Dielenboden selbst verlegen

BauhausBerni

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Hey,

bei mir steht demnächst Hausbauen an und ich möchte da auch etwas selbst machen. Arbeiten mit Holz gefällt mir recht gut. Bisher habe ich nur so Sachen wir Regale für die Werkstatt oder den Keller gemacht. Oder Laminatboden verlegen und so einfachere Arbeiten.
Handwerklich bin ich schon geschickt, ich repariere öfter Elektrogeräte oder Autos. Allerdings ist ein Holzboden dann doch wieder was ganz anderes und ich würde mich da gerne im Voraus eingehend informieren wie man das macht, damit ich nicht das Rad neu erfinden muss. Kann ich mich da wo einlesen oder gibt es da ein gutes Buch?
 

Time_to_wonder

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Hallo,

als wir vor sieben Jahren gebaut haben, war unser Ansatz, im OG auf Estrich zu verzichten und einen Aufbau mit Lagerhölzern und Esche-Dielen zu machen. Über eine Empfehlung der Architektin hab ich zu einem kleinen Tischlereibetrieb am Ort gefunden, der mir das Material besorgt hat und mich den Rest in Eigenleistung unter seiner Anleitung hat machen lassen, auch seine Maschinen durfte ich nutzen. Das war ein ziemlich cooles Modell.

Auf das Ergebnis bin ich bis heute stolz, 60m² Dielen.
 

benben

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Wichtigste Entscheidung ist Estrich und 3 Schicht kleben oder Lagerhölzer und massive Dielung schrauben.

Es gibt noch ein paar "Sonderfälle", da würde ich aber mit ordentlicher Planung lieber verzichten.

Ist Fussbodenheizung geplant?

Gruss
Ben
 

BauhausBerni

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den Estrich würde ich mir gerne sparen, also Lagerhölzer und massive Dielung

Bei der Fußbodenheizung bin ich mir noch nicht ganz sicher. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind den massiven Holzboden bei meiner Oma auch als warm wahrgenommen habe. Holz leitet ja die Wärme nicht so super, daher tendiere ich im Moment zu einer Wandheizung.
 

pixelflicker

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Fußbodenheizung auf Lagerhölzern dürfte auch schwierig werden.
Bei uns war das auch so, das hat immer schon nervig gequietscht und auch leicht nachgegeben, an manchen stellen so, dass der Schrank daneben gewackelt hat. Deswegen hab ich das jetzt raus gerissen und einen richtigen Estrich rein gelegt. Das hat mich genervt.
 

benben

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Massiv und Fussbodenheizung gibt es und funktioniert auch. Kostet aber und das Ideal ist es nicht. Wandheizung ist eine tolle Sache, würde ich wahrscheinlich auch so machen.

Gruss
Ben
 

PurplePony

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Mach FBH und Estrich.
Ich habe im EG einen Estrich und im 1. OG einen Aufbau mit Lagerhölzern.
Wandheizung wäre mir zu teuer.
Estrich mit FBH ist seid Jahren erprobt und billig.
 

benben

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Wo ist denn Wandheizung teurer als Fussbodenheizung mit Estrich?
Wenn du das von Anfang an planst, erschließt sich mir das nicht. Ist ein gutes und sehr angenehmes System.

Gruss
Ben
 

PurplePony

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Vor 6 Jahren haben wir uns das anbieten lassen, da war das System teurer als die FBH.
 

falco

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FBH und Holzfußboden empfinde ich immer als Krücke, da geht imho nichts über Fliesen oder Vinyl.
Im Schlafzimmer haben wir uns bspw. bewusst gegen FBH entschieden, da gibt es Heizkörper wie auch im Keller (hier zwei volle Heizkreise, muss auch zur Anlage passen und macht die Sache nicht günstiger)
Welche Heizung ist geplant? Zur Ausführung: entkoppelte Lagerhölzer auf dem Rohfußboden, Dielen verschraubt mit entsprechenden Dielenschrauben durch die Feder. Müsste es genug Anleitungen im Netz geben, aber da äußert sich vielleicht noch jemand explizit zu.
 

keks010982

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Ich kann dir auf alle Fälle den Tipp geben: schau dem Architekten ganz genau auf die Finger, dass er genug Aufbauhöhe für deinen Wunschfußboden plant. Wenn du Dielen auf Hölzern mit FB und Schüttung willst brauchst du mehr Aufbau als bei einem Anhydritestrich...
Klar kann man Holzboden selber machen... Bücher zum Thema... Kenn ich leider nicht, würden mich aber aktuelle Werke auch interessieren.
Zur FB: bei modernen Häusern ist die Vorlauftemperatur so niedrig, dass man die kaum merkt.
 

BauhausBerni

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Allerdings ist ein Holzboden dann doch wieder was ganz anderes und ich würde mich da gerne im Voraus eingehend informieren wie man das macht, damit ich nicht das Rad neu erfinden muss. Kann ich mich da wo einlesen oder gibt es da ein gutes Buch?
Weil der Vorschlag kam "im Netz zu suchen", gegoogled habe ich natürlich schon...
Aber alles was ich da gefunden habe war entweder sehr kurz gehalten oder für Altbausanierung wo dann auch ne Holzdecke verbaut war oder von "absoluten Beginnern" so, dass ich mir beim lesen schon dachte, SO mach ich das sicher nicht...

Darum die Frage nach einem Buch. Ich würde es einfach gerne von einem Profi hören / lesen, so dass ich mich darauf verlassen kann.
 

