marcelluswallace

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Hallo,

ich würde mich gerne über das Trocknen von grünem Hartholz (vorzugsweise Eiche) im Vakuum informieren.
Mir geht es dabei nicht um die Trocknung von Bohlen, Balken, Brettern oder ähnlichem sondern um die Trocknung von grünen, fasergesättigten Baumscheiben;Cookies oder Baumabschnitten mit Durchmessern von über 40cm und Stärken von mindestens 15cm um deren Verhalten auf die rasche Trocknung abschätzen zu können.
Insbesondere interessieren mich hier die Trocknungstemperatur, die Dauer der Trocknung auf ~10% Holzfeuchte und Veränderungen am Holz wie z.B Rissbildung (mehrere kleine Risse vs einen großen Riss zum Kern), Verdrehungen oder andere Veränderungen der Form des Holzstücks.

Vielleicht gibt es hier den einen oder anderen der solche Experimente selbst schon durchgeführt hat? Langfristig würde ich mir gerne selbst eine Vakuumkammer bauen, aber da fehlt mir noch einiges an Wissen und die benötigte Größe übersteigt die, der kleinen Vakuumkammern zur Stabilisierung von Messer- oder Pistolengriffen, die aus Schnellkochtöpfen gebaut werden und vereinzelt auf Youtube vorgestellt werden.

Falls ihr euch fragt warum das Ganze, würde ich euch mal die Arbeit von kierankinsella (auf instagram) zeigen wollen. Seine fertigen Stücke sehen auf den Bildern schon sehr formperfekt aus. Er hält sich aber eher bedeckt über die Trocknungstechnik. Aus einem Kommentar konnte ich aber seinen ungefähren Arbeitsprozess nachvollziehen:

Grüner Baumabschnitt mit Kettensäge besäumen und grob in Zylinderform bringen -> auf der Drechselbank in benötigte Grundform bringen (meistens Zylinder) -> Schnitzen und ggf. größere Risse mit Butterflyinlays stabilisieren -> schleifen -> Vakuumtrocknen -> nacharbeiten und ölen.
 

carsten

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Hallo

kenne nur die Hüte von Johannes Michelsen oder die Lampenschirme von Andre Martel
Werden auch aus Grünholz gedrechselt danach in die feuchten Späne einpacken und für mehrere Wochen vergessen.
Die feuchten Späne wirken wie eine Schutzschicht gegen zu rasches Austrocknen. Deshalb auch nicht zwischendurch mal gucken.
 

agnoeo

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Ich habe da auch keine praktische Erfahrung, es gibt aber Stabilisierungsmethoden bei denen das Wasser durch Kunstharze ausgetauscht wird, was die Rissbildung reduziert. Einfach so runtertrocknen von Baumscheiben wird in den allermeisten Fällen zu starker Rissbildung führen.

Das mit den Spänen kann auch mal nach hinten losgehen, wenn schon Pilze oder Bakterien vorliegen.

Gruß, David
 

marcelluswallace

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Hallo

kenne nur die Hüte von Johannes Michelsen oder die Lampenschirme von Andre Martel
Werden auch aus Grünholz gedrechselt danach in die feuchten Späne einpacken und für mehrere Wochen vergessen.
Die feuchten Späne wirken wie eine Schutzschicht gegen zu rasches Austrocknen. Deshalb auch nicht zwischendurch mal gucken.

Ja, das ist natürlich möglich bei dünnwandigen Objekten, die brauchen ja nur wenige Tage bis Wochen um die gewünschte Holzfeuchte auf natürlichem Wege zu erreichen

