Sarg; Selbstbau

Dieses Thema im Forum "Projektvorstellung" wurde erstellt von hoelzhausen, 2. Januar 2016.

  1. bello

    bello ww-robinie

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    Ich finde das ist mal ein Grund nachzudenken. Wenn ich die Altershöhe und den Krankenstand im Familien- und Bekanntenkreis sehe, dann lohnt es sich schon über eine Kleinserie nachzudenken.

    Es ist eben ein schwieriges Thema.
     
  2. hoelzhausen

    hoelzhausen ww-kiefer

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    Moin Jörg,
    ich muss gestehen, dass ich Deinen Text nicht ganz verstehe.
    Wie Harald schon schreibt, hat es für mich die Zeit, als ich für meine Töchter Sachen gebaut oder anders Zeit für sie/mit ihnen verbracht habe, auch gegeben. Wie bei Dir heute. Aber die Mädchen sind aus dem Haus, die Zeit ist um.
    Wenn ich Zeit in meiner Werkstatt (im Keller, wie Du schreibst) verbringe, dann ist das für mich glückliche Zeit. Da spielt es keine Rolle, ob ich momentan einen Schrank oder einen Sarg baue.
    Die Endlichkeit des Lebens wird urplötzlich sehr real, wenn man sich - wie ich - eines Tages auf dem OP-Tisch der Onkologie wiederfindet.
    Der verkrampfte Umgang unserer Gesellschaft mit dem Tod ist nichts für mich, und deshalb gibt es hier im Haus auch keine Geheimniskrämerei in Sachen Sarg.
    Die letzten Strophen des Gedichts machen ja im Gegensatz deutlich, dass es doch auch positive Aspekte geben könnte, nicht ewig zu leben.
    Ich bin heilfroh darüber, dass ich das so empfinde!
    Gruß -- Winfried
     
  3. Rungholt

    Rungholt ww-birke

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    Ist ein schönes Projekt finde ich! Danke für´s Zeigen.

    hab selber im Lehrbetrieb Bestattungen mit gemacht und finde daran auch nichts großartig schlimm. Ich merke nur, dass der "morbide" Charakter, den das Thema für viele hat scheinbar daher kommt, dass der Tod inzwischen scheinbar ein Tabu-Thema ist, wohl auch weil man kaum noch Kontakt damit hat. Wenn einer stirbt, wird er eben (meistens) direkt abgeholt und man sieht ihn evtl. zu ner Aufbahrung, sonst aber eher zur Beerdigung wieder und selbst da ist der Sarg häufig geschlossen.

    Und wenn ich mir die üblichen Brenner-Särge für´s Krema angucke werde ich mir das vielleicht auch nochmal irgendwann überlegen, was selbst zu schnitzen. Der einzige Punkt (sollte es ne Erdbestattung werden), den ich kritisch sehe ist, dass das Grab dann u.U. weitaus später nachsackt und das dann evtl. nochmal Thema sein könnte (für die Familie). Das ist natürlich nicht für alle Familien tragisch, aber für manche ist das halt einfach nochmal ein Schlag auf´s Gemüt...

    Ach ja: zum Thema "morbide".... Wenn jemand in den Betrieb kommt um eine Bestattung vorbereiten zu lassen und auf die Frage für wen ein "für mich" die Antwort ist... DANN macht man sich viel eher Gedanken :emoji_wink:
     
  4. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Bin ja schon beruhigt das es noch mehr Männer
    zu geben scheint, die sich auch über ihren letzten
    "Werktag" ganz unverkrampft Gedanken machen.

    So wie ich und andere hier ihr Leben selber gestaltet
    haben, gibt es bestimmt auch viele Gründe diesen Akt
    auch noch selber in die Hand zu nehmen denke ich.

    Auch wenn ich noch viele Jahre und Enkel erleben will,
    in meinem engeren Freundeskreis habe ich schon dafür
    gesorgt das diese Formalität umfassenden erledigt wurde.
    Nennt sich Bestattungsvorsorge und hat bei den heute so
    anfallenden Kosten im Falle einer umfassenden Pflege, den
    unbestreitbaren Vorzug das die vorab geleisteten Zahlungen
    absolut mündelsicher sind. Da kommt wirklich keiner, auch
    nicht die Stellen die evtl. zu Transferleistungen verpflichtet
    sind, dran. Über Umfang, Form und Ausrichtung meiner Be-
    stattung bestimme nur ich und die von mir zuvor benannten
    Personen haben dabei umfangreiche Gestaltungsrechte. Der
    Kostenrahmen ist sicher aufgestellt und die Hinterbliebenen
    können sich unbeschwerter ihre eigene Trauerarbeit leisten.

