Wohnkabine aus Sperrholz bauen - mit Epoxidharz laminieren

christian_p

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Hallo zusammen,
ich habe ein für dieses Forum wahrscheinlich etwas außergewöhnliches Anliegen. Hier sind jedoch die dafür passenden Profis unterwegs.

Ich plane für einen 750kg Anhänger eine Wohnkabine (eher Schlafkabine) zu bauen.
Auf Grund des zu erwartenden Nutzungsprofils wird diese einwandig aus Sperrholz werden, eine isolierte / mehrschichtige Variante ist mir zu aufwendig und auch nicht notwendig.

Die Kiste wird etwa 2.300 mm lang und 1.500mm breit.
Aus Platzspargründen und auch um während der Fahrt Sprit (Strom) zu sparen, wird sie aufstellbar im Hutschachtelprinzip, etwa um 700mm.
Zur Verdeutlichung habe ich drei Bilder angehängt.

Ich würde das ganze aus Albasia (oder evtl. einem anderen) Sperrholz bauen, das spart Gewicht und die leere Kiste wird unter 200 kg wiegen.
Um es wetterbeständig und stabiler zu machen, wird sie mit Epoxidharz und Gewebematten beschichtet.
Danach für die Optik und UV Stabilität noch streichen.

Nun zu meinen Fragen:
Welche Stärke wäre eurer Meinung nach notwendig? Ich dachte an 15mm, aus Gewichts- und Kostengründen überlege ich ob 12mm reichen.
Damit es sich auf die Länge nicht durchbiegt, könnten von innen Versteifungen angebracht werden.
Evtl auch das Unterteil aus 15mm und das Oberteil aus 12mm?
Ich habe bisher noch nichts mit GFK verstärkt, daher kann ich nicht genau sagen, wie stabil das wird.

Würdet ihr das Gewebe flächig verwenden, oder nur an den Kanten?
Innen würde ich es gerne unbeschichtet lassen. Geht das, wenn außen komplett mit Epoxidharz beschichtet?

Ich freue mich über eure Meinungen.
 

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hlzbt

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Hängt so'n büschen davon ab, wie viele Versteifungen du einziehen möchtest.
Welche Stärke wäre eurer Meinung nach notwendig? Ich dachte an 15mm, aus Gewichts- und Kostengründen überlege ich ob 12mm reichen.
Damit es sich auf die Länge nicht durchbiegt, könnten von innen Versteifungen angebracht werden.
Evtl auch das Unterteil aus 15mm und das Oberteil aus 12mm?
Ich habe bisher noch nichts mit GFK verstärkt, daher kann ich nicht genau sagen, wie stabil das wird.

Würdet ihr das Gewebe flächig verwenden, oder nur an den Kanten?
Innen würde ich es gerne unbeschichtet lassen. Geht das, wenn außen komplett mit Epoxidharz beschichtet?
Das Ding hat die Länge und die 1,3fache Breite einer Optimistenjolle, 230x113. Die würde ohne Spant / Kiel aus 15mm im Boden gebaut, mit Kiel und in den Seiten aus mind. 6mm Ply. (https://www.opticlass.de/app/uploads/2018/02/Klassenvorschriften-Stand-2018.pdf)
Mit 12mm + "Spanten" sollte das funktionieren.
Ich würde flächig Gewebe benutzen.
Was meinst Du mit "innen unbeschichtet"? Gar nix? Bei Sperrholz brauchst du zumindest IMMER einen guten Kantenschutz.
 

christian_p

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Vielen Dank für deine Einschätzung.
Innen meine ich tatsächlich roh. Evtl. geschliffen.
Kanten könnte ich schützen.

Oder verzieht es sich, wenn nur einseitig beschichtet?
 

hlzbt

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Gegen das Verziehen hilft ja die versperrte Lage der einzelnen Lagen. Vom Boot her kenne ich Ply aber auch innen nur beschichtet. Ggf. mit einem einfachen Lacköl, à la Tonkinois?!?
 

magmog

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bauphysikalisch gilt:
Innen dichter als außen, sonst gibt es Schimmelbildung!
13 mm 3-S Platte Fichte, innen Hartwachsôl, außen Dickschichtlasur wie bei Fenstern. Eine Wohnkabine ist kein Boot im Wasser!
 

christian_p

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Mit vier Gasdruckdämpfern. Zwei links zwei rechts. Geführt über Rollen zwischen dem unteren und dem oberen Teil.
 

christian_p

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@magmog
Was meinst du damit? Das Epoxid nicht notwendig ist?
Ich würde es auch aus Gründen der Stabilität machen.
 

Johann08

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Es ist ein wenig kniffliger als es erscheint. 1. Punkt: Die Ecken von der Konstruktion müssen großzügig gerundet werden da das Glasgewebe nicht um scharfe Ecken geht. Da das Sperrholz dünn ist muß dann eventuell noch eine Leiste in die Ecke damit die Rundung hergestellt werden kann. 2. Punkt: Ich würde den Kasten vollfächig beschichten als Schutz vor eindringender Nässe, die Innenseiten nur mit Epoxidharz streichen. Besser wäre statt der ganzen doch recht wackeligen geraden Flächen eine "Kiste" mit Wölbungen zu bauen, in Näh- und Klebe-Technik wie bei einem Boot. Das ist stabiler und es reicht 4mm bis 6 mm Sperrholz. http://www.stitchandglue.de/de/die-stitch-and-glue-methode/
 

christian_p

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Die Kanten könnte ich mit der Oberfräse abrunden, wenn es 12er oder sogar 15er ist, sollte es gehen. Evtl. muss ich die Ecken dann noch spachteln.

