Komplettumstieg auf Linux - Ein Erfahrungsbericht

heiko-rech

ww-robinie
Registriert
17. Januar 2006
Beiträge
4.444
Ort
Saarland
Hallo,
nachdem ich eigentlich immer irgendwie Linux benutzt habe, möchte ich nun komplett auf Linux umsteigen. Ich nutze mehrere Rechner, von denen bereits zwei unter Linux laufen:
- Laptop zu Hause (Internet, E-Mail, Videos und DVDs schauen, gelegentlich CAD, PHP/MySQL)
- Backup-Rechner im Büro (zieht größere Datensicherungen aus dem Netz wie z.B. Webserver und Datenbanksicherungen)
- Alter Laptop (Internet, E-Mail, etc.)

Jetzt soll aber auch die Workstation, an der ich jeden Tag arbeite, unter Linux ans Laufen kommen. Diesen Text hier schreibe ich bereits darauf. Parallel soll aber Windows drauf bleiben, man weiß ja nie.

Ich möchte hier einfach gelegentlich schreiben, wie es mit dem Umstieg weitergeht.

Was habe ich heute gemacht:
Erst mal alle Daten gesichert. Danach wurde Linux (Ubuntu) parallel zu Windows installiert. Das Ganze auf einer eigenen SDD, die ich zuvor eingebaut habe. Die Installation war eigentlich problemlos. Ich habe erst einmal eine Minimalinstallation gemacht. Anschließend wurde die Software, die ich wirklich auf dem Rechner brauche, installiert:
- Thunderbird - EMail
- Firefox - Browser
- LibeOffice Calc -Tabellenkalkulation
- Master PDF - Vollständiger Ersatz für Acrobat DC (nur billiger)
- BricsCAD - AutoCAD Clon
- GIMP - Bildbearbeitung
- Shotcut - Videoschnitt

Die Einrichtung der Programme war keine große Sache. Kalender und Adressbuch liegen auf unserem Server, die mussten genau wie die IMAP-Konten nur in Thunderbird angelegt werden. Hier muss ich nur wieder die Filterregeln für den Spam eingeben. Nach der Anmeldung in Firefox sind auch alle Lesezeichen und Einstellungen im Browser vorhanden.
Bei BricsCAD muss man ähnlich wie in AutoCAD ein Support-Verzeichnis einspielen, dann sind wieder alle Einstellungen da. CAD läuft also auch.
Der Treiber für die Grafikkarte war etwas kniffliger (NVIDIA RTX A4000), ist aber jetzt auch drin.
Das Videoschnittprogramm Shotcut ist in der von Ubuntu angebotenen Version etwas veraltet, da habe ich mir die aktuelle Version heruntergeladen. Läuft jetzt auch.
Der Drucker und der Scanner waren schnell eingerichtet.

Alles in allem hat die Grundeinrichtung sehr gut funktioniert. Unter Linux ist alles etwas schneller geworden. Die Programme starten schneller, das Schnittprogramm läuft flüssiger als unter Windows (11), das ganze System nervt weniger. Ich kann jetzt also anfangen Linux auch hier für meine Arbeit, also Zeichnen Videoschnitt, Kommunikation zu nutzen.

Worum ich mich noch kümmern muss, ist DATEV- Unternehmen Online. Da muss ich auf ein anderes Anmeldeverfahren wechseln, da der Dongle unter Linux nicht unterstützt wird.

Mit Sicherheit wird noch das eine oder andere kleine Hindernis auftauchen, aber fürs Erste sieht es gut aus. Dummerweise hat das Entschlüsseln der Windows-Festplatte nicht funktioniert. Ich kann also nur von Windows aus darauf zugreifen, obwohl Windows sagt, sie sei entschlüsselt. Die Schaltflächen zum Verschlüsseln werden seltsamerweise auch nicht mehr angezeigt. Aber auch das sollte sich irgendwie lösen lassen.

Im Vorfeld habe ich allerdings schon alle alternativen Programme zu den bisher benutzten Adobe-Produkten unter Windows getestet und mich nach und nach an die Bedienung gewöhnt. So fällt er Umstieg nicht schwer.

