Robinie entsplinten - Erfahrungen und ggf. Angebote?!

JayCe

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Ich habe mein Baumhaus aus Eiche gebaut und ebenfalls den Splint entfernt. Genutzt habe ich dazu einen günstigen Nachbau vom Eder Entrinder + Stihl 310. Geht gut, wenn auch anstrengend und manchmal schmerzhaft.

Bilder sind glaube ich auch hier im Forum.
 

TKS

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Die Projekte stehen teilweise seit über 20 Jahren im Freien - auch mit Stämmen die ohne weitere Behandlung im Erdreich sind.
Möglicherweise gibt es größere Unterschiede was das Splintholz betrifft - je nachdem woher die Stämme kommen. Möglich, dass Robinien aus Ungarn und anderen wärmeren Gegenden schneller wachsen und auch mehr Splintholz haben.
Die Robinien die ich verarbeitet habe sind aus einem Wäldchen hier in der Gegend (Nordost BW) und haben so ab ca 15 cm Stammdurchmesser nur ganz wenige mm Splintholz.
Bröseliges Splintholz konnte ich nach ein paar Jahren bisher nur bei frei gewachsenen Stämmchen bis ca. 10 cm Durchmesser beobachten. Mit größerem Durchmesser immer weniger. Einen Holzwurm hatte ich bei Robinien Rundholz noch nie. Auch nicht bei den Stämmen die ich mit Rinde über Jahre im Freien gelagert habe.
Optisch hat sich das Holz natürlich verändert, das liegt aber in erster Linie daran, dass ich bei Robinienholz keine Holzschutzmittel verwende - abgesehen von gelegentlich etwas Leinöl.
Mit der Zeit vergraut das Holz und bekommt im Laufe der Jahre eine schöne Struktur - ähnlich wie Treibholz.
Für die Holzverbindungen von tragenden Teilen habe ich in der Regel die Rundung etwas ausgeschnitten (ähnlich wie bei Blockhäusern nur viel weniger) und mit einer durchgehenden Schraube M12-M20 verbunden. Wenn einem der Rost nicht stört (passt besser zum vergrauten Treibholz Effekt) reichen schwarze Schrauben, verzinkt oder Edelstahl muß nicht sein.
Bei einer Verbretterung habe ich Nägel verwendet (vorbohren). Nägel sind meiner Meinung nach besser im Außenbereich geeignet als Schrauben.
 