    In meiner Kindheit/Jugend wurde das noch etwa anders in
    der Form abgehalten, ein Familienmitglied hat das für die
    ganze Sippe immer wieder umfangreich erledigt. Leider ist
    diese Familienkonstellation heute eher selten geworden. So
    habe ich das leider bei meinem Vater auch anders erlebt. Da
    ich bei seinem Tod in einer humanitären Hilfeleistung im nicht
    so ganz nahen Osten unterwegs gewesen bin, war meine An-
    wesenheit zu dem wichtigen Zeitpunkt nicht gegeben. Als ich
    endlich benachrichtigt und auch vor Ort gewesen bin, konnte
    ich mich kaum mit dieser recht standarisierten Form der schon
    gewählten Beisetzung anfreunden. Die Mutter, so völlig hilflos,
    hatte das einem zwar etablierten, aber genauso ahnungslosen
    örtlichem Bestatter übertragen. Das Ergebnis würde ich heute
    als gerade noch angemessen bezeichnen, hatte aber mit dem
    Wirken der Person meines Vater nur sehr wenig gemeinsam.

    Das alles läßt sich heute bedeutend authentischer gestalten
    wenn ich gewillt bin, auch für meinen letzten "Schritt" die da-
    für notwendige Eigenverantwortung schon zuvor aufzubringen.

    Gruss Harald
     
  5. ceto

    ceto ww-birke

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    Ich finde das ehrlich gesagt auch nicht so bizarr wie manch einer hier. Im Fall der Fälle ist es vielleicht ja auch ein Trost, wenn die Bestattung derart persönlich gestaltet ist.

    In meiner Lehrzeit habe ich auch zwei Särge aus selbstgemachtem Kiefernleimholz handgezinkt, laut Chefin auf Vorrat für ein in der Nähe gelegenes Kloster. Für mich ist es eine kurze Überraschung gewesen, aber dann doch auch eine kleine Ehre, so ein intimes, persönliches Möbelstück herstellen zu dürfen.

    Und vor ein oder zwei Jahren habe ich auch etwas von einem Meisterstück gelesen, das zu Lebzeiten ein Schrank sein konnte. Das finde ich auch eine spannende Möglichkeit mit dem Prüfungsstück etwas "zeitloses" zu schaffen.

    Naja, tolles Stück, ich hoffe nur es steht noch eine Weile zu Hause im Weg herum :emoji_slight_smile:

    Liebe Grüße,
    cedric
     
  6. predatorklein

    predatorklein ww-robinie

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    Moin

    Hat mit Pietät nichts zu tun.

    Wie sagte schon mein Opa :
    Der Handel bringt Geld , nicht das Handwerk :emoji_stuck_out_tongue:

    Gruß
     
  7. hoelzhausen

    hoelzhausen ww-kiefer

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    Guten Abend allerseits,
    ich finde es toll, dass wir hier ein so sensibles Thema von so verschiedenen Seiten aus diskutieren konnten und möchte das auf keinen Fall abwürgen.
    Aber ich würde mich freuen, wenn die Profis unter Euch mir noch den einen oder anderen Tip zu den praktischen Fragen geben könnten - konkret:
    1. Wie bewerkstelligt man den meist bei Särgen zu sehenden "Schulterwinkel"?
    2. Wie verleimt man Bretter unter deutlich mehr als 90°(Korpus; Deckel) ?

    ZU 1) hatte ich ja anfangs die schräg verleimten Fingerzinken erwähnt, das wird sich aber aus Zeitgründen kaum ein Schreiner erlauben können. Für´s Pressen beim Dübeln bräuchte man eine Vorrichtung - oder?

