wie fräst (?) man so einen Griff?

holtzer

ww-ahorn
Mitglied seit
17 April 2010
Beiträge
109
Ort
sued baden
Hallo zusammen,

ich möchte für einen Schrank so einen Griff "bauen"

Medium 5740 anzeigen
Wie mache ich das? Bisher habe ich mit der Oberfräse nur alle Arten von Nuten und Kanten gefräst und denke auch das müsste gehen - aber wie? Anleitungen finde ich nur zu "ganzen" Griffen und nicht zu "halben".
Oder mache ich den inneren Radius mit einem Forstnerbohrer o.ä.?

Danke für sachdienliche Hinweise :emoji_wink:
 

q016397

ww-fichte
Mitglied seit
11 August 2007
Beiträge
16
Ort
Bayern
Ich würde mir aus Sperrholz eine entsprechende Schablone bauen und dann mit der Oberfräse und Kopierring auf das Werkstück übertragen. Die Kante der Schablone, an der der Kopierring läuft, muss absolut perfekt gearbeitet werden, weil eben auch Fehler perfekt kopiert werden.
VG
Andreas
 

holtzer

ww-ahorn
Mitglied seit
17 April 2010
Beiträge
109
Ort
sued baden
danke! Das mit der Schablone habe ich befürchtet :emoji_wink: Das trau ich mir irgendwie nicht zu, zumals es, wie richtig beschrieben perfekt sein muss.
Die "Stirnseite"/innen war erstmal plan, also ganz gerade gedacht, so eine zusätzliche Mulde wäre natürlich sehr schick.

Ich glaube ich schau mal, ob ich nicht im Baumarkt so einen Griff als Vorbild bekomme um dann von dem Stück zu fräsen/kopieren.

P.S. die äussere Rundung wäre Luxus, in erster Linie geht es mir um eine saubere innere Rundung.
 

Lico

ww-robinie
Mitglied seit
9 August 2019
Beiträge
608
Ort
Ostheide
Zu sehen ist ein Detail einer Schranktür mit der Vorderkante einer Schrankseite aus Multiplex. Das ist bloß eine gefräste Ausklinkung in der Schranktür. Abgesehen davon, dass es aus Gründen des Insektenschutzes zumindest für einen Kleiderschrank keine ideale Lösung wäre, kann man das relativ leicht mit einem Modell für die Oberfräse machen. Das Modell muss man natürlich erstmal machen. Aber wer hat gesagt, dass der Besitz einer Oberfräse alle Probleme der Holzbearbeitung löst, ein bisschen Handwerk ist die Tischlerei immer noch.

Lico
 

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
4.391
Ort
Ebstorf
Hallo,

nach mehrmaligem anschauen habe ich nun auch rausgefunden, wie es sein soll. Solche Ausnehmungen kenne ich eher für Schubladen und da müsste das Bild um 90° gedreht werden.
Na ja, zur Lösung ist ja schon alles geschrieben.

Gruß

Ingo
 

Georg L.

ww-robinie
Mitglied seit
5 März 2004
Beiträge
4.184
Ort
Bei Heidelberg
in erster Linie geht es mir um eine saubere innere Rundung.
Das ist das geringste Problem, die kannst du ja durch den Durchmesser deines Fräsers festlegen.
Als Schablone nimmst du einfach ein Stück Sperrholz (Multiplex) in der Breite deiner Ausfräsung (1). Dann nimmst du zwei schmalere Streifen (2) der selben Dicke und befestigst sie seitlich an deinem Brettchen und zwar so, dass sie seitlich soweit vorstehen, wie die Griffmulde tief sein soll. Sollen die Außenecken gerundet werden, musst du die Schablone noch entsprechend abrunden. Das Ganze zwingst du bündig mit der Vorderkante auf deine Tür und fräst entlang der Schablone mit einem Bündigfräser. Üblicherweise haben die einen Durchmesser von 19mm so dass die Innenecken einen Radius von 9,5mm haben.
Anbei eine Skizze:
Skizze_Schablone.jpg
Falls du keinen Bündigfräser hast, geht auch Kopierhülse mit Nutfräser. Dann ist aber für die Herstellung der Schablone Rechnen angesagt. Sie muss dann nämlich um die Differenz Durchmesser Kopierhülse minus Durchmesser Fräser größer werden.
Ich hoffe das hilft dir ein bischen
 

pixelflicker

ww-robinie
Mitglied seit
8 August 2017
Beiträge
1.460
Ort
Mitten in Bayern
Also wenn man auf die äußeren Rundungen verzichten kann, dann ist es doch ganz einfach. Dann schraubt man einfach drei Bretter zusammen, damit man eine U-Förmige Schablone bekommt und die innere Rundung ergibt sich durch den Fräser. Oder sehe ich da was falsch?
 

raziausdud

ww-robinie
Mitglied seit
22 Juni 2004
Beiträge
2.526
Ort
Südniedersachsen
@pixelflicker: Du meinst einfach drei Leisten mit dem Abstand vom Fräser zur Außenkante der Oberfräsen-Grundplatte ... ?! Ich auch :emoji_wink:.

