Bau eines Schreibtisches (Platte) aus Nussbaum

heissim

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Hallo zusammen,

für meine Freundin baue ich einen Schreibtisch. Das Holz soll Nussbaum werden, die Unterkufen sind trapezförmig mit folgenden Maßen:

Profil: 20x80mm
Länge (oben): 600mm
Länge (unten): 800mm
Höhe: 720mm

Die Tischplatte soll:

Länge: 1350mm
Breite: 800mm
Stärke: 30mm

Ich möchte die Kufen in eine ca. 5mm tiefe Fräsung einsetzen und Rampamuffen für die Befestigung/Verschraubung verwenden.

Worauf muss ich bei der Herstellung der Platten achten? Ich habe Klotzbretter die die ich "in Form" bringen werde. Was muss ich beim Verleimen beachten? Welche Werkzeuge zur Verleimung empfehlt ihr? Ich habe einige Zwingen da (Bessey KliKlamp), Jumma Einhandzwingen und 2 riesige Bessey Korpuszwingen.

Da das Holz eher teuer ist, möchte ich die Fehlerquellen auf ein Minimum reduzieren.

Jegliche Tipps sind willkommen. 3D Zeichnung liegt bei.

Lg Simon
 

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carsten

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Hallo

die KliKlamp und die Einhandzwingen kannst du außen vor lassen. Und die beiden Korpuszwingen sind zwar geeignet aber deutlich zu wenig.
4 bis 5 Zwingen würde ich als das minimum ansetzen.
Sind die zu verleimenden Kanten sauber gefügt ? Hast du sowas schon mal gemacht ??
 

dascello

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Lieber Simon,
Da gibt es ganz viel zu beachten.
Stichwörter:
Verleimregeln
Splintholz
Schwundverhalten
Holzfeuchte
Schüsseln
Ölen
Lackieren
Schleifen
Usw.
Zu allem findest du hier was.

Die Idee, die Kufen einzufräsen, verstehe ich nicht.
Wozu?
Rampamuffen brauchst du nicht.
Die Kufen kannst du aufschrauben, ganz einfach mit Holzschrauben, zuerst vorgebohrt. Die Schraube in der Mitte kann in ein rundes Loch, die anderen am Rand der Platte müssen oval sein. Stichwort Schwundverhalten. 5 mm Luft muss auf beiden Seiten sein.


Viel Glück!

Michael
 

ChrisOL

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Worauf muss ich bei der Herstellung der Platten achten? Ich habe Klotzbretter die die ich "in Form" bringen werde. Was muss ich beim Verleimen beachten? Welche Werkzeuge zur Verleimung empfehlt ihr?
Bretter besäumen - grob auf Länge schneiden - Abrichten und auf Dicke hobeln. Bevorzugt alles Maschinenarbeit.
Dann solltest du die Bretter so zurecht legen, dass es ein schönes Bild ergibt. Für mich geht das vor Verleimregeln, ist nicht fachgerecht, dafür aber im Hobby erlaubt :emoji_wink:

Die Bretter die du verleimen möchtest sollten plan aufeinander liegen, dann sind die sauber abgerichtet.

Zum Verleimen brauchst du viele Zwingen, für ein Platte gefühlt alle 15cm eine schwere Zwinge. Damit sich die Bretter nicht hochdrücken und ein Versatz zwischen den Lamellen gering bleibt, solltest du an den Enden Leisten quer aufspannen. Diese Leisten mit PP Band bekleben, sonst sind die mit der Platte verleimt.

Ein Bild sagt mehr als Worte.
upload_2019-9-8_18-52-37.png

Dann sollte zwischen dem erstem Leim angeben und dem festziehen der Zwingen nicht mehr wie 10 min vergehen.

