Stemmeisen. 25 oder 30 Grad Winkel?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von borisffm, 11. April 2018.

  1. borisffm

    borisffm ww-robinie

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    Hallo,
    Ich habe zwei neue Stemmeisen gekauft: „MHG Stemmeisen mit Seitenfase bis zur Spiegelseite“.
    20 und 30mm. Ich brauche die für den Hobelbankbau. Die Kurze, die ich habe, sind einfach zu kurz dafür und deswegen unbequem.
    Leider sind die beide Stemmeisen schlecht geschliffen und haben keine 90 Grad Schneide. Wenn ich schon sowieso viel Zeit in der Vorbereitung investieren soll, kann ich auch den Winkel umschleifen? Welcher Winkel ist optimal? Ich werde damit eine Schlitz/Zapfen-Verbindung herstellen. Holz ist Buche.
    Boris
     
  2. schrauber-at-work

    schrauber-at-work ww-robinie

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    Hallo Boris,

    ich schleife die Fase auf 25°, anschließend die Mikrofase auf 30°. Dadurch lässt es sich sehr schnell Nachschleifen (Kurz über den Abziehstein) wenn nicht gerade Scharten in der Klinge sind.
    Hat sich bei mir bisher ganz gut bewährt.
    Kennst Du die Anleitung von Kollenrott?
    Ist dort schön und ausführlich dokumentiert das ganze. Auf jeden Fall empfehlenswert um sich mit der Thematik vertraut zu machen.
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    Gruß SAW
     
  3. narrhallamarsch

    narrhallamarsch ww-robinie

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    moin,

    kommt darauf an :emoji_wink:

    Breitere Eisen, ab 20mm schleife ich auf 25° mit einer Microfase von 2°, schmale auf 30° auch mit Microfase von 2°.

    Bei sehr hartem Holz geht es auch mal bis auf 37° hoch.

    Gruß

    Frank
     
  4. borisffm

    borisffm ww-robinie

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    Hallo,
    Die Anleitung habe ich gerade angeschaut. Danke für das Link.

    Ich denke, dass ich die Stemmeisen, so wie sie sind lasse, nur korrigiere und die Mikrofase auf 30 oder mehr schleife.

    Die neue MHG Stemmeisen insgesamt schlechter verarbeitet, als die kurze, die ich vor paar Jahren gekauft habe.

    Boris
     
  5. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Hallo Boris,
    kommt auf den Stahl an. Manche sind spröder als andere. Die brauchen dann einen stumpferen "Keilwinkel".
    Wenn man bemerkt, dass man häufig kleine Ausbrüche an der Schneide hat, dann sukzessive den Winkel vergrößern.
     
  6. schrauber-at-work

    schrauber-at-work ww-robinie

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    Guter Tipp Friedrich.

    Hab ein Sammelsurium an ~15 unterschiedlichen Stechbeiteln in den gängigen Größen von 4-32mm (alle alt und gebraucht, Kirschen, Matador, Würth, Eric Anton Berq, Gebr. Busch, ...???). Wenn 3 Stück vom selben Hersteller sind, sind es viel.
    Habe auch schon festgestellt dass manche eher dazu neigen auszubrechen (bei gleichem Anschliff &Winkel) als andere. Auch der erreichbare Schärfegrad ist völlig unterschiedlich.
    Die Stahlsorten (Legierungen) varrieren schon recht stark.

    @Boris: Da ich nie einen neu gekauft habe kann ich das nicht beurteilen wie Diese "aus dem Laden" kommen.
    Meine waren alle schartig, rostig und stumpf als Sie zu mir kamen. (Mein Vater hat vor x-Jahren mal bei einer Betriebsauflösung 3 komplette Werkzeugwägen aus ner Tischlerei gekauft, liegen auch noch ein Berg an Hobel da die etwas Zuwendung nötig haben)

    So genug abgeschweift.

    Gruß Stephan
     
  7. Gonzaga

    Gonzaga ww-eiche

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    Hallo Boris,

    Ich habe Ebenfalls einen Satz von den MHG Stecheisen.
    Ausgeliefert werden diese mit einem 27° Winkel.
    Da Sie ab Werk nicht wircklich Scharf sind und daher eh geschliffen werden mussten hab ich sie auch gleich alle auf 25° umgeschliffen mit Mikrofase auf 27°.

    Mit diesem Winkel lässt sich sehr gut arbeiten und sie sind wahnsinnig scharf.

    Denk beim Schärfen auch unbedingt daran die Spiegelseite zu polieren. Die ist von Werk aus auch recht grob geschliffen.
    Wenn du das gemacht hast wirst du von den MHG Eisen begeistert sein.

    Meine 20 Jahre alten Kirschen Stecheisen bekomme ich nicht so scharf wie die MHG...
     
  8. IngoS

    IngoS ww-robinie

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    Hallo,

    wenn ich mal ehrlich bin, habe ich noch nie beim Stecheisen den Winkel nachgemessen,
    aber in den letzten 35 Jahren trotzdem allerhand damit (auch sauber und sorgfältig) gearbeitet.

