Formverleimung/Biegekonstruktion: welches Material?

Uranus

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Hi zusammen,
ich hab schon wieder den nächsten familiär erhaltenen Auftrag: Ein Wandboard (80x100cm), schwebend in Form eines "S". Die Form ist aber sehr zusammengestaucht, so dass man sagen kann, es ist mehr drei einzelne Boards die über zwei Halbkreise miteinander verbunden sind. Über das Finish streiten wir noch, der Auftraggeber möchte weiß matt lackiert, ich habe furniert vorgeschlagen.

Jetzt überlege ich gerade hin und her wie ich die Grundform am besten bewerkstellige und habe drei Ideen:
1. Formverleimung mittels Ahorn/Buchefurnier. Problem: ich brauche Langfurnier, da die Gesamtlänge gestreckt um 3,3m liegen wird. Bestenfalls in der ganzen Breite mit 30cm, das sollte zu beschaffen sein.
2. MDF Platte roh, zigfach geschlitzt an den Radien, jeweils gegeneinander verleimt. Problem, ich bekomme MDF in 10mm nicht in der Länge, also muss ich ansetzen und auch auch bei der Lackvariante überfurnieren. Ich befürchte, dass es kein sauberer Radienbogen (R=200mm) wird, sondern eher ein Vieleck, da sich das MDF nur an den Schlitzen biegt. Ich will gar nicht wissen, ob man das sauber spachteln kann, gerade die Innenradien machen mir Kopfkratzen.
3. Biegesperrholz, jedoch hab ich hier Befürchtung, dass das nicht stabil genug wird für eine Wandaufhängung und ich bekomme es wahrscheinlich auch nur bis 2,8m Länge.

Ob furniert oder nicht, ich würde als letzte saubere Schicht mindestens ein Ahornfurnier aufpressen, damit ich es sauber lackiert bekomme. Ob das mit der Vakuumpresse ohne Verwindung hinbekomme, das weiß ich nicht recht? Ist vorher eben furnieren und dann biegen besser?

Erfahrungen würden mich sehr freuen.
Danke!
Thomas
 

flüsterholz

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Könnte man das nicht aus 5 einzelnen Teilen zusammensetzen? Also drei geraden Regalbrettern und zwei Halbkreisen? Aus einem Stück stell ich mir schwierig vor. Gerade wegen der Form, die man ja auch noch bauen müsste.
 

Uranus

ww-eiche
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Hatte ich mir auch schon überlegt, oder aus 2 Teilen, mit überlappender Verleimung. Vorgabe ist halt, es soll wie aus einem Stück ausschauen. Bei Decklack kann ich mir das noch ziemlich gut vorstellen, bei Furnier muss ich zwingend ganz zum Ende über alle Stöße furnieren.
 

flüsterholz

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Ein paar Ideen.
Bei Biegesperrholz jede Lage aus zwei Platten herstellen. Wenn die Kante furniert ist, sieht man die Übergänge nicht mehr.
Bei MDF, Multiplex etc die Schnitte von außen machen und Keile einleimen. Der Außenradius dürfte leichter gleichmäßig rund herzustellen sein.
 

dsdommi

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Wäre es vielleicht eine Möglichkeit die Form aus zB. MDF 40mm zu schneiden und dann entsprechend viele aufeinander zu leimen und dann zu furnieren oder zu lackieren ?
Wird im Lautsprecher Bau auch öfter so gemacht.
 

inselino

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familiär erhaltenen Auftrag
Vorgabe ist halt, es soll wie aus einem Stück ausschauen.
Über das Finish streiten wir noch

Ich würde den Auftrag ablehnen oder ne neue Familie suchen :emoji_grin:

Ne im Ernst, ich bin etwas sprachlos wie da die Anforderungen gestellt werden vermutlich für eine wenig/unbezahlte Arbeit.
Es ist halt nicht alles möglich, was cool aussieht.
Ich würde überlegen ob du das in Einzelteilen fertigst und die Übergänge sauber hinbekommst. Eine idee wäre irgendwie mit Überlapp zusammensetzen und verspachteln/schleifen, sodass es nach dem Funieren/lackieren nicht mehr zu sehen ist.
 

wirdelprumpft

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Würde mir ne Holzhalbschale kaufen und den Rest gerade anstückeln.
bzw. wie in #5
alles andere wird man als Laie nur schwer hin bekommen.
bei 0.8 mm Furnier sind das mind.25 lagen, das sind viele m2 wo Leim drauf muss, dazu die Pressschablonen und ne gute Presse sollte man da auch haben.
Selbst dann dürfte das nocht 50/50 sein ob es funktioniert oder nicht.

Topan/Biegesperrholz ist das gleiche Problem auch da braucht man Spannschablonen.
Wobei sich die Spannschabloen verjüngen müssten damit man Pressdruck auf die Seitenflanken bekommt.
 

brubu

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Und alles gut mit PU leimen, auf keinen Fall mit weichem PVAC Weissleim der zeichnet eher durch. Beim sauber lackieren wünsche ich viel Erfolg, mir würde es keine Freude machen und die Familie würde ich zu einem Lackierer schicken.
 

