Welches Holz für Kistchen für (rostgefährdete) Werk- und Messzeuge?

Spartaner117

ww-fichte
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Hallo allerseits,

weil es gerade erst in einem Metallerforum Thema war und ich zwar die Gerbsäure, aber nicht evtl Leime auf dem Schirm hatte, wollte ich jetzt doch mal die echten Holzprofis fragen:

Wenn man Kistchen, Einlagen, Spannzangensortiment-Sockel u.ä. für stark rostgefährdete und/oder hochpräzise Stahlteile wie Messzeuge, Spannzangen usw. bauen möchte, welches Holz empfiehlt sich da?

Anforderungen:
Stabil auch bei dünnen Wandstärken wäre wichtig, keinerlei rostauslösenden Ausdünstungen, idealerweise unbehandelt lange haltbar und verzugsarm wären weitere Wunschpunkte auf der Liste.


Ich selbst habe bisher oft Birke Multiplex in 4mm und 6mm verwendet und selbst bisher keine Probleme, aber jetzt auch mehrfach gelesen, dass andere mit dieser Wahl richtiggehende "Rostränder" an den Kontaktstellen mit dem Holz bekommen haben?
Kann das evtl an dem Leim liegen? Wenn ja, worauf muss man da achten?

Und wenn man schon die Profis fragt, für "Massivholz" bzw einfach dickere Platten (für zB Spannzangenbrettchen) hätte ich auch gerne eine Empfehlung.
Bisher dachte ich da auch an MPX oder sogar nur MDF, aber wenn der Leim auch "böse" sein kann, frage ich lieber nochmal speziell nach.


In keinem Fall geht es um die Optik, sondern vor allem um die oben genannten, technischen Eigenschaften.


Mein letztes Birke-MPX ist von der ZEG, nennt sich:
Multiplex Birke Verleimung exterieur Qualität BB/BB FSC Mix 80% BV-COC-009552
Was auch immer das alles bedeuten mag^^
Ich kann vielleicht nicht immer ne ganze Platte bei der ZEG holen, manchmal muss auch der Baumarkt herhalten, und da will ich mir natürlich auch keinen Rostförderer holen. Deswegen die Fragen.


Außerdem natürlich auch die Frage, womit man am einfachsten (also am wenigsten Arbeit) solche Probleme nachbehandlungstechnisch lösen könnte. Also zB Ölen, Lackieren, u.ä.
Auch hier würde ich mich über Empfehlungen, die sich mit den obigen Ansprüchen decken, sehr freuen!


Vielen Dank schonmal vorab an alle und viele Grüße,

Marc
 

michaelhild

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Hast Du mal ein Link zu dem Thema bei den Metallern?
So ganz kritisch sehe ich das spontan nicht, speziell mit den Leimen. So lange die noch flüssig sind, OK, aber wenn ausgehärtet ist das was anderes.

"Rostauslösende Ausdünstungen" ist so ein Punkt, Holz hat ja je nach Umgebung und Klima ne gewisse Holzfeuchte, die kann schon eine Rostbildung fördern, aber das ist Holzart unabhängig und wirst Du immer in gewissen Grenzen haben.
 

carsten

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Hallo

sehe ich wie Michael .
Holzart oder Plattenwerkstoff ist da sehr sehr nebensächlich ( ich behaupte mal bestenfalls unter Laborbedingungen ist da was mesbar). Der Leim ausgehärtet völlig belanglos.
Entscheidend ist die Umgebungsfeuchte. Da sich Holz daran "orientiert". Holz und erst recht Kisten aus Holz wird man nie so dicht bekommen.
Deshalb ist ja gerade bei langer Lagerung via Seeweg z.B. auch aus dem fernen Osten in vielen Produktverpackungen das Trockenmittel in Tütchen mit eingepackt.
Also auf die Umgebung achten in denen die Prüfwerkzeuge gelagert werden und wenn mit entsprechden Trpckenmittel und/ oder eingeschweißt lagern.
 

Spartaner117

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Die reine Holzfeuchte bzw deren "Weiterleitung" ins Innere ist kein Problem. Dort, wo ich Holzkisten einsetze, ist es auch in der Umgebung trocken. Mir geht es wirklich nur um das Holz an sich, also hinsichtlich Gerbsäure und evtl eben Leim.

Wenn das bei trockenem Holz beides kein Problem mehr darstellt, umso besser.
Also Kästchen evtl nach Beschnitt und Herstellung noch ne Woche offen trocknen lassen und alles gut, sehr schön.

Vielen Dank auch!

Viele Grüße,

Marc

edit:
Puh, Link habe ich jetzt auf die Schnelle gar nicht wiedergefunden^^ Wenn ich das wieder finde, trage ich das auf jeden Fall nach!
 

ChrisOL

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Hallo,

um die Gerbsäure musst du dir bei Multiplex Buche oder Birke oder gar MDF keine Sorgen machen. Einen hohen Gerbsäuregehalt gibt es z.B in Eiche.

Ich habe viele Hobel aus Gusseisen un einem stark schwankenden feuchten Keller aufbewahrt. Nach dem ich einen Werkzeugschrank erstellt hatte war das Rostproblem fast nicht mehr vorhanden. So ein Kästchen hält den plötzlichen Feuchtewechsel gut ab. Wenn dein Werkzeug wirklich sehr empfindlich ist, sind Temperaturschwankungen zu vermeiden, da Kondenswasser ein viel größer Problem sein kann.
 
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