Tisch Kernbuche farblich an Wirtshausstühle anpassen

Cowboy71

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Hallo zusammen,
Ich habe einen Schwung Wirtshausstühle aus der 50er Jahren, die unterschiedlichste Patina haben. Ich habe sie gereinigt, mit Renuwell Möbel Regenerator behandelt und anschließend mit Renuwell Holzbutter abgerieben.
Soweit bin ich mit den Stühlen zufrieden.
Mein Tisch ist aus Kernbuche und hatte ein großes Brandfleck in der Platte. Das hatte ich vor über einem Jahr herausgeschliffen und den Tisch anschließend mit OLI worktop-oil eingelassen. Man sieht auf den Bildern, daß die Beine vom Tisch ein gelbliches braun haben. Leider hat sich die Tischplatte farblich nicht angeglichen, weshalb ich sie jetzt wieder abgeschliffen habe und sie deshalb sehr hell ist.
Mein Wunsch wäre, die Tischplatte farblich irgendwo zwischen die Beine vom Tisch und die Stühle zu bringen. Wobei ich die Beine eventuell auch noch bearbeiten würde. Primär geht es erst mal um die Platte.
Wie kann ich eine Patina/Farbe erzeugen, die gerne im Laufe der Zeit wächst und stärker wird?
Meine Überlegungen gehen in die Richtung, daß ich den Tisch entweder über eine gewisse Zeit unbehandelt lasse und ihn regelmäßig mit Kaffee, Tee oder Schwarzbier "pflege" und ihn nach dieser Zeit wieder mit einem Öl oder der Möbelbutter einlasse.
Die andere Überlegung wäre jetzt mit einer Beize zu arbeiten, die den Farbunterschied wahrscheinlich sofort und dauerhaft beseitigt. Vermutlich ist aber dann auch die Lebensmitteltauglichkeit nicht mehr vorhanden.
Ich freue mich über Impulse und Schwarmwissen. Diverse Versuche mit Kaffee und Tee habe ich schon hinter mir. Diverse Anregungen auf youtube habe ich mir auch schon einverleibt. Bevor ich die ganze Tischplatte in Angriff nehme, würde ich gerne noch eine Zweit-Meinung aus der Fachecke einholen.:emoji_wink:
Viele Grüße,
Thomas


20260211_135400.jpg 20260211_135323.jpg
 

joh.t.

ww-robinie
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Proben mit Osmo Hwö anlegen.

Ich würde es so lassen.
Das sind 2 verschiedene Baustellen und wenn der Tisch gut mit Hwö behandelt ist gleicht sich das innerhalb der nächsten Jahre gut an.
 

flüsterholz

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Ich würde mal vorsichtig vermuten, dass die Stühle aus gedämpfter und der Tisch aus ungedämpfter Buche sind. Ich benutze für farbliche Anpassungen meistens Pulverbeizen ( Ausnahmen gerbsäurehaltige Hölzer und Nadelhölzer).
Pulverbeizen werden aus Farbstoffen hergestellt und sind meines Wissens unkritisch. Außerdem bekommen gebeizte Flächen immer noch eine Schutzschicht (Lack, Wachs, HWÖ was auch immer), die du dann ja nach deinen Vorlieben wählen kannst.
Mit welcher Mischung von Beizen du diesen Farbton jedoch hinbekommst, kann ich dir auch nicht sagen. Rein aus dem Bauchgefühl, und nur wenn die Farben auf den Fotos richtig rüberkommen, irgendeine Mischung mit Kirschbaum oder Eiche mittel (aus dem Clou Sortiment). Aber ich müsste da auch ausprobieren und Beizproben auf gleichem Holz machen.
Die endgültige Farbe, nach Auftrag der Schutzoberfläche, entspricht in etwa der Farbe der Beizen im nassen Zustand. Du müsstest dich auch noch über die richtige Vorgehensweise beim Beizen kundig machen, falls du das noch nie gemacht hast.
Mit dem Beizen hast du aber auch erst den Farbton, noch nicht die Used Optik.
Gruß Michael
 

Johannes

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Hallo,
ich würde das Tischgestell/die Füße farblich anpassen und die Tischplatte so lassen wie sie ist.

Es grüßt Johannes
 

brubu

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Hallo
Ein wichtiger Grundsatz, immer zuerst Muster mit genau gleichem Holz machen. Beizen ist für Profis schwierig und für Laien Glücksache.
Wir haben ein paar Stammlösungen und machen mit Kleinstmengen von 50ml jeweils Versuche bis der Farbton genau genug ist, ganz passt er nie.

