Schubkasten-Front aus Teak

Dr.db

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Hallo,


ich möchte mir eine Kommode aus Teak-Massivholz bauen, für den Innenbereich.

Bei den Schubkasten-Fronten wollte ich ein Blumiges, nicht streifiges Bild haben.
Normalerweise verleimt man sich ja ein Brett aus mehreren schmaleren Stücken zusammen, um das arbeiten des Holzes auszugleichen.
Dadurch erhalte ich aber ein zusammengepuzzeltes Bild.

Am liebsten würde ich ein tangential aufgeschnittenes Brett mit einer "blume" ganz lassen und als Schubkasten-Front benutzen.
Also mit den Abmessungen 900*200*35mm....
Die Kern-zugewande Seite käme natürlich nach außen, damit die langen Außenkanten am Schubkasten anliegen, wenn das Holz arbeitet.

Allerdings entspricht das nicht dem was ich gelernt habe.



Es gibt zwei Probleme;
zum einen weiss ich nicht inwiefern das Brett unter Spannung steht und die Gefahr des Reißens droht.
Wäre bei 200mm breiten Teakbrettern ein Schnitt in der Mitte und anschließendes verleimen erforderlich ?

Normalerweise verleimt man sich ja ein Brett aus mehreren schmaleren Stücken, bei denen die Kern-zugewande Seite abwechselnd nach außen/innen zeigt. So wölbt sich das Brett nicht extrem, sondern bildet eher eine Welle.


Freue mich auf eure Tipps!! :emoji_slight_smile:

Olaf
 

Dr.db

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Hallo Manfred,

habe mir grade deine Bilder angeschaut....
Ich muss sagen deine Idee gefällt mir sehr gut! :emoji_slight_smile:

Verleimst du Splint an Splint ?
Dann sollten sich die beiden Bretter ja schön aneinander "arbeiten"...

Oder Kern an Kern ?
 

Dr.db

ww-birnbaum
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Ja bei dem Esstisch ist es mehr als eindeutig, stimmt.

Bei dieser Verleimung würde sich, wenn überhaupt, in der Mitte die Verleimung lösen.... also rein theoretisch..
Aber sowas ist dir noch nie passiert, auch nach mehreren Jahren nicht ?



Damit hätte ich das Problem des Werfens gelöst ( bzw. du....).
Die fertig verleimte Bohle ist nahezu symmetrisch aufgebaut und neigt kaum zum krümmen, wellen etc...

Nun noch die Frage nach der Spannung in den einzelnen Brettern aufgrund einer Breite von 200mm.
Normal würde man diese ja in der Mitte etwa auftrennen und danach wieder verleimen.....
 

heiko-rech

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Hallo,
Nun noch die Frage nach der Spannung in den einzelnen Brettern aufgrund einer Breite von 200mm.
Normal würde man diese ja in der Mitte etwa auftrennen und danach wieder verleimen.....

Diese Vorgehensweise ist meiner Meinung nach dadurch entstanden, dass immer mehr Leute meinen, man müsse Massivholz wie einen Plattenwerkstoff verarbeiten. Daher ging man dazu über und schnippelte und verleimte das Massivholz solange zurecht, bis man einen Plattenwerkstoff (aus schmalen Leisten zusammengesetztes Leimholz) hatte. Nun konnte man endlich mit diesem wiederspenstigen Massivholz vernünftige Platttenmöbel bauen :emoji_stuck_out_tongue:

Wenn man Massivholz entsprechend verarbeitet, also konstruktiv so baut, dass das Holz arbeiten kann, und in Richtung gehalten wird, muss man nicht alles zu Leisten schneiden und verleimen. Dann ist eine 200mm Schubladenfront aus einem Stück auch kein Problem. Diese sollte dann durch die Schublade / Schubladenseite in Form gehalten werden. Das könnte man beispielsweise durch halbverdeckte Zinken erreichen.

Wenn es breiter werden soll, nimmt man ein dickes Stück, trennt dieses auf und verleimt diese Teile so, als würde man sie aufklappen. Dann hat man ein Maserbild, bei dem kaum eine Leimfuge sichtbar ist.

