2m Dielen längs "besäumen", rechts oder links vom Sägeblatt?

ministry

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Hallo Gemeinde,

ich fange gerade an ein Bett zu bauen, wie so viele hier.

Dafür habe ich Terrassendielen Lärche in 20mm Stärke. Diese sind an den 4 längsseiten gefast. Diese Fase möchte ich nun mit meiner recht neu erworbenen GTS10 XC möglichst knapp abtrennen, um mir Abrichtarbeit mit dem Handhobel zu sparen.

Meine Frage hierzu ist nun, ob ich den Parallelanschlag auf Dielenbreite minus abzusägenden Teil einstell und die Diele zwischen Parallelanschlag und Sägeblatt schiebe (wenn ja, mit oder ohne den niedrigen Hilfsanschlag?), oder ob ich die abzusägende Breite mit Hilfsanschlag einstelle und die Diele links vom Sägeblatt schiebe.

Ihr könnt mir bestimmt verraten, welches das richtige Vorgehen dabei ist.

Vielen Dank
 

benben

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Sind die Dielen denn gerade genug? Das ist doch so eine kleine Baustellensäge?
Eigentlich egal, Probleme bleiben die gleichen. Rechts vom Blatt müsstest du halt in 2 Einstellungen sägen. Dafür hättest du dann wahrscheinlich gleichere Stücken.

Gruss
Ben
 

ministry

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Ja, das ist so eine kleine Baustellensäge:emoji_wink: Die ist aber ein wesentlicher Fortschritt für mich und größeres passt auch nicht in mein Bastelzimmer. Ich habe gut gerade Dielen erwischt und werde diese also so sägen, dass der Abfall links vom Sägeblatt frei läuft.
 

ChristophW

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Tauschsäge mit Führungsschiene wäre da eher meine Wahl diese Fasen sind meist nicht so präzise da ist es gut an der Schiene lang-peilen zu können wie viel wirklich ab muss.
 

raziausdud

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Mit einer so großen Diele auf einer so kleinen Säge wird das problematisch (ich hab auch ein "so kleine"). Das funktioniert am Parallelanschlag PA präzise nur wenn die Diele absolut gerade ist (oder der PA doppelt so lang wie das Werkstück ist ...). Sonst wandert der Schnitt etwas in der Breite, entweder weil die Kante der Diele bucklig ist, dann wackelt es halt oder weil sie leicht hohl ist, dann liegt sie am PA ja teilweise nicht an. Zum groben Vorarbeiten aber wird es gehen, dann würde ich den Parallelanschlag so kurz wie möglich einstellen, eventuell sogar ein kleines Brettchen etwa so lang wie das Sägeblatt neben diesem am PA befestigen, dann wird zumindest immer die eingestellte Breite abgesägt. Die Diele bleibt so krumm oder gerade wie sie vorher war.

So ein schmales Stückchen würde ich am PA mit Breiteneinstellung Dielenbreite minus abzutrennende Fase machen.

Zum Abrichten fällt mir eben beim Schreiben noch ein, das habe ich selbst so noch nicht gemacht: hinter dem Sägeblatt müsste ein modifizierter PA das Werkstück genau in der bereits geschnittenen Breite aufnehmen, in der Art wie der Abnahmetisch einer Hobelmaschine oder wie beim Abrichten am Frästisch der Aufnahme-Anschlag. Das ginge aber wohl nur, nachdem mit einem ersten Schnitt das Abfallstück komplett entfernt wurde, in breiteres Abfallstück. Mit der abzutrennenden schmalen Fase müsste es so - gut justiert - funktionieren. (Müsste ... ich werde dazu heut abend oder morgen mal ein eigenes Thema aufmachen, ob das nicht nur denkbar sondern auch machbar ist und/oder ob das ev. schon mal jemand gemacht hat. Also bitte hier mit "Vorverurteilungen" noch warten :emoji_wink: )

Zum Abrichten eignet sich immer auch ein entsprechend langer Schiebetisch oder ein selbst hergestelltes Schiebebrett für die Tischnut. Oder Du fixierst eine Diele jeweils auf einem anderen Brett mit absolut gerader Kante, diese Kante kannst Du nun auch an dem rel. kurzen PA exakt führen. Stichwort: Besäumbrett, Besäumschlitten.

p.s: inzwischen hast Du von Deinem kleinen Bastelzimmer geschrieben. Du weißt aber, dass Du den Platz in Länge der Dielen vor UND hinter der Säge benötigst, genau sogar etwas mehr? Auch das kenne ich. Zur Not muss ich die Tischkreissäge schon mal diagonal in den Raum drehen. Weniger Platz benötigt - und wurde schon genannt - Handkreissäge mit Schiene, bei mir wird etwas langes gern auch draußen bearbeitet.

