Schnittholz - reicht es nur zu hobeln

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von dassnake, 28. September 2018.

  1. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Hallo Leute,

    wie die Überschrift schon sagt: Reicht es, dass Schnittholz "nur" zu hobeln? Kurz zu meinem Anliegen:

    Ich habe zwei Bohlen aus Eiche (unbesäumt, KD, Schnittholz) in 3200 x 550 x 65 mm. Daraus möchte ich gerne eine Tischplatte bauen. Stahlfüße sind auch schon vorhanden. Ich möchte gerne, dass die Bohlen so plan wie nur möglich sind. Leider reicht mein Dickenhobel dafür nicht aus (max 300 mm).
    Ich habe schon mehrere Tischlereien angefragt, ob es möglich ist, die Bohlen abzurichten sowie auf eine Stärke zu bringen. Leider verfügt niemand über eine so große Abrichte (max. 480mm). Jetzt ist meine Frage, ob es reicht, die Bohlen "nur" zu hobeln per Dickenhobel oder es doch selbst zu machen. Ich besitze einige Raubanken und elektrischen hobel, allerdings möchte ich gerne eine gerade und ebenmäßige Fläche.

    Was wäre ein fairer Preis für das eventuelle abrichten und hobeln?

    Über Vorschläge würde ich mich gerne freuen.

    Gruß IMG_20180210_105829.jpg
     
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    ja das ist durchaus üblich solche naturbelassenen Bohlen nur per Dickenhobel zu hobeln.
    Es muss ja auch keine Winkelkante daran.
    Im Abschluss noch durch die Breitband lassen und du hast eine fertige Oberfläche.
     
  3. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Besten Dank :emoji_slight_smile:
    So habe ich es mir auch vorgestellt. Eigentlich reicht es doch, die Bohlen per Dickenhobel auf die identische Stärke zu bringen und gut ist.
    Die Endbehandlung wie schleifen (Bandschleifer/ Exzenterschleifer) sowie ölen möchte ich gerne selbst machen. Das traue ich mir definitiv zu :emoji_slight_smile:
     
  4. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Dann reicht nur hobeln definitiv nicht aus. In der Breite wird die Bohle geschüsselt bleiben, in den Länge gebogen. Wenn beides
    zufällig plan ist, dann geht's mit hobeln und Breitband.

    Wo wohnst du denn?
     
  5. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    hmmm okay.... ich komme aus NRW, Essen/Oberhausen
     
  6. mscholz1978

    mscholz1978 ww-ahorn

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    Oder mit der Oberfräse planen - das wird dann grade!
     
  7. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

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    Es wird sich doch wohl ein Tischler in der Umgebung mit einer größeren Abrichte finden lassen?
     
  8. Komihaxu

    Komihaxu ww-robinie

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    Ob es da nicht sinnvoller wäre, die Bohlen in der Mitte zu trennen (ggf. das Herz rauszuschneiden) und dann entsprechend der Regeln wieder zu verleimen?
    Auf dieser Breite ist ein späteres Schüsseln doch recht wahrscheinlich, oder?

    Damit wäre auch das Problem mit dem Hobeln vom Tisch und es bleibt mehr Reststärke. Aktuell geht da ja bestimmt ein Zentimeter beim Hobeln weg.
     
    Time_to_wonder gefällt das.
  9. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Also ich finde die Idee mit der Oberfräse zum planen ganz gut.
    Hat jemand bereits Erfahrungen gemacht?
     
  10. AhornBay

    AhornBay ww-esche

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    Schönen guten Morgen,

    im Eingangstread ist die Rede von "Ich besitze einige Raubanken".

    Dann wäre mein Vorgehen:
    - die Bohlen besäumen (passend zur dann vorhandenen Abrichte & Dickte)
    - die die Bohlen abrichten & dickten
    - die Kanten fügen
    - Verleimen
    - die so erzeugte Platte mit der Raubank ebenen
    - mit (weiteren) Hobeln Verputzen

    eine Tischplatte mit einem handgeführten Schleifer zu "Verputzen" wird zumindest sehr schwierig. Meist endet das in einer Berg- & Talbahn. Mit einem handgeführten Elektrohobel macht man mehr kaputt, als das man etwas richtet. Ob in den vorhandenen Bohlen noch der "Kern" vorhanden ist, sieht man nicht; möchte es aber nicht ausschliessen. Dann müssen die Bohlen ohnehin getrennt werden.

    Alternative wäre ein "urtümlicher" Tisch mit Baumkante. Dazu läuft ja gerade ein anderer Faden.

    Viel Erfolg!

    Herzliche Grüße

    Tom
     
  11. predatorklein

    predatorklein ww-robinie

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    Hallo

    Ja !