Zum Abschluss noch ein paar Worte dazu, warum ich auf Linux gewechselt bin und was ich mir davon verspreche:
Zum einen möchte ich mich nicht mehr weiter der Lizenz- und Update-Politik von Microsoft, Adobe und anderen Softwareriesen unterwerfen müssen. Wo es geht, nutze ich Open-Source-Software. CAD und PDF Bearbeitung sind jedoch Ausnahmen. Vieles an Windows und vor allem an Windows 11 hat mich in den letzten Monaten einfach nur noch genervt. Die Software ist überladen und wird gefühlt immer langsamer. Dass man am Ende noch Geld sparen kann, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Jetzt werde ich einfach mal anfangen meine tägliche PC-Arbeit unter Linux zu erledigen und wenn ihr Interesse daran habt auch gerne weiter über positives und negatives berichten.

Gruß
Heiko
 

Helibob

ww-robinie
Registriert
20. August 2013
Beiträge
3.530
Ort
Bayern; Schwaben
@heiko-rech
Hoffe es ist erwünscht, Fragen und Probleme direkt zu disktutieren, was einen so Woodworker direkt umtreibt.

@All: Bitte seht es mir nach, wenn ich den Einen oder anderen Beitrag nur überfliege - sind teilweise schon politisch angehaucht/außerhalb dessen was einem weiterbringt.


Die Filebrower unter Linux schauen genauso aus wie Explorer und haben meist bessere Funktionalität.

Reaktion: naja - wie ich gerade feststellen muss unter dem "Nemo 6.6.3" - Standard unter Linuxmint.
Suche innerhalb DXF hat nicht funktioniert - ja unter Win musste ich auch in der Registry basteln - was theoretisch unter Win auch gar nicht so wichtig gewesen wäre, da ich das Meiste mit dem FreeCommander abdecke - da bin ich dann wieder bei dem Punkt bei Linux LowLevel anzufangen.

Wer weis auf die Schnelle, wo ich hier ansetzen muss, damit "DXF-Dateien" durchsucht werden, wie Text-Dateien?



Bisher positiv aufgefallen:

  • Touch-Display hat out-of-the-box (übersetzt: direkt) funktioniert.
  • Seit heute bin ich weg, von nur Mini-Notebook-Bildschirm (abgesehen vom CNC-Steuerungs-PC mit 15€ Gebraucht-Monitor), und habe mir einen 32:9 Bildschirm mit KVM (Keyboard-Video-Mouse Switch) angeschlossen, hat auch direkt funktionert - das kleine neue Notebook läuft direkt mit nur einem USB-C Anschluss zum Monitor mit voller Auflösung. (Beim alten Produktiv-Win-Notebook werde ich wohl Abstriche wegen der fast 15J. alten Hardware machen müssen.)
  • Mit Wine habe ich Estlcam (optisch) zum Laufen gebracht. (@Christian Knüll )
Noch negativ:
  • Standby/Resting-State funktioniert nicht problemlos - Interner Bildschirm bleibt nach dem Aufwachen schwarz - grobe Recherche hat ergeben, dass Swap-Datei integriert bei der Installation vielleicht doch nicht so gut war (zumindest wäre dies ein Ansatzpunkt, was man selbst beeinflussen kann.)
  • Timeshift (Linux Sytems-Sicherung) getestet, hat aber sehr schnell Probleme gemacht, weil Boot-Partition zu klein, obwohl ich eingestellt hatte, diese Sicherungen auf die "große" Partition zu speichern - könnte dann erstmal keine Updates installieren - bei der Installation hatte ich "Linux machen lassen."
In folgenden bin ich mich nach wie vor noch unschlüssig:
  • Wine, Virtualbox und/oder Dualboot Win10/Win11 - bei Letzteren hätte man die höchste Sicherheit, dass alles läuft, jedoch Installation auf nur einer physischen SSD mit Verschlüsselung bestimmt anstrengend, verbraucht Speicher und umständlich ggf. neu booten zu müssen. Wine/Virtualbox sind gegenfalls eine Notlösung, bei Virtualbox könnte ich wenigstens auch W7 verwenden (hätte dafür noch eigens eine Lizenz dafür).
Gruß Matze
 

KaiX0

ww-robinie
Registriert
2. November 2021
Beiträge
2.448
Ort
Stubben bei Bad Oldesloe
Wer weis auf die Schnelle, wo ich hier ansetzen muss, damit "DXF-Dateien" durchsucht werden, wie Text-Dateien?
Indem Du sie in Textdateien umwandelst :emoji_wink:?