    Gruß

    Ingo
     
  9. Gonzaga

    Gonzaga ww-eiche

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    In meinem damaligen Ausbildungsbetrieb haben wir das auch nie gemacht. Es hat so auch ganz gut funktioniert.

    Als ich vor einigen Jahren angefangen habe den Winkel zu beachten, habe ich aber sehr schnell festgestellt, dass sich so leichter arbeiten lässt und sie zudem auch deutlich schärfer wurden.

    Vielleicht wischen die "nach Gefühl" geschliffenen Stemmeisen auch so stark von den 25° ab, dass so erst die deutliche Verbesserung zu Stande kam...
     
  10. Fiamingu

    Fiamingu ww-robinie

    Wenn ich als Tischler, je nach Holzart und Verwendung, mehrere
    Sätze von Stemmeisen parat haben müsste oder diese je nach
    Zweck umschleifen und abziehen müsste, würde ich mir Ferrero
    Rocher zu gemüte führen. Spielen kann man in der Freizeit. Da
    in der Realität Geld mit Zeit und Effektivität aufgewogen wird,
    ist das Schärfen der Stemmeisen kein Ritual mehr. Funktionieren
    soll das Werkzeug und Löcher produzieren. M.E. ist dieser Schärfkult
    übertrieben. Wenns schee macht......... Ich schärf die nach Bedarf aber
    ändere nicht die Winkel alle 5 Min. Mach dir da keine Wissenschaft draus.
     
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  11. ChrisOL

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    Moin,

    mit der Zeit wird man einfach pragmatisch, meine Eisen ziehe ich alle mit dem gleichen Winkel ab. Ca 30 Grad. Dafür gibt es aus Holz eine simple Einstelllehre.

    Die Radiermesserschärfe ist es eh schnell weg, wenn die Eisen mit dem Hammer ins Holz getrieben werden.
     
  12. AhornBay

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    Schönen guten Morgen,

    25 Grad (in der "scharf" Variante) ergeben einen besseren Schnitt als 30 Grad. Diametral dagegen läuft die Kurve der "Standhaftigkeit". Ein ewiges Abwägen.

    Ich habe meine Eisen (Hobel & Stemmeisen) bis auf ganz wenige Ausnahmen (z. B. Verputzhobel) auf 30 Grad geschliffen.

    Der Unterschied ist ohnehin nicht sonderlich groß, man schleift weniger - verringert aber das Risiko von Ausbrüchen, die dann - wieder - ein längeres Schärfen nach sich ziehen. Ob jetzt die Variante in "Mikrofase" oder ohne mal dahin gestellt; dem Holz ist's wurscht.

    Herzliche Grüße

    Tom
     
  13. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    Genau so würde ich es machen.
    Und falls man bemerkt, dass ein Eisen regelmäßig Ausbrüche bekommt, bei jedem Nachschärfen einfach den Winkel etwas vergößern.
     
  14. borisffm

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    Hallo,

    Ich habe die 2 neue Stemmeisen erst gestern fertig vorbereitet.
    Zuerst stellte ich fest, dass mein Schruppstein (Shapton 120) nicht mehr plan ist. Damit habe ich ganzen Abend verbracht.
    Danach habe ich die Spiegelseite geschliffen, und dann mit der mk II Führung die Fasen korrigiert. Wen ich fast fertig war, stellte ich fest, dass die Schneide trotz der Führung von 90 grad abweicht. Ich habe noch mal probiert, dachte ich, dass ich nicht gerade das Stemmeisen in der Führung angespant habe. Erst gestern Abend bin ich zur Idee gekommen die alle Seiten des Eisens zu kontrollieren. Die beide Seiten sind wellig und nicht 100% parallel. Bei beiden Stemmesien. Zuerst wollte ich die zurücksenden, dann dachte, dass nach so viel Bearbeitung wird es nicht einfach. Am Ende habe ich die Seiten auch korrigiert. Jetzt kann ich die Stemmeisen sehr wahrscheinlich benutzen.
    Wenn ich die neue MHG Stemmeisen mit alten (auch MHG) vergleiche es sieht so aus, ob die von unterschiedlichen Hersteller stammen. Die Verarbeitung der neuen ist sehr schlecht. Egal, ob es Spiegelseite angeht, Holzgriff oder ganze Geometrie. Alles ist schlecht.
    Ich bin von MHG Stemmeisen enttäuscht.

    Boris
     
  15. schrauber-at-work

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    Hallo Boris,
    Seit ich die Abrichtklinker aus der Anleitung von F. Kollenrott geläppt habe ist das innerhalb von <30 sec. erledigt. Kann ich nur wärmstens empfehlen.
    Die Klinker liegen beim schärfen immer bereit, der Stein "zieht" auch viel besser wenn man einfach immer mal wieder über den Klinker geht.
    Beim "schruppen" (in meinem Fall auf einem 240-er SunTiger) lohnt sich es immer mal wieder abzurichten.
    Gerade wenn man so alte, vermachte Beitel wie ich Sie hatte aufarbeitet (Im Bild noch beim grob vorschleifen) wird der Stein recht schnell hohl.

