Ich denke das alte techniken zu vermitteln und mit Handwerkzeug zu arbeiten auch heute immer noch seinen Sinn in der handwerklichen Ausbildung, und somit im Handwerk, hat. Natürlich sollte man auch die Maschinen beherschen, ich hätte z.B. keine Lust eine Buchenbohle mit der Gestellsäge und der Raubank auf Maß zu schneiden und dann zu hobeln, dafür gibt es Kreissäge und Dickte.
Aber wenn ich auf der Baustelle bin muss ich dennoch in der Lage sein meine Werkstücke auszubessern oder anzupassen. Und da sind die Handwerkzeuge die ich in meiner Arbeitskiste habe die erste Wahl. Wie Heiko ja sagte manche Dinge, gehen "mir persönlich" mit Handwerkzeug schneller von der Hand als mit der Maschine. Ich habe z.B. auch mit der Oberfräse wesentlich schneller eine Fase an eine Platte, wohlbemerkt nicht bei 100lfm, gefräst als mit der stationären Fräse, die ich erst einmal komplett einrichten müsste.
Zu dem Beispiel mit dem Künstler.
Künstler arbeiten nicht nach den gleichen Massstäben, die an einen Handwerker gestellt werden. Ein Handwerker muss Zeit- und Kostenoptimiert arbeiten. Beim Künstler zählt das Ergebniss nicht wie schnell er ist. Es gibt auch durchaus Künstler, die auf moderne Mittel verzichten um genau den einen Effekt zu erzielen, den sie nur mit alten Methoden erreichen können. Da der Handwerker aber nicht für Kunst, sondern für eine erbrachte Dienstleistung bezahlt wird hinkt dein Vergleich. Mir ist es egal warum der Klempner das Rohr so und so gelegt hat, die künstlerische Vision dahinter, die er mir vielleicht vermitteln will, ist mir auch egal, hauptsache das Wasser fliesst ab.