Schubladenfront Oberfläche mit Schrupphobel

Flauti

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Hallo zusammen,
ich plane derzeit ein großes Sideboard und stehe vor der Entscheidung, welche Optik die Fronten bekommen sollen.
Mir hat es die Optik von grob gehobelten Oberflächen angetan, siehe unten ein Versuch - einfache Fichte aus dem Baumarkt, einmal mit dem Schrupphobel drübergegangen. Ich stelle mir eine Front in der Optik sehr attraktiv vor. Dazu zwei Fragen:

1. Wie ihr seht bekomme ich bei astloch-freiem Holz eine gleichmäßige Oberfläche hin, bei Astlöchern reist es jedoch aus. Wie geht man mit Schrupphobel und Astlöchern um? Ich überlege, die Astlöcher vor dem Hobeln ein paar mm mit der Oberfräse abzutragen.

2. Um eine Front (40cm Höhe) hinzubekommen, müsste ich immer 4 Bretter verleimen. Wie verhindere ich, dass sich das weiche Nadelholz nicht wirft / schüsselt? Auf eine Multiplex-Platte aufleimen?

Danke schonmal wie immer für eure Tipps!

index.jpg
 

benben

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Die Ausrisse gehören dann dazu, alles andere sieht nicht aus. Also entweder sauberes Holz nehmen oder damit leben.

Wenn du 40er Schubkastendoppel hast, dann ist eine Möglichkeit den Schubkasten ebenfalls sehr hoch zu machen. Das "fixiert" so eine Front dann recht gut.

Gruss
Ben
 

Macchia

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kannst versuchen mit dem Hohlbeitel die Astzone zu bearbeiten.
Hatte letztens das gleiche Problem, habe den Suhrupphobel kurz vor dem Ast hochgezogen
und danach wieder eingesetzt.

Hier kam es dann nicht weiter darauf an aber die Oberfläche gefällt mir auch
deswegen werde ich das mit Hohlbeitel ausprobieren.

Ich würde nicht ganz so quer fahren.. aber Geschmacksache.
Auf den Bildern habe ich deutlich weniger abgenommen als du und mußte
beim schleifen festellen das man da ganz schnell die "Berge" abgetragen hat....

schrupp_I.jpg

schrupp_II.jpg
 

Macchia

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Baust du jetzt auch Kratzbäume?:emoji_sunglasses:
ich sag nur eins, Korsen....

da hat ein mir bekannter Weinbauer (Nachbar) die Idee eine Degustation-Räumlichkeit mit Snackküche
einzurichten.
U.a. dafür... und Biobauer und überhaupt hat der etwas an EU Geldern bekommen.
Jetzt kam doch tatsächlich eine angekündigte Kontrolle (Unverschämtheit) und wollte sich die Sache näher anschauen....
Also habe ich ihn in einer (es waren 3) Nacht und Nebelaktion ein paar Präsentationregale und Küchenzeile
und Klimaanlagenabdeckung und eine Verschalung für eine Betonrampe gebaut und noch einiges mehr...
Es waren eben ein paar Punkte zu erfüllen die wir in der kurzen Zeit nicht geschafft haben aber
er (Kontrolleur) war zufrieden da ja die Arbeiten im Gange waren.

Das ist also kein Katzenbaum auch nicht für Garfield und auch nicht für den Dschungelkönig :emoji_rage::emoji_rage::emoji_rage:
sondern da werden Weinflaschen drauf gestellt.
Ist doch glasklar zu erkennen bei eine Abstand von 35cm...

Die Küchen AP bekam auch Olivenholzfüße (Sturmschäden... habe ich einiges noch hier)

und im Winter kommt das alles wieder weg und dann bauen wir in Ruhe.

grumpf..... Katzenbäume, wohne doch nicht auf Bali und mach da in Karton.
 

Friederich

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Schrupphobel ist von Haus aus nicht gedacht für Sichtseite. Und auch nicht fürs Hobeln quer zur Faser.

WENN strukturierte Oberfläche gewünscht ist, da würde ich eher einen großen Rundbeitel verwenden.
Oder Yarri Kanna (=gebogene Speerspitze), gibt allerdings eine viel feinere Struktur als der Schrupphobel.
 