Das mit der Form klingt logisch, nur ist diese Liste einfacher zu bauen, als eine andere Form. Vor allem, da es ausklappbar sein soll.
Hat jemand noch Erfahrung mit der Matte
Wie schwer sollte die sein? Reichen da 160g/m2 ?
 

christian_p

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Und gleich noch was.
Mit welchem Leim würdet ihr die Stöße verkleben. Natürlich würde ich sie noch verschrauben und möglichst gut versteifen, zumindest bis das Epoxid drauf ist.
Es sollte gut halten, schleifbar sein und sich auch mit dem Epoxidharz verbinden.

Danke
Christian
 

brubu

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Hallo

so ne Kiste kann durchaus recht warm werden. Ich wäre da nicht unbedingt bei Weißleim, der kann bei 60 °C + weich werden. PU wie z.B. der Allcon wäre temperaturbeständig.
Deshalb sind für Fenster speziell geprüfte Leime nötig. Die Anwendung für den Aufbau ist ähnlich. Generell würde ich für solche Spezialfälle die Leimhersteller fragen.
 

weissbuche

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Habe zig Fenster mit Ponal D3 Leim verleimt. Da war, soweit mir bekannt, nichts speziell geprüfte. Ich hätte aber auch wegen dem Wärmeverhalten Bedenken und würde da auch den PU nehmen.
 

hlzbt

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Mit welchem Leim würdet ihr die Stöße verkleben. Natürlich würde ich sie noch verschrauben und möglichst gut versteifen, zumindest bis das Epoxid drauf ist.
Es sollte gut halten, schleifbar sein und sich auch mit dem Epoxidharz verbinden.
Mit Epoxy... Weshalb möchtest du noch ein anderes Material in die Konstruktion einbringen?
 

christian_p

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Vielen Dank.
Der Ponal scheint ja bis 70°C und kurzzeitig sogar bis 90°C beständig zu sein.
Warum nicht Epoxy? Guten Frage. Ich habe es noch nicht benutzt, stelle mir die Verarbeitung eines Leims nur einfacher vor.
PU hatte ich schon mal, war im Vergleich zu Leim auch eine Sauerei. Am Ende gibt es wohl kein Patentlösung.
 

magmog

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Albasiasperrholz ist von der Verleimung nur für den Innenausbau vorgesehen.
Beidseitig dick Beschichten führt zum Eindifudieren von Feuchtigkeit und so zu Fäulnis und Delamination, ein geführchtestes Verhalten solcher Kombination.
In Foren zum Bau von Wohnkabinen empfehle ich sich für das gesamte Projekt in allen seinen Details einzulesen.
 
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Holzfummler

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Moin Christian,
die Idee ist schon super.
Aber warum außen Epoxy? Du benötigst mehrere Schichten, auch wenn du nass in nass arbeitest(was rel. schnell geschehen muss). Danach schleifen und mit Epoxy-Lack streichen. Auch 2 - 3 mal. Das Epoxy mit den Matten macht deine Schlafstelle deutlich schwerer und teurer als guter 2 Komponentenlack mit entsprechendem Sperrholz, wie schon vorher erwähnt. Außerdem dauert es viel länger und du braucht dafür eine gut belüftete Halle/große Garage. Für das Heben und Senken des oberen Teiles benötigst du Schienen und Abstandshalter, sonst ist das Epoxy/Lack schnell wieder an den Stellen runter.
Und ehrlich, ohne etwas aerodynamischer Formgebung ziehst du einen Container hinter dir her, der dir den Sprit nur so weg schluckt.
LG
Thomas
 

christian_p

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@magmog
Vielen Dank für den Hinweis, das war mir bisher nicht bekannt, ich werde mich mal weiter erkundigen. Vielleicht ist es doch sinnvoller Multiplex zu nehmen, auch wenn es schwerer ist.

@Thomas
An Epoxidharz habe ich gedacht, da es die Stabilität erhöht. Ich befürchte auch, dass ein Lack reißt, da die Bewegung und Erschütterungen doch nicht ohne sind. Ich hätte nur eine Schicht, an den Kanten evtl. zwei Schichten gemacht.
Die eckige Konstruktion ist der Einfachheit geschuldet. Zum einen ist die Kiste niedriger als das Auto, zum anderen die Strecken damit nicht übermäßig lang. Ich schaue es mir nochmal genauer an, vielleicht lässt es sich doch mit vertretbarem Aufwand strömungstechnisch etwas optimieren.
 

HolzandMore

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8. Längengrad
Hast du dir das von mir verlinkte Video und folgende angesehen? Ich würde es genau so machen. Stabile Unterkonstruktion aus Fichte und außen 10-12mm Siebdruckplatte mit glatter Seite nach außen. Alle Stöße gut abdichten mit Sikaflex o.Ä., auf die Kanten Alu-Winkel, mit Dämm-Material innen dämmen und dann Sperrholz drauf.
Einwandig bauen ist mist. Bei 750kg Gesamtgewicht hast du doch bestimmt eine Zuladung von mind. 450kg, das reicht doch locker.
Machs gleich richtig, dann brauchst du es nur 1x zu machen.

Gruß Andi
 
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