MarcBerlin

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Puh - da gibt's erst mal eine Menge zu zitieren…
Der Splint gammelt bei Robinie auch ruckzuck weg. Gerade bei Verbindungen der einzelnen Hölzer, würde dann ja alles wackelig werden bei dem. Spielturm
"ruckzuck" ist zwar etwas übertrieben, aber deswegen fertigt man solche Verbindungen so, dass man mit Vollgewinde von Kern zu Kern schraubt, sodass ein Verlust am Splint die Statik möglichst nicht oder wenig beeinträchtigt
Ohne Fachmann zu sein würde ich sagen, dass 90 Prozent aller Spielplätze aus Naturstämmen aus Robine sind. Da ist nirgends der Splint mehr dran.
Stimmt nicht ganz. Das kommt sehr auf die Ausschreibung an. Robinienstämme werden in entrindet, entrindet und geschliffen sowie entsplintet gehandelt in preislich aufsteigender Reihenfolge. Das am meisten verwendete ist entrindet und geschliffen, wo noch eine Menge Splint dran ist. Entsplintet leisten sich nur die wenigsten. Hier in Berlin wird im Spielplatzbau jedenfalls immer noch relativ viel lediglich geschliffen verbaut - ist im reichen Süden evtl anders. Allerdings setzt sich entsplintet auch hier zunehmend durch.
Schleifen mit Fächerscheiben. Wie bei der arbortech Scheibe nur feiner… aber ich denke das ist noch am effizientesten.
Fächerscheiben ganz sicher nicht. Die "Profis", also die armen Schweine, die in den Herkunftsländern diese Arbeiten durchführen (müssen) machen das schlicht mit großen Winkelschleifern mit Schleiftellern und groben Schleifscheiben. Man sieht es ganz gut an den Spuren - schätze Körnung 24-40
Sind die Stämme gerade oder krumm (vermutlich)?
Der war gut! :emoji_laughing:
Aber ich telefoniere morgen mal rum.
Kannst Du Dir sparen
Das ging echt super gut. Ist zwar bissl Sport für die nächsten 5rm, macht aber Spaß.
Das geht super und macht tatsächlich Spaß, zumal man richtig Fertigkeit entwickelt und immer schneller wird
Das Zeug ist ja giftig und es riecht auch stechend.
Wie kommst Du auf giftig? Und vor allem giftig bei was? Essen wirst Du es ja kaum. Und solange Du keinen Feinstaub erzeugst, den Du inhalierst, besteht keine Gefahr. Im übrigen riecht die beim Schälen und trennen eigentlich ganz gut und keinesfalls stechend.
Zugeisen das Splintholz zu entfernen und mich bis zum Kernholz vorzuarbeiten. Das mag mal für einen kleinen Ast gehen, aber für 5rm muss da was anderes her.
Also 5rm stehen an. Das entspricht knapp dem, was ich im letzten Jahr verarbeitet habe. Und zwar genau mit einem Zugeisen. Aber meist nicht bis zum Kern.
Stammholz sieht meiner Meinung nach für dein Vorhaben viel besser aus als begradigtes und zugesägtes Holz vom Sägewerk.
Rundgefräste Robinie ist sehr selten, da sehr teuer. Schon Rundpalisaden in Eiche kosten ein kleines Vermögen. Daher wird Robinie im GaLaBau hauptsächlich naturrund verarbeitet. Zumal heimische, die in der Regel kaum sägefähig ist. Säge- und Hobelware kommt durchweg aus Osteuropa. Bei allem was länger ist (Terrassendielen, Glattkantbretter) hat sich inzwischen zum Glück keilgezinkt durchgesetzt. Selbst die plantagenmäßig angebaute Osteuropa-Robinie liefert kaum lange, gerade Schäfte
Das Splintholz habe ich bei Robinien noch nie entfernt und halte es bei Rundholz auch weder für erforderlich noch mit halbwegs vetretbarem Aufwand für realistisch.
Das ist wirklich eine ewige Diskussion, zu der es auch schon allerlei Untersuchungen aber noch viel mehr unmaßgebliche Meinungen gibt.
Fakt ist:
  • Der Splint hat nicht die Dauerhaftigkeit des Kernholzes. Kern: 1-2, Splint: 4-5
  • Daher gibt es auch bei naturrunden Stämmen das Sortiment "entsplintet"
  • Dennoch wird noch viel mit Splint verarbeitet. Das ist vertretbar, wenn man sich überlegt, was passiert, wenn der Splint gammelt und dies ggfs konstruktiv berücksichtigt. Z.B. Verbindungen mit VG-Schrauben (A4 selbstverständlich) die von Kern zu Kern reichen
  • Am problematischsten ist dies in der Erde - wenn nur gerammt wird, sollte der Teil in der Erde definitiv entsplintet sein.
  • Bei Spielgeräten sollten die Füße betoniert werden. Diese sollte man mit Schrauben zusätzlich im Beton verankern. Beispiel beim Turm von @trailtrotter91: Pro Pfosten von ca. 15cm, 3 bis 5 Stück 8,0x155 mm Schrauben (Eurotec KonstruX - Edelstahl A4 ) über der Umfang und die Höhe etwas verteilt zur Hälfte einschrauben. Der Rest ragt dann in den Beton und ein eventuell gammelnder Splint lockert den Pfosten nicht. Aber entsplintet ist auch hier besser.
Der Splint - viel ist das ja bei Robinie in der Regel auch nicht - ist deutlich weniger dauerhaft als das Kernholz, und alle gehandelten Robinienrundhölzer, die tausendfach auf Spielplätzen und in Gärten hier verbaut sind, sind natürlich quasi splintfrei.
Eben nicht - s.o. "Sollten splintfrei sein" trifft es eher. Aber der Anteil von von entsplintetem hat zumindest in den letzen Jahren zugenommen
Dort würde ich dann das Vorherrschen von Ziehmessern als bevorzugte Methode nicht ausschließen.
Nope. Es ist die Flex. Wird im Freien gemacht und in der Regel auch ohne relevanten Atem- oder sonstigen Arbeitsschutz. Wir wollen das Zeug ja so billig wie möglich kaufen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Man sollte nicht zu viel von kleinen Stämmchen erwarten, ob entsplintet oder nicht. Denn die Robinie entwickelt ihre Resistenz erst so ab ca. 15 Jahren. Das juvenile Kernholz aus der Zeit starken Wachstums (wer Robinien kennt, weiß, wie die in den ersten Jahren Gas geben können) ist deutlich weniger beständig als das spätere, sodass Stämmchen von unter 10cm ohnehin nicht so eine hohe Dauerhaftigkeit haben. Ob es bei solchen noch sinnvoll ist, den Splint mühsam zu entfernen, sei dahingestellt. Hier der Artikel zum Thema

