Terrassentisch wetterfest machen

koelsche_jung

ww-pappel
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Hallo liebe Foristen,

ich darf mich zunächst vorstellen, da ich neu hier bin. Mein Name ist Sven, ich bin 40 Jahre alt und ich habe ein Problem... :emoji_slight_smile:

Spaß bei Seite. Wir sind in der erfreulichen Situation, eine schöne sehr große Terrasse zu haben. Folglich kam im Frühjahr die Idee, dass wir auf der großen Terrasse auch eine große Esstisch-Tafel haben möchten, an der viele Köpfe platz finden. Schnell ergab sich für uns der Wunsch nach einer Tischgröße von ca. 4m x 1m. Wir haben uns dann zunächst im Internet und Möbelhäusern umgeschaut, ob es derartiges bereits fertig zu kaufen gibt. Die Auswahl - Ihr könnt es euch vielleicht vorstellen - war recht übersichtlich. Das, was es gab, war uns definitiv zu teuer.

Also hat Sven kurzerhand entschlossen, selbst Hand anzulegen und einen Tisch zu bauen. Hat einige Zeit gedauert, aber herausgekommen ist tatsächlich ein ansehnlicher Tisch, der alles zu unserer Zufriedenheit erfüllte. Was habe ich genau gemacht:

Da der Tisch sehr lang ist, wollte ich sicherstellen, dass auch eine ausreichende Stabilität gegeben ist. Ich bin dann schnell zu der Entscheidung gelangt, dass ich für die lange Tischplatte eine unterkonstruktion aus Eisen möchte. Da ich einen Schlosser kenne, ist mir das auch günstig gemacht worden. Der rest des Tisches sollte nun aber aus Holz bestehen, das Eisen sollte tatsächlich nur die Stabiliät erhöhen.

Anschließend bin ich zu einem Sägewerk nach Sankt Augustin und habe mir feines Eichenholz im Rohzustand beschafft. 4 Tischbeine (16 x16 cm) und 7 x 4 meter lange Holzdielen ebenfalls im Rohzustand. Den Krempel habe ich dann von einem Tischler auf die entsprechenden Maße schneiden und hobeln lassen, da mir für so lange Bretter das nötige Werkzeug fehlte.

Der Tischler hat super Arbeit geleistet. Heraus kamen wunderschöne Hölzer zur weiteren Bearbeitung für meinen Tisch. Nun kam leider wahrscheinlich mein erster Fehler. Da klar war, dass der Tisch groß und schwer wird, war auch klar, dass der Tisch über die kalte Jahreszeit auf der Terrasse bleiben muss. Ich überlegte mir also, wie ich das Holz behandeln müsste, damit das auch problematisch möglich ist. Ich fuhr zu meinem Baumarkt (wahrscheinlich der große Fehler) und erkundigte mich vor Ort, womit man für meine Zwecke das Holz am besten bearbeiten könnte. Empfohlen wurde mir dann eine farblose Öl-Lasur für den Außenbereich von Osmo. Ich mich damit also eingedeckt, ab nach Hause und Holz entsprechend schön damit bearbeitet. Sah auch wirklich toll aus. Das ganz war im Sommer passiert, es gab also auch ausreichend Trocknungszeit.

Anschließend ging es an den Zusammenbau. Als Tischplatte habe ich 7 Holzbohlen nebeneinander montiert jeweils immer mit 5mm Luft zwischen den Dielen (Ich dachte, das macht für den Regenabfluss sinn). Die maße der einzelnen Tischbohlen: 4 Meter lang, 14 cm breit, 25 mm stark. Das Ergebnis konnte sich für einen Amateur meiner Meinung nach wirklich sehen lassen. Aber dann...