Macchia

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Schrupphobel ist von Haus aus nicht gedacht für Sichtseite.
wenn das Eisen schön scharf ist gibt das schon schöne Oberflächen zumindest
im weichen Holz (Hartholz habe ich noch gar nicht ausprobiert)
Das, dass schruppen nicht als endgültige Oberfläche gedacht war/ist ist klar, doch der Effekt gefällt mir gut.

Vielleicht schleif ich da mal einen anderen Winkel an, denn der jetzige dürfte auf hohen Materialabtrag,
bei hoher Standzeit ausgelegt sein.

Die erzeugte Oberfläche folgt vielleicht dem Wunsch ähnlich wie der einer von Axt behauenen Oberfläche auszusehen.
Natürlich 2 paar Stiefel.
Ein Anachronismus zu 7-Lagen High-End-Oberfläche.

Werde da auf jeden Fall auch weiter experimentieren.

Der Yarri Kanna ist auch interessant doch ist mir die Oberfläche schon wieder zu eben.
Im vergleich mit Hohlbeitel oder gar Rundbeitel ist der Schrupphobel deutlich schneller.
gebogener Schweifhobel könnte ich mir noch vorstellen.. (habe aber nur einen Geraden)

Ist ja auch nur Gimmick für ein paar wenige Objekte....
 

ger-247

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Mit der OF und entsprechendem Profil- oder Abplattfräser wäre ja auch noch ne Idee.
Wie wäre das bezüglich der Arbeitssicherheit einzuschätzen? Bei einem wilden Muster kann man da ja schon mal kurze Strecken in den Gleichlauf geraten, oder?
 

Sebl

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Es gibt für den Festool Elektrohobel passende Messerköpfe... gibts irgendwo mal bei Bauforum24 bei YT zu sehen, die haben ihre Fronten auch so bearbeitet.... Ist nur nicht günstig mein ich^^
 

pedder

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Schrupphobel ist von Haus aus nicht gedacht für Sichtseite. Und auch nicht fürs Hobeln quer zur Faser.
Doch, das nennt sich abzwerchen.

Das ist aber doch auch mal wieder gar nicht die Frage:
Der TO hat eine Oberfläche, die er mag, fragt wegen der Äste und dem Verleimen von 4 Brettern.
 
Zuletzt bearbeitet:

Macchia

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Manche benutzen für eine solche Struktur ja auch extra Frässcheiben für die Flex
Mit der OF und entsprechendem Profil- oder Abplattfräser wäre ja auch noch ne Idee.
Es gibt für den Festool Elektrohobel passende Messerköpfe
all die Vorschläge würden zwar in irgendeiner Form zum strukturieren geeignet sein doch
zum einen sieht man denen die maschinelle Fertigung an, verliert also etwas an Charakter oder/und
es sind erhebliche Investitionen notwendig.
Der Astbereich wird außerdem auch mit Fräse, Carvingscheibe oder elek. Hobel ein Problem bleiben.

Was man auch machen könnte wäre den Ast ausfräsen (Schablone, OF, Kopierring) und mit gefertigten Querholzplättchen
wieder schließen.

Es sollte jedoch auch möglich sein für die Fronten ein astreines Holz zu finden (vielleicht nicht gerade im Baumarkt)
kleinere Äste wären auch kein Problem nur eben nicht so groß wie auf dem Bild außerdem sieht das nach einem lockeren
Ast aus (der re.)
Die Bretter mit Ästen kann man dann für die Innenaufteilung, Seiten, Deckel, Boden verwenden.
 

IngoS

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Hallo,

auf dem Foto ist erkennbar, dass das Hobeleisen reichlich tief eingestellt ist.
Bei weniger tief eingestelltem Eisen wird die Oberfläche besser und die Astausrisse weniger.
Wie ich solche Oberflächen auf der Sichtseite finde, schreib ich nicht.

Gruß

Ingo
 

Flauti

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Schrupphobel ist von Haus aus nicht gedacht für Sichtseite. Und auch nicht fürs Hobeln quer zur Faser.