Ein Beispiel aus der Praxis: der Rohling, das Werkzeug (Beil und Säge sind an den Ästen unentbehrlich), eine halbe Stunde später und nach einer Stunde. Am Ende das fertige "Bauwerk". Das "Einspannen" (hier leider nicht sichtbar) ist besonders kritisch: Man braucht eine immense Haltekraft, muss aber trotzdem ständig umspannen. Das einzig wahre ist ein sehr fester Pfosten (Carport o.ä.) und eine kräftige Einhandzwinge Ein Ende an den Pfosten gezwungen, das andere einfach auf einen Bock und dann am besten drauf setzen. So hält das Teil die Kräfte aus, ist aber auch schnell gedreht. Wie so oft beim Holzwerken: ein schlecht eingespanntes Werkstück macht alles zunichte.

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fahe

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Die Robinien die ich verarbeitet habe sind aus einem Wäldchen hier in der Gegend (Nordost BW) und haben so ab ca 15 cm Stammdurchmesser nur ganz wenige mm Splintholz.
Ich hab' ja geschrieben, dass der Splintanteil bei Robinie in der Regel sehr klein ist.

Ich denke, Du hast den bei Entrinden einfach zum größten Teil mit abgeschält. Das geht imho auch mit dem Ziehmesser relativ problemlos, solange man nicht Hunderte Meter Stangenware bearbeiten muss - und macht deutlich weniger Dreck als beim Maschineneinsatz.

Noch einfacher ist nur Stämmchen kaufen. :emoji_wink: Die sind aber mittlerweile auch teuer geworden.
 

WoodyAlan

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@MarcBerlin warum „war der gut“?! Ich kenne robinienstämme in gerade nur in sehr kurzen Dimensionen, idR krumm, aber es gibt ja auch längere gerade Stücke. Sehr selten und wenn dann sehr teuer. Deshalb fragte ich. Im Dorf steht eine stattliche Robinie mit 3m Schnur geradem Stamm und ca 40cm BHD. Bezahlen wöllte ich die aber nicht wollen.
 

MarcBerlin

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genau: "In der Regel". Gerade ist dann die Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Und was der TE beschreibt, sind ja genau jene handelsüblichen Naturstämme von 10-20cm Durchmesser, die wirklich stets mehr oder weniger krumm sind. Stärkere, sägefähige (also gerade) Stämme wäre für seinen Zweck auch gar nicht geeignet. @trailtrotter91, Du schreibst bis 30cm stark - wie möchtest du die ganz starken einsetzen?

Es ist etwas schade, dass die Robinie bei uns (zumindest in Brandenburg) immer noch als Pionierbaum und quasi als Unkraut angesehen wird. So sehr der Holzhandel auch danach fragt; wir haben eigentlich ohne Not den Markt für sägefähige Robinie (und Hobelprodukte aus dieser) komplett den Ungarn, Rumänen, Tschechen und Slowaken überlassen. Dort weiß man auch, wie man gerade Robinien zieht. Dazu bedarf es gewisser forstlicher Maßnahmen, die bei uns einfach (fast?) nicht stattfinden. Daher bekommt man bei uns im Forst eben nur eher schwaches und krummes Zeug. Dafür auch für sehr kleines Geld.

