Teak Sideboard 60iger Furnier / Wasserschaden

deftone66

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Hallo liebe woodworker,

Ich habe mir ein schönes Mid Century Sideboard aus Teakholz gekauft.
Leider hat es ein einer Stelle einen Wasserschaden / Furnierschaden.
Das Furnier ist hier ganz wellig, es sieht aber nicht so aus als wären es klassische Kürschner (fühlt sich nicht hohl an).
Der Untergrund ist ein Blindholz, keine klassische Spanplatte.
Vl. hat jemand eine Idee wie ich das beheben / verbessern kann.

Vielen Dank und LG,
Deftone 3.png

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1.png
 

carsten

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Hallo

so gleichmäßig und orange würde ich behaupten ist es auf jeden Fall gebeizt, was die Behebung nicht gerade vereinfacht.
Das würde ich nicht selbst angehen sondern einem Profi überlassen.
@welaloba was sagt du dazu ?
 

Mathis

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Dass das Furnier ist, steht außer Frage.
Für die Reparatur müsste erstmal geklärt werden, mit was das Furnier verleimt worden ist, wodurch diese Blasen entstanden sind, und dann gehört sicher seeeehr viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu, diese Blasen niederzulegen.
Die Chance, dabei ohne viel Erfahrung als restaurator die gesamte Deckplatte zu versauen, ist sehr groß- selbst ich würd da als Profi nur ungern dran gehen. Deutlich zu viele Chancen, einen Griff ins Klo zu tun mit anschließendem Neufurnieren der gesamten Platte.
Ich würds unbedingt nur von einem professionellen Restaurator machen lassen.
 

Lico

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Ich seh das nicht ganz so kritisch. Ich würde das vorsichtig an einer Stelle probieren. Wir haben sowas früher mit einem Bügeleisen gemacht, ich würde das heute aber mit sowas Tacking Iron machen. Braucht man eigentlich zum Heißaufziehen von Bildern, man kann da aber auch kleinflächug anderes mit befestigen. Man kann sich ja erstmal einen Kürschner vornehmen und gucken, ob man den wieder fest bekommt und von da aus weiter sehen. So 70 bis 80° nicht zu lange auf einer Stelle. Wenn es haftet mit einem kalten Klotz festreiben bis die Stelle wieder kalt ist. Wenns klappt, hinterher alles neu von Oberfläche, also Lack ganz runter schleifen (ich würde an den fest getackerten Flächen nichts mit irgendwas rangehen, was flüssig ist. Ist aber nur meine Meinung) und neu machen. Lässt sich nicht vermeiden. Wenn man bei einem Kürschner schon scheitert, kann man das vermutlich komplett vergessen. Dann muss die Fläche neu furniert werden. Sowas an einem fertigen Korpus zu machen, ist aber wirklich was für Spezialisten. Das würde ich mir auch nicht zutrauen.

Lico
 

deftone66

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Das hat wohl einige Tage im Regen gestanden.
Ich würde einen sehr hohen Preis aufrufen und nur ungern drangehen.
Also das es im Regen gestand hat glaub ich nicht, das ist nur partiell in einem Bereich 50x20 der Rest schaut top aus - auch von unten schaut das Blindholz sehr gut aus an der Stelle.
 

Lico

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@Lico Funktioniert das auch bei mit Weißleim geleimten Kürschnern?
Ja, das *kann* funktionieren. Deshalb irgendwo an einer Stelle ausprobieren.
Eine Option, wenn das nicht klappt, wäre entlang der Masererung mit einem Cutter aufschneiden und mit Leim unterspritzen. Bei den vielen Beulen wäre ich aber nicht scharf drauf, das machen zu müssen.
Deckchen drüber und eine hübsche Stehlampe drauf, wäre dann eher meine Lösung.

Lico
 

Friederich

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entlang der Masererung mit einem Cutter aufschneiden und mit Leim unterspritzen.
Am besten Haut-oder Knochenleim. Heraustretender Reste die man nicht vollständig abwischen/abschleifen/abschaben kann, fallen dann kaum auf, da sehr holzähnlich.

Nur mal gehört aber nie selber probiert: Flüssigen Knochenleim auf Backblech etc schütten, nach dem Aushärten diese dann dünne Platte in kleine Stücke zerbrechen , die man dann bequem in den Schnitt hineinschieben kann. Dann mit dem erwähnten TackerIron das Furnier herunterdrücken.