    Zu2) Auch hier kann man mit einer entsprechenden Vorrichtung sicherlich arbeiten, aber meine Frage geht eigentlich dahin, zu erfahren, ob man so etwas auch ohne industrielle Serienfertigung mit vernünftigem Aufwand hinbekommt.
    Schönen Abend -- Winfried
     
  8. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Guten Abend Winfried

    und ich hatte schon die Befürchtung das wir dir
    deinen Beitrag zerschossen hätten, aber gut so.

    Für die Herstellung einer schrägen, oder gar der
    Trichterzinkungen gibt es auch maschinelle Tips.
    Geh einmal auf die Seite von Scheer-Koch und da
    unter Bedienungsanleitung ZF630. Ist jetzt so nicht
    gerade die erste Stufe der maschinellen Zinkung, es
    geht aber doch recht flott wenn die Zulagen für einen
    festen Winkel erst einmal gebaut und positioniert sind.

    Zur Ermittlung der Schiffterschnitte empfehle ich die
    Seite des tüchtigen Berufsschullehrers aus Bals in der
    Umgebung von Salzburg, das ist schon werkgerecht.

    Auch wenn unsere Auszubildenden heute eher zu der
    passenden App greifen mögen, ist es zum Verständnis
    schon etwas weiterführender das mit Austragung auf
    dem Reissboden/Zeichentisch zu ermitteln.

    Zu Frage 2 - bei der Aufleimung des Deckels auf ein
    schräges Zargengestell ist etwas Phantasie gefragt.
    Natürlich gibt es auch dazu einige Hilfsmittel die in
    einer Tischlerei auch vorhanden sind, aber die noch
    immer simpelste Methode für Zuhause ist es einfach
    Wagenheber gegen die Decke abzustützen. Das dabei
    die Zargen mit Klötzen und Leisten auf dem Tisch fixiert
    werden müssen glaube ich dir, beim Blick auf dein Werk,
    bestimmt nicht extra erwähnen zu müssen. Auch wenn
    dein Sargbau mir rein formmässig nicht unbedingt ganz
    gefällt, von der handwerklichen Leistung finde ich es so
    schon mehr als gelungen was du da hergestellt hast.

    Liebe Grüsse, Harald
     
  9. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    gib einfach mal bei Sarg Produktion bei youtube eingeben da gibt es einige Videos die die Fertigung zeigen.
    bsp Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  10. hoelzhausen

    hoelzhausen ww-kiefer

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    Moin Harald, hallo Carsten,
    vielen Dank für Eure Tips.
    Ich habe mich schon oft gefragt, was überwiegt, wenn man als Holzwerker "ungelernt" ist und nur hobbymäßig aktiv, die Vor- oder die Nachteile. Eindeutiger Vorteil ist, dass man ohne Zeitdruck arbeitet, kretiv sein kann und ohne Kostendenken auch augefallene Sachen machen kann.
    Ebenso eindeutig negativ empfinde ich aber, dass man (zumindest ich) auf manche Dinge einfach nie kommt, wenn man nie jemamnd neben sich hatte, der wirklich "Ahnung" hat.
    Learning by doing ist eben doch nicht immer optimal.
    Die Scheer Anleitung für das ZF630 habe ich, Harald. Ich hatte mit "Schulterwinkel" aber nicht die mögliche schräge Zinkung an den 4 Ecken gemeint, sondern die 2 Winkel (ca. 150°), die viele Särge im Bereich der Schulterhöhe haben, so dass diese Kästen 6 Ecken haben. Ich vermute, dass diese Teile mit einer Gehrungsfeder zusammengesetzt werden.
    Der Tip mit den Wagenhebern ist klasse.
    Ich hätte nie gedacht, dass man auf Youtube Filme zum Thema Sargproduktion sehen kann. Danke für den Tip, Carsten. Das war sehr interessant. Die Kerle "schießen" die Gehrungen ja zusammen - darauf kommt man als halber Eremit, der auf dem Dorf vor sich hinwurstelt, natürlich nie drauf.
    Ich hoffe, ich habe Euch (alle zusammen) mit diesem Thema nicht zu sehr genervt.
    Tschüs -- Winfried
     
