Die Figuren müssen also aus mehreren Teilen zusammengesetzt sein. Wenn ich so einen Bogen in mehrere Teile zerlegen, wird auch das Fräsen deutlich einfacher.
Als dieses interessante Thema hier aktuell am Anlaufen war, hatte ich in der Literaturecke im Buch/Reprint „Das Gestalten der Tischlerarbeiten“ dazu folgende passende Abbildung gefunden:
Bildquelle:
Reprint - "Das Gestalten der Tischlerarbeiten“ unveränderter Nachdruck der Originalausgabe, Berlin 1931/32 von A. Blunck, S.75
©1990 Edition >>libri rari<< im Verlag Th. Schäfer, Hannover ISBN 3-88746-243-2
(Original erschienen in drei Bänden durch Verlagsanstalt des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes GmbH, Berlin)
Ich hatte dann nicht so die Zeit und mir nicht die Mühe gemacht zum einscannen. Auch weil ich mir dachte ist halt irgendwie 'doch ziemlich Lehrbuchmäßig'... Bis letztes Wochenende… Da hatte ich in einem kleinen Werkstattfundus aussortiert und geräumt. Und da hab ich dieses kleine Bogenfenster in die Hände bekommen das ich mal wegen der Bleiverglasung mit Ornament aus der Zeit von Jugendstil/Historismus beiseitegestellt hab. Den Rahmen fand ich zwar auch schön, hatte ihm aber so im Detail bisher keine großartige Beachtung geschenkt.
Nun fiel mir aber vorgestern doch genau diese Holz-Verbindung wirklich im Original auf. Ich musste wieder an den Thread hier denken, und dachte mir, dass es im Gesamten dann doch gut zu den vielen praxisbezogenen Antworten hier passen kann. Hab ein par Fotos davon gemacht:
Das Lichte Maß des Fensters ist ca. 590 x 270 Man sieht hier deutlich die Ausführung der Längs-Verbindung exakt so wie auf der Abbildung oben, also als ein Hakenblatt mit Keilschloss. Faszinierend wie ich finde. Der Bogen in Segmenten, ungefähr gedrittelt. Eiche. Und trotzdem, auch bei diesem kurzen Segment zeigt sich über die Lange Zeit dann doch auch eine kleine Sollbruchstelle in kurzer Faser.
Eventuell könnte das oben genannte Buch auch ein kleiner antiquarischer Tipp für Dich sein
@9watts ? Wobei die Kapitel `Türen und Tore‘ und `Fenster´ jeweils lediglich ca. 15 Seiten umfassen. Viele Detail- und Schnittzeichnungen, alle durchweg unbemaßt. Das Augenmerk liegt aber mehr auf Gestaltung, den Formen und dem Eindruck an sich, als weniger auf der technischen Ausführung. Weniger vertreten an sich auch die ganz krass kunstvoll geschwungene Ornamentik und Formensprache.