Außenrundung dann per Hand schleifen, eventuell mit Stich- oder Laubsäge grob vorarbeiten.

Rainer
 

Lampung

ww-pappel
Mitglied seit
19 September 2016
Beiträge
10
Ort
Griesheim
Hallo,
Ich bin etwas verwundert ob der komplizierten Überlegungen. Das ganze sollte doch mit den drei Leisten komplett realisierbar sein. Auch die Außenrundungen entstehen bei der Nutzung von Kopierhülse oder Bündigfräser „automatisch“ da beides rund ist und somit die 90Grad Ecken nicht direkt abgebildet werden können. Der Radius von Innen-und Außenrundung ist abhängig vom gewählten Durchmesser von Kopierhülse bzw. Bündigfräser jedoch innen und außen stets gleich.
Oder sehe ich das jetzt zu einfach?
Herzlichen Gruß
Boris
 

enovs

ww-ulme
Mitglied seit
12 Mai 2019
Beiträge
196
Ort
Aachen
Hallo,
Ich bin etwas verwundert ob der komplizierten Überlegungen. Das ganze sollte doch mit den drei Leisten komplett realisierbar sein. Auch die Außenrundungen entstehen bei der Nutzung von Kopierhülse oder Bündigfräser „automatisch“ da beides rund ist und somit die 90Grad Ecken nicht direkt abgebildet werden können. Der Radius von Innen-und Außenrundung ist abhängig vom gewählten Durchmesser von Kopierhülse bzw. Bündigfräser jedoch innen und außen stets gleich.
Oder sehe ich das jetzt zu einfach?
Herzlichen Gruß
Boris
Die Außenrundungen entstehen eben nicht automatisch, da wird der Fräser saubere 90 Grad produzieren
 

raziausdud

ww-robinie
Mitglied seit
22 Juni 2004
Beiträge
2.526
Ort
Südniedersachsen
Ja genau Boris,

die Außenrundung wird durch den Abstand von Kopierhülse zum Fräser bestimmt, die Innenrundung durch den radius des Frä
Die Außenrundungen entstehen eben nicht automatisch, da wird der Fräser saubere 90 Grad produzieren
Nicht automatisch, aber bei Einsatz eines Kopierrings macht der Fräser durch den Abstand zur Ecke einer Schablone (!) einen Bogen, mit dem Radius R = r Kopierring - r Fräser. Wenn ich da richtig liege ... siehe auch unten.

Die Frage wäre jetzt noch: mit welcher Schablone und/oder welcher Kopierring-Fräser-Kombination bekommt man hier beim Griff innen und außen den gleichen Radius? Geht das überhaupt mit einer einzigen Schablone?

"Das mit den Kopierring-Fräser-Kombinationen" scheint schon die hohe Schule der Vorstellungskraft und des Rechnens zu sein. Ich bekomme das wenn überhaupt nur mit Mühe, und dann auch nur zeichnerisch gelöst. Darum geht es gerade auch hier, vielleicht schaut da mal ein "Fräs-Guru" rein, das Thema wurde (zumindest von mir, aber offensichtlich auch vom Themenstarter) ohne Lösung abgebrochen:
https://www.woodworker.de/forum/threads/küchenarbeitsplatten-schablone-funktion.109274/

Rainer
 

Lico

ww-robinie
Mitglied seit
9 August 2019
Beiträge
608
Ort
Ostheide
Nicht automatisch, aber bei Einsatz eines Kopierrings macht der Fräser durch den Abstand zur Ecke einer Schablone (!) einen Bogen, mit dem Radius R = r Kopierring - r Fräser. Wenn ich da richtig liege ...
Liegst Du!
Die Frage wäre jetzt noch: mit welcher Schablone und/oder welcher Kopierring-Fräser-Kombination bekommt man hier beim Griff innen und außen den gleichen Radius? Geht das überhaupt mit einer einzigen Schablone?
Das ist jetzt in unreine geschrieben, aber ich vermute, wenn der Abstand zwischen Fräser und Kopierring genau so groß ist, wie der halbe Durchmesser des Fräsers.