  11. Snekker

    Snekker ww-robinie

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    Ich frage mich, wo geschrieben steht das man einen Bestatter braucht um einen Verwandten unter die Erde zu bringen.
    Es sollte eigentlich auch ohne gehen. Die Formalitäten muss man dann natürlich selbst erledigen. Bestatter ist doch kein
    Beruf für den man eine Ausbildung braucht oder? Früher habe es die Nachbarn und Hinterbliebenen doch auch selbst gemacht.
    Es ist ein bisschen makaber aber ich persönlich finde, dass es wesentlich persönlicher ist wenn man es selbst macht.
    Einen Bestatter zu beauftragen hat für mich so etwas wie die Müllabfuhr rufen um den Toten zu entsorgen. Das ist meine persönliche
    Ansicht. Wer da anderer Ansicht ist der möge mir meine Meinung verzeihen. Mir ging das nur so durch den Kopf weil dieser Thread
    irgendwie auf dieses Thema zusteuerte. Leichenwagen kann man auch mieten.
     
  12. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Braucht man ja auch nicht. Allerdings dürften 99% der Angehörigen mit der Bestattung überfordert sein. Ich habe es in 30 Jahren auch erst einmal erlebt, dass nur die Urne von einem Angehörigen aus der Kirche zum Friedhof getragen wurde.

    Und wenn du dich dann noch um Sarg, Urne oder gar Leichenwagenmiete kümmern musst - owei.

    Grüße
    Uli
     
  13. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Hallo Jens

    um den Ball einmal weiter so schön flach zu halten-
    nein es braucht in NRW keinen Bestatter um einen
    Verwandten sehr persönlich unter die Erde bringen
    zu können. Unabhängig davon gibt es aber auch hier
    eine Bestattungspflicht die mit einigen Auflagen auch
    vom Gesetzgeber, den Verwaltungsbehörden, der dazu
    zuständigen Rentenkammer und einigen anderen Stellen
    möglichst zügig bearbeitet werden muss. Da die meisten
    Hinterbliebenen diesen Teil der Hinterlassenschaft kaum
    öfters durchgeführt haben, kann ein Bestatter in diesem
    Bereich schon sehr hilfreich sein.

    Der Beruf des Bestattungsgehilfen ist ein ordentlicher
    Ausbildungsberuf mit 3jähriger Ausbildungszeit. Bei dem
    Vorliegen von Kenntnissen kann dieser Beruf auch in der
    berufsbegleitenden Form erlangt werden, es gibt für viele
    Teile der Bestattungskultur Lehrgänge und für die Begleitung
    der Hinterbliebenen bieten heute auch die Amtskirchen viele
    Lehrgänge an.

    Unabhängig vom formellen Rahmen einer Bestattung ist ein
    solches Unternehmen auch noch ein Geschäft und muß so
    auch den Regeln einer ordnungsgemäßen Geschäftsführung
    folgen. Dazu gibt es auch den Meisterbrief im Bestatterhandwerk.

    Als Tischlermeister bist du für die Führung eines Betriebes im
    Sinne des Bestatterwesens berechtigt wenn du nachweisen kannst
    das du durch Firmenübernahme die Gepflogenheiten beherrscht,
    oder dir die notwendigen Kenntnisse sonstigst angeeignet hast.

    Unabhängig davon gibt es in diesem Beruf viele Seiteneinsteiger,
    die Kenntnisse aus dem kirchlichem Bereich mitbringen. Sehr oft
    sind Theologen zu finden, die sich nicht mit den recht seltsamen
    Lebensführungsprinzipien der röm.-kath. Kirche anfreunden.

    Hier in Köln finden wir in diesem Beruf die ganze Bandbreite vom
    Leiter des Karnevalszuges, Pfarrer die doch lieber eine ordentliche
    Familie gründen wollten und ja auch durchaus Menschen die es so
    auch in jedem Wirtschaftsunternehmen zu einer erfolgreichen Form
    von Vermögensmehrung gebracht hätten. Die Welt ist halt recht bunt
    und diese Menschen ermöglichen es eigentlich jedem Trauernden die
    für seine Wünsche entsprechende Form finden zu können.

