Schiefer Schnitt an Kreissäge

Schreinerbub

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Hallo Leute, ich habe ein Problem an meiner Kreissäge. Ich habe eine 5-Fach-Kombi von GEA Baujahr 1987, FabrikNr. H4387. Leider ohne Typ-Bezeichnung, was mich auch irgendwie ein bisschen irritiert.
Der Schlitten der Kreissäge muss „verbogen“ sein, zumindest denke ich, dass das das Problem ist. Meine Schnitte werden nämlich nachdem ich am Queranschlag mein Brett angelegt habe und eine Seite winklig schneide, dann wenn ich es drehe um die andere Seite winklig zu schneiden und auf das Endmaß, nicht parallel zu der vorher geschnittenen Kante.
Das heißt beim nachmessen muss ich feststellen, dass das untere Längenmaß des Brettes, nicht dem oberen Maß entspricht (oben immer weniger als unten)
Ich habe paar Bilder gemacht um es zu verdeutlichen, hoffe ihr könnt was damit anfangen.
 

Gnampf

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Wenn der Schlitten schief läuft, würde doch die Schnittfuge schräg laufen. Das müsste man doch hören, wenn der Abschnitt rechts vom Sägeblatt am selbigen scheuert!?
Im Übrigen müsste man doch den Lauf des Schlittens justieren können?!
Ist dein Queranschlag winklig zum Sägeblatt oder winklig zum Schlitten?
 

Schreinerbub

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Das sind die einzigen Schrauben, die am Schlitten sind und da lässt sich nichts an der Laufrichtung verstellen.
Habe in winklig zum Sägeblatt eingestellt, indem ich Probeschnitte gemacht habe, immer mit dem Winkel kontrolliert und solang umgestellt, bis ich winklig war.
 

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Gnampf

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Legst du beim Ablängen immer die gleiche Längskante an den Queranschlag?
Soll bedeuten: Wenn dein Brett der Länge nach parallel ist und der erste Querschnitt 90° ist, dann muss- egal welche Längskante du für den finalen Querschnitt wählst- der finale Querschnitt auch 90° sein.
 
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raziausdud

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Hallo Schreinerbub.

Dass ein Schiebeschlitten hinten etwas - also wirklich minimal - vom Sägeblatt wegläuft, soll meines Erachtens so sein, damit der hintere aufsteigende Sägezahn nicht mehr schneidet. 1-2 Zehntel von vorderem zu hinterem Zahn wird da immer angegeben.

Das hat aber nichts mit der Rechtwinkligkeit zu tun. Die wird doch durch den Queranschlag bestimmt. Der Queranschlag muss exakt rechtwinklig zur Vorschubrichtung des Schlittens justiert sein, und nicht rechtwinklig zu irgend etwas anderem wie Tischkante oder Tischnut. Selbst bei einem deutlich schräg laufendem Schiebetisch müsste ein so eingestellter Queranschlag rechtwinklige Schnitte ergeben. Ich denke also auch, dass dieser Winkle nicht stimmt.

Such mal nach "5-Schnitt-Methode", und spiel die einmal durch. Da wird zu Testzwecken (!) das Werkstück immer weiter um 90 Grad gedreht, am Ende sieht man dann einen deutlich größeren Fehler, weil der sich von Schnitt zu Schnitt aufaddiert.

Noch ein möglicher Anwedungsfehler, auch bei korrekt eingesteller Säge: das Werkstück verrutscht während des Schnitts.

Rainer
 

Schreinerbub

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Hallo Schreinerbub.

Dass ein Schiebeschlitten hinten etwas - also wirklich minimal - vom Sägeblatt wegläuft, soll meines Erachtens so sein, damit der hintere aufsteigende Sägezahn nicht mehr schneidet. 1-2 Zehntel von vorderem zu hinterem Zahn wird da immer angegeben.

