Werkbank modifizieren

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
Liebe Profis,

Ich besitze eine Werkbank (steht hier noch vom Vorbesitzer des Hauses, ich wohne hier seit 30 Jahren). Leider hat sich deren Arbeitsplatte ziemlich stark geworfen / gewellt, was mir schon seit Längerem ein Dorn im Auge ist. Das Teil sieht ungefähr so aus:

1595203089208.png
Ich fürchte der Grund für das Verziehen der Arbeitsplatte liegt auch in der Bauweise begründet (die Werkbank ist ca 70 cm breit und 170 cm lang). Ich würde nun gerne die Platte tauschen, aber vorher dafür sorgen, dass diese sich nicht gleich wieder verzieht. Mir schwebt in etwas das hier vor:

1595203242035.png
Ich möchte kurz anmerken, dass die Arbeitsplatte auf dem Bild nicht die wirkliche Arbeitsplatte sein wird - ich würde da gerne mit einigen Abstandsbrettern (?) eine 20mm Lochrasterpplatte draufplatzieren, aber das soll hier nicht weiter Thema sein (ebenso die Aussparung, die ich für das montieren einer Fräse benötige). Ich wüsste zunächst einmal gerne, ob diese Modifkation mir ein Plus an Stabilität bringen wird. Die "Arbeitsplatte" soll MDF sein, als Stärke hatte ich hier an 22 mm gedacht, einfach weil es günstig ist. Ich bin hier aber flexibel (die richtige daraufbefindliche Platte sollte allerdings 22mm MDF sein).
Die zweite Frage, die mich beschäftigt ist das anfertigen der Verblattung. Es scheint mir, dass Viele das mit einer Kreissäge (meist mit der Kappsäge oder einer Tischkreissäge) machen. Das ist für mich allerdings keine Option: Zum einen habe ich keine solche Säge, zum anderen ist ein Teil des Rahmens ja bereits aufgebaut und fest verleimt. Ich habe es heute mal mit der Oberfräse ausprobiert, was mir allerdings nicht ganz leicht gefallen ist, da man doch recht leicht verkippelt und sich dann Dellen in die Ausfräsung schneidet. Ich bin dann dazu übergegangen in zwei Durchgängen zu Fräsen: erster Durchgang mit Parallelanschlag und Resthölzern als seitliche Begrenzer und dann nochmal mit dem Bündigfräser um die endgültige Tiefe zu erreichen. Das Ergebnis war auch winklig und sah gut aus, allerdings war die Überblattung nicht ganz bündig d.h. wenn man mit einem Lineal über die Kanten gefahren ist, blieb man stecken. Wäre das für meine Konstruktion problematisch oder wäre das zu verschmerzen, wenn die Arbeitsplatte "nur" auf den Längsbalken aufliegt (die Ausklinkungen auf den anderen Balken würde ich mit der Tauchkreissäge in Salamitaktik machen)?


Vielen Dank für euren Rat.
 

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
6.864
Ort
Ebstorf
Hallo, schraub doch einfach eine Zarge oben vorne gegen die Beine. Da brauchst du gar nichts auszuklinken.
Gruß Ingo
 

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
Ich wollte aber so gerne ^^ Im Ernst, ich war mir nicht sicher, ob das genügen würde, um mein Ziel zu erreichen. Generell würde mich das mit der Überblattung in so einem Fall aber schon interessieren. Ich fürchte aber exaktes, planes aufliegen ist da essentiell, weshalb man das bevorzugter weise wohl auch mit der Kreissäge macht, richtig?
 

IngoS

ww-robinie
Mitglied seit
5 Februar 2017
Beiträge
6.864
Ort
Ebstorf
Hallo,

da gibt es in Zukunft noch genug Projekte, bei denen du Schlitz und Zapfen, Überblattung, Zinken und Gratverbindungen anwenden kannst. Hier ein 10cm hohes Brett mit jeweils zwei Schrauben pro Fuß und Leim dazwischen, gibt dir eine bessere Stabilität, als deine Idee. Und auf Stabilität kommt es bei einer Werkbank doch vorrangig an.

Gruß

Ingo
 

Macchia

ww-robinie
Mitglied seit
2 Mai 2014
Beiträge
6.078
Ort
Corsica
so wie Ingo sagt vorne und hinten eine Zarge.
Den 3. Fuß würde ich mir sparen stört nur, außer du brauchst die Unterteilung für Schubläden/Regale.
Dann würde ich ihn aber auf die untere Strebe setzen und nicht bis zum Fußboden (Stolperfalle)

Die Überplattung (wie stark sind deine Pfosten?) sägst du mit der Handsäge aus.
Zarge mit Leim und Schrauben befestigen.
Wenn die gesägten Flächen nicht gerade werden dann mit PU Kleber oder zusätzlich mit Holzdübel oder
einfach mit großen Holzschrauben mit 6kt.Kopf und U-Scheibe.
Hinten eine Rückwand falls das seitlich noch zu sehr wackelt.
 

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
Hallo,

da gibt es in Zukunft noch genug Projekte, bei denen du Schlitz und Zapfen, Überblattung, Zinken und Gratverbindungen anwenden kannst. Hier ein 10cm hohes Brett mit jeweils zwei Schrauben pro Fuß und Leim dazwischen, gibt dir eine bessere Stabilität, als deine Idee. Und auf Stabilität kommt es bei einer Werkbank doch vorrangig an.

