Umgang mit Parallelanschlag bei einer FKS

4ctive

ww-birke
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Hallo Zusammen,

ich habe eine Frage, die ich mir immer wieder stelle und ich bin bis heute nicht ganz schlau bei dem Thema. Kurz vorab, ich baue schon länger Möbel, allerdings als Hobby, nicht beruflich.

Meine Frage bezieht sich auf den Umgang mit dem Parallelanschlag an einer Formatkreissäge. Genauer gesagt, die 45° Regel. Ich habe immer das Gefühl, dass wenn ich den Anschlag nach der Regel einstelle, mir für das Durchschieben des Holzes (je weiter der Schnitt vorangeschritten, desto schlimmer) die Führung fehlt. Ich verstehe, dass bei schmalen Schnitten oder dem Schneiden von schmalen Leisten (sagen wir mal <3-4 cm) es natürlich Sinn ergibt, das Lineal des Parallelanschlags nach der Regel zurückzuziehen. Aber wenn ich beispielsweise von einem Brett (40 x 70 cm) einen Streifen von 25 cm Breite abschneiden will und den Anschlag entsprechend zurück ziehe, dann fehlt mir gefühlt, wie schon geschrieben, die Führung im letzten Drittel des Schnitts. Ich fühle mich beim Sägen deutlich wohler, wenn der Anschlag weiter hinter das Blatt eingestellt ist und somit das Durchschieben des Holzstücks auch im letzten Drittel des Schnitts noch mit sicherer Führung durchgeführt werden kann.

Daher würde mich interessieren, wie ihr das in der Praxis als "Profis" so haltet. Zieht ihr den Anschlag immer nach Regel zurück oder nur wenns wirklich schmal zugeht?

Bin für alle Tipps aus der Praxis und der täglichen Arbeit mit der FKS dankbar.

Beste Grüße,
Benjamin
 

anobium60

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...der Anschlag wird doch nach "vorne" in Richtung des aufsteigenden Zahnes geschoben, so dass Ende Anschlag und Mitte Sägeblatt einen 45° Winkel bilden (ungefähr). Bei einem 350er Blatt und 250mm Breiteneinstellung, ist doch das Werkstück während des gesamten Schnitt geführt.
Oder ziehst du den Anschlag hinter die Mitte des Sägeblattes (in Richtung eintauchender Zahn), das wäre fatal...
Rainer
 

Friederich

ww-robinie
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Ende Anschlag und Mitte Sägeblatt einen 45° Winkel bilden
Ende Anschlag und ANFANG Sägeblatt, also abtauchende Zahne, würde ich eher sagen. Wenn ich nicht sehr täusche. Und auch da sehe ich genügend Führung. Man drückt ja VOR dem abtauchenden Sägblatt das Holz gegen den Längsanschlag.
 

4ctive

ww-birke
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Ende Anschlag und ANFANG Sägeblatt, also abtauchende Zahne, würde ich eher sagen. Wenn ich nicht sehr täusche. Und auch da sehe ich genügend Führung. Man drückt ja VOR dem abtauchenden Sägblatt das Holz gegen den Längsanschlag.

So wie Friederich schreibt meine ich das. Und ja, ich drücke vor dem Sägeblatt an den Anschlag und in Vorschubrichtung. Aber wenn du in dieser Konstellation ein 70 cm langes Brett durchschiebst, dann hat das im letzten Drittel des Schnitts vor dem Sägeblatt doch kaum noch Führung, da ja nur noch 1/3 des Bretts an dem Anschlag anliegen und 2/3 liegen frei...
Keine Ahnung, vielleicht drücke ich auch zu sehr an den Anschlag und zu wenig in Vorschubrichtung, sodass ich dazu neige, das Brett zu "verziehen"...

Ist das verständlich was ich meine? Sonst versuche ich mal eine Skizze zu machen :emoji_slight_smile:
 

schrauber-at-work

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Hab meine Formatkreissäge ja noch nicht so lange, kann Das Problem aber nicht nachvollziehen.
Keine Ahnung, vielleicht drücke ich auch zu sehr an den Anschlag und zu wenig in Vorschubrichtung, sodass ich dazu neige, das Brett zu "verziehen"...
Schätze hier liegt der Hund begraben....
In diesen Abmessungen steht bei mir der Parallelanschlag sogar vor dem Sägeblatt, einfach nur um die Wiederholgenauigkeit zu haben. Den rest übernimmt der Schiebeschlitten und der Queranschlag.
Funktioniert Tadellos. Mit Gewalt Richtung Parallelanschlag zu drücken ist sinnfrei.