Den überschüssigen Leim nach 30min im Gummiartigen Zustand abnehmen.
 

heissim

ww-buche
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Hallo

die KliKlamp und die Einhandzwingen kannst du außen vor lassen. Und die beiden Korpuszwingen sind zwar geeignet aber deutlich zu wenig.
4 bis 5 Zwingen würde ich als das minimum ansetzen.
Sind die zu verleimenden Kanten sauber gefügt ? Hast du sowas schon mal gemacht ??
Danke für deinen Input, habe ich mir schon gedacht, dass ich noch Zwingen brauche. Habt ihr Empfehlungen? Die Bessey Vario Revo Krev sind ja schon genial, aber teuer. Vielleicht habt ihr noch Alternativen. Ich habe allerdings kein Problem das notwendige Geld auszugeben.

Nein gemacht habe ich das noch nicht. Ich besitze eine EB 260 Abrichte und auch eine Veritas Rauhbank mit Fügeanschlag. Tipps die einen "Anfänger" vor Schlimmeren bewahren nehme ich gerne an.

Lieber Simon,
Da gibt es ganz viel zu beachten.
Stichwörter:
Verleimregeln
Splintholz
Schwundverhalten
Holzfeuchte
Schüsseln
Ölen
Lackieren
Schleifen
Usw.
Zu allem findest du hier was.

Die Idee, die Kufen einzufräsen, verstehe ich nicht.
Wozu?
Rampamuffen brauchst du nicht.
Die Kufen kannst du aufschrauben, ganz einfach mit Holzschrauben, zuerst vorgebohrt. Die Schraube in der Mitte kann in ein rundes Loch, die anderen am Rand der Platte müssen oval sein. Stichwort Schwundverhalten. 5 mm Luft muss auf beiden Seiten sein.

Viel Glück!

Michael
Auch dir vielen lieben Dank. Ich werde diese Regeln studieren und mich mit Fragen melden. Das hier sind die Kufen, sie haben grosse ovale Löcher. https://naturalgoodsberlin.de/products/mobelkufen-trapez?variant=7715769974849

Ich werde die Kufen nicht einfräsen, das spart Arbeit, war nur eine Idee.

Rampamuffen mag ich deswegen gerne, weil ich so oft auf- und abbauen kann, ohne dass irgendwann Schrauben nicht mehr greifen, aber vielleicht bin ich durch Ikeas Spanplatten geschädigt. Danke für diesen wichtigen Tipp, werde ich beherzigen.

Bretter besäumen - grob auf Länge schneiden - Abrichten und auf Dicke hobeln. Bevorzugt alles Maschinenarbeit.
Dann solltest du die Bretter so zurecht legen, dass es ein schönes Bild ergibt. Für mich geht das vor Verleimregeln, ist nicht fachgerecht, dafür aber im Hobby erlaubt :emoji_wink:

Die Bretter die du verleimen möchtest sollten plan aufeinander liegen, dann sind die sauber abgerichtet.

Zum Verleimen brauchst du viele Zwingen, für ein Platte gefühlt alle 15cm eine schwere Zwinge. Damit sich die Bretter nicht hochdrücken und ein Versatz zwischen den Lamellen gering bleibt, solltest du an den Enden Leisten quer aufspannen. Diese Leisten mit PP Band bekleben, sonst sind die mit der Platte verleimt.

Dann sollte zwischen dem erstem Leim angeben und dem festziehen der Zwingen nicht mehr wie 10 min vergehen.

Den überschüssigen Leim nach 30min im Gummiartigen Zustand abnehmen.
Super Tipps, ich glaube ich brauche ne ordentliche Ladung Zwingen. Oh ich freue mich auf das Projekt.
 

Frank73

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Und zu den Verleimregeln, kannst Du auch ein Foto vor dem verleimen einstellen.
Also von der Platte und von der Jahresringseite.
Da bekommst Du hier auch noch den ein oder anderen Tipp.
 

dascello

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Wenn das Verleimen mehrerer Lamellen gleichzeitig zu stressig ist, kannst du das auch in mehreren Portionen machen.
Wenn es dann am Ende 1a werden soll, kannst du die fertig verleimte Platte zum gut ausgerüsteten Schreiner bringen und den bitten, das mit einer Breitbandschleifmaschine zu bearbeiten.
Kostet nen Zwanni in die Kaffeekasse.
Danach ist die Platte wie ausm Möbelwerk.

