Bretter aus Eiche für den Möbelbau

willgill

ww-birke
Mitglied seit
11 Mai 2020
Beiträge
67
Ort
Berlin
Hallo!

ich möchte einen kleinen Schrank aus Eiche bauen.

Beim Holzhändler meines Vertrauens (Holz Possling) bekomme ich Eiche Bohlen von 28mm bis 52mm.

Aber sagen wir mal, ich möchte einige Teile dünner als 28mm haben... beispielsweise 18mm oder so. Wenn die dünnste Bohle 28mm ist, wie komme ich auf 18mm?
  • Von 28mm auf 18mm runter hobeln? Ist doch zu viel Materialverlust, oder?
  • 52mm Bohle nehmen und in 18mm 'Streifen' schneiden, und dann ggf zusammen leimen?
Gibt es eine kluge Variante für einen Anfänger wie ich?

Danke!
 

KrischanM

ww-nussbaum
Mitglied seit
9 März 2016
Beiträge
94
Ort
Dresden
Mit Bandsäge auftrennen. Seit ich eine Bandsäge mein Eigen nenne, hat sich die Menge an produzierten Hobelspänen deutlich reduziert.
 

PrimaNoctis

ww-robinie
Mitglied seit
31 März 2018
Beiträge
2.098
Ort
Heidelberg
Ich würde da gar nicht drüber nachdenken. Aus 52 bekommst du nur 2 Stücke und hast pro Stück nur 2mm weniger gekauft. Dafür ist der Preis pro m3 dann etwas höher und Arbeit sowie Verschleiß kommen dazu. Und wenn du dich versägst...
Von 28 auf 18mm ist je nach Länge zwar reichlich zum abhobeln, aber im Rahmen. Alternativen sehe ich kaum.
 

PurplePony

ww-robinie
Mitglied seit
29 Juli 2007
Beiträge
2.492
Ort
NRW
Beim Zuschnitt immer mit den größten Teilen anfangen.
Wenn du dich verschneidest, dann kannst du daraus vielleicht noch ein kleineres Bauteil machen.
Gilt auch für Plattenmaterial und was auch immer du sonst so schneiden willst.
(gilt nicht bei Fingern, da fängt man mit dem kleinsten an)
 
Zuletzt bearbeitet:

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
6.868
Ort
Ebstorf
Hallo,

von der sägerauhen Bohle bis zum gehobelten Brett gehen je nach Holzbeschaffenheit und Länge des Werkstücks, 6 bis 10 mm in der Dicke weg.
ich bezweifel mal, dass du aus den 52mm Bohlen (die oft auch etwas dünner sind), zwei mal 18mm heraus bekommst, zumindest bei längeren Teilen. Außerdem ist die Gefahr, dass sich so ein Bohlenstück beim Auftrennen verzieht recht groß, was wiederum ein zusätzliches Abrichten erfordert.
ich sehe das auftrennen immer mit gemischten Gefühlen, kann gut gehen, muss aber nicht, wobei kammergetrocknete Ware sicher unempfindlicher reagiert, als luftgetrocknete.

Gruß

Ingo
 

PrimaNoctis

ww-robinie
Mitglied seit
31 März 2018
Beiträge
2.098
Ort
Heidelberg
Das ginge natürlich auch, aber auch hier ist einiges an Verlust. Mir wäre das zu blöd und von der Ikea-Optik reden wir noch gar nicht. Da kann man ja gleich Industrieplatten kaufen.
Von 27/28 auf 16-20 ist völlig im Rahmen.
 

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
6.868
Ort
Ebstorf
ich glaube er wollte ~52mm breite und 18mm starke Lamellen schneiden und Leimholz herstellen.
Hallo,

von den 52mm bleiben doch auch nur 45mm übrig. Wenn man solche schmalen Streifen gedreht zusammen legt, ergibt sich meist ein unschönes Maserungsbild. Dann muss man etwa 21mm breit absägen, plus Sägeschnitt sind das dann rund 25mm pro Streifen. Glaube nicht, dass sich das lohnt, von der Optik und Arbeit mal ganz abgesehen.