Gruß SAW
 

OmnimodoFacturus

ww-esche
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Ich kann das Problem nicht wirklich nachvollziehen, weil ich nicht verstehe wie dein Werkstück zur Seite abdriften kann, wenn das Sägeblatt plus Spaltkeil grade mitten im Werkstück steckt. Zudem drückst du das Werkstück ja vor dem Sägeblatt gegen den Parallelanschlag, was dahinter passiert ist doch irrelevant, weil der Schnitt schon gemacht wurde.
Ich glaube eine Skizze mit deinem Problem ist eine gute Idee.
 

raziausdud

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Hallo zusammen;

ich (Amateur) kann das Problem nachvollziehen, aber ich hab die Sache zumindest für Tischkreissägen ohne Formatschiebeschlitten so verstanden - und ich meine, dass ich durch dieses Forum (durch was auch sonst :emoji_wink:) zu dieser Meinung gekommen bin:

die 45-Grad-Regel gilt, wenn man kleine kurze Teile schneidet, weil nur diese und auch nur wenn abgetrennt zwischen dem Paralleanschlag und dem Sägeblatt eingklemmt werden können und es so zu einem Rückschlag kommen kann. Bei Längsschnitten und auch bei Schnitten am Queranschlag, bei denen der Parallelanschlag als "Längenstopper" dient. Wenn man wie z.B. oben genannt, ein 70cm langes Brett am Paralleanschlag auftrennt, kann weder Werkstück noch Abfallstück gegen die aufsteigenden Zähne kommen bzw. nur ganz leicht, da der Spaltkeil in diesem Fall seine Aufgabe erfüllen kann. Am Ende des Schnitts könnte lediglich das Abfallstück gegen die vorderen Zähne kommen.

Und ich habe es auch mal probiert, es ist mit nicht gelungen mit langen Werkstücken einen Rückschlag auch nur annähernd zu provozieren. Und auch mit kleinen Teilen habe ich es probiert. Solange die frei auf dem Tisch "herumkullern" und somit nur ohne Druck an die hinteren Zähne kommen, passiert nichts bzw sie werden von den aufsteigenden Zähnen dezent zur Seite geschoben.

Das Problem ist meines Erachtens also ausschließlich ein mögliches Einklemmen kleinerer Teile, somit gilt nur für die die 45-Grad-Regel des zurückgezogenen Parallelanschlags.

Und daher oute ich mich auch ohne schlechtes Gewissen als Nutzer eines langen Parallelanschlags - bei Längsschnitten an langen Werkstücken (!). Ich hab meinen sogar aus dem Gefühl einer besseren Führung bei langen Werkstücken nach hinten (!) verlängert. Übrigens habe die kleinen Tischkreisssägen in der Regel einen langen durchgehenden Parallelanschlag, für die 45-Grad-Regel muss auch ich mir mit einer zusätzlich am Paralleanschlag angeklemmten Leiste behelfen.

Rainer
 
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Friederich

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Den rest übernimmt der Schiebeschlitten und der Queranschlag.
Wenn man ein Brett auf Breite schneidet, dann benutzt man aber doch nicht den Queranschlag ?! Das Brett muss doch unbedingt zwischen Längsanschlag und Sägeblatt geführt werden. Und gegen den Längsanschlag muss es durchaus fest gedrückt werden. Hat es hier nämlich keinen Kontakt, dann wird ja die eingestellte Breite nicht eingehalten. Und außerdem der Schnitt nicht gerade.
 

schrauber-at-work

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Nabend,

Das Problem ist meines Erachtens also einschließlich ein mögliches Einklemmen kleinerer Teile, somit gilt nur für die die 45-Grad-Regel des zurückgezogenen Parallelanschlags.
Beim auftrennnen von Massivholzbohlen kann es durchaus auch "zwicken" wenn der PA zu weit vorne steht.
Wenn man ein Brett auf Breite schneidet, dann benutzt man aber doch nicht den Queranschlag ?!
Warum nicht?
Das Brett muss doch unbedingt zwischen Längsanschlag und Sägeblatt geführt werden. Und gegen den Längsanschlag muss es durchaus fest gedrückt werden.
Das ist nun schon "sarkastisch" :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:
Liebe "Anfänger" : Don't try this @home!

Der Längsanschlag gibt bloss die Referenz, Druck braucht es hier nicht.

Je mehr Kraft (egal in welcher Richtung), desto :emoji_poop:

My2cent
 

Friederich

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die 45-Grad-Regel gilt, wenn man kleine kurze Teile schneidet...
Wenn man kurze Stücke von einem Brett abschneidet, dann benutzt man den Queranschlag und zieht den Längsanschlag einige Zentimeter vor das Sägeblatt zurück. Das abgeschnittene Teil muss ja frei nach rechts hin abfallen können. Keinesfalls zwischen Längsanschlag und Sägeblatt geklemmt werden können.
 

