Tischplatte geschraubt werden, um die Platte 2 cm zu erhöhen
Da würde ich aber lieber je zwei Klötze unter den Kufen anbringen/hinlegen. Viel einfacher und auch leicht reversibel.
Die Verbindung zwischen Kufe und Tischplatte ist eh schon heikel genug, wegen Wackelgefahr.

Langlöcher in den Kufen braucht man trotzdem.
Und die vorhandenen Löcher würde ich ALLE verwenden.
 
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Daniboy

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Ich fands witzig.
Etwas. :emoji_grin:

Ich täts auch wie Friederich ausführen,
ich finde es stabiler (viel weniger "hebelnde" Belastung auf die Schraubenverbindung),
flexibler (Füße jederzeit entfernbar oder erhöhbar)
und es sieht meiner Ansicht nach, bei entsprechnder Umsetzung, auch eleganter aus.

1. Kufen direkt mit Scheiben und Schrauben in *allen* Schraub(lang)löchern (ich nehme an die sind nicht mittig unter der Kufe, sondern versetzt links und rechts der Mitte jeder Kufe).
Verschraubung mit leichtem Vorbohren, kann ja getestet werden an Stellen die danach ohnehin von der Kufe verdeckt werden.
Ich als Hobbywerker verwende bei Verschraubungen die zum Lockern neigen gerne als Schraubensicherung einen Lacktupfer (zB mit ausgeborgten durchsichtigen Nagellack einfach über den Schraubenkopf, Scheibe und die Auflagefläche pinseln).

2. Von den nicht verwendeten Zwischenbrettern 4 Klötze runterschneiden in Kufenbreite und diese jeweils mit etwas Spiegelband (zB Tesa Montageband) unter die Kufen kleben.
 
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suavsn

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Nochmals vielen Dank für eure freundlichen und hilfreichen Antworten.

Die Terminologien waren mir nicht so ganz klar, aber danke für die Aufklärung.

Tatsächlich wurde mir diese Methode (also Erhöhung zwischen Kufen und Platte und nicht unter die Kufen) von einem Zimmermeister wärmstens empfohlen. Der sagte, ich solle das auf jeden Fall so machen.

2. Von den nicht verwendeten Zwischenbrettern 4 Klötze runterschneiden in Kufenbreite und diese jeweils mit etwas Spiegelband (zB Tesa Montageband) unter die Kufen kleben.
Klötze mit Klebeband zu befestigen klingt für mich als Laien erst recht wackelig? :emoji_grin:

Tendiere momentan zur angesprochenen Winkellösung:

Tisch2.jpg

Von der Frontansicht ausgehend befindet sich hinter dem Tisch und rechts davon je eine Wand. Die Wand rechts kommt leider für Winkel o.Ä. nicht in Betracht, da der Tisch unmittelbar unter einem Fenster steht und ich da nicht bohren möchte. Hinten wäre aber möglich.
 

Mr.P

ww-ulme
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Moin,

dann würde mir da eine andere Lösung einfallen. Warum schraubst du nicht eine Leiste (40x60 o.ä.) an die Wand und legst die Tischplatte dort auf. Drei Schrauben von unten sollten dann reichen.
Vorne dann zwei höhenverstellbare Rundfüße (Rondella) unterschrauben und der Tisch steht wie eine 1 und du hast keine Probleme mit arbeitendem Holz.

Gruß
Andi
 

dascello

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Jetzt mal Butter bei die Fische: Der Schwachpunkt aller Kufentische liegt in der nicht vorhandenen Diagonalversteifung zwischen Kufe und Tischplatte. Deshalb ist eine absolut spielfreie Verbindung hier oben unerlässlich. Ein dazwischen geschraubtes Brett kann dies vermindern. Da soll dein Zimmerer sagen was er will, das ist so.
Die klötze unter den kufen hätten rein gar nichts auszuhalten. Da reicht in der Tat eine einigermaßen kraftschlüssige Verbindung.

sonntagsgruß von Michael
 

suavsn

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Moin,

dann würde mir da eine andere Lösung einfallen. Warum schraubst du nicht eine Leiste (40x60 o.ä.) an die Wand und legst die Tischplatte dort auf. Drei Schrauben von unten sollten dann reichen.
Vorne dann zwei höhenverstellbare Rundfüße (Rondella) unterschrauben und der Tisch steht wie eine 1 und du hast keine Probleme mit arbeitendem Holz.