Gruß

Ingo
 

Mater1984

ww-robinie
Mitglied seit
26 März 2013
Beiträge
1.380
Ort
Bretzfeld (bei Heilbronn)
Welche Art von Eiche bzw. was willst du am Ende für ein Bild haben?
Wenn du auf Eiche rustikal oder Wildeiche das Ganze machst ist der Verschnitt geringer aber das Bild ein ganz anderes wie wenn es Eiche hell sein soll.
Die Maße des Schranks wäre interessant. Kleiner Schrank mit 2000 mm Höhe (in Faserrichtung) dann wird mehr weg zu hobeln sein wie wenn du als größte durchgehende Lamelle 500 oder 1000 mm hast.
Ich hab selbst keinen ADH und somit keine Erfahrung aber optisch würde ich 52mm halbieren auf 2x 26 wenn es das Holz zulässt. Sonst von 28mm runterhobeln um den Sägeschnitt zu sparen und die Gefahr das sich die Bohle verzieht nicht gegeben.
Aber wir als Hobby Werker haben auch Zeit und schauen dafür etwas mehr aufs Geld.
 

benben

ww-robinie
Mitglied seit
8 Februar 2013
Beiträge
10.016
Ort
Deensen
Zu den 52mm mal kurz ein Hinweis, das ist das Maß was eingeschnitten wird. Danach trocknen, daher oft unter diesem Maß.

Gruss
Ben
 

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
6.868
Ort
Ebstorf
Ich hab selbst keinen ADH und somit keine Erfahrung aber optisch würde ich 52mm halbieren auf 2x 26
Hallo,

wie soll das gehen?
Gut, dass du geschrieben hast, dass du keine Erfahrung hast.
Wenn du aber die vorausgegangenen Beiträge gelesen hättest, könntest du schon wissen, dass es so nicht klappt.

Gruß

Ingo
 

willgill

ww-birke
Mitglied seit
11 Mai 2020
Beiträge
67
Ort
Berlin
Vielen Dank an alle für die Tipps und Info.

Mein Schrank sollte wie ein Sideboard sein, auf Beinen. Hier ist mein Entwurf:

1599752187659.png

Die Beine sollte 50mm dick sein... ich könnte dies aber reduzieren auf 45mm und die aus der 52mm Bohle schneiden?

Für die Oberfläche würde ich dann, basierend auf die Kommentare oben, die 28mm Bohlen nehmen, runterhobeln und zusammen leimen. Vielleicht wäre 22mm auch OK... Hauptsache nicht zu wuchtig.

Für die Schubladen etc dann auf 20 oder 18mm runter hobeln.

Was meint ihr dazu?
 

Dietrich

ww-robinie
Mitglied seit
18 Januar 2004
Beiträge
5.170
Ort
Taunus
Hallo Willgill,

das gezeigte Objekt ist gefährlich, für die geringe Bautiefe ist es deutlich zu hoch, dazu noch kopflastig, wird beizeiten umfallen, würde ich so nicht bauen.
Bez. 52mm Material, aus 52mm bekommt man etwa 44-46mm 4-seitig gehobelt, nach dem Auftrennen mittels Bandsäge also rund 21, sehr sauber und konsequent am Anschlag geführt...rechnerisch käme man mit einem weiteren Hobeldurchgang bei 20mm raus, da darf aber nichts schiefgehen, 18mm sind also zu schaffen, wetten kann man nicht drauf:emoji_slight_smile:

Gruß Dietrich
 

dascello

ww-robinie
Mitglied seit
9 Januar 2008
Beiträge
4.174
Ort
Wuppertal
Rein optisch und auch aus anderem Grund: Die Beine gleichbleibend dick wirken etwas klobig. Außerdem übertragen die Beine seitliche Stöße viel weniger auf die Verzapfungen, wenn sie sich nach unten verjüngen.
Ist eine etwa viertausend Jahre alte Erkenntnis.
Vorgehensweise: Handhobel ist das Einfachste.

Gruß

Michael
 

willgill

ww-birke
Mitglied seit
11 Mai 2020
Beiträge
67
Ort
Berlin
Hi @Dietrich
danke für dein Feedback zu meinem Entwurf.
Ich habe mein Design überarbeitet... ich habe die Konsole tiefer gemacht (300mm) und kurzer...

Die Maßen sind nun
300 tief
800 breit
800 hoch

Meinst du, so wird die Konsole stabiler?

1602705423117.png

Ich würde auch die Beine abfallend zuschneiden, wie @dascello empfohlen hat...
 

ChrisOL

ww-robinie
Mitglied seit
25 Juli 2012
Beiträge
4.996
Ort
Oldenburg
Das sind ja zwei grundlegend verschiedene Entwürfe. Entweder hat das Sideboard eine Breite von 800 oder von 1600 wie im letzten Entwurf. Es muss ja zur Einrichtung und zum Platz passen

Das ist in beiden Fällen sehr kopflastig und neigt zum umkippen. Da hilft in der Wand verschrauben.