Rainer
 
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Keilzink

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Das Problem hatte ich vor Jahren auch. Wenn du mit so einer Säge ein 2 Meter Brett besäumen willst, sind Probleme gesichert. Den ersten Schnitt müsstest du freihand ohne Anschlag sägen. Der Hebel ist dabei so lang, dass du, wenn du hinten nur ein kleines bisschen wackelst, vorne das Sägeblatt samt Maschine verwindest. Nach einem ersten, vorsichtigen Versuch hab ich das dann gelassen und folgende Methode entwickelt:
Erster Schnitt: Anzeichnen (Richtlatte oder (besser) Schlagschnur). Dann den ersten Schnitt mit der HKS, die meisten Schienen sind ja dann zu kurz, also mache ich es Freihand, aber schon etwas schauen, dass man gut auf dem Riss bleibt.
Zweiter Schnitt: Ausmessen, wie breit das Brett werden kann, dann den Parallel-Anschlag an der Maschine einstellen. Brett am Anschlag durchschieben (da kann nicht mehr viel passieren mit verwinschen etc) Unbedingt vorher dafür sorgen, dass sich einmal die Maschine nicht verschieben kann, wenn du durchschiebst, zweitens eine gute Abnahme hinter der Maschine steht, die von der Höhe her ganz knapp unter dem Maschinentisch liegt. Jetzt hast du an dem Brett die handgesägte Kante und eine ziemlich gerade Kante, die du auf der TKS gesägt hast. Dann stellt man den Anschlag 5 mm enger und schneidet die Freihand-gesägte Seite nach. Der Rest mit dem Abrichthobel.
Du verlierst nur minimal an Holz und kannst einigermaßen sicher und Maschinenschonend arbeiten.

Viel Erfolg:
Andreas
 

marcus_n

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Ich denke auch, dass hier Tauchsäge mit Führungsschiene das Mittel der Wahl ist, wobei eine breite und sichere Auflagefläche noch vonnöten wäre, je nachdem wie breit das Brett / Bohle / Diele ist. Den hier läuft die Säge an der Führungsschiene entlang und übt nur eine Kraft von oben aus. Bei einer Tischkreissäge hast du mehrere Kräfte gleichzeitig (Von oben, nach vorn, seitlich...)
 

Rookie77

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Hast Du ein Featherboard? Das in die linke Nut einsetzen und passend zur Diele einstellen (also so, dass Du die Diele mit leichtem Druck zwischen Board und Anschlag durchschieben kannst). Zwei Meter sind jetzt nicht unmöglich zu sägen, auch nicht mit der GTS10XC.
 

JannikOS

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Interessante Methoden werden hier genannt...
Wenn ich mich in die Situation hinein versetzen muss würde ich vermutlich den ersten Schnitt mit hks oder tks und Schiene (man kann vorher per Schlagschnur anreißen und die Schiene ja weiter schieben) machen und den zweiten mittels Parallelanschlag auch von der hks oder tks. Alles andere klingt irgendwie nicht sehr erfolgsversprechend ehrlich gesagt.

Hängt aber auch bisschen von dem zur Verfügung stehenden Material ab. Doppelt geführt müsste der Parallelanschlag schon sein.

Wenn man sonst einen wackler drin hat hobelt man sich ja tot....

Edit: mir fällt gerade noch ein, dass du vermutlich eh einen dritten Schnitt brauchst, um den Kern zu trennen.

Insgesamt erscheint mir dieses Vorhaben zumindest schwierig, wenn man Materialauswahl und zur Verfügung stehende Maschinen betrachtet...

Letztlich musst du am Ende vermutlich mit ca 4 cm breiten Lamellen hantieren, damit sich das ganze nicht komplett verzieht
 

Keilzink

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Solche Anschläge eignen sich nicht für das von mir Beschriebene Vorgehen. Und an solchen Anschlägen sollte man dann bitte meine "Methode" auf gar keinen Fall anwenden. Da kann es zu völlig unkontrollierbaren Klemmern kommen, die hundsgefährlich werden können.
Was sind denn das für Sägen? Sogar bei der billigen PTS 10 war der PA vorne & hinten geklemmt.
 