    Ein nicht ganz unerheblicher Teil der Kosten einer Bestattung wird
    aber von den Städten/Gemeinden abverlangt. Ob das wirklich ganz
    gerechtfertigt ist kann ich so nicht wirklich beurteilen, immerhin ist
    solch ein Friedhof ja auch öffentlicher Grund und die Friedhöfe sind
    im weitesten Bereich Teile der Grünflächenämter. Da ja auch die Auf-
    wendungen für den öffentlichen Bereich aus Steuerlast bedient werden
    bin ich da nicht so ganz überzeugt von. Einige Bestattungsunternehmen
    machen das aber auch schon in Eigenregie und in naher Zukunft wird
    da auch ein gehöriger Druck auf die Kommunen zum Einsatz kommen.

    Bin aber natürlich kein Bestatter und kann nur aus der Sicht eines
    Zulieferers diese Problematik beurteilen können. Meine Mutter habe
    ich aber in Köln ohne grosse Widerstände selber bestatten können, da
    wurden nur die Kosten für die Grabstätte und die verwaltungstechnischen
    Aufwendungen geltend gemacht. Der Transport der Leiche ist dabei aber
    wirklich ein Pflichtteil und wer Spass an solchen Pingligkeiten haben mag,
    der kann sich ja die Quittung für die pflichtgerechte Reinigung des Wagens
    vom Transportunternehmen vorlegen lassen:emoji_grin:

    Gruss Harald
     
  14. Snekker

    Snekker ww-robinie

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    Guten Morgen Harald!
    Für mich ist damit das Thema durch. Mir ging es nur darum in diesem Fall meine persönliche Meinung zum Ausdruck zu bringen. Grundsätzlich kann ich jeden nur beglückwünschen der in der Lage ist sein letztes Möbel selbst zu fertigen. Da bekommt er wenigstens Quallität. Ich habe schon lange darauf gewartet das hie Im Forum mal jemand so ein Möbel als Projekt vorstellt. Wie gesagt der Tod ist doch teil des Lebens, auch wenn es eben der Abschluss desselben ist
     
  15. beppob

    beppob ww-robinie

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    Oberallgäu
    grüß euch,

    während meiner zeit als wehrdienstleistender wurde ich in die bw-schreinerei der Kaserne abkommandiert. dort arbeitete ein schreiner, der zuvor auch in einer sargbaufirma tätig war. aufgrund dessen hatte er im dachboden der Werkstatt auch schon seinen sarg stehen und zeigte ihn mir stolz. mit meinen anfang zwanzig fand ich das schon etwas seltsam, leicht gruselig :emoji_open_mouth: heute, zwanzig lenze später, bin ich, dem Sensenmann schon einmal entkommen, auch der Auffassung, daß der tot zum leben gehört und kein tabuthema sein sollte !!!

    im Trauerfall die ganzen Formalitäten selber zu regeln hätte ich keinen nerv, abgesehen davon, weiß man denn überhaupt, was alles zu tun ist :confused:
     
  16. fahe

    fahe ww-robinie

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    Coswig
    Völlig off topic, aber...

    ...in Sachsen wurde uns seinerzeit sogar verboten, die Urne meines Großvaters selbst zu transportieren, nachdem dessen Grablaufzeit abgelaufen und das Grab eingeebnet worden war. Es ging dabei nur um den Transport, die erneute Beisetzung der Urne im 20 km entfernten Grab meiner Großmutter hätte ohnehin der Bestatter übernommen, nachdem der Zufall wollte, dass Oma genau zu dem Zeitpunkt gestorben war, als das Grab von Opa zur Disposition stand. Der ganze behördliche Kram wäre alles zusammen auch ziemlich teuer geworden.

    Wir haben dann eine Lösung auf dem kleinen Dienstweg zwischen Friedhofsgärtner und Bestatter gefunden bei der zwei Scheine den Besitzer wechselten... und seitdem liegen Oma und Opa friedlich gemeinsam in der Erde.
     
  17. Snekker

    Snekker ww-robinie

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    Hallo Falk!
    Der Thread hat sich leider dahin entwickelt. Enen Sarg bauen kann man ja, Bloß wofür? Offensichtlich gibt es Schwierigkeiten den dann auch zu benutzen. Da stellte sich die Frage ob das an den Maffiösen verhalten der Bestatter liegt oder an irgend einem Gesetz. Wenn du das of topic findest dann habe ich verständnis dafür. Mir war auch nicht ganz wohl dabei die frage zu stellen. Andererseits wollte ich es genau wissen. Im Internet war keine verläßliche Information zu finden. Fakt ist das es wohl von Bundesland zu Bundesland verschiedene Regelungen gibt. Die aber alle den Bestattern in die Hände spielen. Nun gut irgendwer muss diese ungewöhnliche arbeit ja machen.