Statt dieser Knochenleimsplitter kann man auch Schelllackflocken verwenden. Selbst schon des öfteren gemacht. Schelllack hat enorme Klebekraft auf den meisten Oberflächen.
Beim Runterdrücken mit dem TackerIron immer nur ganz kurz draufdrücken (1sec) damit das Furnier nicht anbrennt. Stück Papier drunter wirkt auch furnierschonend.
 

welaloba

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Exotische Vorschläge, mit Verlaub!
Ich muss noch mal meine Empfehlung mit Fischleim ins Spiel bringen - lange offene Zeit, lässt sich mit Malerspachtel ganz gemütlich unter die aufgeschnittenen Blasen praktizieren, dann nicht bügeln sondern pressen, notfalls mit einem passenden Gewicht auf der Zulage. Und, wie kürzlich erwähnt, lässt sich evtl. rausgequollener Leim mit lauwarmwasser wieder lösen, ganz unmechanisch. Und meine Erfahrung ist, dass Fischleim auch auf alten Weissleimschichten hält. Foto folgt.
 

deftone66

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Exotische Vorschläge, mit Verlaub!
Ich muss noch mal meine Empfehlung mit Fischleim ins Spiel bringen - lange offene Zeit, lässt sich mit Malerspachtel ganz gemütlich unter die aufgeschnittenen Blasen praktizieren, dann nicht bügeln sondern pressen, notfalls mit einem passenden Gewicht auf der Zulage. Und, wie kürzlich erwähnt, lässt sich evtl. rausgequollener Leim mit lauwarmwasser wieder lösen, ganz unmechanisch. Und meine Erfahrung ist, dass Fischleim auch auf alten Weissleimschichten hält. Foto folgt.
Leider wie schon erwähnt im Ausgangsposting fühlt sich das nicht an wie ein Kürschner / Blase.
Habe jetzt einmal versucht manuell was zu bewegen und habe eine Randstelle vorsichtig versucht mit Zwingen zusammenzuspannen - da tut sich nicht viel bzw. nichts.
Es scheint so als sei das Furnier noch mit der Trägerplatte verbunden, gibts das?
 

Lico

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Es scheint so als sei das Furnier noch mit der Trägerplatte verbunden, gibts das?
Könnte theoretisch sein, dass das Tischlerplatte ist, die sich delaminiert hat. Ich würde in dem Fall aber nicht so kleinteilige Ablösungen erwarten. Ich vermute, dass das Furnier nur dicker ist, als Du das erwartest und sich das deshalb für Dich so anfühlt, als sei da noch was drunter.

Lico

Ergänzung: Ich hab Teak Anfang der 80er das letzte Mal furniert. Da war das das dickste Material am Start, etwa 1.2 - 1.5 mm IIRC. Man kann davon ausgehen dass da noch mehr als 1mm von über sind, wenn das an der Langband einer geschliffenen hat, der sein Geschäft versteht.
 
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eckartz

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Für die Variante mit dem dicken Furnier spricht die Orientierung der Blasen In Richtung des Deckfurniers. Die Decklage der Tischlerplatte würde ja quer laufen. Dann sollten die Blasen in diese Richtung länger sein.
 

deftone66

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Für die Variante mit dem dicken Furnier spricht die Orientierung der Blasen In Richtung des Deckfurniers. Die Decklage der Tischlerplatte würde ja quer laufen. Dann sollten die Blasen in diese Richtung länger sein.
Also falls du mit der Deckplatte die Trägerplatte des Furnier meinst dann läuft diese in die selbe Richtung wie das Furnier.
 

deftone66

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Hier eine Seitenansicht mit dem überstehenden Furnier, das Furnier lässt sich manuell (auch mit einer Zwinge) nicht nach unten drücken. 1.jpg
 

Lico

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Das was da sichtbar ist, ist mMn noch nicht die volle Furnierstärke. Das steht nur über, weil die Platte etwas gequollen ist.
 

welaloba

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Bei Sperrholzdeckel würde das beim Klopfen oben ziemlich hohl klingen, von innen im Sideboard wäre dann eine Rahmenkonstruktion zu sehen.
Muss anmerken, dass ich ein ganz ähnliches Möbel mit Roll-laden-"Türen" in der Werkstatt hatte, welches nach meiner Erinnerung wohl aus Spanplatte gebaut war.
 

derdad

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Hier eine Seitenansicht mit dem überstehenden Furnier, das Furnier lässt sich manuell (auch mit einer Zwinge) nicht nach unten drücken. Anhang anzeigen 115640
Sieht für mich nach gequollener Spanplatte aus. Furniert und Massivholzanleimer. Die Blasen in der Mitte der Platte sind für mich typische Kürschner, entstanden durch den Wasserschaden.
 
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