Schreib doch mal, wie deine Konstruktion aussieht. 35mm starke Schubladenfront klingt auch irgendwie nicht alltäglich. Welchen Grund hat diese dicke Front?


Gruß

Heiko
 

Dr.db

ww-birnbaum
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Hallo Heiko,


eine 35mm dicke Schubladenfront ist nicht alltäglich, da gebe ich dir Recht.
Ich möchte in diese allerdings "Griffmuscheln" fräsen und brauche hierzu eine gewisse Materialstärke...
Durch eine Halbverdeckte Zinkung mit den Seitenteilen der Schubladen wird die Front zwar in Form gehalten, aber es verhindert doch kein Reißen durch Spannung im Holz, oder!?
Das sind doch zwei unterschiedliche Vorgänge....



Wie du schon schreibst könnte man auch eine dickere, schmale Bohle auftrennen und diese dann geklappt wieder verleimen.
Somit sollte ein fast gespiegeltes Bild entstehen, optisch ähnlich dem Spiegeln beim Furnier-Klappen...
Ein weiterer Vorteil wäre hierbei das einmal die Kernzugewande- und einmal die Kernabgewande-Seite außen ist.
Das so verleimte Brett würde beim Arbeiten also eine Welle bilden, was besser wäre als ein einzelnes unverleimte Brett welches sich beim Arbeiten konvex/konkav biegen würde.
Allerdings würde sich das nach Manfred`s Methode verleimte Brett fast garnicht biegen.
Das wäre doch konstruktiv das Beste, oder irre ich ?





Ich bin auch absolut gegen den Trend "Schnippelholz-Platten" herzustellen. Ich finde es meistens am schönsten wenn man komplette Fladerungen erhalten kann und nicht Streichhölzer aneinander leimt...

Hier gelten wohl die zwei Probleme die ich bereits erwähnt hatte; zum einen neigen breite Bretter zum Reißen aufgrund von Spannung und zum anderen zum werfen bzw. krumm werden(sorry für den Begriff).
Durch Konstruktive Bauweise lässt sich letzteres wohl mindern, aber die Spannung bleibt im Holz und arbeitet ewiglich gegen die Verbindungen und Bauweise und schwächt diese.
Oder denke ich falsch ?
 

heiko-rech

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Hallo,
aber es verhindert doch kein Reißen durch Spannung im Holz, oder!?
Das sind doch zwei unterschiedliche Vorgänge....

Woher kommen solche Spannungen? Durch zu starkes Trocknen des Holzes im verarbeiteten Zustand. Das sollte natürlich erst einmal verhindert werden. Sorge also dafür, dass dein Holz die richtige Restfeuchte hat (ca. 8, max 10%). Dies sollte für normal beheizte Räume passen. Dann entstehen auch keine Spannungen mehr, die Risse verurschen.

Ein weiterer Grund für Risse, ist eine falsche Konstruktion. Man sollte vermeiden, dass Längs- und Querholz miteinander verleimt wird. An diesen Stellen müssen die Bauteile arbeiten können, dann reißt auch nichts.

Dann gibt es noch Spannungen, die beim Auftrennen von Bohlen frei werden. Diese bewirken den Verzug den Verzug des Holzes. Abrichten und Aushobeln bereinigt dies dann aber wieder.

Es gibt also eigentlich keinen wirklichen Grund, warum das verbaute Holz zu einem von dir befürchteten Verhalten neigen sollte.

Gruß

Heiko
 

Dr.db

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Ich mache mir schon viele Gedanken, denn ich versuche Möbel zu bauen die man über Generationen vererben kann.
Denke man sollte mit dem kostbaren Werkstoff Holz sorgfältig umgehen, daher versuche ich möglichst perfekt zu bauen.
Der Aufwand ist zweitrangig, da ich es als Hobby betrachte....



Ich denke deine Methode ist rein mechanisch die Beste, ähnlich stehts auch in meinem Lehrbuch....
Ich werde es wohl so versuchen.




Dann gibt es noch Spannungen, die beim Auftrennen von Bohlen frei werden. Diese bewirken den Verzug den Verzug des Holzes. Abrichten und Aushobeln bereinigt dies dann aber wieder.