    [​IMG]

    Viel Erfolg!

    SAW
     
  16. borisffm

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    Danke.
    Extra 3 Steine zum Abrichten will ich nicht haben. Ich mache abrichten einfach auf einer Glasplatte mit dem Laminat und Karbid-Pulver. Das hat immer super funktioniert. Nur mit dem Shapton-Stein ging es sehr schlecht. Entweder brauche ich irgendeinen Abrichtblock, oder neuer Schruppstein, was sehr wahrscheinlich viel sinnvoller wäre.
    Ich werde auch mit Sandpapier "Scary sharp" irgendwann probieren. Ich will den Zeitaufwand für das Schärfen reduzieren.

    Boris
     
  17. borisffm

    borisffm ww-robinie

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    Hallo,

    Ich habe die Stemmeisen doch auf 25 Grad umgeschifften. Es passt zur Schleifführung besser.

    Ich bekomme leider die Schneide trotzdem nicht auf 90 Grad zu den Seiten. ich habe noch nicht verstanden, wieso. Gestern habe ich viel rumprobiert, geht aber trotzdem nicht.

    Eingespannt habe ich sicher richtig. 100 mal geprüft. Stein ist auch plan. Ich habe auch eine Halterung für die Stemmeisen. Hilft auch nicht. Ich werde heute versuchen Mit einem Hobeleisen die Führung genau auszumessen. Evtl. ist die Rolle einseitig abgenutzt.

    Boris
     
  18. Gonzaga

    Gonzaga ww-eiche

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    Hallo Boris

    Das könnte an der Veritas Schleifführung liegen.

    Schau mal Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. ab Beitrag #37.
    Ich habe bei meiner Veritas MK2 das gleiche Problem
     
  19. borisffm

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    Hallo Gonzaga,

    Danke. Das habe ich auch schon gefunden. Deswegen denke ich, dass ich die Rolle genau anschauen soll. Ich habe die Führung schon seit paar Jahren und bis jetzt ging alles super. Evtl. brauche ich neue Rolle.
    Die beide Stemmeisen von MHG, die ich neulich erworben habe, waren von Anfang an "schräg" geschliffen. Meine erster Gedanke war, das es an die schlechte Verarbeitung liegt.
    Ich hoffe, dass ich heut etwas rausfinde.

    Blöd, dass das Schärfen so viel Zeit nimmt.

    Boris
     
  20. IngoS

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    Hallo Boris,

    wenn die Schneide etwas schräg ist, macht das gar nichts. Da solltest du dich nicht unnötig Quälen.
    Ich schleife immer frei Hand, messe keine Winkel und bekomme trotzdem gute Schwalbenschwanzverbindungen oder Zapfenlöcher hin.

    Schleifen ist nur Mittel zum Zweck. Da darf man sich nicht lange bei aufhalten.

    Gruß

    Ingo
     
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  21. borisffm

    borisffm ww-robinie

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    Hallo Ingo,

    Für die Stemmeisen es ist wahrscheinlich wirklich nicht sehr wichtig.

    Ich benutze die Führung auch für die Hobeleisen. Wenn die nicht mehr in Ordnung ist, soll ich die reparieren.

    Boris
     
  22. derdad

    derdad Moderator

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    Ingo, hier prallen einfach 2 Welten aufeinander. Man kann sich ein weiches Ei in 5min machen, einfach um ein Frühstücksei zu haben. Oder man kann das Ei zuerst abwiegen, es auf Zimmertemperatur bringen, das Wasser auf 99 Grad bringen und darin die gewünschte Zeit ziehen lassen.

    Ich hab auch noch nie die Schneide meiner Stemmeisen und Hobelmesser nachgemessen. Schleife Freihand auf Augenmass und war noch immer glücklich damit. Und meine Ansprüche an eine gute Schneide, egal ob Werkstatt oder privat sind hoch.

    Aber jeder soll glücklich werden wie er möchte.

    LG Gerhard
     
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  23. Andi74

    Andi74 ww-ahorn

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    Hallo Boris, für solche Arbeiten habe ich mir einen robusten Lochbeitel angeschafft. Viele Grüße, Andi
     
  24. borisffm

    borisffm ww-robinie

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    Hallo Andi74,

    Ja. Das wäre sicher besser.
    Die Zapfen sind 30x70mm. Und es dauert ewig und macht mich taub. In Wirklichkeit habe ich entschieden die Schablone aus MPX machen und die Schlitze so tief wie es geht fräsen. Danach bohren und erst danach stemmen. So wie ich wollte, vollständig ausstemmen, schaffe ich einfach nicht.

    Boris
     
  25. schrauber-at-work

    schrauber-at-work ww-robinie

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    Neuenburg am Rhein
    Hallo Boris,

    wieso überhaupt fräsen bzw. ins Volle arbeiten? :confused:
    Ich würde einfach Vorbohren und den Rest ausstemmen.
    Habe ich in der Ausbildung so in Stahl gelernt, geht in Holz natürlich um so leichter:emoji_wink:

    z.B. so mit einem ganz normalen 9mm Spiralbohrer

    [​IMG]

    Gruß SAW
     
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