    Und jetzt :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:

    Spaß beseite , ich wollte die beiden Diele nicht dauernd rumwuchten :emoji_astonished:
    Alleine die Verletzungsgefahr :emoji_head_bandage:
    Und das " AUA " , wenn dir der Diel übers Schienbein schrammt .

    Ich hab schon einige Tischplatten mit einer ( starken ) OF geplant ( siehe Bild ) .

    Platte auf großen Tisch , unterlegt , daß sie nicht wackeln kann , links und rechts gerades Kantholz auf den Tisch , Brett mit Nut angefertigt , auf dem die OF läuft .
    Und dann wird gefräst , gefräst , gefräst .
    Rüber , nüber , rüber , nüber , rüber , nüber usw usw usw .................................
    Dauert ganz schön .
    Und gibt eine Menge Späne .

    Dann wird gedreht und die Gegenseite gemacht .

    In den letzten 12 Monaten hab ich 2 Tische mit unserer Bohr / Fräsmaschine und dem Montagewagen gebaut .
    Diel auf den Montagewagen , großer Fräser in die Bohr / Fräsmaschine .
    Kopf der Bohr / Fräsmaschine geschwenkt und nach unten gefahren .

    Boden unserer Halle ist ziemlich gerade , so kann der Diel auf dem Montagewagen hin und hergefahren werden .
    Geht wirklich ruckzuck :emoji_muscle:

    Max. Ausladung ca 27 cm , geht als bei Dielen bis ca 50 cm Breite

    Gruß
     

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  12. SteffenH

    SteffenH ww-robinie

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    Wenn die Bohlen insgesamt halbwegs gerade sind, kann man sie direkt hobeln. Ich lege vorher zwei längere Latten auf die Enden und peile darüber, dann sieht man sofort, ob die Bohle windschief ist. Beim Hobel kommt die hohle Seite nach unten, dann fährt die Bohle auf den Kanten. Mit obiger Lattenmethode kann man die Kanten mit der Rauhbank bearbeiten, falls zu stark windschief. In der Länge rund ist schon etwas blöder, da kommt man ohne abrichten nicht weiter.
     
  13. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Super besten Dank. So werde ich es im laufe der Woche ausprobieren. Ich hoffe, mit Erfolg :emoji_slight_smile:
     
  14. bello

    bello ww-robinie

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    Ja.

    Auf eine Platte vier Aluwinkel derart geschraubt, dass zwei lange Wasserwaagen recht fest darein passen. Einen Schlitten zur Führung der OF (bei mir die OF 2200 mit 35mm Nutfräser mit Grundschneiden). Lediglich die Zwingen müssen zwischendurch umgesetzt werden.

    DSC09517.JPG DSC09518.JPG
     
  15. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Besten Dank für die Info und Fotos. So habe ich es mir vorgestellt. Konstruktion gefällt mir auch. Sehr simple und effizient! Super arbeit, tolles Ergebnis.

    Muss ich die Bohlen besäumen? Ich habe vor, an den außenkanten die Baumkante zu erhalten.
     
  16. Komihaxu

    Komihaxu ww-robinie

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    Bedenke aber, dass sich die Bohlen hinterher auch wieder verziehen können!
    Musst du nicht, aber das Splintholz ist ziemlich weich. Es hält der mechanischen Belastung an der Kante deutlich weniger Stand als das Kernholz. Ausserdem ist es anfällig für Schädlinge (in der Wohnung wohl nicht mehr).
    Es kann dir auch passieren, dass große Stücke vom Splintholz wegbrechen.

    Eigentlich gilt es als Pfusch, die Kante dranzulassen.
    Aber probier es ruhig mal, kann klappen.

    Vermutlich werden wir uns sowieso in einem halben Jahr wieder sprechen, wenn die Bohlen geschüsselt sind und du den Tischbau von neuem beginnst. :emoji_wink:
    Aber ist es dann ja nichts verloren, die Bohlen brauchst du nur nochmal auftrennen, hobeln und nach den Verleimregeln neu verleimen. In der Zwischenzeit wirst du viel gelernt haben - das ist Gold wert.
     
  17. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Ich nehme natürlich jeden Tip und Erfahrung an, um das bestmögliche Endergebnis zu erreichen :emoji_slight_smile:

    Also soll ich jede Bohle in 2 aufteilen und dann erneut nach der Verleimregel neu verleimen, um ein späteres schüsseln zu vermeiden? Zur Info: die Bohlen wurden KD getrocknet und liegen seit gut einem Jahr in der Hütte. Also müssten die Bohlen relativ feuchtarm sein. Aber es tut doch im Herzen weh, diese schönen 50cm Bohlen zu durchtrennen :emoji_frowning2:
     
  18. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Achja, und ich habe ein sehr massives Gestellt aus Doppel-T Träger, dass mit 12cm Flachstahl verbunden ist. Somit würde die Tischplatte auf 90 x 12 cm liegen. Zudem möchte ich gerne, dass ich die beiden Bohlen nicht miteinander verleime, sondern einen Schlitz/Luft von etwa 5-10mm habe. Somit sind die beiden Bohlen voneinander getrennt. Ist die Gefahr dennoch vorhanden, dass sich die Bohlen schüsseln?
     