Die Höhe finde ich schon passend. 300er Tiefe ist sehr schlank. In den Schubkasten passt dann viel. Der hat dann ein Innenmass von ca 250mm.
 

willgill

ww-birke
Mitglied seit
11 Mai 2020
Beiträge
67
Ort
Berlin
danke @ChrisOL

Die Beine in meinem Entwurf sind oben 50mm. Wahrscheinlich 40mm unten, wenn ich die abfallend zuschneide.
Ist 50mm zu viel? Sieht das zu bullig aus?
 

ChrisOL

ww-robinie
Mitglied seit
25 Juli 2012
Beiträge
4.996
Ort
Oldenburg
Moin,

mir persönlich wären 50 mm zuviel.

In meiner Werkstatt entsteht gerade ein Sideboard. Hier mal die Seitenteile.

Die Stollen haben 33mm
30937B12-DDD1-4347-846C-3067497CD73F.jpeg

Und hier zum Vergleich noch eine Buchenkantel mit 48mm daneben.

713D89DD-3CD6-41FE-A588-8BAC7636EA09.jpeg

Das sieht gleich viel wuchtiger aus.
Es ist aber dein Möbel, es muss zu deiner Einrichtung passen. Und es muss dir gefallen, nicht anderen.
 

Ironwood

ww-birnbaum
Mitglied seit
30 Juli 2020
Beiträge
200
Ort
Heide
Außerdem übertragen die Beine seitliche Stöße viel weniger auf die Verzapfungen, wenn sie sich nach unten verjüngen.
Ist eine etwa viertausend Jahre alte Erkenntnis.
Eine 4000 Jahre alte Erkenntnis? Stell doch bitte ein Bild von einem 4000 Jahre alten Tisch mit verjüngten Beinen hier ein.
Wenn man einen halbwegs seitenstabilen Tisch baut, dann gilt immer noch: actio = reactio. Das lernen Kinder schon in der Schule.

Gruß - Paul
 

Batucada

ww-robinie
Mitglied seit
11 Juni 2019
Beiträge
1.177
Ort
Auf'm Land und nicht in der Stadt
... Außerdem ist die Gefahr, dass sich so ein Bohlenstück beim Auftrennen verzieht recht groß, was wiederum ein zusätzliches Abrichten erfordert.
ich sehe das auftrennen immer mit gemischten Gefühlen, kann gut gehen, muss aber nicht, wobei kammergetrocknete Ware sicher unempfindlicher reagiert, als luftgetrocknete.
Ersteres kann ich bestätigen und ich bin froh, dass Ingo das mal so klar ausgedrückt hat. Letzteres kann ich nicht beurteilen, da ich bisher kammergetrocknete Ware hatte. Da ich aber Ingos Aussagen voll vertraue, möchte ich luftgetrocknete Ware erst gar nicht ausprobieren, mir reichen meine Erfahrungen mit kammergetrockneter Ware, dass ich genungend Reserve einkalkulieren muss, den zusätzliches Abrichten reicht dann oft nicht mehr.

Batucada
 

teluke

ww-robinie
Mitglied seit
26 Oktober 2015
Beiträge
3.663
Ort
Pécs
@CrisOL

Ich sehe Du baust die Füllungen ungeschliffen ein?

Ich mache das anders, Füllungen und Innenseiten der Rahmen schleife ich vor dem Verleimen.
Das finde ich einfacher.
Nach dem verleimen schleife ich die später innenliegenden Rahmenflächen.
Nach dem Zusammenbau dann noch die Rahmenaußenseiten.
 

teluke

ww-robinie
Mitglied seit
26 Oktober 2015
Beiträge
3.663
Ort
Pécs
auftrennen hochkant mit der Bandsäge hätte ich jetzt gesagt. Weil bei der FKS zu viel Material verloren geht.
Es wären dann vermutlich nicht 2x26 sondern 2x25 oder weniger natürlich
Auftrennen mit der FKS bringt auch nur unwesentlich mehr Materialverlust.
Wird mit der BS aufgetrennt ist ein Hobeldurchlauf mit min 1mm nötig.
Mit der FKS aufgetrennt reichen 0,5mm locker aus.
Mat also in der Summe nur ca. 1mm mehr Verlust aus. (Schnitt mit der FKS ca. 4mm, mit der BS ca. 2mm)
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten