Welcher Klarlack für Palisander- / Makassarfurnier

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Hallo, ich habe mich hier nun auch mal angemeldet, weil ich bis dato leider keine passende Hilfe für mein Problem aus bestehenden Beiträgen erhalten konnte.
Ich habe folgendes Problem:
Ich furniere hobbymäßig öfter Bauteile in verschiedensten Holzsorten und behandle die Oberfläche im Anschluss mit Klarlack bzw. Hartwachsöl.
Ich bevorzuge eigentlich das Hartwachsöl von Osmo, welches ich mit einer feinen Rolle auftrage. Das Öl lässt sich sehr gut verarbeiten, verläuft sehr gut und bringt ein für mich hervorragendes Ergebnis.
Oftmals verwende ich auch Palisander bzw. Makassarfurnier und hier fängt das Problem an. Das Osmo Hartwachsöl hat hier eine extrem lange Trockungsdauer. Teilweise dauert es 14 Tage bis der zweite Auftrag folgen kann. Bei den "normalen" Hölzern kann ich den zweiten Auftrag meist nach 2-3 Tagen aufbringen.
Ich weiß, dass Tropenhölzer sehr inhaltsstoffreich sind.

Alternativ habe ich auch mal das Holzsiegel von Clou verwendet. Hiermit ist die Trocknungsdauer zwar akzeptabel, jedoch lässt das Ergebnis zu wünschen übrig. Ich habe das Holzsiegel natürlich wie angegeben verdünnt, jedoch entstehen ständig Blasen die nicht mehr verlaufen und auf der Oberfläche verbleiben. Das sieht dann nicht mehr sehr toll aus.

Ich habe auch schon mit WasserbasiertenLacken (z.B. von Clou) experementiert. Hier ist die Trocknungsdauer natürlich ein Traum, jedoch feuert es mir das Holz nicht genug an.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Tips was ich für diese speziellen Holzsorten am besten verwenden sollte. Ach ja, die Oberfläche soll schon glänzend bzw. seidenglänzend sein.

viele Grüße
 

uli2003

ww-robinie
Mitglied seit
21 September 2009
Beiträge
10.999
Alter
55
Ort
Wadersloh
2K-Pur ist das Mittel der Wahl, lösemittelbasiert. Bei inhaltsstoffreichen Hölzern problemlos.
Beispielsweise Hesse-Lignal DE554 mit Härter DR470. Es gibt auch viele andere Hersteller mit ähnlichen Produkten.
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Danke für die schnelle Anwort.
Für mich zum Verständnis, was macht ein 2K Lack in der Trocknung denn anders als ein 1K Lack?
Ich habe natürlich auch schon von 2K Lacken gehört, jedoch hatte mich immer der Aufwand des Mischens etwas gestört. Ist es denn problemlos hier auch nur kleine Mengen anzumischen? Ich benötige pro Arbeitsgang vielleicht immer nur etwa 150-250ml.
 

uli2003

ww-robinie
Mitglied seit
21 September 2009
Beiträge
10.999
Alter
55
Ort
Wadersloh
Ein 2K-Pur besteht aus einem Polyol, dem Stammlack, der aus Lösemitteln, Bindemitteln etc. besteht, und einer zweiten Komponente, einem Polyisocyanat, welches die Reaktion in ein Polyurethan 'startet'.

Bei einem 1K-Pur ist dem Stammlack die Härterkomponente schon beigemischt, in der Regel ein feuchtigkeitshärtendes Isocyanat. Der Lack härtet dann mit der Luftfeuchtigkeit aus.
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Achso okay, und wie sieht das mit dem mischen aus? Ist es denn möglich solch kleine Mengen vernünftig anzumischen?
Es macht ja keinen Sinn einen ganzen Liter anzumischen, den ich dann danach wegwerfen kann. Ich weiß ja nicht wie lange sich das hält nachdem es einmal gemischt wurde.
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Bei dem oben vorgeschlagenen Lack von Hesse steht in der Beschreibung, dass er ausschließlich für das Spritzverfahren geeignet ist. Das fällt bei mir ja raus. Gibt es denn auch einen 2K-Lack der zum Rollen geeignet ist?
Jetzt weiß ich auch wieder warum ich mich damals nicht näher damit beschäftigt habe, alles zu kompliziert für den gelegentlichen Heimgebrauch :emoji_wink:.
Ich habe mal gelesen, dass es für wasserbasierte Lacke extra eine "Anfeuerungsgrundierung" gibt. Bin aber bis jetzt nirgends fündig geworden. Hat da jemand vielleicht Erfahrung mit?

Vielleicht hat ja jemand einen Tip oder eine Idee wie ich diese Bläschenbildung bei dem Holzsiegel von Clou vermeiden kann. Damit war ich ja soweit ganz zufrieden und auch die Trocknungsdauer ist mit 2-3 Tagen bei Palisander Akzeptabel. Vielleicht noch weiter verdünnen, oder sogar schon zu viel verdünnt?
 
Zuletzt bearbeitet:

magmog

ww-robinie
Mitglied seit
10 November 2006
Beiträge
9.451
Ort
am Main, zwischen Hanau und Aschaffenburg
Guuden,

die üblichen 2-K- Lacke sind einfach zu verarbeiten, nach dem ersten Versuch werden Deine Bedenken verschwunden sein.
Ich denke, Deine Bläschen sind sogenannte "Aufkocher".
Sie entstehen, wenn der Lack zu zäh ist und
die Luft aus den Poren entweichen will,
aber der Lack bereits begonnen hat anzuziehen.

Abhilfe kann:
-ein anderer Lack,
-ein leichtes Anfeuchten der Oberfläche mit der Verdünnung des verwendeten Lacks
unmittelbar vor dessen Auftrag leisten,
-beim ersten Auftrag das Verdünnen des Lacks, 10% reichen,
-ersten Auftrag ganz dünn vornehmen,
-in kühler Umgebung grundieren, erst nach dem der Lack gut angezogen hat in wärmere Umgebung umlagern,
-oder ganz professionell Verzögerer zusetzen.
-Evtl. ist Dein Lackierraum oder/und Dein Werkstück auch einfach zu feucht.

Wenn alles nicht hilft, das Werkstück in warmer Umgebung vorkonditionieren,
abkühlen lassen, dann dünn grundieren.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Das seltsame ist ja, dass nach dem ersten Auftrag so gut wie keine Bläschen vorhanden sind, sondern diese erst nach dem zweiten Auftrag zum Vorschein kommen. Ich habe den Eindruck, dass dies von der Rolle kommt. Bei dem Hartwachsöl von Osmo benutze ich die gleiche Rolle, habe jedoch gar keine Probleme mit Blasen. Ich denke Osmo ist etwas länger offen, so das die Blasen wieder verschwinden.
Ich kann aber trotzdem mal versuchen das Holz vorher zu grundieren.
 

uli2003

ww-robinie
Mitglied seit
21 September 2009
Beiträge
10.999
Alter
55
Ort
Wadersloh
Der Hesse Lack ist ein Spritzlack, lässt sich aber auch gut rollen, wenn es kleine Flächen sind. Man muss nur zügig arbeiten, zwischendurch Kaffee trinken is nich..
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Also die Flächen bzw. Bretter sind max 40x20cm groß + Stirnflächen.
In einem Arbeitsgang lackiere ich in der Regel zwischen 24 und 34 Stück davon.
Ich habe mal drei Bilder eingefügt damit ihr wisst wurum es überhaupt geht.

img_3417owkmd.jpg

img_3414fckfc.jpg

img_3410y2k98.jpg
 

seschmi

ww-robinie
Mitglied seit
23 Mai 2008
Beiträge
1.722
Ort
Mittelfranken
Den Holzsiegel verdünne ich auch immer, mit der Original-Verdünnung (leider teuer). Aus der Dose erscheint er mir zu dick. Ist vielleicht den Grenzwerten beim Lösungsmittel geschuldet.

Was Du auch probieren könntest, ist Schellack. Ist nicht so beanspruchbar, aber sonst gut. Lass Dich nicht von den komplizierten Anleitungen abschrecken - eine perfekte Schellackpolitur ist sehr schwierig, aber wenn Du mehrere Schichten mit dem Ballen aufträgst und polierst, wird das Ergebnis schon recht gut aussehen. Sollte man aber natürlich erstmal an einem Rest ausprobieren.
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Die originale Verdünnung habe ich bisher auch immer verwendet. Der Preis ist okay. Ich verbrauche ja keine Literweise davon.
Es gibt von Clou auch eine Schnellschleifgrundierung. Ich war schon am überlegen ob ich die mal versuchen soll. Weiß jemand zufällig, ob diese das Holz auch schon "anfeuert". Dann könnte ich danach mit einem Wasserbasierten Lack den Schlussanstrich vornehmen.
 

seschmi

ww-robinie
Mitglied seit
23 Mai 2008
Beiträge
1.722
Ort
Mittelfranken
Schnellschliffgrund ist ein Nitrolack. Gefühlt feuert der weniger an als Holzsiegel, aber mehr als Wasserlack - ich habe das aber nie am selben Werkstück genutzt, daher habe ich nicht den direkten Vergleich, würde ihn aber so in der Mitte einordnen. Vielleicht hat ja jemand anderes das direkt verglichen.

Du kannst übrigens auch erst Ölen und dann lackieren - dann hast Du die lange Trocknungsdauer nur einmal. Allerdings muss die Ölschicht richtig durchgehärtet sein, damit der Lack darauf hält, und darf kein Wachs enthalten.
 

Herr Dalbergia

ww-robinie
Mitglied seit
3 Juli 2010
Beiträge
963
Mhhhhhhh...sehr schön!

Sony ES Serie, auch ein kleines Hobby von mir...

Als Gitarrenbauer (viel Palisander, Ebenholz und andere Hölzer die angefeuert werden “müssen“) würde ich mal vorschalgen:

Clou AC 63 Nitro-Kombinations Schwabbellack, OHNE Schnellschliffgrund oder Absperrgrund direkt aufs Holz
Clou DD28 2-Komponenten Lack
Schelllack, sehe ich hier aber bezüglich Aufwand und Nutzen eher kritisch

Viel Spaß und Erfolg, und wenn Furnier brauchst, melde Dich!
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
Moin, danke erst einmal für die neuen Anregungen :emoji_wink:
Die Kombination AC63 / DD28 hört sich ganz interessant an. Allerdings ist der DD28 ein hochglanzlack. Das passt bei mir nicht ganz so. Ich würde "seidenglänzend" oder " glänzend" bevorzugen. Gibt es da Alternativen von Clou? Weiterhin scheinen das Produkte für das Gewerbe zu sein. Gibt es denn Bezugsquellen für private Anwender?
Ich habe gestern mal folgende Kombination versucht: Clou Lack-Lasur L4 "naturfarbig" (war nach 15 Minuten auf Palisander/Makassar staubtrocken), Zwischenschliff 320 und dann ein Auftrag Osmo Hartswachsöl mit der Rolle. Nach 2-3 Stunden sah das schon recht trocken aus. Ich werde heute nach der Arbeit mal das Ergebnis begutachten und berichten.
 

Herr Dalbergia

ww-robinie
Mitglied seit
3 Juli 2010
Beiträge
963
Hallo,

ich meinet eigentlich ENTWEDER AC63 ODER DD28
Den DD28 bekommt man auch in verschiedenen Glanzgraden.
Bei unserem örtlichen Händler kann "jeder" das Zeugs kaufen....notfalls mal bei Clou anfragen oder dirket bestellen.
 

Zulu110

ww-pappel
Mitglied seit
21 Oktober 2020
Beiträge
9
Ort
Bochum
So, hier mal meine Ergebnisse von meiner Testreihe.
Nachdem ich die Furniere als erstes mit einem Auftrag Clou Lack-Lasur (auf Schallackbasis) gestrichen habe, konnte ich sie nach einer Stund schleifen und habe dann einen Auftrag mit dem Hartswachsöl von Osmo mit der Rolle vorgenommen. Was soll ich sagen. Das Zeug war am nächsten Tag trocken, so dass ich es schleifen konnte.Ich habe gestern den zweiten Anstrich Hartwachsöl mit der Rolle vorgenommen und werde mir das Ergebnis gleich mal betrachten.
Wohlgemerkt, die anderen Werkstücke bei denen ich das Hartswachsöl als ersten Anstrich direkt aufgetragen habe, sind nach mehr als 10 Tagen immer noch am kleben!
Da diese Lach-Lasur L4 sehr teuer ist und es sie nur in 125ml gebinden gibt, werde ich das gleiche nochmal mit dem Holzlack L1 von Clou auf Nitrobasis versuchen. Das sollte eigentlich das gleiche Ergebnis bringen.
 
Oben Unten