Schreibtisch ist vermutlich Mahagoni

Sheriff

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Hallo,
Ich bin ganz neu hier. Verzeiht mir bitte, falls ich in der falschen Gruppe schreibe.
Ich arbeite in einem amerikanischen Büro und habe einen uralten Schreibtisch. Mein Chef würde mir einen neuen spendieren, aber ich hänge an dem alten Ding und möchte diesen dunklen, massiven Klotz nun aufmöbeln. Da ich Eiche rustikal vermutete, habe ich also mal den Schwingschleifer draufgesetzt... und nun stellt sich das Ding als Mahagoni raus. Blöd, dass ich den Schreibtisch also nicht mit weißem Wachs anschließend behandeln kann (hab ich an einer Ecke probiert, das wird ROSA!!) Habt ihr einen Ratschlag für mich, wie ich die dicke Platte etwas heller kriege?
Ich würde ihn ungern wegschmeissen.
Danke für eure Tips! 20200803_103557.jpg 20200803_103541.jpg 20200803_103557.jpg 20200803_103541.jpg 20200803_103541.jpg
 

Mathis

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Ein einziges vernünftig scharfes Detailfoto des Furniers sagt mehr als all deine vermatschten Fotos...dann kann man was sagen zum Furnier.
 

carsten

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Hallo

unabhängig davon ob man auf dem Foto was erkennen kann um das Holz eindeutiger zu bestimmen. Es wird eines der "Rothölzer" sein. Und die heller zu bekommen ist schwierig, das sieht immer komisch, befremdlich aus. Sauber abgeschliffen und neu lackiert kann man aber ein echtes Schmuckstück daraus machen.
 

Sheriff

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Tut mir leid, mit den Fotos. Ich stell ein besseres ein, sobald ich wieder auf der Arbeit bin
 

Sheriff

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Da es ein Büro der Amerikaner ist und der Schreibtisch seid ca 40 Jahren dort steht, habe ich mal Mahagoni vermutet, da das bei den Amis immer noch verwendet wird.
Habt ihr nen Tip für den Lack, den man verwenden kann? Ich will nicht, dass er wieder dunkel wird. Natur-Rot find ich ok
 

benben

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Ein einziges vernünftig scharfes Detailfoto des Furniers sagt mehr als all deine vermatschten Fotos...dann kann man was sagen zum Furnier.
Naja, auf jeden Fall ist es Furnier. Damit ist die Chance durch schleifen ein passable Ergebnis zu erreichen ja nicht sehr groß.

Diese Erkenntnis ist ja auch schonmal nicht schlecht.

Gruss
Ben
 

dascello

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Was ich sehe ist eigentlich deutsches Nussbaumfurnier. Bin gespannt, ob weitere Fotos das hervorbringen......
 

Sheriff

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Danke für eure Antworten. Am Dienstag werde ich weiterschleifen, jetzt, da ich ja angefangen habe, kann ich ja schlecht aufhören, dann müsste ich ihn wirklich wegwerfen. Die Mahagoni Vermutung kommt von meinem amerikanischen Kollegen, da die dieses Holz lieben und die Kosten auch nicht scheuen. Furnier wäre allerdings blöd, da nehm ich dann doch lieber eine andere Körnung um weiterzumachen. Mal sehen, was sich draus entwickelt.
@magmog: warum anfeuchten? wegen der Maserung?
 

marcus_n

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Sheriff: Bitte nicht weiterschleifen. Der Zustand ist ja jetzt schon schlimm genug. Was willst Du überhaupt damit bezwecken? Ich würde die Oberfläche erst einmal reinigen mit warmem Wasser und Seife. Wenn die Oberfläche runter soll, dann mach einen Versuch mit Spiritus, Terpentin... Abbeizer. Aber bitte an einer unauffälligen Stelle und kleinflächig. Denk dran, dass eine neue Oberfläche auch ordentlich Arbeit ist. Da sind viele kleinteilige Verzierungen, diese Kannelierungen, die kannst du niemals abschleifen. Das wird fleckig und du machst noch mehr kaputt.
Und die jetzigen abgeschliffenen Stellen vorsichtig mit einer Ziehklinge bearbeiten. Neue Oberfläche als Nitrolack, das wär dann wahrscheinlich das Original, oder vielleicht als Spirituslack. Alles andere: Ölen, Wachsen etc. passt zu solch einem Möbel nicht.
Und nicht vergessen: alle Versuche kleinteilig an einer unauffälligen Oberfläche. Da tut das Anschauen jetzt schon weh.
Gruß Marcus
 