Du könntest ein externes Tool (z. B. ein Kommandozeilenprogramm wie dxf2txt oder ein Python-Skript mit der Bibliothek ezdxf) verwenden, um DXF-Dateien in durchsuchbare Textdateien umzuwandeln.

Diese Textdateien könntest du dann mit dem Double Commander (mein Favorit) durchsuchen.

Beispiel: Mit dem Python-Paket ezdxf kannst du DXF-Dateien auslesen und in eine Textdatei exportieren. Und dann (e)grep, wie Heiko schrieb...
 

Helibob

ww-robinie
Registriert
20. August 2013
Beiträge
3.530
Ort
Bayern; Schwaben
@heiko-rech / @KaiX0
Irgendwie nicht das, was ich suche - in Post #228 ist zwar mal so ein Ironie-Smily, dass das mit dem Umwandeln wohl nicht ernst gemeint zu sein scheint - dennoch vielleicht eine nähere Erläuterung, für was das für mich gut ist:

Mein Dateiname unter DXF (und nachfogend E12 DIN) lässt nur begrenzt Rückschlüsse auf dessen Inhalt zu (Nachvollziebarkeit von Version, Fehlerkorrektur und "Vorgängerdatei" war mir wichtiger.)
Meine DXF-Dateien haben "Hash-Tags", Stücklisten und Notizen - diese sind jederzeit anpassbar, ohne "Verlinkungen" zu zerstören, damit liste/filtere ich mir meine Dateien auf - unter FreeCommander eine bequeme Sache - zumal ich eine direkte Vorschau habe und nochmal differenzieren kann mit F3 und F4 was weiter damit passiert. (F3 öffnet z. B. den IrfanViewer zum "gucken, F4 öffnet zum Bearbeiten mit QCAD.)

Gruß Matze
 

KaiX0

ww-robinie
Registriert
2. November 2021
Beiträge
2.448
Ort
Stubben bei Bad Oldesloe
@heiko-rech / @KaiX0
Irgendwie nicht das, was ich suche - in Post #228 ist zwar mal so ein Ironie-Smily, dass das mit dem Umwandeln wohl nicht ernst gemeint zu sein scheint - dennoch vielleicht eine nähere Erläuterung, für was das für mich gut ist:

Mein Dateiname unter DXF (und nachfogend E12 DIN) lässt nur begrenzt Rückschlüsse auf dessen Inhalt zu (Nachvollziebarkeit von Version, Fehlerkorrektur und "Vorgängerdatei" war mir wichtiger.)
Meine DXF-Dateien haben "Hash-Tags", Stücklisten und Notizen - diese sind jederzeit anpassbar, ohne "Verlinkungen" zu zerstören, damit liste/filtere ich mir meine Dateien auf - unter FreeCommander eine bequeme Sache - zumal ich eine direkte Vorschau habe und nochmal differenzieren kann mit F3 und F4 was weiter damit passiert. (F3 öffnet z. B. den IrfanViewer zum "gucken, F4 öffnet zum Bearbeiten mit QCAD.)

Gruß Matze
Der Smiley war eher auf das 'Wortspiel' bezogen.
Dann gilt doch wieder mein Vorschlag, Umwandlung in txt, dann grep und andere Befehle zur Stringverarbeitung.
 

heiko-rech

ww-robinie
Registriert
17. Januar 2006
Beiträge
4.444
Ort
Saarland
Hallo Matze,
ich verstehe das Problem leider nicht. Du hast eine DXF-Datei, die, sofern die nicht anders abgespeichert wurde, als ASCII vorliegt und somit auch ohne Umwandlung problemlos von GREP in Form einer Volltextsuche auch über ganze Verzeichnisse und mehrere Dateien hinweg durchsucht werden kann. Mittels Pipeline kannst du die Ausgabe von GREP sogar nach Belieben umleiten. Du kannst GREP in Scripten Nutzen und dir selbst was basteln. Du scheinst da ja nicht ganz unbeleckt zu sein, daher sollte das nach einer kurzen Einarbeitung in GREP doch machbar sein.