WENN strukturierte Oberfläche gewünscht ist, da würde ich eher einen großen Rundbeitel verwenden.
Oder Yarri Kanna (=gebogene Speerspitze), gibt allerdings eine viel feinere Struktur als der Schrupphobel.
"Nicht gedacht" für Sichtseite ist klar, gibt es einen triftigen Grund der bei diesem Vorhaben dagegensprechen würde? Schließlich zweckentfremden wir alle gern mal Werkzeuge, wenn es uns hilft :emoji_wink:

all die Vorschläge würden zwar in irgendeiner Form zum strukturieren geeignet sein doch
zum einen sieht man denen die maschinelle Fertigung an, verliert also etwas an Charakter oder/und
es sind erhebliche Investitionen notwendig.
Der Astbereich wird außerdem auch mit Fräse, Carvingscheibe oder elek. Hobel ein Problem bleiben.
Danke! Alles gute Tipps, aber wie du sagst, ich habe ja mit dem Hobel schon eine Methode die mir gefällt und suche lediglich Hilfe beim Astbereich. Ich hatte eigentlich nicht vor, ein paar Hundert Euro für eine Frässcheibe oder eine Speerspitze auszugeben :emoji_grin:
Ich versuche mal, wie du schreibst, ein Astfreies Holz beim Holzhändler zu finden bzw. die Äste auszufräsen.

Hallo,

auf dem Foto ist erkennbar, dass das Hobeleisen reichlich tief eingestellt ist.
Bei weniger tief eingestelltem Eisen wird die Oberfläche besser und die Astausrisse weniger.
Ich versuch es mal mit weniger Tief eingestelltem Eisen. Andererseits war es schon absichtlich so eingestellt um eben diesen Effekt zu erzielen.


Wie ich solche Oberflächen auf der Sichtseite finde, schreib ich nicht.
Reine Geschmackssache oder artikulierbarer Grund?
 

pedder

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"Nicht gedacht" für Sichtseite ist klar, gibt es einen triftigen Grund der bei diesem Vorhaben dagegensprechen würde?
Naja, wenn wir mal den schwäbischen Schwiegermuttermodus anwerfen: Wer soll sowas putzen?
Die Oberfläche bleibt rauh und wird Dreck anziehen.

Auf der anderen Seite: was verbrauchst Du außer ein bisschen billiger Fichte,
die man wenn einem nach ein paar Jahren die Front nicht mehr gefällt, immer noch verheizen kann.
 

Flauti

ww-fichte
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Hier ein Video zum Schrupphobel.
Das Video setzt ein bei der Erwähnung der interessanten Oberfläche.

Super Video. Lustigerweise bin ich genau durch ein Video von diesem Kanal auf die Idee gekommen. Das Video hier kannte ich noch nicht.

Naja, wenn wir mal den schwäbischen Schwiegermuttermodus anwerfen: Wer soll sowas putzen?
Die Oberfläche bleibt rauh und wird Dreck anziehen.

Auf der anderen Seite: was verbrauchst Du außer ein bisschen billiger Fichte,
die man wenn einem nach ein paar Jahren die Front nicht mehr gefällt, immer noch verheizen kann.
Genau das ist die Idee :emoji_grin: Ich trockne gerade einige kurze Bohlen von einem alten Apfelbaum, die ich in 1-2 Jahren verarbeiten möchte. Und das hier dient als Provisorium. Deshalb habe ich auch nach was Günstigem gesucht, das aber halt nicht ganz nach Baumarkt aussieht
 

Macchia

ww-robinie
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Die Oberfläche bleibt rauh und wird Dreck anziehen.
dem kann ich insoweit widersprechen, wenn ein scharfes Eisen verwendet und in etwa mit der Faser gehobelt
wird dann ist die Fläche ähnlich glatt wie mit einem Putzhobel.
Evt. mit Schleifvlies nacharbeiten.
Kann mir vorstellen wenn eine Glanz oder Seidenglanz Oberfläche aufgebracht wird, der Effekt noch
mehr zur Geltung kommt.
 

Clemens J.

ww-esche
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Hallo,

während meiner Lehrzeit habe oft mit dem Schrupphobel gearbeitet. Wir haben für eine Gaststätte den gesamten Rezeptionsbereich mit geschrupptem Fichtenholz gebaut. Auch später nach meiner aktiven Schreinerzeit habe ich noch oft Randbalken und Sichtbalken mit dem Schrupphobel bearbeitet. Sieht halt rustikal aus, da es durchaus handbehauenen Balken nahe kommt. Diese Schruppmesser für Handhobelmaschinen kämen für mich aber nie in Frage, mit dem Handhobel kann ich individuell auf Faserverlauf und auch Äste reagieren.

Gruß Clemens
 
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