BauhausBerni

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Zur Ausführung: entkoppelte Lagerhölzer auf dem Rohfußboden, Dielen verschraubt mit entsprechenden Dielenschrauben durch die Feder.
Ja, das sind die Sachen die ich auch schon gefunden habe aber dann geht es los.
Wie entkoppeln, Filz oder was anderes? wie dick?
Wie macht man den Ausgleich? Mit Kunststoffkeilen die so Raster haben? Mit Holzplättchen? mit was ganz anderem? Wo sind die Vor- und Nachteile?
Aus was sollte das Lagerholz sein? Wie dick? wie breit? Wie viel platz braucht man für die Wasserinstallation?
Mit was dämmt man? Papier soll recht gut sein aber was wenn mal Wasser unter den Boden kommt? Dann doch Perlit? oder was anders?
Wie dick müssen die Dielen bei welchem Holz sein damit das berüchtigte Knarzen nicht auftritt?
usw...
 

PurplePony

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PurplePony

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Tut mir leid, dass die Sortierung nicht stimmt.
Altbau, 9cm Betondecke,darunter Wohnraum.
Es sind zwei Räume bebildert, nicht durcheinander kommen.

Auf die Latten habe ich dann noch 2 mm Kork getackert zur Entkopplung. Auf der Rolle gekauft und die Rolle in Streifen geschnitten. Kostet dann wenig.
Oben drauf liegt 25 mm OSB verleimt als schwimmende Scheibe.
Darauf 20 mm Eichendiele, durch die Feder in das OSB geschraubt (nicht auf den Bildern zu sehe) .
 
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PurplePony

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Der Aufbau:
Man spricht von Grundlatte, das ist die Latte auf der Betondecke, und Traglatte, das ist die Latte auf der Grundlatte auf der der nachfolgende Boden liegt.

Grundlatte 4x6 KVH im Abstand von 400- 500 mm auf Betonlatte auslegen.

Darauf die Traglatte im Bundmaß von 312,5 mm aufschrauben (312,5 mm weil OSB dann an den Stößen immer von einer Traglatte unterlegt ist, mein OSB war 625 mm breit, es gibt auch 675 mm OSB, dann entsprechens ändern). Meine Schrauben waren 5x70.

Den fertig verschraubten Rost nach Laser ausrichten. Hier mit Unterlegeholz und Glaserklötzen.

Nach dem Ausrichten die Türmchen aus Unterlegeholz und Glaserklötzchen gegen Verrutschen sichern (Kleber, Bauschaum, was da ist).

Dann bis Oberkante Grundlatte / Unterkante Traglatte mit Perlite auffüllen, mit Besen abziehen, ggf. leicht verdichten. Auch unter die Grundlatte drücken und an die Türmchen aus Unterlegeholz und Glaserklötze. Jetzt verschiebt sich da nichts mehr, die Konstruktion liegt ohne feste Verbindung auf den Klötzchen und der Perlite auf.

Jetzt, den Hohlraum zwischen der Traglattung mit Holzfaserdämmung augfüllen. So kann sich kein Perlite hoch arbeiten, ist die Konstruktion ist besser Wärme- und Schallgedämmt. Außerdem ist das Perlite Zeeug vollflächig abgedecjt uns kann an ddn Rändern nicht mehr raus.
 

keks010982

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Das ist eine gute Altbaulösung... Im Neubau würde ich das so nicht machen.
Die ganze Dämmung geht mit Fußbodenheizung nicht. Da müsste eine massive Schüttung wie Sand oder dergleichen rein. Und normale Heizkörper sind durch die WP Heizung nahezu ausgeschlossen. Die notwendigen Vorlauftemperaturen killen den Wirkungsgrad. Klar kann man Wandfläche machen... Aber viel Spaß wenn man mal was aufhängen will...
Ich würde im Neubau immer einen normalen Estrich machen. Dann bist beim Fußbodenaufbau flexibel. Dielenboden, wenn es der dann werden soll, kann auch geklebt werden. Meiner Meinung nach ist das sogar die zu bevorzugende Lösung.
Gruß Daniel
 

BauhausBerni

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Das Argument mit den Bildern kann ich verstehen, stört mich aber nicht.
Von daher ist die Wandheizung relativ sicher gesetzt.

Ich frage mich ob ich bei dicken Dielen nicht auf die OSB-Platten verzichten kann?
 

BauhausBerni

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Super Anleitung!
Danke!

Jetzt wo ich das so sehe macht das voll den Sinn das Grüßt erst aufzubauen und dann auszurichten. In meinem Kopf war aber irgendwie immer das Grüßt beim Aufbauen schon auszurichten...

Auf den Perlit Säcken steht Staubex, stauben die Trotzdem?

Wenn ich jetzt keine OSB Platte habe, wie dick müssen dann die Traglatten sein?
 

PurplePony

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Super Anleitung!
Danke!

Jetzt wo ich das so sehe macht das voll den Sinn das Grüßt erst aufzubauen und dann auszurichten. In meinem Kopf war aber irgendwie immer das Grüßt beim Aufbauen schon auszurichten...

Auf den Perlit Säcken steht Staubex, stauben die Trotzdem?

Wenn ich jetzt keine OSB Platte habe, wie dick müssen dann die Traglatten sein?
Erst zusammenschrauben, sonst fällt ja alles ineinander.
Staubex staubt angeblich weniger. Es staubt trotzdem nicht wenig.
Du könntest theoretisch auch direkt in die Latten Schrauben. Praktisch hangt dann aber der Stoß deiner Dielen in der Luft.
Außerdem hast du mit OSB schwimmend verlegt weniger Schallübertragung da du den Aufbau entkoppelst. Deshalb sind die Grundlatten auch nicht aufgedübelt sondern mehr oder weniger lose aufliegend.
 

PurplePony

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Falls du die Wahl hast würde ich aber auch Estrich nehmen.
Ist billig, geht schnell, speichert gerade in den oberen Geschossen im Sommer mehr Kälte und Knarzt nicht.
 
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