Ich rede eher von sowas hier:
Screenshot_20260910_221430_Instagram.jpg
Quelle: Kierankinsella Instagram
Ziemlich massives Stück Walnuss, der Faserverlauf ist nicht schlecht aber der Kern nicht wirklich zentriert. Trotzdem wenig Rissbildung und keine Verformungen. Ohne technische Trocknung würde man solch einen Klotz ja überhaupt nicht in absehbarer Zeit auf eine stabile Ausgleichsfeuchte bekommen
 

justplanesteve

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Bist du sicher, dass er nicht das Ethanol-Einlegeverfahren anwendet? Ich kenne Kieren nicht und habe selbst noch keine Holzstücke auf diese Weise getrocknet. Es ist jedoch eine bei Drechslern hierzulande beliebte Methode. Meist entfernen sie alles „schlechte“ Holz und arbeiten das Werkstück bis auf ein Aufmaß nahe der Endform heraus; anschließend legen sie es für längere Zeit in Alkohol ein, um das Wasser zu verdrängen. Danach erfolgt die Trocknung in Papiertüten.

Falls sich deine Frage auf den Bau eines Ofens bezieht: Ich habe vor einigen Jahren einen Ofen für meine Werkstatt gebaut, der vielseitig einsetzbar ist. Er hält eine programmierte Temperatur stabil – von Umgebungstemperatur bis hinauf zu etwa 260 °C. Die Kammergröße beträgt ca. 90 cm x 90 cm x 200 cm. Er dient zum Trocknen und Sterilisieren von Holz, zum Trocknen von Obst und Gemüse sowie zum Erweichen von Kunststoffen für das Blas- oder Vakuumformen von Bauteilen. Gelegentlich nutze ich ihn auch zum Trocknen von Lack auf Metallteilen. Zur Holztrocknung mittels Vakuumzylinder habe ich ihn allerdings noch nicht eingesetzt.

smt
 

marcelluswallace

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Trocknet man da nicht den ganzen Stamm und schneidet nachher die besten Stücke raus?

Grünholz lässt sich besser mit Handwerkzeugen bearbeiten und als Einzelkämpfer ohne Sägewerk, schweren Maschinen und einer industriellen Trockenkammer ist es utopisch ganze Stämme trocknen zu können.


Bist du sicher, dass er nicht das Ethanol-Einlegeverfahren anwendet? Ich kenne Kieren nicht und habe selbst noch keine Holzstücke auf diese Weise getrocknet. Es ist jedoch eine bei Drechslern hierzulande beliebte Methode. Meist entfernen sie alles „schlechte“ Holz und arbeiten das Werkstück bis auf ein Aufmaß nahe der Endform heraus; anschließend legen sie es für längere Zeit in Alkohol ein, um das Wasser zu verdrängen. Danach erfolgt die Trocknung in Papiertüten.

Falls sich deine Frage auf den Bau eines Ofens bezieht: Ich habe vor einigen Jahren einen Ofen für meine Werkstatt gebaut, der vielseitig einsetzbar ist. Er hält eine programmierte Temperatur stabil – von Umgebungstemperatur bis hinauf zu etwa 260 °C. Die Kammergröße beträgt ca. 90 cm x 90 cm x 200 cm. Er dient zum Trocknen und Sterilisieren von Holz, zum Trocknen von Obst und Gemüse sowie zum Erweichen von Kunststoffen für das Blas- oder Vakuumformen von Bauteilen. Gelegentlich nutze ich ihn auch zum Trocknen von Lack auf Metallteilen. Zur Holztrocknung mittels Vakuumzylinder habe ich ihn allerdings noch nicht eingesetzt.

smt

Also er selbst hat erwähnt, dass er das Holz vakuumtrocknet aber wie genau weiß ich leider nicht. Vom Ethanol-Einlegeverfahren habe ich bisher noch nichts gehört, klingt aber interessant. Ich werde mich diesbezüglich mal informieren. Bezüglich deines Ofens: im (Fast-)Vakuum (0,001 bar Luftdruck) beträgt die Siedetemperatur von Wasser nur 6°C - das ist unerreichbar. Bei 0,1 bar Luftdruck siedet Wasser bei ungefähr 45° - das ist mit "einfachen" Mitteln erreichbar. In den Vakuumkammern, die ich so auf Youtube gesehen habe, wird die benötigte Temperatur mit Heizmatten erreicht. Es wäre interessant zu wissen ob das Vakuumtrocknen auch kostentechnisch günstiger ist als herkömmliche Trockenkammern und ob es wissenschaftliche Studien gibt die den Einfluss der Trocknungstemperatur auf die Endqualität des Holzes untersuchen.
 