Hab letztens erstmals Robinie Stammware zu Banklatten verarbeitet. (KD, ungedämpft). War mit € 1.500/cm zwar relativ günstig, aber von einer Qualität, dass es dem Holzhändler schon fast peinlich war ("Brennholz kriegste eigentlich günstiger"). Hatte eine Ausbeute von unter 50%. Zum Glück hatte ich damit gerechnet und der Kunde wusste, dass er von mir die teuersten Banklatten nördlich (und wahrscheinlich auch südlich) des Äquators erhält. So sehr ich das Holz mag: Wenn man es als Tischler hierzulande "from scratch" verarbeiten möchte, wird es absurd teuer. Die (meist keilgezinkten) Hobelprodukte aus Osteuropa sind dagegen von guter Qualität und absolut bezahlbar
 

MarcBerlin

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Das geht imho auch mit dem Ziehmesser relativ problemlos
Nur, wenn die Stämme schon etwas im Wald gelegen haben. Ich hab letztens Robinie aus dem Fortst gezogen, von der ein Teil schon ein oder 2 Saisons alt war. Es war bemerkenswert, wie bröselig der Splint schon war. Entsprechend entspannt ließ sich mit dem Ziehmesser bis auf den Kern schälen. Frischer Splint ist dagegen schon sehr zäh - den mit dem Messer runter zu holen ist extrem sportlich. Ich würde sagen an einem 15x400er Stamm sitzt Du definitiv 1,5-2 Stunden je nach Fitness. Und dann machst Du keine 4 weiteren an dem Tag.
 

trailtrotter91

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Hallo zusammen,
Danke erstmal an die rege Beteiligung.

Ich habe heute einem Rollenbock (falls jemand ein Bild mag, kann Bescheid sagen) aus 140er Balken mit 125er Rollen gebaut und die ersten 7 Robinenstämmchen mit Rindenschäler (der kleine von Ochsenkopf) und dem Zugmesser entRINDET - macht wirklich Spaß - merkt man dann abends auch.
Es stehen noch 4,5rm an.

@MarcBerlin aus den großen 30 bis 40cm starken Balken wollte mit meinem kleinen Kettensägewerk Bretter für Beplankung etc herstellen.

Meine Überlegung war jetzt erstmal alles Stämme und Äste der gefällten Robinen zu entrinden, da dies im frisch geschlagenen Zustand echt gut geht.
Die können dann erstmal liegen. Vllt streiche ich das Hirnholz mit anchorseal ein...

Ob ich die Stämme dann nur an den verschrauben und einbetonierten Flächen bis auf den Splint schäle oder doch einen Aufsatz für die Säge hole und alles entsplinte , entscheide ich dann im weiteren Verlauf.

Ist ja ein privates Projekt für Sohn und auch weitere Gartenprojekte. Aber der Aufwand ist schon durchaus vorhanden :emoji_wink:
Aber so kann man von der Fällung bis zum gemeinsamen Bespielen alles mitmachen.

Beste Grüße!
 

weissbuche

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Je älter (dicker) Robinie werden, desto mehr macht sich die Spannrückigkeit bemerkbar und erschwert das bearbeiten. Also die Stämme nicht zu dick wählen.
Ob man mit forstlichen Maßnahmen die Qualität der bei uns wachsenden Robinie steigern kann, bezweifle ich. Über Jahrzehnte würde Saatgut über einige wenige Firmen aus einer Region in den USA bezogen. Leider wachsen dort mit die schlechtesten Robinien in den Staaten. In Österreich-Ungarn hat man Saatgut aus einer US-Gegend bezogen, wo bessere Robinien wachsen, darum ist die Qualität aus den Ländern die mal zur K&K- Monarchie gehört haben, oft besser.
Bei uns wachsen viele Robinien, die meisten allerdings gehören eher zur schlechteren Abstammung. Ich habe aber auch schon eine Menge Stämme von 3-4 Meter gefunden, die das Aufschneiden gelohnt haben.
Ich habe schon einige Jahre ca. 4 rm Robinie als Feuerholz liegen. Durchmesser bis 20cm, da bräuchte man garnicht mehr machen. Die Borke ist ab und das bißchen Splint würde ich dranlassen.
 

