Schrupphobel: Ja? Und: welcher?

bast_ig

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Hallo zusammen,

ich habe in letzter Zeit angefangen, vermehrt mit der Hand zu hobeln. Halb ist das Fetisch, halb die Kombination von zwei kleinen Kindern, die vor allem ausgiebige Nachtschichten erlauben, und Nachbarn die schlafen wollen.

Jetzt habe ich aktuell ein Hochbettprojekt mit Treppenzugang, bei dem ich ganz schon was zusammenkommt, auch danach stehen größere Projekte an; Kommoden usw.

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Ich merke, dass ich mein aktuelles Setup noch optimieren müsste: Ich schlichte mit dem No. 62 mit großer Spanannahme und offenem Maul. Dann entweder der No. 62 fein eingestellt, meistens aber der No. 7 auf feiner Einstellung. Putzen muss ich dann fast nicht mehr.

Aber: der erste Arbeitsgang ist mit dem 62er schon sehr mühsam, schnell viel Abtrag zu generieren.

Jetzt überlege ich, wie ich da schneller werde. Ich könnte mir für den 62er ein Eisen rund schleifen oder halt ein Schrupphobel. Da bin ich aber nicht sicher welcher...

Wie ist das bei den Schrupphobeln: kommt es da auf ein gutes Eisen an? Nach meiner Erfahrung bleibt die Standzeit bei den älteren Hobeln deutlich hinter den neuen Messern zurück und auch da gibt es deutliche Unterschiede, finde ich. Ich hacken auch schon öfter in astigem Holz. Oder ist es so, dass es auf die Schärfe gar nicht so ankommt.

Welchen Schrupphobel nutzt ihr? Und nutzt ihr den regelmäßig?

Danke Euch und Grüße
 

agnoeo

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Ich verwende ECE. Scharf sollte der schon sein, aber ist auch recht schnell nachgeschliffen. Kann auch etwas weniger flacher Schneidenwinkel sein, 30-35° vielleicht. Äste würde ich trotzdem aussparen und wegsägen wenn das geht oder vorstemmen.
Schlichthobel halte ich auch für unterbewertet; damit kann man immer noch gut und kontrolliert Material abtragen mit wesentlich weniger Kraftaufwand als ein Putzhobel.
Beide werden oft quer zur Faser eingesetzt, auch diagonal und/oder 45° zur Längsrichtung des Hobels angestellt.

Gruß, David
 

Vilsas

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Ich nutze relativ häufig einen Schrupphobel. Ich würde einen Gebrauchten aus Holz z.B. bei eBay kaufen. Ich habe einen neuen Schrupphobel aus Metall und einen gebrauchten Schrupphobel aus Holz.

Der aus Holz gefällt mir deutlich besser, da er erstens viel leichter ist, was sich beim Hobeln nach ein paar Minuten deutlich bemerkbar macht. Zweitens sitzt zumindest bei mir das Hobeleisen im Metallhobel nicht bombenfest, weshalb bei (sehr) aggressiver Spanabnahme das Eisen immer hochrutscht. Auch kostet ein gebrauchter Schrupphobel aus Holz meist relativ wenig. Ich habe meinen damals für unter 15,00 € gekauft.
 

Johannes

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Hallo,
ich benutze einen Schrupphobel von Ulmia. Den bevorzuge ich gegenüber einem ECE, weil der ein symetrisches Hörnchen hat. Bei Verwachsungen dann einfach umgreifen und in die andere Richtung hobeln, ohne das Holz umzuspannen.

Es grüßt Johannes
 

flüsterholz

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Abrichten, etc könnte ich mir ohne Schrupphobel gar nicht vorstellen. Welchen, hängt meiner Meinung nach auch etwas vom Holz ab, dass man verarbeitet. Ich kann jetzt auch nur die vergleichen, die ich selber nutze. Der Ulmia ist etwas aggressiver und breiter. Das Eisen ist auch stärker gerundet, als beim Veritas. Ich nehme ihn lieber bei weicheren Hölzern, insbesondere bei stärker geschüsselten oder verdrehten Bohlen. Bei härteren Hölzern verliert er seine Vorteile, da man das Eisen weiter zurücknehmen muss. Die Standzeit ist auch deutlich kürzer. Man könnte sich aber z.B. ein zweites Eisen mit größerem Fasenwinkel und anderem Radius anschleifen.
Der Veritas ist so etwa ab Ahorn oder astigem Holz dann mein bevorzugter Schrupphobel. Da braucht man nicht umgreifen, der geht da ohne Probleme durch. Einen größeren Wiederstand merkt man natürlich trotzdem. Die Standzeit ist ein Traum. Schärfe auch.
Beim Veritas geh ich auch immer gleich auf den 62 1/2 oder die Raubank weil die Furchen nicht so tief sind. Am besten finde ich persönlich, erst mit dem Schrupphobel quer/diagonal zur Maserung und dann nochmal längs.
Beim Ulmia nehme ich immer noch einen kleinen Schlicht- oder Zahnhobel, um die Spitzen etwas zu glätten bevor ich auf 62 1/2 und/oder Raubank wechseln.
Bei der Ahornrestbohle auf den Fotos, etwa 1500×300 habe ich fast nur mit Schrupphobel und 62er abgerichtet. Nur zum Schluß noch ein paar Züge mit der Raubank und um die Astlöcher mit dem Putzhobel.