Sheriff

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Marcus: der Zustand ist wirklich schlimm, tiefe Kratzer, Aufkleber usw. Deswegen dachte ich, dass da nur noch abschleifen hilft. Die Arbeit scheue ich nicht, allerdings hast du Recht mit den kleinen Verzierungen. Die wollte ich original lassen und nur die Platte und die Seitenteile schleifen. Da mein Chef für den Sperrmüll plädiert, will ich ihn einfach nur in einen ansehnlichen Zustand bringen. Dabei hoffe ich, dass sich wenigstens die Platte als massiv herausstellt
 

marcus_n

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Sheriff: Ich kann Dich da verstehen. Ein Restaurator hat mir vor vielen Jahren beigebracht, dass man immer stufenweise vorgehen soll. Dann kann man aufhören bevor es zu spät ist. Denn dein Tisch hat ja auch eine Patina die erhalten bleiben soll.
Also erst reinigen, dann die Oberfläche auffrischen und kleine Schäden beheben. Und erst wenn das nichts bringt, baust du eine Oberfläche ganz neu auf. Allein das Reinigen und regenerieren der Oberfläche bewirkt oft Wunder. Und Aufkleberreste entfernst du mit heissem Wasser, Aceton, Waschbenzin. Aber nicht mit Schleifpapier. Lass dir ein wenig Zeit, guck dir das Möbel in Ruhe von allen Seiten an und mach dir im Kopf mal eine Liste, welche Schäden und Macken vorhanden sind. Kleine Macken kannst du mit Hartwachs, Carnaubawachs oder Stangenschellack füllen. Für kleine Lackreparaturen nimmst du Sprühlack ansatzlos. Mit einer Ziehklinge lassen sich kleine Absplitterungen beiputzen. Es gibt viele Möglichkeiten. Bevor du eine Massnahme auf das ganze Möbel anwendest, probier es an einer kleinen Stelle aus.
Ich hab früher aus Unwissenheit selbst das ein oder andere Möbel ruiniert. Da denkt man sich am Anfang: das schleif ich einfach ab und pinsel das neu an. Durch diese Vorgehensweise ruinierst du das ganze Aussehen. Viel Glück.
Gruß Marcus
 

Keilzink

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Was ich sehe ist eigentlich deutsches Nussbaumfurnier. Bin gespannt, ob weitere Fotos das hervorbringen......
... war auch mein erster Gedanke.

Mein Vorschlag wäre: Erst mal feststellen, was ist: Nahaufnahmen vom Furnier, vorher in die Apotheke, hochprozentigen (über 90 %igen) Isopropyl-Alkohol kaufen. Gibts dort in kleinen Mengen. Manchmal machen die Apotheker Probleme und wollen wissen, wofür du den brauchst: du willst eine Politur an einem antiken Möbel testen oder Öl von den Zahnrädern einer alten Uhr waschen. Den Alkohol nimmst du aber auch schon bei den Nahaufnahmen und machst eine, bei der das angeschliffene Furnier mit dem Alkohol befeuchtet wurde. Dann tupfst du was von dem Alkohol auf eine ungeschliffene Stelle und legst Frischhaltefolie aus der Küche drauf. 10, 20 Minuten warten, dann die Folie abnehmen und mit dem Finger testen, ob die Oberfläche klebrig geworden ist. Wenn ja, dann liegt Schellack vor, wenn nicht, hast du höchstwahrscheinlich einen Nitrolack drauf. Wenn du das erledigt hast, meldest du dich wieder mit den Bildern . Und die Kollegen haben völlig recht: nicht schleifen, da gibt es andere Möglichkeiten.
Andreas
 

Sheriff

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Dankeschön, Marcus. Das hilft mir schon sehr viel weiter. Ich versuch mein Glück mal
 

Sheriff

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Dann mach ich da morgen mal dran, wenn ich Alkohol gekauft habe. Nitro Verdünnung hab ich noch da, ebenso 70% Apothekenalkohol. Gehts damit auch?
 