Das hat aber nichts mit der Rechtwinkligkeit zu tun. Die wird doch durch den Queranschlag bestimmt. Der Queranschlag muss exakt rechtwinklig zur Vorschubrichtung des Schlittens justiert sein, und nicht rechtwinklig zu irgend etwas anderem wie Tischkante oder Tischnut. Selbst bei einem deutlich schräg laufendem Schiebetisch müsste ein so eingestellter Queranschlag rechtwinklige Schnitte ergeben. Ich denke also auch, dass dieser Winkle nicht stimmt.

Such mal nach "5-Schnitt-Methode", und spiel die einmal durch. Da wird zu Testzwecken (!) das Werkstück immer weiter um 90 Grad gedreht, am Ende sieht man dann einen deutlich größeren Fehler, weil der sich von Schnitt zu Schnitt aufaddiert.

Noch ein möglicher Anwedungsfehler, auch bei korrekt eingesteller Säge: das Werkstück verrutscht während des Schnitts.

Rainer
Ok, die 5-Schnitt-Methode probiere ich morgen nochmal aus.
Die Winkligkeit habe ich weder am Tisch, noch an der Nut eingestellt, sondern durch Probeschnitte, die ich mit den Winkel kontrolliert habe und solang verstellt, bis es gestimmt hat. Liegt bei dieser Vorgehensweise ein Fehler?
Ansonsten guck ich mal mit anderen Winkeln noch, aber ansich habe ich meinen getestet und der passt.
 

benben

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Es gibt irgendwo einen Thread, da würde die Einstellarbeit an einer FKS sehr gut beschrieben.
Kann den mal jemand verlinken?

Gruss
Ben
 

raziausdud

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Die Winkligkeit habe ich weder am Tisch, noch an der Nut eingestellt, sondern durch Probeschnitte, die ich mit den Winkel kontrolliert habe und solang verstellt, bis es gestimmt hat. Liegt bei dieser Vorgehensweise ein Fehler?
Das ist meines Erachtens schon ein richtiges Vorgehen. Aber nun muss ich fragen: wieso weicht dann der hier eingangs geschilderte Schnitt vom Probeschnitt ab? Da bleibt für mich nur noch: der zur Kontrolle verwendete Winkel ist nicht 100%ig. Dass hieße dann, dass der Probeschnitt nicht exakt ist, halt genauso schief wie der Prüfwinkel. Und logischerweise kann dann auch jeder weitere Schnitt nicht exakt sein.

Den Prüfwinkel kannst Du mit der Umschlag-Methode testen. Einmal "rechts herum" an einen Punkt einer absolut geraden (!) Kante anlegen, Endpunkt markieren, dann mit dem Anlegeschenkel zur anderen Seite anlegen und schauen, ob der Endpunkt wieder getroffen wird.

Rainer
 
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PurplePony

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Für das Einstellen habe ich mir seinerzeit einen ca 500 x 700 mm Flachwinkel für ca 20,- besorgt. Das hat mir bei der Justierung der Anschläge sehr geholfen.
Kontrolliert habe ich es anschließend mit oben genannter Methode.
 

raziausdud

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Ich fasse mal zusammen: eine Seite eines Bretts wird am Queranschlag angelegt, um so einen rechtwinkligen Schnitt zu bekommen. Das Werkstück wird nun mit der vorigen Unterseite nach oben und mit der gleichen Ursprungsseite an den Queranschlag angelegt, um einen rechtwinkligen Schnitt an die andere abgehende Seite zu bekommen.

Ist er aber nicht, weil die der angelegten Seite gegenüberliegende Seite am Ende immer schmaler ist. Also ist mindestens einer der beiden angeschnittenen Winkel etwas kleiner als 90 Grad. Frage also: sind beide gleich schief oder nur einer? Unterschiedlich wäre zumindest ein Hinweis auf einen Handhabungsfehler.

