Wie bearbeitet man Furnier mit Osmo Color-Öl?

Skizzl

ww-kiefer
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Hallo liebe Community,

vor kurzem habe ich angefangen mir ein Lowboard aus MDF zu bauen und bin auch recht weit. Die meisten Teile sind bereits furniert mit Nussbaum bzw lackiert. Nun habe ich mir von Osmo mehrere Proben bestellt und an Furnierstücken getestet und mich im Endeffekt für ein Color-Öl entschieden.

Ich bin jedoch ein wenig verwirrt, wie ich das Öl nun am Besten einarbeite. Das Furnier selbst ist unbearbeitet noch relativ rau. Microfasertücher bzw. Zewatücher bleiben bspw hängen. Nun habe ich bzgl dem ölen mehrere Varianten gesehen. In einem Youtube Video wurde gesagt man solle alles ordentlich einölen und dann mit Schleifpapier alles einschleifen, bei Osmo selbst wird nur das Öl aufgetragen und im nachhinein auch noch TopOil. Wobei das Video von Fußböden ausgeht und nicht von einer Lowboard Fläche.

Nun ist meine Frage, wie geht man tatsächlich vor? Was machen die Profis? Vorher an/abschleifen (mit was für einer Körnung?) und dann mit dem Pinsel dünn Öl auftragen? Öl dick auftragen und einschleifen, nach 10 Minuten restliches Öl mit einem Lappen aufnehmen? Color-Öl drauf und dann später TopOil drüber?

Irgendwie gibt es zu viele Techniken / Meinungen, als dass ich als Laie wüsste, für welche ich mich nun entscheiden sollte …

Wäre um jede Hilfe sehr dankbar :emoji_slight_smile:
 

ManuelS

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Bei deiner Frage kann ich leider nicht helfen.
Aber vielleicht kannst du mir helfen
Wie hast du das MDF furniert? Klappt das in einer Hobby Werkstatt gut?
 

Holzsinn

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Hallo,
Furnier sollte genauso gut und fein wie Massivholz geschliffen werden, egal welche Oberflächenbehandlung später drauf kommt. Und wässern würde ich in so einem Fall auch unbedingt, schon allein zur Farb- und Leimdurchschlagkontrolle.

Melanie
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Holzsinn

ww-robinie
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Vielleicht hab ich das jetzt nicht richtig verstanden: sind die MDF von dir selbst furniert worden oder werkseitig so gewesen? Was ist bereits lackiert, was nicht?
Meine Empfehlungen gerade eben beziehen sich nur auf rohes Furnier.

Melanie
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Skizzl

ww-kiefer
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Hey @ManuelS , ich hatte mir im Internet ein paar Sachen angeschaut und es dann mit dem aufbügeln probiert. Hat auch weitestgehend gut funktioniert, ist natürlich nicht wie vom Tischler, aber vielleicht bekomm ich hier ja noch den ein oder anderen Tipp, wie ich es verbessern kann.

Ich schreib einfach mal mein "Verfahren" runter, damit @Holzsinn auch weiß wie ich vorgegangen bin und mir direkt sagen kann, was ich alles falsch gemacht habe. Was "wässern" bedeutet und was genau die Farb- und Leimdurchschlagskontrolle ist, weiß ich nämlich überhaupt nicht :emoji_sweat:

1. MDF komplett mit Schaumstoffrolle und D3 Leim eingeleimt. Schicht nicht zu dick - trocknen lassen
2. MDF erneut mit Schaumstoffrolle leimen, Furnier Unterseite jetzt auch komplett einleimen
3. Furnier auf die MDF Platte legen und ausrichten
4. Mit einer Gummiwalze aus dem Bastelbedarf alles schön ordentlich von der Mitte nach außen hin anpressen
5. Mit dem Bügeleisen ohne Löcher (also keine Möglichkeit Dampf zu produzieren) alles noch einmal fest anpressen und gucken, ob irgendwo Lufteinschlüsse übrig geblieben sind