Gruß
Andi
Hatte ich auch erst überlegt, allerdings kommen zum einen hinten an den Tisch drei Monitore inkl. Tischhalterung, was mit ner Leiste darunter schwierig werden könnte und zum anderen werden wir in ca. einem Jahr umziehen. Ob der dann wieder an einer Wand steht, weiß ich nicht.
 

suavsn

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Entschuldigt die ganzen Nachfragen, aber ich bin jetzt etwas verunsichert.

Spricht etwas gegen die dargestellte Variante mit den beiden Winkeln? Vier Schrauben in 6er Dübeln sollten doch ausreichen, um dem Wackeln Einhalt zu gebieten, oder?

Und sollte etwas dagegensprechen: Müssen die Bretter für die "Klotzlösung" unbedingt in Klötze zersägt werden oder könnte ich die auch in Gänze mit dem angesprochenen Montageband unter die Kufen kleben? Sollte das dann nicht gut funktionieren, könnte ich noch auf die andere Option zurückgreifen.
 

magmog

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am hessischen Main
[/QUOTE]
Zitat von magmog:

Guuden,

"Wie viel Luft braucht Eiche zum Atmen?


Keine, totes Eichenholz atmet nicht.
[/QUOTE]

Hast ja recht. Nur muss man das nicht so plump dahin schreiben. Er fragt hier freundlich als Neuling und man versteht was er meint. Da finde ich deine Antwort wenig hilfreich.
Guuden,

man muss das nicht so plump dahin fragen, das Thema kommt hier min. ein mal pro Woche.
Ein bisschen Eigeninitiative darf ein Fragender schon zeigen,
das erhöht auch den Lerneffekt enorm.
 

suavsn

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Zitat von magmog:
man muss das nicht so plump dahin fragen, das Thema kommt hier min. ein mal pro Woche.
Ein bisschen Eigeninitiative darf ein Fragender schon zeigen,
das erhöht auch den Lerneffekt enorm.
[/QUOTE]

Glaub mir, ich habe mir schon ziemlich viel den Kopf zerbrochen und gegoogled - bin aber schlicht der totale Laie, was Möbelbau angeht und kann meine Rechercheergebnisse daher nur begrenzt interpretieren. Außerdem ist das mit dem Distanzbrettern ja schon eine Sonderkonstruktion.
 

KalterBach

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Glaub mir, ich habe mir schon ziemlich viel den Kopf zerbrochen und gegoogled - bin aber schlicht der totale Laie, was Möbelbau angeht und kann meine Rechercheergebnisse daher nur begrenzt interpretieren. Außerdem ist das mit dem Distanzbrettern ja schon eine Sonderkonstruktion.
Da bist Du sicher nicht der einzige Forist hier. Ebenso wenig, dass alle Profis immer alles richtig machen. :emoji_wink:

Vermutlich ist vielen heute einfach nur etwas zu heiß...
 

Friederich

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Klötze mit Klebeband zu befestigen klingt für mich als Laien erst recht wackelig?
Klebeband wäre nicht meine erste Wahl, aber statisch haben diese Klötze keine weitere Funktion. Sie nehmen ja nur Vertikalkraft auf. Man könnte sie also ohne weiteres sogar nur unterlegen.

Du meinst sicherlich eine Befestigung an der Wand?
Wäre eine unbefriedigtende Notlösung. Ein Tisch sollte eigentlich frei stehend stabil sein. U.a. deswegen:
...werden wir in ca. einem Jahr umziehen. Ob der dann wieder an einer Wand steht, weiß ich nicht.
 
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dascello

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Natürlich kannst du die bretter auch vollflächig unter deine kufen montieren ( wie auch immer, spielt keine Rolle). Aber das steht dann nur sicher auf absolut glattem Boden. Ein kleiner Buckel oder nur teilweise auf nem Teppich und das wackelt. Mit Klötzen halt nicht.
Das ist jahrtausende altes erorobtes Design.
Kufentische halt nicht....
 

suavsn

ww-pappel
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Da kommen natürlich Filzgleiter drunter, die Dielen selbst sind sicherlich nicht eben genug und mir auch zu schade, um sie womöglich zu zerkratzen :emoji_stuck_out_tongue: 5mm Filz sollten das eigentlich ausreichend ausgleichen können.

Aber dann versuche ich denke ich diese Lösung zuerst .. falls es wackelt, kann ich dann noch umdisponieren.
 

Friederich

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Die klötze unter den kufen hätten rein gar nichts auszuhalten. Da reicht in der Tat eine einigermaßen kraftschlüssige Verbindung.
Nicht mal das. Sie können ja nicht "weg". Die Krafteinwirkung ist ja ausschließlich vertikal. Also genau senkrecht zum Fußboden.
 
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