Nach den ersten Regengüssen musste ich zu meinem erschrecken feststellen, dass sich die Holzbohlen, die ich oben als Tischplatte verarbeitet habe verzogen haben. Das ganze sogar so schlimm, dass die 5 mm Lücken zwischen den Bohlen nun vollständig verschlossen sind. Die einzelnen Bohlen haben sich gewölbt, sodass die Platte nicht mehr schön eben ist. Nach meiner Feststellung habe ich dann etwas gewartet, bis das ganze wieder etwas trocknen konnte und habe von da an eine große Plane über den Tisch gemacht, um diesen nun doch zu schützen. Das war wahrscheinlich der zweite Fehler. Nun hat sich der Tisch stellenweise schwarz verfärbt.

Meine Frage nun an euch Profis:

Gibt es eine Möglichkeit der Rettung des Tischs? Was würdet Ihr vorschlagen, wie ich vorgehen könnte. Gibt sich das mit dem gewölbten Holz evtl. wieder, wenn der Tisch richtig trocken ist? Sind dann ggfs. auch die 5 mm Luft wieder da, wenn sich das Holz nach Trocknung vielleicht wieder zusammenzieht? Ich vermute, dass sich das Holz durch die Feuchtigkeit ausgedehnt hat. Scheinbar war das vom Baumarkt empfohlene Schutzmittel also doch nicht ausreichend.

Was kann ich tun? Ich würde mich sehr über eure Hilfe freuen.
 

seschmi

ww-robinie
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Hallo,

erstmal: Kaputt ist da nichts, lässt sich alles retten. Bilder wären aber hilfreich.

Grundsätzlich arbeitet Holz mit wechselnder Feuchtigkeit. Und im Außenbereich wechselt die nun einmal extrem. Die einzige Möglichkeit, das zu vermindern, ist eine wasserdichte Beschichtung. Die funktioniert aber nur, wenn sie komplett intakt ist - durch kleinste Risse dringt Wasser ein, dass dann nicht wieder rauskann. Sowas funktioniert bei Fenstern (vielleicht), aber nie bei einem Tisch. Vergiss Lacke, Lasuren etc einfach, außer es ist nur zur Zierde.

Also muss der Tisch so konstruiert sein, dass er die Verformung des Holzes abkann. Du hast schon den ersten, richtigen Schritt gemacht, indem du Lücken zwischen den Bohlen gelassen hast. Nur waren 5mm offenbar nicht genug. Vermutlich war das Holz technisch getrocknet, also sehr trocken. Die Lücken kommen teilweise wieder, wenn es trockener wird, aber so wie am Anfang wird es im Freien nicht mehr. Du musst also den Abstand vergrößern. Für weitere Tipps wären Fotos nötig, oder eine Zeichnung der Konstruktion.

Zu den schwarzen Flecken: Das kann beginnende Vergrauung sein, oder Schimmel, oder eine Reaktion mit Eisen oder Ammoniak (aber woher)? Schrubb den Tisch erstmal ordentlich ab, dann mach Fotos und stell die hier ein...
 

Holz-Fritze

ww-robinie
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Eiche würde ich gar nicht behandeln, die hält Jahrzehnte ohne irgendwelche Mittelchen. Eich neigt außerdem dazu schwarz zu werden.

Ich habe meinen Eichentisch der Optik wegen mit Jotun Benar UV gestrichen (ergibt einen Mahagoni Farbton sieht sehr edel aus). Nur dieser Lack ist recht weich eingestellt und irgendwann gibt es kleine Macken und diese werden dann schwarz. Vorteil von Benar ist er blättert auch nach Beschädigung nicht ab.
 

Friederich

ww-robinie
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Den Tisch über Winter reinholen. Ansonsten wenigstens immer etwas abkippen, das bringt schon viel.. Abkippen zur Längskante der Bretter hin. Sonst fleißt alles Wasser zum sowieso empfindlichen Hirnholz hin.
Wenn Plane drüber, dann Abstandshalter drunterlegen (Brennholzscheite etc.). Damit Luft ans Holz kommt. Sonst gammelt es noch schneller.
 
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