selbst gemachter Dielenboden in Neubau

Hürlimannh466

ww-pappel
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Hallo Zusammen und a gutes neues Jahr,

erst mal zu mir: Ich bin 30 Jahre alt habe einen 2 Jährigen Sohn und bin relativ neu in der Holzbranche. Da ich gerade ein Haus baue und viel in holz machen will komm ich da nicht drum rum mich damit anzufreunden, dass man Holz nicht schweißen kann.
Ich finde immer mehr Gefallen daran. Habe auch schon angefangen mich mit Maschinerie einzudecken.

Bäuerle Tischkreissäge mit Fräse und Langlochbohr. und Vorschubapparat.
Abricht / Dickenhobel 600mm breit Marke entfallen (grün und deutsch 1,2 to)

So jetzt zu meinem Vorhaben:

Ich will in meinem Neubau im eg einen Hartholz Dielenboden einbauen. Ich will die Dielen selber fräsen 130x28mm Erle geölt dachte ich(Vakuumkammer getrocknet vom Sägewerk). Verlegt auf 50 x 50 mm Konterlattung Abstand 50 cm direkt auf dem Rohbetonboden. Dazwischen sollten 100mm Styropor. (Dampfbremse?)
Darunter ist ein Keller der bis auf den Heizraum komplett als Werkstatt genutzt wird.
Rohbaulichte innen 3,25 hoch Mit 3x3,25m grossem Tor drin. Wird also auch im Winter mal auf gemacht zum rein und raus fahren. Decke von unten ist eine glatte Filigran Betondecke weiß gestrichen.
Es sollen Kanalheizkörper im Boden versenkt werden. ( keine Fussbodenheizung)

Könnt ihr mir bitte sagen ob ich da was falsch mache? Beziehungsweise auf was ich so achten muss?
Ist der Aufbau so machbar? Welches Öl? Besonderheiten beim fräsen? Nut und Feder oder nur Nut und Fremdfeder? Schrauben nageln beten/zaubern ??


Ich hoffe das war jetzt nicht zu viel auf einmal.

Viele

Grüße der Neue!
 

Sägenbremser

ww-robinie
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Guten Tag @hürlimann

Nur als kleiner Hinweis bevor du dir doch viel Arbeit
beim Hobeln und Profilieren deiner Dielen machst

Erlenholz, egal ob Schwarz.-Grau.- oder Steinerle ist
wirklich kein Hartholz. Von der Dimensionierung bist
du zwar bei 28mm im grünen Bereich, aber leider ist
die Belastungsfähigkeit der Erlenoberfläche auch nur
im Bereich von gutem Nadelholz anzusetzen.

Eine Berglärche oder auch Oregonpine im Riftschnitt
dürfte der Erle schon weit überlegen sein.

Die Ausbildung der Nut+Federverbindung kannst du
in der Din 4072 nachlesen. Fremdfeder ist bei einem
unsichtbar befestigtem Dielenboden nicht so günstig,
da du ja durch die angefräste Feder schrauben willst.

Beim Fräsen der Profile muß immer die spätere Sicht-
seite auf dem Maschinentisch geführt werden, nur so
bekommst du eine versatzfreie Fugenausbildung hin.
Ob du eine Entlastungsnute auf der Rückseite der Diele
brauchst, hängt bei solch schmalen Dielen eher von der
Sortierung ab, schaden kann sie bestimmt nicht.

Bei stark wechselnden Temperaturen in der Grenzschicht
wirst du eine Dampfbremse schon brauchen.

Gruss Harald
 

magmog

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Guuden,

Erle ist gerade ein kleines bisschen fester als Balsa!
Deren Verwendung als Fußboden ist grober Unfug.
Die Verlegung von Nut-Nut mit loser Feder sollte mit entsprechenden Montageklammern
erfolgen.
Hartschaum ist keine Dampfbremse.
 

Friederich

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Verlegt auf 50 x 50 mm Konterlattung Abstand 50 cm direkt auf dem Rohbetonboden. Dazwischen sollten 100mm Styropor.
Hallo, gibt es einen Grund für die "Konter"-Lattung? Ich war der Meinung, da macht man nur eine einfache Lattung...
100mm Styropordämmung finde ich extrem dick.
Ist die Werkstatt untendrunter eigentlich geheizt?
Davon hängt nämlich ab, wie sinnvoll eine Dampfbremse wäre.

Je kälter im Kellergeschoß und je dicker die Dämmung, desto eher ist mit Tauwasser zwischen Dämmung und Betonboden zu rechnen.
 

Hürlimannh466

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Hallo zusammen,

erstmal Danke für euere ausführlichen Antworten die mich schon mal viel schlauer machen!