Theoretisch brauchst du braun, rot, gelb, ev. schwarz und ?grün mal so ganz einfach erklärt. Dann gehen die Versuche los, für hellere Farbtöne werden die Beizen verdünnt und immer das Rezept genau notieren.
 

magmog

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Guuden,

die Beine passen recht gut zueinander, die Platte hat eine andere Funktion und wird in ihrer Wirkung eher von dem darauf stehenden bestimmt. Also lassen wie sie ist.
 

flüsterholz

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Eine Frage. Die Platte ist doch jetzt geschliffen und unbehandelt? Hast du schon eine Farbprobe gemacht, wie sie mit einer einfachen Oberfläche (Wachs, Öl, HWÖ, etc) aussehen würde, in dem du sie mit Spiritus oder Wasser anfeuchtest? Vielleicht passt der Farbton dann ja schon?

Edit. Ok, habe gerade gelesen, dass du ja schon mal eine Oberfläche drauf hattest und nicht zufrieden warst.
 
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Cowboy71

ww-pappel
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Hallo und Helau,
erstmal vielen Dank für die vielen Kommentare.
Hartwachsöl möchte ich auf meinem Esstisch nicht haben.
Das Oli-Worktop-oil, das ich auf die Platte aufgetragen habe, besteht aus Tung- und Leinöl und hatte leider nicht stark angefeuert. Die Beine vom Tisch sind noch im "Fabrik-Finish", aber bestimmt auch schon 10-15 Jahre alt.
Aktuell ist die Tischplatte angeschliffen, weil ich sie dezent tönen möchte. Wasser oder Spiritus erzeugen kurzfristig nicht die gewünschte Tönung. Die UV-Strahlung die der Tisch seit der Oberflächenbehandlung vor über einem Jahr abbekommen hat, hat auch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt.
Wahrscheinlich könnte ich mich mit dezenter Pulverbeize und entsprechender Verdünnnung oder Nachbehandlung an das Endergebnis herantasten. Als Abschluss würde ich entweder das OLI-Worktop-Oil wieder aufragen oder mit der Möbelbutter.
Sympathischer wäre mir aber nach wie vor die Farbgebung mit Naturmaterialien wie Kaffee, Zwiebelschalensud, Bier oder Tee.

Eine grundsätzliche Frage hätte ich noch: Wie kann ich feststellen, daß ich die vorhandene geölte Oberfläche ausreichend abgeschliffen habe, damit eine Beize auch eindringen kann?

LG, Thomas
 

wirdelprumpft

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Eine grundsätzliche Frage hätte ich noch: Wie kann ich feststellen, daß ich die vorhandene geölte Oberfläche ausreichend abgeschliffen habe, damit eine Beize auch eindringen kann?
Fläche mit Schwamm naß abwischen, wo noch alte Oberfläche ist trocknet es meist schneller ab bzw. bei Öl dringt das Wasser nicht ein.
Nach trocken nochmal leicht glatt schleifen.
Wenn gebeizt wird sollte man das sowieso machen.

Diesen speziellen Farbton der durch Licht entsteht hab ich noch nie mit Beize getroffen
 

joh.t.

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Alle natürlichen Beizmittel sind soweit ich weiß nicht Uv stabil...

Beize und Ölen ist ein zweischneidiges Schwert.
Macht soweit ich weiß kein Profi.
Nur Lack, da relativ undurchlässig erhält den Zustand, Farbton vom Beizen relativ dauerhaft.
 

flüsterholz

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Das was du mit den Naturmitteln vorhast, ist im Prinzip nichts anderes als das Beizen mit Pulverbeizen. Nur das diese Naturfarbstoffe nicht so UV beständig sind, mit Ausnahme von Zwiebelsud. Mit Bier beizen kenne ich nicht, nur als Lasur. Da ist aber einiges an Vorbereitung und Erlernen von Techniken erforderlich. Das hatte ich hier auch mal beschrieben, wie das funktioniert.
Tee ist noch ganz interessant als Vorbereitung für chemische (echte Beizen). Das behandelte Holz funktioniert dann ähnlich wie gerbsäurehaltiges Holz.
Das viele von diesen alten natürlichen Farbstoffbeizen nicht gut funktionieren siehst du auch an den Möbeln des 18. Jhd. Deren Furniere für die Marketerie waren oft mit diesen Farbstoffen eingefärbt. Da sieht man heute nichts mehr von. Aber vielleicht halten sie ja ein paar Jahre oder sogar Jahrzente. Und eigentlich finde ich es gut, dass du das Ausprobieren möchtest und wäre an deinen Erfahrungen interessiert. Ich kann heute Abend auch mal schauen, ob ich da noch Alternativen finde. Die wirklich gute Fachliteratur dafür "vom Färben des Holzes" ist leider verliehen.
Gruß Michael
Edit: Hier findest du die Anleitung zur Maserierung mit Bierlasur, falls dich das interessiert
https://www.woodworker.de/forum/threads/restauration-alte-kommode.127473/
 
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