Lico
 

raziausdud

ww-robinie
Mitglied seit
22 Juni 2004
Beiträge
2.526
Ort
Südniedersachsen
Hallo Lico,

ich denke, da kann ich Dir ein "da liegst Du richtig" zurückgeben :emoji_wink: . Danke für Deines.

Mal durchgespielt mit geraden Zahlen: innen macht ein 10mm Fräser einer Radius von 10mm, klar eigentlich. Der Fräser steht 10 mm von einem 20mm Kopierring entfernt und macht somit einen Bogen mit 10mm um die Außenecke der Schablone.
 

conny_g

ww-robinie
Mitglied seit
28 April 2019
Beiträge
635
Ort
Regensburg
Hallo Lico,

ich denke, da kann ich Dir ein "da liegst Du richtig" zurückgeben :emoji_wink: . Danke für Deines.

Mal durchgespielt mit geraden Zahlen: innen macht ein 10mm Fräser einer Radius von 10mm, klar eigentlich. Der Fräser steht 10 mm von einem 20mm Kopierring entfernt und macht somit einen Bogen mit 10mm um die Außenecke der Schablone.
Der Fräser steht mit der Außenkante 5mm von einem 20mm Kopierring entfernt. Sein Zentrum ist 10mm entfernt.
Sein Zentrum macht einen 10mm Radius um die Außenecke, aber die Kante / der Außenradius des Fräsers fährt die Kurve 5mm weiter innen ab. Also ist der tatsächlich gefräste Radius 5mm.
 

Lico

ww-robinie
Mitglied seit
9 August 2019
Beiträge
608
Ort
Ostheide
Der Fräser steht mit der Außenkante 5mm von einem 20mm Kopierring entfernt. Sein Zentrum ist 10mm entfernt.
Sein Zentrum macht einen 10mm Radius um die Außenecke, aber die Kante / der Außenradius des Fräsers fährt die Kurve 5mm weiter innen ab. Also ist der tatsächlich gefräste Radius 5mm.
Ja, in dem Fall ist aber unsere oben formulierte Bedingung nicht erfüllt. Ich neige bei solchen Sachen immer zu irgendwelchen Denkfehlern, deshalb hab ich mir oben eine Hintertür offen gehalten. Jetzt hab ich das mit einem Zirkel zeichnerisch überprüft. Differenz zwischen Außenrand Kopierring und Fräser 10mm. Fräserdurchmesser 20mm führt zu einem Außenradius von 10mm. Der Innenradius muss offensichtlich genau so groß sein, weil man mit dem Kopierring von beiden Seiten in die Ecke fahren kann und immer alles stehen bleibt, was vom Radius des Fräsers nicht erreicht wird.

Lico
 

conny_g

ww-robinie
Mitglied seit
28 April 2019
Beiträge
635
Ort
Regensburg
Ja, in dem Fall ist aber unsere oben formulierte Bedingung nicht erfüllt. Ich neige bei solchen Sachen immer zu irgendwelchen Denkfehlern, deshalb hab ich mir oben eine Hintertür offen gehalten. Jetzt hab ich das mit einem Zirkel zeichnerisch überprüft. Differenz zwischen Außenrand Kopierring und Fräser 10mm. Fräserdurchmesser 20mm führt zu einem Außenradius von 10mm. Der Innenradius muss offensichtlich genau so groß sein, weil man mit dem Kopierring von beiden Seiten in die Ecke fahren kann und immer alles stehen bleibt, was vom Radius des Fräsers nicht erreicht wird.

Lico
Das ist jetzt aber verwirrend. Du sprichst von Fräser von 20mm, eins weiter oben waren wir aber bei Kopierring 20mm, Fräser 10mm. :emoji_slight_smile:

Bei einem Fräser von 10mm und Kopierring 20mm ist der "verbleibende" Radius zwischen Kopierring und Fräser 5mm, also ist der Radius um eine Außenecke 5mm.

Bei einem Fräser von 20mm und Kopierring 30mm ist der "verbleibende" Radius zwischen Kopierring und Fräser 10mm, also ist der Radius um eine Außenecke 10mm.

Man könnte es so generalisieren:
Die Radius der Außenecke ist immer gleich der Differenz der Radien von Fräser und Kopierring.
 
Oben Unten