Spielturm aus Robinie Schwartenbretter oder Kiefer KDI - Materialauswahl

Gepard

ww-pappel
Registriert
15. Mai 2025
Beiträge
1
Ort
Allgäu
Hallo zusammen,

ich möchte für meine Kinder ein Spielturm bauen in so einer rustikaleren Art:

Screenshot 2026-04-21 165232.png

Die Stützen würde ich gern aus Robinienstämmen machen,
als Unterkonstruktion habe ich noch Fichte Balken übrig, dich ich mit Holzschutz behandele.

Für den Boden, die Wände und das Dach wollte ich Schwartenbretter mit Baumkante verwenden.
Ich möchte das Dach ohne Folie, Dachbahn o.ä. machen, nur das Holz überlappend montiert. Muss aber auch nicht 100% dicht sein.
Macht es Sinn dafür Robinie (ala sowas Link) zu nehmen oder würde auch Kiefer KDI (Link) ausreichen?

Der Spielturm soll grob 15 Jahre halten, danach kann er weg.

Danke vorab für Rat!

Gruß
Gebhard
 

Pareto

ww-esche
Registriert
3. Juni 2025
Beiträge
565
Ort
Links unten
Kesseldruckimprägniert hält praktisch ewig - und genau das ist das Problem: Sondermüll.
Nimm Robinie!

Nachtrag: Ich habe gerade den Preis gesehen :emoji_astonished:
Such mal auf Kleinanzeigen oder frag bei einem Sägewerk - das geht weit aus billiger. 2-2,5cm reichen.
 
Zuletzt bearbeitet:

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.175
Ort
CH
Kesseldruckimprägniert hält praktisch ewig - und genau das ist das Problem: Sondermüll.
Nimm Robinie!
Ich bin auch für Robinie.
Die Aussage zur normalen Kesseldruckimprägnierung stimmt nicht ganz. Nur bei sehr dünnem Holz geht die Imprägnierung halbwegs durch.
Bei Pfählen und Balken ist nur die äusserste Schicht imprägniert. Durch eindringende Feuchtigkeit fault das Holz innen während es aussen noch gut aussehen kann.
Immer wieder die Falschaussage mit dem Sondermüll. Das ist nicht radioaktiv und nicht speziell giftig. Es muss nur in die Hausmüllverbrennung und gut ist. Wer dafür extra viel verlangt handelt nicht seriös.
 

Pareto

ww-esche
Registriert
3. Juni 2025
Beiträge
565
Ort
Links unten
Meine Eltern hatten eine Laube, die Ständer und Sparren aus KDI Holz (vermutlich Fichte oder Kiefer). Die in den Boden Geschlagenen Rundhölzer auch.
Als wir das nach <30 Jahren abgerissen haben, war das alles noch einwandfrei stabil trotz Erdkontakt. Dann haben wir alles auf einen Haufen geworfen samt dem Bewuchs... Dieser ist inzwischen, nach ca. 10 Jahren, zerfallen, das Holz ist immer noch da.

Deutscher Holzschutzverband:
"Das Verbrennen von KDI-Holz ist problematisch, da dabei gesundheits- und umweltschädliche Stoffe freigesetzt werden können.
Die fachgerechte Entsorgung erfolgt über Wertstoffhöfe als Sonderabfall der Abfallschlüsselnummer 170204* (mit Schadstoffen belastetes Holz).
Nach der sogenannten Altholzverordnung wird dieses Material in die Abfallkategorie 4 eingestuft. Im Hinblick auf den einzuschlagenden Verwertungsweg bedeutet dies, dass es in speziellen Verbrennungsanlagen mit entsprechenden Filteranlagen einer energetischen Verwertung zugeführt wird."

Ich kenne die offizielle Definition von Sondermüll nicht. Ich selbst bezeichne das als solchen.
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.380
Ort
Dortmund
Meine Erfahrung mit kesseldruckimprägniert ist da anders. Gerade bei Erdkontakt hielt das hier keine 5 Jahre. Nicht viel besser, als ohne Imprägnierung. Vielleicht waren das früher heftigere Imprägniermittel, die heute verboten sind.

Robinie oder Eiche würde ich nehmen, wenn es 15 Jahr halten soll.
 

anobium60

ww-robinie
Registriert
9. Januar 2009
Beiträge
1.110
Ort
Tauberbischofsheim
Bei solchen Projekten stellen sich für mich erst mal andere Fragen: Wie alt sind denn die Kinder? Können sie "mitarbeiten"? Kann daraus ein gemeinsames Projekt mit entsprechenden Erfahrungen entstehen?