IngoS

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Hallo,

eine ganz andere Idee dazu.
Vorn und hinten einen Flachstahl, so 6 x 20mm , hochkant in die S Form biegen und drei gerade Ablagebretter dazwischen montieren. So hat man genügend Stabilität in der Konstruktion.

Gruß Ingo
 

uli2003

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Ich befürchte, dass es kein sauberer Radienbogen (R=200mm) wird, sondern eher ein Vieleck, da sich das MDF nur an den Schlitzen biegt.
Du kannst doch an den geraden Flächen verleimen.
Bekommt man auch sauber lackiert.
Ich mache häufig sowas.
 

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Schreinersein

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Biersperrholz kannst Du im Gegensatz zu Topan nicht vorher furnieren! das ist ja extra so gemacht, daß es starke Messerrisse hat und durch den Leim, der da rein kommt, fixiert das zusätzlich die Form. Und es biegt um die mittlere Furnierschicht. Wenn Du vorher furnierst, sperrst Du das dann gerade ab. Topan vorher furnieren geht.
Habe beides schon rund verarbeitet, Topan (+1 Mittellage 1mm Flugzeugsperrholz) vorher furniert, in Folie unter Vakuum über Form.
Biegesperrholz und Furnier mit Form und Gegenform und vielen Gurten und Zwingen. Beim Biegesperrholz habe ich mehr geschwitzt, das war aber auch mein Gesellenstück und eine recht enge Form...
Topan r 200mm vorher probieren, das hört sich schon recht eng an.
Wenn Du das noch nie gemacht hast, wird das ggf sehr spannend.
 

Schreinersein

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würde sagen, selbst bei Lack und normalem MDF schwierig. Ich hab vor langen Jahren mal eine Ecke an einer Sichtseite falsch rausgefräst. Habe dann ein Füllstück gefräst und eingeleimt. Danach verschleifen, Füller und Lack. Bei Montage im Gegnlicht sichtbar, wenn wenn man wußte, wo man schauen musste. Zum Glück so weit oben (oder unten? ist schon zu lange her), daß es für Bauherren und Architekt unsichtbar genug war.
 

wirdelprumpft

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Stöße zeichnen sich bei Lack immer ab, ist nur eine Frage der Zeit.
Bei Topan hat man noch das Problem mit den "Löcher" an der Kante.
Spachteln geht bei wenig sichtbaren stellen schon, bei dem S-Regal müsste man evtl, noch ne 3 mm MDF aufleimen und bündigfräsen.
Im großen und ganzen ist das Formverleimen ne Wissenschaft für sich, den einen Weg gibt es da auch nicht so wirklich.
Für Hobbyanwender wäre ich bei #5, das dürfte die beste Lösung sein, die Streifen kann man bis auf den letzten aufeinanderschrauben.
Spachteln mit 2k Polyesterspachtel (aus KFZ bereich) und schleifen. Klar werden sich die Schichten irgendwann abzeichen aber
das dauert ein paar Jahre.
 

Uranus

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Das ist genau irgendwie meine Befürchtung und Erfahrung dazu. Selbst mit mm-Dicker Spachtelmasse hatte ich das Gefühl, dass der Decklack hier nicht vollständig homogen an der Stelle wird. Bei sehr guten Gegenlicht sieht man schwach die Leimfuge. Meine Idee ist daher entweder komplett mit einem feinporigen Furnier die gesamte Fläche homogen zu machen oder evtl. (weiß nicht ob das was wird) per Epoxy komplett abzusperren.
 

Uranus

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An die dachte ich auch schon, wie ich die kleben kann war mir aber schleierhaft. Leider kann ich bei Ostermann nichts mehr kaufen, da ich mein Gewerbe abgemeldet hab. Ich mach ja nur noch privat meine Möbel.
 

uli2003

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Bei sehr guten Gegenlicht sieht man schwach die Leimfuge.
Möglich, aber ist das relevant? Legst du den Kopf jeden Tag ins Regal und suchst im Gegenlicht ob sich vielleicht was abzeichnet?

Es ist immer eine Frage der Notwendigkeit wie gut eine Fläche sein muss. Bei MDF-Stößen ist ein unsichtbarer Übergang möglich, wenn man entsprechend Zeit mitbringt und die Materialien alle gut durchtrocknen lässt.
Frisch verleimte Stöße haben noch Feuchtigkeit und die muss erst mal komplett abtrocknen, Spachtel fällt auch immer bei. Dazu wird noch falsch geschliffen (zum Beispiel nur kurze Hübe über die Spachtelfuge) und man schleift davor und danach Furchen ins weichere MDF.

Mittlerweile weiß ich wie es geht, am Besten ist eine Form mit nur minimalen Fehlern und wenig Spachtelnotwendigkeit. Oder halt sichtbare Stöße mit minimalem Radius.
 
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