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  19. pixelflicker

    pixelflicker ww-robinie

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    Mach es so. Sieht doch cool aus. Ich hab auch die Kante bei meinem Schreibtisch dran gelassen und nur zwei Teile verleimt. Hält nun schon zwei Jahre ohne Probleme. Achte nur drauf, dass das Holz arbeiten kann. Allerdings dürfte das Holz schon wieder Feuchtigkeit aufgenommen haben, wenn di ein der Hütte lagen. Deswegen vielleicht besser einige Zeit im Haus lagern.

    Selbst wenn sie ein bisschen schüsseln. Sagen wir, du hast am Ende einen Höhenunterschied von 1-2mm. Meinst du wirklich das stört? Merkt man vielleicht gar nicht.
     
  20. predatorklein

    predatorklein ww-robinie

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    Moin

    Rein von der technischen Seite ist der Bau solcher Tische aus ganzen DIELEN :emoji_slight_smile: verkehrt .

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    Eigentlich sollte man die Blockware wie in Bild 4 verarbeiten .

    Aber wer macht das schon immer .
    Hab schon Holz nach allen Regeln der Kunst verleimt , und trotzdem hat es sich derb verzogen .
    Und hab schon Holz entgegen allen Regeln verleimt und kaum was ist passiert .

    Man kann wirklich nur die Risiken minimieren .

    Diese Massivholztische aus ganzen Dielen sind halt momentan " hip " , also wird das auch so umgesetzt .

    Allerdings weisen wir jeden Kunden drauf hin , was passieren kann !
    Wir hatten in den letzten 5 Jahren mit sicherlich 30 Tischen in der Art noch keine Probs .
    Obwohl sich 3 oder 4 Tische schon ziemlich verzogen haben ( 10 mm Bauch auf die Breite von 90 oder 100 cm ) .

    Alle Kunden wollten aber einen Tisch mit solch " urigem " Charakter .

    Gruß
     
  21. dassnake

    dassnake ww-kiefer

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    Hallo, ich bin es erneut :emoji_stuck_out_tongue:
    ich möchte euch kurz etwas berichten. Ich habe das ganze erstmal an einen 70 x 70 x 4,5 cm Besteilltisch geübt. Das Ergebnis ist echt genial - so habe ich es mir vorgestellt :emoji_slight_smile:

    Allerdings möchte ich jetzt Eiche Bohlen in ca. 80 x 30 x 3,2 cm abrichten. Ich muss es wieder per Oberfräse machen, aber das macht mir nichts aus. Hauptsache das Ergebnis stimmt :emoji_slight_smile:
    Allerdings kann ich die Eichebohlen NICHT fixieren. Könnt ihr mir weiterhelfen wie ich die Bohlen fixieren kann? Ich habe an der Heißklebepistole gedacht. An jeder Ecke einen kleinen Punkt vom Heißkleber und gut ist.
    Andere Ideen?
     
  22. bello

    bello ww-robinie

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    Hallo,

    ich habe meine Abrichteplatte mit 20mm Bohrungen versehen, aus Resten Keile geschnitten, in diese 20 mm Sacklöcher gebohrt und Abschnitte einer 20 mm Dübelstange eingeleimt. Dazu dann Keile ohne diese Dübelstange. Das Werkstück lässt sich dann fest verkeilen.

    DSC01674.JPG

    DSC01676.JPG

    DSC01681.JPG
     
  23. predatorklein

    predatorklein ww-robinie

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    Hallo

    Wenn die Platte noch nicht auf Maß geschnitten wurde , einfach paar Schraubösen reindrehen :

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    Und die dann " festgespaxt " .

    Gruß
     
  24. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

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    Oldenburg
    Hallo,

    ich wiederhole meinen Beitrag aus dem letzten Jahr. Frage einen Tischler in der Nähe ob der dir das Brett abrichtet. Das ist eine Sache von ein paar Minuten. Und bestimmt günstiger wie ein neuer Fräser.

    Alternativ kann man so etwas auch gut von Hand mit einer Rauhbank machen, dazu braucht man dann aber eine stabile Werkbank, Rauhbank und Möglichkeiten Eisen zu schärfen.
     
  25. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Du kannst an den Enden eine gerade Leiste mit MS-Polymerkleber aufkleben, die plan auf der darunterliegenden Platte aufliegt. Diese dann an die Platte anspaxen. Später schneidest die Leisten wieder weg.

    Heißkleber: Kann funktionieren, wenn das Teil nicht zu stark krumm ist.
     
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