Zapfenloch stemmen, Aussenbereich

Sandmann71

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Hallo,

für eine freistehende Pergola (Lärche) möchte ich die die Büge (Diagonalstreben) per Zapfen mit den tragenden Stützen verbinden. Ist das OK, wenn ich die Zapfenlöcher einfach stemme? Habe schon damit begonnen, es ist zwar mühselig, aber die vier Löcher schaffe ich noch.

Es tauchen nun jedoch folgende Fragen auf:

1. Die Zapfenlöcher sind nach dem Stemmen naturgemäß etwas "verrissen". Ist es für den Aussenbereich wg. Haltbarkeit besser, wenn ich sie noch ein wenig glätte/schleife? Wie mache ich das? Oder ist das sogar kontraproduktiv?
2. Wie tief sollte ein Zapfenloch bei einem 9x9-Pfosten sein?
3. Ist es sinnvoll, neben einem Holzzapfen zum Halt auf Zug, den ganzen Zapfen einzuleimen?

Danke für ein paar Detailhinweise.

Grüßle
Markus
 

Norbert

ww-robinie
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Hallo Markus,

ich bin's schon wieder.

Zapfen und Zapfenlöcher im Außenbereich sind so 'ne Sache. Stell Dir einfach vor, wohin das Wasser läuft, und Du erkennst, wo Problemstellen entstehen werden. Das Wasser läuft am Bug herab und gelangt ins Zapfenloch. Dort verbleibt es sicher länger, als es zum Eindringen gebraucht hat. Ob die Wandung des Loches eher glatt oder rauh ist, spielt da nur eine untergeordnete Rolle.

Zur Tiefe der Löcher: 1/3 der Pfostenstärke lautet die Regel. Statisch gesehen sind bei Deinem Vorhaben auch 1/2 (= durchgehendes Zapfenloch) kein Problem (siehe nächsten Punkt).

Eigentlich werden Büge nur auf Druck belastet. In der Gegenrichtung nimmt ein gegenüberliegender Bug den Druck auf (früher gab es nur druckfeste Verbindungen im Holzbau, alles war nur "zusammengesteckt"). Leim im Außenbereich: vergiß es!.

Trotzdem: Sicherung gegen Zug ist auch möglich, wenn nicht durch Blechbeschläge, dann durch Holznägel (aus witterungsfestem Holz wie Eiche oder Robinie, keinesfalls aus Buche). Dazu muß der Zapfen eine gewisse Tiefe aufweisen, deshalb bei Dir: 1/2 Pfostenstärke = durchgehendes Zapfenloch für 2 gegenüberliegende Büge. Holznagel, Ø = 10 mm, bei ca. 1/6 = 1,5 cm von der Pfosten-Außenkante. Nagel nicht rund, sodern 6- oder 8-eckig ist optimal.

Mein Vorschlag: baue Deine Pergola nach Deinem jetzigen Kenntnisstand (der ist ja nicht gerade Null und das Holz ist bereits gerichtet), und schaue nach 5-8 Jahren, wie sie aussieht. Dann habe den Mut das Ganze als Lehrstück zu betrachten und ggf. durch etwas Neues, besseres zu ersetzen. Manche Fehler muß man einfach selbst machen, um den Dingen auf den Grund zu kommen, denn jedermann, den man fragt, hat eine anderen Rat auf Lager (das ist die Geschichte mit Vater, Sohn und Esel).

Freundliche Grüße

Norbert
 

Sandmann71

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Hallo,

Danke Norbert!

Nu' ist's zu spät. Ich würde sagen, ich stemme so, dass das Zapfenloch unten eine leicht Schräge aufweist und so das Wasser evtl. ablaufen kann. Ausserden würde ich in die dort, wo Bug und Pfosten aufeinandertreffen "oben" etwas hintun, das das Wasser abhält. Habe noch Spenlerblech da. Aber richtig toll anbringen kann ich das vielleicht gar nicht. Was könnte ich sonst als Wasserschutz anbringen?

Leim... Ponal wasserfest?

Grüße
Makrus
 

Norbert

ww-robinie
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Hallo Markus,

ich erwähnte schon mal: ein V-Blech mit seitlicher Abkantung in die Achsel gelegt leitet das Wasser zu größten Teil an dieser Schwachstelle vorbei...

Guts Nächtle

Norbert
 

Sandmann71

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Hallo,

sorry, nochmal die Nachfrage: Unter V-Blech verstehst Du ein Stück verzinktes Blech, V-förmig gebogen, denke ich mal. Meine Sorge ist, dass da einiges Wasser einfach darunter fließt. Daher meine Frage, welchen Trick es da wohl noch geben mag.

Danke
Markus

p.s. Jetzt fällt's mir ein: Ich könnte direkt in die Kante zwischen Pfosten und Bug soetwas wie Fensterkitt hineintun. Das ist ja gerade für den Aussenbereich gedacht. Was meinst Du/Ihr?
 

derdad

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Hi Sandmann!
Fensterkitt wird mit der Zeit hart und Spröde. "Versiegle" die Punkte am Besten mit Silikon.
gerhard

Da fällt mir noch mas ein: Vielleicht hast du die Gelegenheit um dir mal irgendwann ein bäuerliches Freilichtmuseum anzusehen. Da sind meist auch Bundwerkstadel zu sehen. An denen kannst du wunderbar alte Zimmermannstechniken und Konstruktionen studieren.
 

Sandmann71

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Alte Zimmermannstechniken: Die Zapfenverbindung, die ich verwende, entstammt dem "Holzbau-Atlas" von Adolf Obderbecke, 1909. Aber hat sich auch nicht darüber ausgelassen, ob die Verbeindung speziell bei freier Bewitterung gut ist.