JannikOS

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Solche Anschläge eignen sich nicht für das von mir Beschriebene Vorgehen. Und an solchen Anschlägen sollte man dann bitte meine "Methode" auf gar keinen Fall anwenden. Da kann es zu völlig unkontrollierbaren Klemmern kommen, die hundsgefährlich werden können.
Was sind denn das für Sägen? Sogar bei der billigen PTS 10 war der PA vorne & hinten geklemmt.
Wir sprechen von verschiedenen Sachen. Du sprichst von Tischkreissägen, ich von Handkreissägen.

In meiner Version: tks= tauchkreissäge, hks= Handkreissäge

Bei Tischkreissägen ist der Parallelanschlag oft nur vorne gehalten.
 

marcus_n

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Ich bleib dabei. Erster Schnitt mit Handkreissäge und Führungsschiene zum kalibrieren, der Rest meinetwegen mit Tischkreissäge. Dann verlaufen die Schnitte in der Regel nicht.
 

Keilzink

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... wenn der PA hinten ausweicht, dann sägst du nicht mehr parallel, sondern ein "V", denn du drückst beim Sägen das Brett ja an den Anschlag. Dann wird beim weitersägen der Anschlag immer weiter weg gedrückt, aber irgendwann ist Schluss,. Und dann kann es klemmen. Muß nicht, aber es kann.
 

JannikOS

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... wenn der PA hinten ausweicht, dann sägst du nicht mehr parallel, sondern ein "V", denn du drückst beim Sägen das Brett ja an den Anschlag. Dann wird beim weitersägen der Anschlag immer weiter weg gedrückt, aber irgendwann ist Schluss,. Und dann kann es klemmen. Muß nicht, aber es kann.
Wieso? Dann entsteht doch immer mehr Platz oder stehe ich aufm Schlauch?!
 

ministry

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Hallo Gemeinde,

ich habe gar nicht damit gerechnet, dass dieses Thema solch Wellen schlägt.

Ich war vorhin hinten sägen, und es war weniger aufregend als gedacht. Habe es wie in diesem Zitat gemacht.
den Parallelanschlag auf Dielenbreite minus abzusägenden Teil einstell und die Diele zwischen Parallelanschlag und Sägeblatt schiebe
Bitte Bilder anklicken für größere Versionen

GTS+Dielen.jpg

Das Resultat sind überraschend saubere Kanten, die mit sehr wenig Druck zugehen und ordentlich aussehen. in der Mitte der Dielen sind die Kanten leicht ballig. Dementsprechend werde ich da noch mit dem Hobel ein wenig nacharbeiten. Der Abnahmetisch (eine rollende Werkbank) ist in der Höhe ca 2mm niedriger als der Sägetisch. Habe das Sägenuntergestell entsprechend gebaut.
Der Parallelanschlag klemmt tatsächlich vorn und hinten, wackelt nicht und öffnet ganz leicht nach hinten.
Kern hab ich in meinen ausgewählten Dielen auch keine drinne, das war also auch keine Herausforderung.

Für die nächsten Längsschnitte werde ich den Hilfsanschlag montieren und zurückziehen, mal sehen, ob ich einen Unterschied bemerke.
Anbei noch eine Detailaufnahme von den beiden Dielen mit den langen, aber dünnen Zwingen und von den Stirnseiten der gesägten Dielen.

Vielen Dank für eure Antworten

GTS+Dielen+Stirnseiten.jpg
GTS+Dielen+Verleimung.jpg

Edith meint noch, so ein Federbrett klingt interessant, da muss ich mich mal umgucken
 

JannikOS

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Hinten ja, aber vorne zwingst du das Sägeblatt dazu, eine Kurve zu sägen. Und das kann es nicht so gut.
Nee, keine Kurve und wenn dann minimal. Ist auch eigentlich irrelevant.
Das schlimmste was passieren kann ist, dass man quasi die Leiste schräge zuführt, das kann man aber auch mit Schiebeanschlag im Winkel tun und da passiert auch nichts.
Aber wie gesagt, lass uns nicht abschweifen
 
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