Sheriff

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Also, den Test hab ich mit dem Alkohol und Nitro gemacht, beim ersten wurds klebrig, die Schicht war aber so milchig. Nitro hat kaum was bewirkt, ein leichter brauner Film ging ab, aber da denke ich eher, dass das der Dreck ist, der trotz Wasser Seife Reinigung nicht abgegangen ist. Ich hab dann auch mal Wasser probiert auf der angeschliffenen Stelle (das wurd Rot, nach dem Trocknen wieder heller) und an der anderen angeschliffenen Stelle mit Alkohol eingerieben, das wurde dunkler Rot und bleibt nun auch so in der Farbe. Bilder hab ich gemacht, aber ich habs halt nicht so mit dem fotografieren, also bitte steinigt mich nicht, wenns nix geworden ist. Bin noch auf der Arbeit und kann somit die Bilder nicht hochladen, aber heute Abend mach ich das sofort.
Danke euch allen!
 

marcus_n

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Sheriff: Wenn es beim Alkohol klebt, ist es entweder Spirituslack oder Schellack. Wobei das ja irgendwie das Gleiche ist. Spirituslack besteht aus Alkohol, einem Harz (in dem Fall Schellack), Farbpigmenten und evtl. noch Zusatz- bzw. Füllstoffe wie Bimsmehl u.Ä. Einfach weiter mit Alkohol probieren. Ursprünglich hat man in der Zeit schon Nitrolacke hergenommen. Aber wer weiss, vielleicht hat das jemand im Laufe der Jahre mit Spirituslack aufgefrischt?
Andreas (Keilzink) hatte Dir ja schon geschrieben, dass du eine dünne Folie (Frischhaltefolie) drüberlegen solltest, damit der Alkohol nicht so schnell verdunstet und besser anlösen kann. Größere Flächen kann man auch durchaus in Folie richtig einwickeln. Das Anlösen kann schon eine Weile dauern. Oftmals mehrere Stunden, bzw. über Nacht. Das musst du einfach an einer kleinen Stelle probieren. Wenn es nicht so gut klappt, evtl. einen höher konzentrierten Alkohol anwenden. Abtragen zunächst mit einem alten T-shirt, hartnäckigere Stellen evtl. mit einer Ziehklinge sanft abschaben. Den Vorgang ggf. öfter wiederholen. Mit einem Mal geht das meist nicht. Manche empfehlen zum Ende hin noch eine Säuberung mit Stahlwolle. Ich mag das aber nicht so, weil oft Metallpartikel im Holz bleiben und dann reagieren. Sprich Du kriegst schwarze Pünktchen und Flecken im Holz. Sehr gut für die Reinigung eignet sich noch die grüne Fliesschicht eines normalen Küchenschwamms. Auch eine alte Zahnbürste oder eine Nagelbürste kann man gut zum Reinigen hernehmen.
Weiterhin viel Spass. Gruß Marcus.
 

Friederich

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Alkohol und Nitro gemacht, beim ersten wurds klebrig, die Schicht war aber so milchig.
Und der Abrieb auf dem weißen Lappen/Papier war überhauptnicht braun? Das spräche dann gegen Schelllack. Andrerseits würde es mich wundern, wenn sonstiger (Kunstharz)lack durch Alkohol klebrig würde, sich also anlösen ließe. Vielleicht hast du dich getäuscht?
Ergebnis ist also so für mich nicht plausibel. Wird wohl doch moderner Lack (Nitrolack z.B.) sein , und mit dem Klebrigwerden könntest du dich getäuscht haben, wegen Schmutzschicht/alte Möbelpolitur... etc...
 
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Sheriff

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Wow, das gibt dann ja ne laengere Sache, aber ok, ich hab Zeit. So lange muss halt der Schreibtisch raus aus meinem Buero, waere aber beim Abschleifen auch nicht anders gewesen. Stahlwolle hab ich fuer die Messing Beschlaege genommen, das geht ganz gut damit. Da der Schreibtisch ja nicht mein Eigentum ist, muss ich mir das Werkzeug und alle Mittel selbst kaufen, von daher denke ich, werd ich nochmal versuchen, die Nitroverduennung laenger einwirken zu lassen, da die noch irgendwo im Schrank stand.
Ich halt dich aufm Laufenden
 
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