Edit. Du brauchst halt eine Vorrichtung zum Schärfen. Freihändig ist die Rundung eine Quälerei.
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bast_ig

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Guten Morgen,

danke Euch für die Einschätzung! Dann wird's auf jeden Fall ein Schrupphobel. Ich kann mir das Arbeiten ohne auch nicht vorstellen, hatte halt bisher keinen. :emoji_slight_smile:

Der Veritas lacht mich schon an, vor allem dass man ihn scheinbar feiner einstellen kann. So richtig "runterhobeln" muss ich eigentlich kaum. Dann mache ich in der Regel schmalere Lamellen und säge das grob auf der Kreissäge. Aber der Preis...

Ich habe gerade auf Kleinanzeigen ein Angebot gefunden, da löst einer scheinbar seine Sammlung auf. Da werde ich mir einen Ulmia für 20 Euro kaufen, der ist vermutlich in einem vernünftigem Zustand.

Schärfen ist tatsächlich der Grund, der mich bis jetzt abgehalten hat. Ich schärfe Freihand. Wie macht Ihr das? Mit Formstein wie in der Schärfanleitung?

Grüße
 

flüsterholz

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Feiner Einstellen kann man den Veritas nicht, eher den Ulmia. Da tun sich beide aber nicht viel.
Was sind das für Formsteine, die du meinst? Die, die ich kenne sind zu schmal. Wo finde ich den Beitrag bei feine Werkzeuge? Dann schaue ich mir das mal an.
Tormek oder was ähnliches ist halt am einfachsten, man braucht nur die einfache Auflage. Aber wegen eines runden Eisens würde ich mir sowas auch nicht extra kaufen.
 

bast_ig

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Feiner Einstellen

Damit meinte ich eine geringere Spanabnahme. Die würde mir auch reichen. Die Rillen von Schruppen müssen ja auch wieder weg.

Das ist tatsächlich aus meiner Sicht ein Vorteil davon, mit dem 62er oder einer vergleichbaren Länge zu schlichten. Da erreicht man bis auf die Riefen schon eine relativ plane Fläche, ich gehe in der Regel von senkrecht zum Faserverlauf mit mehreren Schritten ganz langsam auf parallel.

Ich beziehe mich auf die Schärfanleitung: https://www.feinewerkzeuge.de/media...b6IK3XhcUzlIlzVa6hfRuXNV_mlI1r5YTAxNGHuE85SoC

Da schreibt Friedrich Knollentrott, dass er sehr runde Hobeleisen wie gerade Hohleisen schärft. Und die macht er mit Formstein anscheinend.

Ich würde dann wahrscheinlich eher versuchen müssen, dass ich das Freihand hinbekomme.

Grüße
 

Schichtleiter

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Ich mache es wie Paul Sellers ungefähr ab Minute 6 zu sehen. Er fährt freihändig 8ten auf dem Schleifstein, funktioniert für mich auch zufriedenstellend.
 

agnoeo

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Ich halte das Eisen oft senkrecht zur Schleifrichtung und drehe es aus dem Handgelenk.

Gruß, David
 

pedder

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Da schreibt Friedrich Knollentrott, dass er sehr runde Hobeleisen wie gerade Hohleisen schärft. Und die macht er mit Formstein anscheinend.

Ich würde dann wahrscheinlich eher versuchen müssen, dass ich das Freihand hinbekomme.

Grüße
Nach meiner Lesart empfiehlt Friedrich Knollentrott "nur", die Fase wie bei einem Hohleisen herzustellen, also mit seitlichen Bewegungen auf einem planen Stein. Der Verweis betrifft das Abziehen des Grates mit einem Formstein nicht.

Ich meine, dass man auch bei einem Schrupphobeleisen besser vorgeht wie bei einem Eisen mit leicht gekurvter Schneide, in seiner Anleitung bei 5.1.
 

Martin Graf

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Ich habe zwei Ulmia Schrupphobel. Einen „normalen“ mit Keil und einen mit einer Klappe, die mittels Schraube geklemmt wird. Letzterer mit Pockholzsohle. Mit beiden arbeite ich gerne und im Gebrauch sind beide nahezu gleichwertig. Eigentlich sind es nur optische Unterschiede.
Die Eisen lassen sich mMn freihand leicht und schnell schärfen. Es ist auch ziemlich egal, ob die Rundung sehr exakt ist oder nicht.
Nach dem Schrupphobel gehe ich kurz mit einem hölzernen Schlichthobel mit ebenfalls gerundetem Eisen drüber. Danach geht es dann je nach Holz, Größe und Anforderung mit feineren Hobeln weiter.
Einen Schlichthobel kann ich sehr empfehlen. Der beschleunigt das Arbeiten ungemein. Hier verwende ich gerne den Sekundus von ECE, weil man die Spanabnahme schnell einstellen kann und sich das Eisen zum Schärfen trotzdem sehr schnell entfernen und einsetzen lässt.
Gruß Martin
 

bast_ig

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Hallo zusammen,

ein kleiner Abschluss: Ich habe mir jetzt einen Ulmia über Kleinanzeigen für 30 Euro gekauft. Lange hin und her überlegt, heute ist er gerade rechtzeitig gekommen, wo ich angefangen habe, Bettseiten für ein Hochbett zu hobeln, also schon mal vier lange Seiten. So weit es geht, mache ich die aus einem Brett. Da muss dann schon mal richtig was weg.

Vor der Aufgabe hatte ich viel Respekt. Breite und lange Bretter abrichten ist schon eine Arbeit. Der Hobel ist hochwillkommen dafür.

Das war ein kleines Erweckungserlebnis heute. So einen hätte ich schon viel früher kaufen sollen, ganz unverständlich bei den günstigen Preisen, die aufgerufen werden.

Es arbeitet sich jedenfalls richtig gut damit, Zeitersparnis gefühlt Faktor 10.

Danke Euch für die Beratung.

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