Alle Fehlermöglichkeiten wurden meines Erachtens genannt. Nein, eine nicht: die Anlegekante des Werkstücks ist nicht 100% gerade, "wackelt" also ein wenig am Queranschlag. Umgekehrt könnte der Queranschlag einen kleinen Buckel haben, dann wackelt auch ein gerades Werkstück etwas. Um das auszuschließen bzw zu testen, würde ich mal an beiden Enden der Anlegekante je ein kleines Plättchen befestigen. Hohl kann ja nicht wackeln, nur bucklig. So ist sichergestellt, dass die Kante bei beiden Schnitten gleich am Queranschlag anliegt. Voraussetzung: der Queranschlag muss mindestens so breit wie die Anlegekante sein.

Vielleicht machst Du für uns auch mal einige Fotos, die zeigen, wie Du die Schnitte jeweils ausführst. Denn wenn auch die zuletzt beschriebene Fehlermöglichkeit ausscheidet, bin ich nämlich "mit meinem Latein erst mal am Ende" :emoji_wink:

Rainer
 
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raziausdud

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Mir ist noch eingefallen ...
"Fehler-Favorit" ist für mich (auch) der arg schief laufende Schiebetisch. Ich hab mal überlegt, was passiert da. Zu Beginn schneiden die vorderen Zähne des Sägeblatts ihren Spalt. Beim weitern Vorschieben kommt dieser Spalt aber nicht ohne weiteres an den hinteren Zähnen vorbei, weil die ja außerhalb der Flucht der vorderen Zähne stehen. Das Werkstück könnte also gezwungen werden, diesem Zwang zu folgen und dabei unweigerlich aus der eigentlichen Bahn geraten. Und/oder die hinteren Zähne schneiden nun auch, eventuell "nur" im Abfallstück, was sie natürlich nicht sollen. Das kann unter Umständen sogar recht gefährlich werden.

In welche Richtung das Werkstück dabei wandert, müsste ich mal aufzeichnen. Meines Erachtens müsste dabei aber auf jeden Fall der Sägespalt größer werden als es der Zahngeometrie entspricht, denn die hinteren Zähne schneiden ja zusätzlich. Das kannst Du ja mal überprüfen. Wie breit ist der Sägespalt, wenn man nur vorn ein Stück einsägt, und wie breit ist er nach dem kompletten Durchschieben, quatsch: natürlich kurz vorm kompletten Durchschieben :emoji_wink:

Du könntest auch mal versuchen, nach dem eigentlichen Schnitt noch ein/zwei Mal einen Millimeter abzuschneiden, dann kommt der mögliche Einfluss der hinteren Zähne und dss Abfallstücks nicht mehr zum Tragen. Dein Schlitten fährt ja hinten vom Sägeblatt weg. Und schauen, ob das Ergebnis besser wird bzw Du wirst sofort sehen, ob eventuell vorn oder hinten mehr abgeraspelt wird. Ich denke, so kann man den Schiebetisch als "Schuldigen" besser einkreisen oder ausschließen

Denn wenn man eine solchen Fehler im System hat, der sich im Verlauf eines Schnittes entwickelt, kann man meiner Meinung nach Justieren was man will, der Fehler wird bei jedem Schnitt anders ausfallen.
 
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PurplePony

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Wenn man die Einstellung mit der 5-Schnitt-Merthode kontrolliert, kann man damit auch einstellen.
Extra einen großen Winkel zu kaufen, ist also überflüssig.
Nein, überhaupt nicht. Total sinnvoll einen solchen Flachwinkel für die regelmäßige Kontrolle zu haben.
Bei mir war der Anschlag um mehreren mm aus dem Winkel.
Nur die letzte Kontrolle habe ich mit der 5er Methode gemacht weil es meines Erachtens in meiner Werkstatt nichts genaueres gibt.
Wenn man sich aus einer größeren Abweichung heraus mit der 5er Methode erst an das richtige Maß heran tasten möchte, ist man viel zu lange zu gange.
Meine Zeit ist knapp.
Der Helios Preisser Winkel hat seinerzeit 20, - Euro gekostet.
Ich habe Ihn mit einem wesentlich teureren Ulmia Winkel und per Umschlag kontrolliert.
Für mich keine messbaren Abweichungen.
Auch im Nachgang eine hervorragende Investition die ich immer wieder tätigen würde.
Grüße
 
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