Wenn ich dein Problem immer noch nicht verstanden habe, erklär es doch bitte mit einem Beispiel.

Gruß
Heiko
 

KaiX0

ww-robinie
Registriert
2. November 2021
Beiträge
2.448
Ort
Stubben bei Bad Oldesloe
Hallo Matze,
ich verstehe das Problem leider nicht. Du hast eine DXF-Datei, die, sofern die nicht anders abgespeichert wurde, als ASCII vorliegt und somit auch ohne Umwandlung problemlos von GREP in Form einer Volltextsuche auch über ganze Verzeichnisse und mehrere Dateien hinweg durchsucht werden kann. Mittels Pipeline kannst du die Ausgabe von GREP sogar nach Belieben umleiten. Du kannst GREP in Scripten Nutzen und dir selbst was basteln. Du scheinst da ja nicht ganz unbeleckt zu sein, daher sollte das nach einer kurzen Einarbeitung in GREP doch machbar sein.

Wenn ich dein Problem immer noch nicht verstanden habe, erklär es doch bitte mit einem Beispiel.

Gruß
Heiko
Scheinbar können die auch binär vorliegen. Evtl. steuert man das beim Export?
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
25.245
Ort
Dortmund
Weg von automatisierten Office-Tumoren, hin zu vernünftigen CRUD-Datenbank-Systemen macht man doch schon lange.

Genau da sehe ich die Nische, die es in vielen Bereichen braucht: Die Möglichkeit der Automatisierung durch Leute, die keine Programmierer sind und wo Unternehmen auch überhaupt kein Geld für haben, etwas professionell entwickeln zu lassen. Ich arbeite viel im Bereich NGO und dort herrscht permanent Geldmangel. Da muss ganz viel mit Word und Excel erschlagen werden, wofür besser ausgestattete Firmen dann Spezialsoftware entwickeln lassen.

Heutzutage wird das sogar nochmal viel einfacher: Die Leute nutzen da mittlerweile KI und lassen sich Macros erstellen, die irgendwas in Excel oder Word automatisieren.

Auch in größeren Unternehmen gibts genügend Leute, die umfangreichere Sachen mit Excel bauen, weil man nicht für jeden Kleinkram gleich eine komplett Anwendung programmieren lässt. Und da ist auch Notwendigkeit, mal schnell ein paar kleine Macros zu erstellen, die einem die Arbeit erleichtern.

Früher gab es viele einfache Programmiersysteme, wie z.B. dBase oder Foxpro. Ist heute fast alles ausgestorben. Fast alles, was es gibt, ist so umfangreich geworden, dass man richtig viel Zeit reininvestieren muss. Vielleicht wird jetzt im KI-Hype was neues entstehen, wo auch Nichtprogrammierer sehr schnell einfache Anwendungen erstellen können.
 

heiko-rech

ww-robinie
Registriert
17. Januar 2006
Beiträge
4.444
Ort
Saarland
Scheinbar können die auch binär vorliegen. Evtl. steuert man das beim Export?
Die standard DXF ist ASCII. Binäre DXF kannn man machen, ist aber eigentlich weniger üblich, dafür gibt es dann andere Formate. Der Clou bei DXF ist ja das ASCII-Format, das von anderen Anwendungen problemlos gelesen und verändert werden kann.
 

KaiX0

ww-robinie
Registriert
2. November 2021
Beiträge
2.448
Ort
Stubben bei Bad Oldesloe
Im Bereich Excel gebe ich Dir absolut recht. Ich habe damit wöchentliche Auswertungen gefahren, die waren wirklich komplex und detailliert und haben sogar eine management summary enthalten, die direkt ohne Nachbearbeitung an die Konzernspitze nach Italien ging. Der wöchentliche Datenimport hat 20 Minuten gedauert. Die Verarbeitung dann ähnlich lange. Es waren aber auch eine 6-stellige Anzahl Datensätze, Zuwachs mehrere 1.000/Woche.

Aber, da war keine einzige Zeile VB enthalten!
 
Oben Unten