MarcBerlin

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Zugmesser entRINDET - macht wirklich Spaß
Wisst Ihr übrigens, wie die Profis entrinden? Das macht dann definitiv keinen Spaß mehr: Per Hochdruckreiniger (Flachstrahl)! "Hydrogeschält" heißt das dann euphemistisch. Geht wohl sehr schnell und zeigt, wie gut man zwischen Borke und Holz kommt. Muss aber die Mega-Sauerei sein. Aber wie schon erwähnt: Die Sorge um Arbeitsbedingungen ist ja bekanntermaßen umgekehrt proportional zur Distanz sowie zur Ersparnis.
Ob man mit forstlichen Maßnahmen die Qualität der bei uns wachsenden Robinie steigern kann, bezweifle ich
Doch das geht in gewissem Maße wohl schon: Ich meine, dass in den erwähnten Ländern die jungen Triebe nach ein paar Jahren komplett auf den Stock gesetzt werden. Aus dem dann schon gut entwickelten Wurzelstock lässt man dann einen einzigen Trieb austreiben, der dann gerade und gleichmäßig wächst. Unsere (=Brandenburg) Robinienschäfte sind ja meist so krumm, weil sie anfangs eher in Büschen mit viel Konkurrenz wachsen. Was sich durchsetzt ist dann schon aufgrund ungünstiger juveniler Wuchsbedingungen total krumm. Es gibt auch keine Z-Baum-Konzepte (ist ja Unkraut)
Aber die Infos zur Abstammung sind sehr interessant! Davon hatte ich noch nicht gehört. Hast Du eine Quelle, die mir mehr zum Thema verrät?
 

weissbuche

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Gibt da einen Artikel in einer Forstzeitschrift, glaube aber nicht, daß ich den noch habe. Ein ehemaliger Lehrling hat sich einen Resthof gekauft und da eine Oedfläche aufgeforstet. Da sollten auch Robinie gepflanzt werden und im Vorfeld hat er viel gelesen und sich informiert. Da ich auch schon seit langer Zeit Robinie verarbeitet, hat er mir damals die Infos zukommen lassen. Das ist jetzt sicher 10 Jahre her und aus den daumendicken Stecklinge sind schon ganz stattliche Bäume geworden. Die sind jetzt gerade das erste Mal geästet worden. Mal sehen was draus wird. Beobachten auch unsere Förster mit Interesse.
 

MarcBerlin

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Lol - ja so kenne ich sie, die Robinie!
Aber ich will keinen falschen Eindruck erwecken: Ich bin ganz großer Fan dieses Baums!
Da sollten auch Robinie gepflanzt werden
In welchem (Bundes-) Land? Meines Wissens gilt die in Deutschland immer noch als Neophyt und darf sich nur selbst aussääen aber es darf nicht damit aufgeforstet werden. Oder ist das veraltetes Wissen? Wer ist da auf Stand? (ich frag jetzt bewusst mal Euch und nicht Chätti)
Das ist ja gerade mit Grund, warum wir trotz guter Wuchsbedingungen so wenig heimische Robinienprodukte haben
 

weissbuche

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Wir sind in Niedersachsen. Ich kenne einige Waldbesitzer, die Robinien gepflanzt haben und weiß auch von keinem solchen Verbot. Ich treffe mich aber wahrscheinlich diese Woche noch mit unserem Förster um zu fragen, ob er unsere Eiche fertig hat, da werde ich den mal fragen.
 

MarcBerlin

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Gute Idee! Das Thema betrifft ja noch noch mehr Baumarten, von denen wir längst wissen, dass sie im Anbetracht des Klimawandels eigentlich in Zukunft eine größere Rolle im Forst spielen sollten bzw. sogar sicher werden. Die Frage ist nur, wie weit wir da nachhelfen sollten und dürfen. Ich denke da an die Douglasie, die ziemlich wärme- und trockenheitsresistent ist und auch von der Holzwirtschaft stark nachgefragt wird. Wir können nicht ignorieren, dass Fichten und Tannen es immer schwerer haben. Es gibt schon Arten, die gerne die Lücke füllen. Aber die haben halt alle Migrationshintergrund… :emoji_wink:
 

Annis

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Wir haben Robinie als Straßenbaum. Da werden die zumindest einigermaßen gerade. Kein Vergleich zu den krummen Pfosten, die man so kaufen kann.
 

weissbuche

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Straßenbäume kommen aus der Baumschule, die achten auf ihr Saatgut. Bei uns gibt es ein Waldstück von etwas über 1ha in dem fast nur Robinie stehen. Die Dinger sind vor ca. 120 Jahren gepflanzt worden, wohl als Forstversuch. Die Hälfte kaum über 3 m Schaft, spannrückig und oft krumm. Die andere Hälfte ist recht gerade und wenig spannrückig. Unterlagen sind leider durch den Krieg verloren gegangen und verwertet werden kann das Holz auch nicht, da da 45 gekämpft wurde und das Holz voller Metall ist. Wie ich hörte, soll das jetzt wohl geschreddert werden. Die Imker aus der Gegend werden sich sicher ärgern.
 