Meint

Michael
 

heissim

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Das ist ein guter Tipp. Ich liebäugele aber gerade mit ner Plano. Ich denke die wird mir gute Dienste leisten, da ich vermutlich noch öfter und grössere Platten verleimen werde.
Mit 4 Einheiten sollte ich doch sicher 2m verleimen können, wenn dazwischen noch n paar ordentliche Zwingen stecken.

Melde mich dann sicher bald :emoji_wink:
 

heissim

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So ich habe mich tatsächlich kurzerhand für die Plano entschieden. Nun zu den Fragen was das verleimen angeht:

Wie breit sollte ich die einzelnen Bretter mache? 20cm ist wohl recht dick und fördert das Verziehen oder? Stärke soll wie gesagt +-3cm werden.
Was empfehlt ihr?

Lg Simon
 

ChrisOL

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Hallo Simon,

Ich würde mich an das Material halten. Du wirst nicht immer genau 20cm aus den Bohlen bekommen.

Persönlich finde ich Breite Stücke optisch angenehmer wie viele kleine Lamellen. 20cm finde ich in Ordnung.
 

heissim

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Hallo Christoph,

Ich habe heute mal das "Material" gesichtet. WDas Klotzbrett ist 6.7 cm dick, daraus würde ich bestimmt 25-30mm in der Stärke raus bekommen.
Momentan sieht es aus, als wären 3*14cm Lamellen gut möglich, wobei ich noch einen Riss entdeckt habe, den ich mir genauer ansehen muss.
Evtl. bekomme ich auch 2*21cm hin was aufgetrennt dann auf 4*21cm käme. Mit etwas "Luft" haut das gut hin oder?

Lg Simon
 

ChrisOL

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Hallo Simon,

von den Abmessungen in der Breite klingt das in Ordnung. Nur ist es fast eine Schande die 67mm Stärke auf 30mm runter zu hobeln und in Späne zu verwandeln. Vielleicht hast du ja noch eine Möglichkeit die Bohlen der Länge nach in ca 20mm und ca 40mm aufzutrennen.
 

heissim

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Hallo Simon,

von den Abmessungen in der Breite klingt das in Ordnung. Nur ist es fast eine Schande die 67mm Stärke auf 30mm runter zu hobeln und in Späne zu verwandeln. Vielleicht hast du ja noch eine Möglichkeit die Bohlen der Länge nach in ca 20mm und ca 40mm aufzutrennen.
Hallo Christoph,

nein, das wäre viel zu schade daraus Hobelspäne zu machen :emoji_wink:

meine Idee war folgende:
1. Mit der Tauchsäge und FS die Waldkante an einer Seite abzuschneiden
2. Mit der Tauchsäge und FS auf ca. die richtige Länge ablängen
3. Mit der grossen Bandsäge und einer oder 2 helfenden Händen ungefähr die Bretter sägen
4. Abrichten, rechten Winkel herstellen, und die - je nachdem wie breit sie werden - 2 (21cm) oder 3 (14cm) Bretter in der Mitte auftrennen

Erhofftes Resultat:
4 Bretter mit ca. 30mm Stärke, 140cm Länge und 20 cm Breite oder
6 Bretter mit ca. 30mm Stärker, 140cm Länge und 14 cm Breite

Wenn ich das in der Breite verleime, sollte ich eine Gratnut+Feder einsetzen oder ist das unbedenklich und das Werfen wird durch die angeschraubten Tischbeine verhindert? Ich mache das zum ersten Mal und bin froh um jeden Rat.

Lg Simon
 
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heissim

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Hallo zusammen,

die Bohle ist nun in die Werkstatt geschafft worden und dort habe ich noch einige Bilder gemacht.

Bild 1 (IMG_1373) zeigt die Bohle stehend (offensichtlich :emoji_wink: )

Bild 2 (IMG_1377):
Man sieht deutlich den grossen Riss an dessen Ende auch eine Art "Loch" ist. Dort habe ich mit dem Stechbeitel etwas gekratzt und es war eher morsches/fauliges Holz aber nur an der Oberfläche. Der Riss ist wohl ca. 35-50cm lang (hatte nicht so viel Zeit)
Parallel zum grossen Riss (den man auch auf den anderen Seite sieht) verläuft ein feiner Riss (siehe IMG_1376) der auf der anderen Seite nicht sichtbar ist. Dieser Riss ist deutlich länger (etewa doppelt so lang wie der grosse Riss). IMG_1375 zeigt eine Aufnahme von oben.