Das war es eigentlich auch schon. Hat bisher erstaunlich gut funktioniert. Für die Kanten habe ich mir dann noch einen Furnierschneider von Ulmia geholt, die ich anschließend geschliffen habe, damit es an den Kanten schön wird. Zum Fügen habe ich mir einen Hobel von Ductum geholt und zwei MDF Bretter. Das Furnier wurde dann zwischen die zwei Bretter gespannt und ein Stück überstehen gelassen. Mit dem Hobel konnte man die Kanten dann wunderbar gerade bekommen, damit ich es mit dem Furnierband(?) fügen und aufbringen konnte :emoji_slight_smile:


So. Hoffe dadurch konnte ich schon mal helfen.
Jetzt benötige ich noch ein bisschen mehr Erläuterung zumm Wässern / Farb- und Durschlagskontrolle und zum "genauso fein schleifen". Wie fein bedeutet genauso fein? Wie man hoffentlich sieht bin ich wirklich absoluter Laie, der einfach macht und probiert und dann aus Fehlern für das nächste Projekt (hoffentlich) lernt :emoji_slight_smile:
 
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carsten

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Hallo

das Risiko eiens Leimdurchschlags ist bei der Variante sehr gering, Da würde ich mir deswegen keinen Kopf machen.
Welches Holz / Furnier hast du ?
Welche Möglichkeit zu schleifen hast du ?
 

Skizzl

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Hi Carsten,

ich habe amerikanischen Nussbaum genutzt. Zum schleifen habe ich entweder einen Exzenterschleifer oder aber einen einfachen Schleifklotz mit Schleifpapier drauf. Der Baumarkt um die Ecke hat dafür glaube ich alle Körnungen bis 600er

LG
 

carsten

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Hallo

alles jenseits der Körnung 180 ist Lackschleifpapier. Würde bei NB mit Körnung 150 auf dem Exzenter anfangen. Gutes Schleifpapier. Da gibt es beim Baumarkt eher selten wirklich gutes. Nicht auf einer Stelle rumeiern sondern die Maschine ständig ohne Druck in Bewegung halten.
Im zweiten Durchgang mit Korn 180 schleift man eigentlich nur die Spuren der 150er Körnung weg. Wenn der Exzenter starke Kringel hinterläßt mit dem Schleifklotz nur in Maserrichtung nachgehen.
 

Skizzl

ww-kiefer
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Alles klar, dann werde ich das mal an der Unterseite testen, bei dem dünnen Furnier hab ich nämlich schon ein wenig bedenken, aber probieren geht über studieren :emoji_slight_smile:

Könntest du mir evtl dann auch noch gute Schleifpapier"firmen" empfehlen?
 

Holzsinn

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Und wässern bedeutet, nach den 2 Schleifdurchgängen alles mit einem feuchten Schwamm abzuwischen und auf evtl. Flecken zu untersuchen. Durch das Wasser stellen sich Holzfasern auf, die beim sogenannten "Köpfen" mit einem feinen, neuen Schleifpapier Körnung 240 von Hand egalisiert werden. Die ganze Prozedur incl. Furnieren bitte auch auf einem Teststück durchführen und daran Oberflächentests durchführen, nicht am fertigen Werkstück.

Melanie
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Skizzl

ww-kiefer
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Klasse, da hab ich wieder viel dazu gelernt :emoji_slight_smile:

Habe mir direkt mal von Indasa die hier angesprochenen Körnungen bestellt (150, 180, 240) und werde das ganze natürlich noch an einem Teststück ausprobieren. Hat hier jemand denn Erfahrung mit den Osmo Ölen und könnte mir noch sagen, ob es überhaupt Sinn macht das TopOil noch über das ColorÖl aufzutragen und verändert sich dadurch die Farbe nochmal? Werde auch das natürlich vorher nochmal auf einem Test stück ausprobieren, trotzdem wäre es natürlich toll das schon vorher zu wissen, um mir eventuellen Mehraufwand zu sparen :emoji_slight_smile:
 
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