Gruß

Ingo
100% d'accord! Vor allem bei der Werkbank muss man jetzt nicht künstlerisch tätig werden.
 

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
@Macchia: Die Pfosten sind ca 80x60 mm. Meine Frage wegen der Überblattung galt nicht den gesägten Flächen, die habe ich gerade bekommen (habe uch mit der Handsäge probiert und auch da ist gerades Sägen prinzipiell möglich, wie ich herausgefunden habe ^^). Das Problem ist, dass ich keine 100% plane Auflgefläche bekomme, wenn ich die Teile ineinander lege. Optisch sieht das gut aus und auch mit dem Finger fühle ich da nix, aber wenn ich mit dem Lineal über die Kanten fahre hakt das und man kann dann so rumwippen.
Für jetzt halte ich mich aber an die Empfehlung von @Ingo S.
 

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
Nochmal zwei Fragen, die mir gerade in den Kopf gekommen sind: Welches Holz nehm ich dafür am besten her? Wäre jetzt einfach zum Baumarkt getigert, aber da bin ich schon einige Male fehlberaten worden. Achso und wie bekomme ich das am besten montiert? Mit ein Grund warum ich dachte die Überblattung sei eine gute Idee war, dass die Montag da nicht aufwendig ist. Am Besten wäre wohl die alte Tischplatte abzumontieren, das Gestell umzudrehen und auf die neue Platte zu stellen und dann die Zargen zu befestigen, oder?
 

Macchia

ww-robinie
Mitglied seit
2 Mai 2014
Beiträge
6.078
Ort
Corsica
klemm die Zarge mit eine Schraubzwinge fest
Kernseite zeigt zum Pfosten.
Einhandzwingen sind hierfür ideal.
Nice to have...
Halte einen Randabstande von min. 1,5 fache Brettstärke ein beim einschrauben, besser aber sowieso bohren/vorbohren damit nichts reißt.

Umdrehen ist aber auch praktisch, dann kannst du gleich mit ein paar Winkel die Tischplatte an die Zarge schrauben.

Holz.. nimm ganz normales Fichtenbrett, achte darauf das es nicht zu wild gewachsen ist mit möglichst wenig großen Ästen.
Die Markröhre sollte nach Möglichkeit weitgehendst rausgetrennt worden sein.
Such da die Bretter durch und nimm die am besten dastehen.
Vielleicht ein Rauhspund nehmen, Nut und Feder kannst du ja abschneiden. > 20mm Stärke wär schon angebracht.
 

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
merci. Hab jetzt Multiplex von nem Kumpel bekommen, das er noch rumfliegen hatte - mit Klavierlack ^^ wird gut aussehen an der Schrotti werkbank. Hab nach Entfernen der alten Tischplatte überhaupt erstmal das Ausmaß der Katastrophe erblickt - da ist nicht eine gerade Stelle an der Werkbank, werde also morgen die Tischzarge mit der Wasserwaage so gut es geht ausrichten. Da die Verbindungsstücke der Beine einen Bogen machen habe ich mir überlegt die Zarge einen Milimeter über dem Bogen zu verschrauben (glaube nicht, dass ich das verleime, erstens müsste ich das schicke Multiplex anschleifen zum anderen glaube ich werde ich als erstes Projekt eine neue Werkbank in Angriff nehmen oder etwas günstiges gebrauchtes anschaffen, as alte Ding entsorge ich dann). Meint ihr es bringt was, wenn ich dann auch quer auf gleicher Höhe Multipley anschraube?
 

Alceste

ww-robinie
Mitglied seit
12 Mai 2020
Beiträge
1.911
Ort
Seligenstadt
kein Ding, ich habe mich sicherlich auch nciht sehr geschickt ausgedrückt, was ich meinte war, dass die ursprüngliche Auflagefläche der Arbeitsplatte, also die "Querbalken" (?) die an den Füßen befestigt sind, einen Bogen machen, sodass die Tischplatte tatsächlich nicht mal flächig auf den Querbalken auflag. Nun hatte ich die Idee die von dir empfohlenen Zargen durch weitere zu ergänzen, die eben entlang der Querbalken verlaufen und so eine ebene Auflagefläche bieten sollen.
Das alles habe ich auch ausprobiert, allerdings ohne Erfolg (das nächste Mal schau ich mir Dinge, die ich versuche zu reparieren mal lieber genauer an; ich bin es gewohnt PCs etc. zu reparieren, das gelingt halt immer, weil die Basis ein Industrieprodukt ist-zur Not bestellt man halt ein neues Teil und gut ist): Tatsächlich ist das Ding dermaßen schief und Krumm dass ich nicht einen Ansatzpunkt gefunden habe an dem ich die Zargen hätte anbringen können sodass sie sich nicht verwinden. Natürlich habe ich das erst dann gemerkt als ich schon mehrere Stunden mit dem Ding gekämpft hatte und alles ins Wasser gebracht hatte (ohne zu merken, dass die Wasserwaage teilweise wegen der Verwindung der Zargen am Kippeln war).
Also vielen Dank euch Beiden für die Hilfe, ich werde das nächste Mal besser prüfen, ob ich nicht jedermanns Zeit verschwende. Sorry :emoji_frowning2:
 
Oben Unten