Ich habe mich jetzt dazu entschieden, die restlichen Zapfenlöcher auch noch zu stemmen. Danach leime ich die Büge in die Pfosten mit PU-Schaum. Der soll ja auch draussen sehr gut halten und vor allem: Er schäumt leicht auf. Ich erhoffe mir davon, dass danach "kein Platz" mehr für Feuchtigkeit ist. Ein wenig Spenglerblech mache ich dennoch drüber.

Falls dass aus irgendeinem Grund total verkehrt ist, könnte mir dies hier noch jemand mitteilen!?

Danke
Markus
 

sebelwuchs

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moin, moin

einen kleinen kommentar von einem zimmermann. es handelt sich doch wohl um einen pfosten mit bügel (kopfbänder!). das problem mit dem wasser rein ins zapfenloch aber nicht wieder hinaus stellt sich wohl eher bei einer schwelle mit daraufstehenden pfosten. hier werden oft löcher in das zapfloch gebohrt, damit das wasser wieder abfließen kann. bei deriner verbindung würde ich das eintretten von wasser eher als unwahrscheinlich ansehen. und ein kleine bohrung schräg ins zapfenloch wäre hier wohl auch hilfreicher als pu-leim. der hat da wirklich nichts zu suchen!!!

grüße aus leipzig
 

Sandmann71

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Hallo,

Du hast recht, es handelt sich um einen senkrechten Pfosten. Das mit der Bohrung ist eine gute Idee.

Mir scheint intuitiv, dass zusätzlich der PU-Leim, der ja aufquillt und die Hohlräume schließt, die Sache noch verbessert. Ich habe bisher von den Anwendern dieses Leims in verschiedenen Foren nur Gutes gelesen. Und auch gelesen, dass er gerade bei solchen Zapfenverbindungen sehr gut funktioniert.

Warum sollte ich an der Stelle generell keinen Leim verwenden? Kann es schaden? Etwa aus konstruktiven Gründen? (z.B. soll da etwa ein wenig Beweglichkeit bleiben?)

Grüße
Markus
 

Sandmann71

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Hey Klasse,
die Arbeit sieht echt sauber aus. Da muss ich noch ein wenig üben. Hast Du die Zapfenlöcher komplett mit Eisen gestemmt oder hast Du Dir noch anders beholfen. Ich habe für meine 4 Stück 12x4x4cm Löcher nur mit Kirschen-Eisen ca. 5 Stunden gebraucht. Beim dritten und vierten wurde es langsam "besser".

Zu dem "Wasser-ins-Zapfenloch"-Problem muss ich sagen: Wenn Deine Veranda überdacht ist -- ist sie ja wohl -- dann hast Du natürlich wenig bis keine Probleme damit. Meine Pergola -- eigentlich eine "Laube" laut Definition -- ist ja hingegen absolut freistehend.

Ist das Verleimen "schlecht"?
 

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Hallo,

ich habe mir damals für die 40mm breiten Löcher ein 40mm Kirscheneisen
gekauft. Die ersten Löcher habe ich komplett mit der Hand gestemmt, um
mal zusehen, ob das auch funktioniert. Dann habe ich alle weiteren Löcher
mit einer Bohrmaschine und 35mm Forstnerbohrer vorgebohrt. So war nur
noch relativ wenig Material mit dem Stemmeisen wegzunehmen, das ging
dann auch von der Zeit. Ich mache das privat für mich, und ich habe glaube
ich so ca. 20 Minuten pro Loch gebraucht. Und das, ohne groß in Schweiß zu
kommen.

Ich habe damals hier geschaut, wie es geht:

http://www.lbs-wals.salzburg.at/vwrl/wrl-z1/kopfv/kopfv.htm

Ich habe den Kopfbandzapfen gewählt, den könnte man sicherlich auch so
gestallten, dass der untere Teil des Zapfens nicht waagerecht eintaucht,
sondern in leichtem Winkel nach oben.

--
Dirk
 

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Dichtheit

Griaß euch
mal en tipp von nem richtigen zimmerer.... Das zapfenloch am Pfosten muss nicht "abgedichtet" werden... Wenn das Kopfband in dem Loch ist und auf der sichtbaren seite bündig ist dann passt das von der Drittelung.... Du musst nur schaun das der zapfen nur zu leicht herausnehmbar ist, er sollte leicht klemmen aber troztdem herausnehmbar sein...
Wegs dem Wasser .... sei froh es ist eigentlich ein Hilfsmittel. Du hast ja auf einer Seite schon mit einem Dübel gesichert...( am besten wäre übrigens lärche gewesen) ...aber nun zur erklärung:
Holz quillt wenn es nass wird. d.h. wenn dein zapfen feucht wir klemmt er besser => mehr stabilität
zu den löchern....wenn du kirschen-stechbeitel hat( das sind 100% keine stemmeisen denn stemmeisen haben an der seite keine Fase(so kleine abgeschrägte kannten) im gegensatz zu den stechbeiteln.) dann kannst du die seiten des lochesnachstemmen....nur aufpassen das es nicht zu viel weg nimmst....und zu dem zapfen an der schwelle: hat mein kollege recht...loch ist zwar gut aber nur wenn die schwelle nicht aufm gewachsenen boden steht.... andernfalls würd ich da nichts machen denn bei fachwerkhäusernw o das fachwerk noch sichtbar ist ist auch nichts besonder hinzugefügt weil das holz die feuchtigkeit wieder abgibbt....könntest es höchtens noch mit holzschutzlasur überstreichen das hilft noch so als tipp! :emoji_slight_smile:

grüße ausm allgäu
 

undertaker112

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Hallo unregistrierter Gast - schau mal aufs Datum - das Ding - je nachdem wie es gebaut worden ist, ist schon längst verrottet
 
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