Bild 3 (IMG_1376) - Nahaufnahme um die Risse besser zu zeigen:
Man kann sehen, wie Riss gross und Riss fein über einen leichten bogenförmigen Rissen quasi verbunden sind. Meine Vermutung ist, dass man quasi ein sich verjüngendes Stück Holz in genau diese Bogenform herausreissen könnte (mit Gewalt).

Bild 4 (IMG_1375) - Vogelaufnahme der Risse

Bild 5 (IMG_1374) - Nahaufnahme der fauligen Stelle

Was vermutlich klappen würde - und hier erhoffe ich mir euren teueren Rat:
In Bild IMG 1377_2 habe ich sehr grob (sitze im Zug und es wackelt) in schwarz eingezeichnet, wie ich sägen würde um die 21-22cm breiten und 140-150cm langen Bretter zu erhalten.
 

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dascello

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Was sollen wir sagen?
Jo, ist Holz!
In Haydns „Schöpfung“ kommen die Worte „Das Krumme grad‘“, wie gemacht für Schreiner.
Und dass bei Vollholzarbeiten bis zu 60 % Verschnitt zu kalkulieren ist, ist auch kein Geheimnis.
Ich bin gespannt, wieviel du rausholst.
 

ChrisOL

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Simon, das kannst du so auftrennen. Lasse die Stücke aber so lang und breit wie möglich. Abschneiden kannst du nach dem Hobeln immer noch. Zum verleimen ist etwas Überlänge auch sinnvoll.
 

heissim

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Vielen Dank für die Tipps, kann es kaum erwarten anzufangen. Heute kamen die Füsse bei mir an, sehen wie ich finde, schick aus.

Kann mir jemand sagen, warum der junge Mann das hier macht? Er scheint zu wissen was er tut, aber ich sehe den Grund nicht.
 

ChrisOL

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Hallo

der junge MaNn macht ne ganze Menge, was genau meinst du?
Und er beschreibt recht gut was er da macht. Nur am Ende bei der Gratnut und Gratleiste fehlen ein paar Details um zu erkennen wie das genau funktioniert.

Die Gratleiste ist auch nicht unbedingt notwendig.
Zeige doch mal ein Bild von den Füßen?
 

fledi

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Zum Glück gibt es doppelte Geschwindigkeit. Trotzdem weiß ich nicht genau, was du meinst? Die Gratleisten? Die sollen die Platte gerade halten. Kannst du dir sparen, das übernehmen deine Beine mit den Langlöchern. Oder die Nuten zwischen den Brettern? Die halte ich persönlich für ne gute Idee. Bedenke: du kriegst die gesamte Platte nicht mehr durch den Dickenhobel. Wenn du nach dem verleimen Höhenunterschiede in der Platte hast, hilft nur noch der Handhobel oder viel Schleifpapier. Wenn du dir per Nut und Feder (oder z.b. per Lamello) die Höhe vorher vorgibst, entstresst das das verleimen deutlich. Außerdem erhöht es die Leimfläche, was auch nie schadet.
Gruß,
Fledi
 

dascello

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Ich sach nur: Breitbandschleifmaschine. Da passt das ganze Trumm durch.
Und dann die Gestellteile in Langlöchern anschrauben. Mehr ist nicht!!
 

Lico

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Und er beschreibt recht gut was er da macht. Nur am Ende bei der Gratnut und Gratleiste fehlen ein paar Details um zu erkennen wie das genau funktioniert.

Die Gratleiste ist auch nicht unbedingt notwendig.
Zeige doch mal ein Bild von den Füßen?
Und mir ist nicht klar, wie er die da rein bekommen haben will, ohne an einer Seite bis zum Rand zu fräsen, aber ich hab ja auch in den vergangnen vierzig Jahren einen großen Teil des technischen Fortschritts in unserem Handwerk verpasst.

Lico
 
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