Friederich

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Der Längsanschlag gibt bloss die Referenz
Am Längsanschlag wird geführt, wenn man ein Brett auf Breite schneidet. Genau dafür ist er ja da. Selbsverständlich muss man dabei das Brett an diesen andrücken.
Queranschlag kommt hierbei überhauptnicht zum Einsatz. Schiebt man am besten mitsamt dem Schiebetisch ganz nach vorne, damit er aus dem Wege ist.
 

raziausdud

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Schau dir bitte mal Seite 6, Bild 13 an, ob das mit deinem Arbeitsverhalten übereinstimmt.
Das Bild zeigt den 45-Grad-Winkel nach hinten. Ehrlich, das sehe ich zum ersten Mal, zumindest bewusst. Und bin verwirrt. In meinem Kopf ist die 45-Grad-Regel ein Winkel nach vorn, so hatte ich es bisher verstanden. Auch Friedrichs Äußerung in #12 lautet ja: "... vor das Sägeblatt ..." - bei Querschnitten.

Oder gibt es eine andere 45-Grad-Regel für Längsschnitte als die für Querschnitte, also mal nach vorn mal nach hinten .... ? Eine web-Suche mit den Begriffen liefert mir nicht ein einziges Bild dazu.

Vielleicht macht der Fragesteller den gleichen eventuellen Fehler wie ich. Dann wäre klar, warum ein Werkstück schlecht geführt wird.
Rainer
 
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schrauber-at-work

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Am Längsanschlag wird geführt, wenn man ein Brett auf Breite schneidet.
Das ist klar. Wie sieht es an nem quadratischen Werkstück aus?
Da nehm ich lieber den Queranschlag, wird (zumindest bei meiner Säge) genauer (was ist bei einem quadrat die breite?)
Selbsverständlich muss man dabei das Brett an diesen andrücken.
Na ja, anlegen reicht. Drücken führt eher zu Abweichungen/Problemen, grade bei Massivholz.
Queranschlag kommt hierbei überhauptnicht zum Einsatz. Schiebt man am besten mitsamt dem Schiebetisch ganz nach vorne, damit er aus dem Wege ist.
Je nach länge des Schiebeschlittens und der Aufgabe würde ich sagen. Bei massiven Bohlen nutze ich den Schlitten gerne, geht um längen einfacher wie die FKS zu behandeln als wäre Sie ne TKS.
Königsweg (allgemeine Vorgehensweise) ist m.M.n. stark vom Material und der Anwendung abhägig.
Furnierter Span vs. Massivholz hat einfach andere Eigenschaften.
Gruß SAW
 
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Hi Benjamin,

hab auch ewig gebraucht bis ich das gecheckt habe aber selbst korrekt angewendet finde ich es nicht geil schmale Streifen am Parallelanschlag zu schneiden. Meine Lösung ist ich habe mir als Zubehör (bei Altendorf heisst das zumindest Palin) geholt, damit schneide ich die Streifen auf dem Schlitten. Und wenns zusätzlich noch ganz "hart" wird kann man mit nem Niederhalter noch festspannen....

Ich nutze den Parallelanschlag im Grunde nur ganz weil zurückgezogen als "Messlinial" wenn überhaupt
 

Daniboy

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Wahrscheinlich wird oft "Anschlag vor das Sägeblatt ziehen" und "Anschlag laut 45-Grad-Regel" verwechselt.
 

raziausdud

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Meines Erachtens bei Querschnitten garkeine
Du hast Recht. Ich hatte mich gerade auf die Suche nach meiner Verwirrung begeben. Beim bgh steht bei Längsschnitten die 45-Grad-Regel, nach hinten, bei Querschnitten heißt es "vor das Sägeblatt", ohne Grad-Angabe. Verwirrung ist erfolgreich beendet :emoji_slight_smile:

Inzwischen hat Daniboy geschrieben: "Wahrscheinlich wird oft "Anschlag vor das Sägeblatt ziehen" und "Anschlag laut 45-Grad-Regel" verwechselt." So war es .....

Rainer
 

uli2003

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Ich korrigiere diesen Salat mal:

-Auftrennen von Massivholz nach der 45 Grad Regel
-Ablängen von schmalen Sachen am Queranschlag bei vor das Sägeblatt zurück gezogenem Parallelanschlag.
-auf Breite schneiden von längeren Werkstücken, wenn keine! Führung am Schlitten oder Queranschlag möglich, am weit durchgeschobenen Parallelanschlag. Um den Sägewiderstand auszugleichen, ist schon ein gewisser Andruck nötig.

Eine Ausnahme kann das genaue Sägen massiver schmaler Leisten auf Breite sein, hier sollte man auch die 45 Grad Regel anwenden, um ein Ausweichen nach dem Schnitt zu ermöglichen. Bei breiten Teilen muss der Anschlag jedoch lang sein.
 
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uli2003

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Ein quadratisches Werkstück kann man am Quer- oder Parallelanschlag schneiden.
Hauptsächlich entscheidend ist der abfallende Rest.
Wie oben schon gesagt - wenn keine Führung am Queranschlag möglich, wird der Parallelanschlag durchgeschoben.
Eine sichere Führung muss gegeben sein.
 

uli2003

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Den rechten Winkel natürlich - sofern nicht schon vorhanden - am Queranschlag.
Aber das habe ich mal vorausgesetzt, und nur das Verhältnis betrachtet.
 
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