Sideboard: Frage zu Gehrung bei spitzem Winkel (insgesamt kleiner 90°)

Dale_B_Cooper

ww-pappel
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Moinmoin,

ich habe eine Frage zum Bau eines Sideboards. Das gute Stück soll so ungefähr aussehen:
Übersicht.PNG

Zwei Schiebetüren außen und in der Mitte 3 Schubladen.
Gebaut werden soll aus Multiplex (sowas wie 15mm, Pappel oder Birke), die Oberflächen Walnuss furniert.

Meine Frage nun zu den spitzen Kanten (oben links und oben rechts). Schneide ich die Bretter besser so:
(und furniere dann links einfach über die glattgeschliffene Kante - mein eigentlicher Plan) oben_Platte_aufgesetzt.PNG


Oder furniere ich zuerst die Platten und schneide dann den spitzen Winkel, also eher so:
Gehrung.PNG

Davor die große Platte (1,40m oben) mit einer Tischkreissäge so spitz zu sägen, graut mir etwas...

Freue mich über jeden Tipp.

Beste Grüße und vielen Dank,
Dale.
 

LaettaLight

ww-birnbaum
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Hi,
Variante 2 - sonst zeichnet sich die Fuge nach einiger Zeit durchs Furnier ab. Ähnlich wie bei MPX Kanten.
Zum Schneiden von solchen Gehrungen kannst du mal das anschauen
Ich würde mir einen ca 40cm hohen Zusatzanschlag aus Siebdruck bauen - sollte mit einer Druckfeder vor dem Sägeblatt ausreichend Führung bieten.

Viele Grüße
Tobias
 

Dale_B_Cooper

ww-pappel
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Lustig, ich hab das gleiche Sideboard irgendwo im Netz gefunden (und davon inspiriert loskonstruiert), kannte aber das Video nicht. :emoji_slight_smile:

Er hat das aber auch in seinem Text so grob beschrieben, das Problem ist halt, dass man mit nem 1,40 langen Brett herumhantiert, was man dann stehend (!) übers Sägeblatt schiebt.. mit seinem kleinen Stückchen für die Demo ist das natürlich kein Thema.. Ist halt echt eher die Unhandlichkeit, die mich davor zurückschrecken lässt.

Danke für das Video. Vermnutlich werde ich es echt mal so probieren.

Ist das erste mal TKS für mich. Ich hab sonst nur ne Kappsäge und eine HKS..

Beste Grüße,
Dale.
 

fragnix

ww-buche
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Ich würde das eher liegend rüberschieben, und zwar auf einem Hilfsträger mit passendem Winkel. Zum Beispiel zwei von den 25° Keilen vom Schärfen. Oder ein Opferbrett mit senkrechtem Aufbau in einiger Entfernung vom Sägeblatt. Dann bleibt weniger als 45° über, was ich an der TKS einstellen kann.

O_____|__

Das O ist das Sägeblatt. Hilfträgerbasis plus senkrechter Aufbau dargestellt. Möbelholz wird darauf gelegt, ggf. noch befestigt, wobei halten reichen könnte.

Befestigen zum Beispiel mit zwei Haken im Hilfsträger und Spanngurt über das gute Holz.
 

Dale_B_Cooper

ww-pappel
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Ah:

O_____|__

Das O ist das Sägeblatt. Hilfträgerbasis plus senkrechter Aufbau dargestellt. Möbelholz wird darauf gelegt, ggf. noch befestigt, wobei halten reichen könnte.
Du meinst, sodass quasi nur am oberen Ende der TKS geschnitten wird, oder? Sodass die zu sägende Kante nicht auf der TKS aufliegt, sondern qausi von Deiner Vorrichtung gestützt in der Luft hängt?
 

fragnix

ww-buche
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Hmm, bei einer TKS bräuchtest Du dann jedesmal ein neues Opferholz samt korrekter Winkeleinstellung... Vorschlag: Einmal <Schnittbreite> mehr Milimeter am Anschlag einstellen, Opferholz schneiden. Dann den Abschnitt als Hilfe vor dem Sägeblatt am Anschlag fixieren. Eine Breite von mehreren Zentimetern sollte hier helfen. Nun korrektes Mass am Anschlag einstellen. Es sollte nicht schaden, wenn der Hilfsabschnitt etwas in die Sägeblatt reingeschoben (und damit vorne eingesägt) wird, damit er solange wie möglich führt.
Damit vermeidest Du, dass das Hilfsbrett geschnitten und damit immer kleiner wird, denn sonst würde Dir Dein Winkel weglaufen.

Ach nee, es sollte einfacher sein, wenn die zu sägende Kante über die Vorrichtung hinausragt und bis zum Tisch runter geht. Nur nicht weglaufen, sonst stimmt der Winkel nicht mehr. Beim hinausragen kannst Du Dein Holz am Anschlag führen, was für eine definierte, wiederholbar gleiche Länge sorgt.

Bei einer FKS kannst Du die Vorrichtung am Schiebeschlitten ausrichten und damit den Winkel sicherstellen. Dann kann Dein Nutzholz ebenfalls vorne überstehen, solange es die Vorrichtung an zwei Punkten (Linien) berührt.
 

bello

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Hallo,

in etwa so auf der FKS, lässt sich mit einer untergeschraubten Leiste auch in der Nut der TKS führen

DSC04679.JPG

DSC04680.JPG


Gruß
 

netsupervisor

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Du furnierst erst nach dem Winkelanschnitt am fertig verschliffenen Übergang (dein Plan), wenn es zusammen geleimt ist.
Und du leimst der Kante der fertig furnierten Deckplatte eine Kante aus Nuss an, sonst schleifst du evtl das Trägermaterial am spitzen Winkel hoch, wenn du die Kanten brichst...
Man kann auch vorher mehrere Schichten Furnier aufleimen, Hauptsache es schimmert nicht hell durch.
Egal welche Hilfsmittel du wählst, ohne präzise geführte Sägehilfsmittel (auch an der FKS) wird der Übergang ein Fall fürs Deckwachs. Also lieber erst den Winkel schneiden und dann fertig furnieren.

Das MPX würde ich mir sparen, Span oder MDF tuts auch, du musst eh die Rückseite gegenfurnieren.
 

Friederich

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Hallo Dale,
Gehrungswinkel, insbesondere an einem spitzen Winkel, würde ich möglichst vermeiden.
Zuschnitt und Verleimen werden deutlich verkompliziert. Wenns nicht perfekt gelingt, sieht das gepfuscht aus.
Und eine spitze, furnierte Kante ist noch anfälliger gegen Bestoßen und Absplittern als ohnehin.
 

Dale_B_Cooper

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Ich denke auch, ich mach mir das mal weniger kompliziert.
Ist ja auch denkbar, die Seitenwand abgesetzt zu furnieren. Also die Querseite der oberen Platte einzeln. Ich lege nicht so super viel Wert darauf, dass es von der Seite wie aus einem Guss aussieht. :emoji_slight_smile:

MPX hatte ich eingeplant, da nicht so wirklich viel teurer als MDF und die Option, das ganze Ding doch nur dunkel zu beizen.. :emoji_slight_smile: Und dann halt nur die MPX-Kanten zu furnieren.
 

Dale_B_Cooper

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19mm Bambusplatten (einachsig) sind auch noch im Rennen. Die kann man ja auch dunkler bekommen und da sehen die Kanten ganz ok aus..

Zahle lieber ein paar € mehr für die Platten, wenn ich mir das Furnieren ersparen kann...
 
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