magmog

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Guuden,

um das Reißen von Holz, vor allem wenn mit Kern, sollte das Wasser durch ein nicht flüchtiges Mittel ersetzt werden. Hier im Forum gibt es Beiträge dazu.
Bei Verzicht auf den Kern ist die Rißgefahr geringer, dass ist wie beim „Dünndrehen“ von Grünholz gut möglich.

Eine andere Möglichkeit ist bei Brettchen das schräge schneiden des Stamms, wie für Geweihbrettchen üblich.
 

justplanesteve

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Also er selbst hat erwähnt, dass er das Holz vakuumtrocknet aber wie genau weiß ich leider nicht. Vom Ethanol-Einlegeverfahren habe ich bisher noch nichts gehört, klingt aber interessant. Ich werde mich diesbezüglich mal informieren. Bezüglich deines Ofens: im (Fast-)Vakuum (0,001 bar Luftdruck) beträgt die Siedetemperatur von Wasser nur 6°C - das ist unerreichbar. Bei 0,1 bar Luftdruck siedet Wasser bei ungefähr 45° - das ist mit "einfachen" Mitteln erreichbar. In den Vakuumkammern, die ich so auf Youtube gesehen habe, wird die benötigte Temperatur mit Heizmatten erreicht. Es wäre interessant zu wissen ob das Vakuumtrocknen auch kostentechnisch günstiger ist als herkömmliche Trockenkammern und ob es wissenschaftliche Studien gibt die den Einfluss der Trocknungstemperatur auf die Endqualität des Holzes untersuchen.

Ich besitze einen Ofen mit einem Fassungsvermögen von etwa 1,65 m³; bei sorgfältiger Schichtung lässt sich darin also fast ein Kubikmeter Holz trocknen. Er wurde bereits zum Trocknen und Desinfizieren von Stechpalmenholz eingesetzt.

Außerdem stehen hier drei Vakuumpumpen zur Verfügung, die für verschiedene Aufgaben genutzt werden – unter anderem zum Verpressen gebogener Schichtholzbauteile mittels Vakuumsack.

Allerdings habe ich diese beiden Maschinensysteme noch nicht für ein Vorhaben wie das deine kombiniert.
Hast du Lust, vorbeizukommen und zu experimentieren? :emoji_slight_smile:

Falls du planst, selbst etwas zu bauen: Die Steuerungskomponenten für meinen Ofen stammen von Auber. Selbst wenn du nur eine einfache Fassheizung für das Innere deines Vakuumrohrs verwendest, brauchst du eine Steuerung, sonst brennt sie durch. Frag mich bloß nicht, woher ich das weiß.

https://www.auberins.com/index.php?main_page=index&cPath=1

Ein Bekannter von mir vakuumtrocknet
Holz (keine ganzen Baumstämme) erfolgreich in einfachen, dickwandigen PVC-Rohren – unter Verwendung einer Fassheizung und Endkappen aus Holz oder dickem Kunststoff. Ich persönlich traue dem Kunststoff allerdings nicht ganz, auch wenn die Temperaturen recht niedrig sind.

https://www.ebay.com/itm/1468298160...sHz9or9T48-JcTYtfUIYjk-5yNIw2U1oA6p-Dd81V18O8

Die Links dienen nur als Beispiele. Ich habe keinerlei geschäftliche Verbindungen und auch nicht alle dieser spezifischen Produkte selbst verwendet. Es gibt wahrscheinlich günstigere und bessere Alternativen, sobald man eine Vorstellung davon hat, worauf man achten muss.

lid heating elements.JPG DSC_0190.JPG front view oven.JPG DSC_0275.JPG
 
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