(Kesseldruckimprägniertes Holz käme mir nicht auf das Grundstück)
@brubu bei uns kannst du auf dem Wertstoffhof das verseuchte Holz nicht zum Altholz werfen, das kostet extra.
Rainer
 

Roterbischof

ww-robinie
Registriert
5. November 2019
Beiträge
984
Ort
Ludwigshafen
Hallo ich habe mal was aus robinie gebaut, weil ich mich für ganz schlau gehalten habe. Das ist kein holz für Heimwerker Maschinen. Es verlangt nach 42 m schnitgeschwindigkeit. Das erreichen hobby hobelmaschinen nicht. Also alles mit übermaß ausgehobelt und dann noch mal schräg über die abricht bei wenig Abnahme und minimalem vorschub, damit ich mich nicht ganz tot schleifen musste. Also wenn es möglich ist betonbetonfundamente mit eingelassenen Schwertern und schon reicht Lärche und alles läßt sich vielleicht bearbeiten (auch verbindungen die von hand gestämmt werdenmüssen), wiegt die Hälfte und kostet auch nur die Hälfte. Klar wer das Optimum haben will quält sich da durch, das muss man aber wirklich wollen.
 

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.175
Ort
CH
@brubu bei uns kannst du auf dem Wertstoffhof das verseuchte Holz nicht zum Altholz werfen, das kostet extra.
Bei euch sind es die Wertstoffhöfe, bei uns die öffentlichen Sammelstellen die sich nicht immer an die Vorgaben halten. Ich wende mich bald nur noch an die zuständigen staatlichen Stellen und verlange die rechtlichen Bestimmungen.

Wir haben auf praktisch allen Geräten vorgezogene Recyclinggebühren die wir beim Kauf im Voraus für die Entsorgung bezahlen. Das System funktioniert vorbildlich. Wenn nun ein Schlaumeier meint er müsse seinen Fernseher bei uns irgendwo hinstellen ist dies zwar illegal aber ich kann ihn gratis abgeben. Auf Autobatterien haben wir auch vorgezogene Entsorgungsgebühren, trotzdem verlangen gewisse Sammelstellen zusätzlich Fr. 20.- pro Batterie. Wenn ich hingegen Bleibatterien in grösserer Menge entsorgen lasse erhalte ich Geld für das Blei.

Man merke sich, der Entsorger nimmt manchmal unberechtigt Geld und erhält dafür noch zusätzlich. Kein Wunder gibt es bei uns viele grosse Entsorger und sogar deutsche Firmen machen hier mit.
 

Timer

ww-esche
Registriert
25. Februar 2014
Beiträge
428
Ort
Reutlingen
Ganz unabhängig von dem Entsorgungsthema, würde ich für eine Konstruktion auf der Kinder spielen, anfassen, schwitzen, rumrobben, und das alles im Sommer in kurzen Klamotten, niemals KDI nehmen.

PS: Falls die Kids beim Bau mithelfen finde ich KDI Sägemehl in der Luft und an den Händen auch nicht ganz optimal.
 
Zuletzt bearbeitet:

Dutrag

ww-buche
Registriert
11. März 2025
Beiträge
273
Ort
Danzig
Ich habe KVH und Osmo Terassen-/Douglasien-Öl 004 genommen. Langzeiterfahrung habe ich noch keine, da es noch im Bau ist. Wände und Dach werde ich mit Osmo Landhausfarbe bepinseln, die hält bei mir inzwischen drei Jahre auf Birke MPX Möbeln auf dem teils überdachtem Balkon.
20260509_020203.jpg 20260511_221143.jpg
 

RHilde

ww-ahorn
Registriert
1. Januar 2021
Beiträge
128
Ort
Schöpstal
Boden, Wand und Decke sind unterschiedlich zu betrachten. Wand ist eine senkrechte Fläche, dort prallt der Niederschlag dran und wenn das Wasser nach unten hin ablaufen kann ohne, dass es irgendwo sich anstauen kann, dann kannst du dort einfachste Fichte-Schwartenbretter nehmen und die halten deine 15 Jahre.
Decke - auf dem Bild ist eine extremen Dachneigung gezeigt, sodass es ebenfalls fast eine senkrechte Fläche darstellt. Hier sind die Berührungspunkte durch das überlappende allerdings ein wenig die Problemstellen. Entweder weiter überstehen lassen und eine Abtropfnut einfräsen oder die Bretter mit Abstand (durch eine Edelstahl-Mutter als Beispiel) aufeinanderschrauben, sodass sie sich nicht berühren. Dann kann ebenso einfachste Fichte genommen werden.

Der Boden hingegen ist eine liegende Fläche, dort wird sich zwangsläufig Wasser ansammeln und zu Schäden führen. Da gibt es meiner Meinung nach 2 Optionen, entweder konstruktiv den Boden so herstellen, dass er nach 7 Jahren problemlos gewechselt werden kann, dann kann man wieder Fichte nehmen (würde ich allerdings aus 40mm Bohlen machen). Wenn der Austausch des Bodens konstruktiv nicht möglich ist, dann Lärche, Eiche oder Robinie in 40mm Stärke, dass sollte deine 15 Jahre in etwa aushalten.

Konstruktiver Holzschutz ist immer wichtiger als die Holzart.
 
Oben Unten