Ich war irgendwie der Meinung Erle ist Hartholz :confused: Gut das wir drüber gesprochen haben.
Eigentlich wollte ich sowieso etwas dunkleres.
Kann man sowas erst dunkel beizen und dann ölen?
Was schlagt ihr vor als bezahlbare Alternative? Ich hab einen (Sägerer an der hand).

Die Konterlattung kommt zustande in dem ich das bei meinem Kumpel so gesehen habe. Der Boden ist 25Jahre alt und damals habens des so gemacht. Warum auch immer. Welche Ausführung ist vorzuziehen?

Die Werkstatt unten drunter ist wahrscheinlich immer recht warm wie ich mich kenne. :emoji_grin:

Die 100 mm Styropor kamen zustande indem in der Enev irgendwas von noch dicker steht gegenüber ungedämmten Rum. Da die Bodenplatte nicht isoliert ist weil unter der platte zu teuer und oben nicht machbar (befahrbar) zählt der Keller als unisoliert. Ist aber genauso in 36cm Ytong gemauert wie oben. Nur etwas dichterer Kellerstein wegen der Druckfestigkeit. Uwert von 1,2 glaube ich. Aber auch 3fach verglast mit top Fenster wie oben.

Es wird wahrscheinlich eine Hackschnitzelheizung und ein Schwedenofen im Wohn/esszimmer werden. Im Keller mache ich ein Heizregister für die schnelle Wärme und einen Holzofen.

Die Werkstatt im Keller hat ca 120m2 und besteht aus 3 Räumen. Vorraussichtlich wird es hauptsächlich für Fahrzeug / Metallbau und ein bisschen Holz.
 

wicoba

ww-robinie
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Hallo,

ich verstehe, dass du neu?! baust?
Baust du mit KFW? bzw "muss" das Haus gewisse Energiestandards erfüllen? Hast du eine Berechnung eines Energieberaters? Dann sind ja die Werte der Dämmung vorgegeben... Diese würde ich auch einhalten!
Sollte dein Keller in der Praxis immer "warm" sein könntest du evtl. auf eine Dampfbremse verzichten. Da dies vermutlich aber nicht mit Sicherheit für alle Zeiten beantwortet werden kann würde ich dir zur Dampfsperre raten. So eine Folie ist Pinatz im Verhältnis zur Gesamtsumme.
Das mit der kreuzweisen Lage der Hölzer ist machbar. Würde ich auf die Dämmung abstimmen: Bei 100mm evtl. zuerst 40mm, dann 60mm. So hast du auch eine bessere bzw. durchgängigere Dämmung.
Holzart ist Geschmacksache, Erle definitiv zu weich! Trendy ist zur Zeit Eiche (deshalb laut meiner Info zur Zeit recht teuer). Für die farbliche Gestaltung (farblich abgestimmte Öle?) gibt es hier im Forum einige Fachleute.
 

Clemens J.

ww-esche
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Hallo,

ob Erle jetzt zu weich ist, ist Geschmacksache. Kommt ganz auf die Beanspruchung des Bodens an. Ich habe z.B. Kiefer oder Lerche als Dielenboden im Wohnzimmer.
Allerdings sind die Dielen schon 60 Jahre alt.
Was ich aber noch fragen will. Hast du das Holz oder musst du diese kaufen.
Wie lang sollen die Dielen sein, oder musst du in der Länge stoßen?
Dreischichtplatten in z.B. 50cm Streifen (eventuell den Schnitt sogar auf die Leimfuge legen) schneiden, mit einer Nutscheibe in der Oberfräse ein Nut für eine Fremdfeder einfräsen und dann so verlegen, gibt auch einen klasse Boden ab. Wenn man die Stöße dann leimt, hat man eigentlich einen fogenlosen Massivholzboden.

Gruß Clemens
 

Hürlimannh466

ww-pappel
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Hallo,

Nein es ist kein KFW-Haus. Berechnung von so einem Energieberater gibts auch nicht.
Ja ich müsste das Holz kaufen. Desshalb auch die Idee mit der Erle. Die hätt ich günstig bekommen. Wenn diese allerdings so weich wie Fichte ist kann ich auch einfach Fichte Dielen kaufen. Die sind spott billig.. Allerdings gefällt mit Fichte nicht besonders.
Die Idee mit den Holzplatten finde ich gut! Gibt es sowas nicht auch in Hartholz? Hat da jemand eine Bezugsquelle bei der Hand?

Grüße
 

falco

ww-robinie
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Wenn du einen Bauantrag für das Haus gestellt hast muss es auch eine ergetische Berechnung geben, ohne gehts nicht. In dieser sind die Bauteile inklusive Schichtenaufbau aufgeführt.
 
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