MarcBerlin

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Ehrlich gesagt habe ich noch nie einen Robinienstamm von über 30-40cm Durchmesser gesehen, der NICHT spannrückig wäre. Vermute, das ist auch eher genetisch als dass es von den Wuchsbedingungen abhängt, oder?
 

Alter Polier

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Hallo ! Ich wohne in einer Bergbaufolgelandschaft ,alte Abraumhalden gibt es um meinen Wohnort einige, teilweise über 60 Jahre alt. Robinien sind damals auch als Pionier Pflanzen aufgegangen . Der alte Revierförster hatte sie immer kurz gehalten und unterdrückt.
Seit ihn ein junger Förster abgelöst hat, habe ich beim Spaziergang gesehen, das er bei Pflege und Durchforstung Robinien freistellt und fördert.
Das hat mich interessiert und bei Gelegenheit gefragt, ja sagt er heute sind Monokulturen nichtmehr angesagt,er möchte die Vielfalt in seinem Revier haben. Das er ein großes Ergebnis erwartet, davon geht er nicht aus.
Aber wenn es ein paar ordentliche Pfähle werden ist schon mal ein Anfang gemacht.
 

weissbuche

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Viel dicker wie 50-60cm sind die 120Jahre alten Robinie in dem erwähnten Waldstück auch nicht und spannrückig sind die auch. Wobei es da Unterschiede gibt, bei den Besseren weniger, beiden Schlechteren mehr. Spricht eher für eine genetische Ursache, weiß ich aber nicht.
Robinie sind sehr tolerant was den Boden angeht, sie kommen sowohl mit sandigen als auch mit belasteten Böden zurecht. Außerdem kommen sie auch mit Trockenheit klar, also ideal für Halden usw.
Auf unseren, teilweise sehr sandigen Böden, wären Robinie schon gut geeignet. Wenn die Förster Robinie bekommen können, werden Pflanzungen mit Pfählen aus diesem Holz eingehegt.
 

weissbuche

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Also ein generelles Verbot Robinien zu Pflanzen gibt es in NS nicht. Es gibt besondere Regeln für Naturschutzgebiete oder Schutzzonen, da kann es solche Regeln geben. Die beziehen sich aber nicht speziell auf die Robinie sondern auf alle nicht heimischen Arten. Da dürfen dann auch keine Roteichen oder Douglasien gepflanzt werden.
 

brubu

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Bei uns gibt es Robinien schon sehr lange. Das sehr beständige Holz wird geschätzt. In den letzten Jahren ist das "Geschiss" aufgekommen es sei eine invasive Art. Klar wenn die irgendwo überhand nehmen soll man eingreifen. Aber sonst halte ich es für die Geschäftemacherei einer gewissen Beraterbranche wie es sie leider immer mehr gibt und die man auch als invasiv bezeichnen kann.
 

weissbuche

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Die Robinie gibt es seit der Mitte des 17. Jahrhunderts in Europa, also über 300 Jahre. Wo will man da anfangen mit dem "heimisch". Wenn man sagen würde, nur was vor 5000 Jahren hier gewachsen ist, ist heimisch, hätten wir keine Kastanien, Platanen, die meisten Obstbäume und vieles andere nicht. Problem bei Robinien ist die Vermehrung, die sowohl durch Samen als auch über Ableger erfolgt. Diese Ableger sind voller Dornen, was die Entfernung sehr erschwert. Durch diese aggressive Vermehrung verdrängen sie andere Bäume, was einige Leute kritisch sehen. Aber was sagte mein Opa immer: Allen Leuten recht getan, eine Kunst die niemand kann. Die Robinie ist auf jeden Fall im Gespräch und das ist doch gut.
 
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