Ja, das meinte ich.
Wenn ich jetzt 200mm breite Bretter habe die aus einem, nicht verleimten Stück Holz bestehen steht dieses eventuell noch unter Spannung.
Da es noch nicht aufgetrennt wurde....

Daher die Frage; welches Breitenmaß stellt das Maximum eines unverleimten Brettes da ?
150mm, 200mm, 250mm !?
Es hängt natürlich stark vom Holz ab, aber sagen wir mal Hölzer wie Nußbaum europ. am., Teak, Kirsche z.B.




Schöne Grüße,
Olaf
 

heiko-rech

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Hallo,
Ja, das meinte ich.
Wenn ich jetzt 200mm breite Bretter habe die aus einem, nicht verleimten Stück Holz bestehen steht dieses eventuell noch unter Spannung.
Da es noch nicht aufgetrennt wurde....
Da passiert aber nichts weiter. Es ist ja nicht so, dass da Spannungen vorhanden sind, die das Holz plötzlich und unerwartet zum bersten bringen. Sonst wäre ein Waldspaziergang eine gefährliche Angelegenheit. Du hast da glaube ich falsche Vorstellungen.
Daher die Frage; welches Breitenmaß stellt das Maximum eines unverleimten Brettes da ?
150mm, 200mm, 250mm !?
Es hängt natürlich stark vom Holz ab, aber sagen wir mal Hölzer wie Nußbaum europ. am., Teak, Kirsche z.B.
Das hängt von vielen Faktoren ab und man braucht dazu auch ein wenig Erfahrung. Das ist bei jedem Holzstück anders. Ein stark gefladertes Seitenbrett verhällt sich anders, als ein Brett aus der Mitte. Jede Holzart hat ein wenig ihre Eigenheiten etc. Da gibt es keine feste Regel. Ich hatte schon Bretter, da gab die maximale Breite meiner Hobelmaschine (260mm) das Maß vor. Ansonsten hätte ich da Bedenkenlos 30cm und mehr am Stück gelassen. Dabei handelte es sich um Meranti, eine 15mm Füllung in einerm Rahmen.

Ich entscheide das aus meiner Erfahrung heraus. Manchmal verschätze ich mich auch mal und das Ergebnis ist nicht ganz so wie ich es mir vorgestellt habe. Aber das ist in der Regel nicht schlimm.

Bei 20cm und Teak hätte ich erst einmal keine großen Bedenken, wenn die Konstruktion stimmig ist.

Gruß

Heiko
 

Dr.db

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Rein vom Bauchgefühl her würde ich wohl versuchen die Spannung durch einen Trennschnitt heraus zu holen.
Es ist einfach generell nicht gut wenn "Material" unter Spannung steht, das birgt immer ein Risiko.
Ich kann es dir grad schlecht begründen....

Ansonsten könnte man ja auch Bretter über 40cm Breite an einem Stück lassen.
Oder ist das grad ein schlechter Vergleich ?
 

heiko-rech

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Hallo,

wenn du so fest davon überzeugt bist, dass dein Holz so angespannt ist, dann trenn es halt auf. Ist ja am Schluss allein deine Entscheidung.

Was die 40cm angeht: Je nach Holz und Konstruktion, sehe ich darin nicht unbedingt ein Problem. Natürlich nicht als freie Brettfläche. Massivholz ist ja kein Plattenwerkstoff.

Das Auftrennen und Verleimen macht man in der Regel um das Verwerfen einer Brettfläche zu mindern, nicht um Risse vorzubeugen. Risse (Spannungsrisse) haben andere Ursachen, die ich dir weiter oben schon einmal versucht habe zu erklären.

Gruß

Heiko
 

Dr.db

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Das Auftrennen und Verleimen macht man in der Regel um das Verwerfen einer Brettfläche zu mindern, nicht um Risse vorzubeugen. Risse (Spannungsrisse) haben andere Ursachen, die ich dir weiter oben schon einmal versucht habe zu erklären.

Gruß

Heiko


Danke, der Satz beantwortet meine Frage ziemlich genau :emoji_slight_smile:
 
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