    Dann gibt es also ein Gesetz das es Privatpersonen verbietet Asche zu tranportieren? Bei Leichen kann ich die Gründe ja noch Nachvollziehen. Wenn die aber erst einmal Eingeäschert worden sind, geht ja keine Gesundheitliche Gefährdung mehr von ihnen aus. Das kommt mir vor wie Filz. Mir kommt es so vor als entwickele sich die Bundesrepublik immer mehr zu einer Bananenrpublik.
     
  18. Sägenbremser

    Sägenbremser ww-robinie

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    Auch wenn die Bestattungsindustrie und alle damit
    einhergehenden Firmen sicherlich nicht aus lauter
    menschenfreundlichkeit ihrem Beruf nachgehen, die
    Vorschriften/Verordnungen für den Umgang mit den
    Resten der Mitmenschen werden eher von Behörden
    ersonnen und in Ausführungsverordnungen gebracht.

    Bei dem Leichnam selber spielen da auch ein paar
    hygienische Bedenken sicherlich eine Rolle, bei Urne
    ist mir das in der Form aber wirklich neu. Habe selber
    vor einem halben Jahr die Urnenkapsel bei einem sehr
    grossen Krematoriumsbetrieb im Taunus direkt nach
    Köln mitnehmen können. Eine einfache Beglaubigung
    hat da wirklich gereicht um die Asche des Vaters des
    jetzigen Ehemannes der Mutter meiner Kinder auf dem
    zügigsten Wege nach Hause transportieren zu können.

    Der Transport ist in diesem Fall nicht so das Problem, es
    ist der Verbleib der Verbrennungsreste der so ganz sicher
    gestellt werden muß. Auch bei einer Urnenbeisetzung wird
    der Urneninhalt vor der Trauerfeier vom verantwortlichen
    Trauerhallenwart geprüft werden müssen.

    @fahe - kann ich gut nachvollziehen, aber das mit den paar
    Scheinen hätte ich wirklich lieber im Dunklen gelassen. Es
    gibt ein paar Sachen die wirklich niemals in der Öffentlichkeit
    angesprochen werden sollten, am besten überhaupt nicht.

    Gruss Harald
     
  19. fahe

    fahe ww-robinie

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    Coswig
    ...um den Thread nicht völlig abgleiten zu lassen vom eigentlichen Thema, letzter Nachsatz von mir...:emoji_wink:
    Es ging auch in unserem Falle letztlich darum, das Opas Asche nicht auf dem Kaminsims landet. Für die Behörden wäre das dann eine richtige Überführung gewesen. Aber wie Sägenbremser schon schrieb; Vorschriften werdem von der Politik gemacht. Ob da wirklich Lobbyarbeit im Spiel ist? Wer weiß? Man denke nur ans Schornsteinfegergewerbe..:emoji_wink:
    Die unbürokratische Lösung ist schon etliche Jahre her, also längst verjährt... Auf die kam mein Vater nach einem Gespräch mit dem Friedhofsgärtner, was der eigentlich mit den unverrottbaren Urnen einzuebnender Gräber macht. Woĺlt Ihr das wirklich wissen? Er zerschlägt sie, streut die Asche bei der nächsten Beerdigung ins Loch, bevor die zu beerdigende Urne ins Grab kommt. Die zerdepperte Urne kommt in die Mülltonne.
    Da ist Opa in unserem Falle doch deutlich Besseres widerfahren...:emoji_wink:
     
  20. uli2003

    uli2003 ww-robinie

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    Wadersloh
    Mal ganz ehrlich - so etwas zu hören stößt mir als Bestatter doch etwas auf.

    Natürlich werden sie das. Aber woran bitte stört ihr euch denn nun wieder? Das es eine Regelung gibt, wie eine Urne zu befördern ist (gibt es zwar, ist aber nicht auf die Bestatter beschränkt), oder sind es die Regelungen zum Verbleib der Asche / des Verstorbenen? Das man nicht alles einfach so im Boden verbuddeln darf?

    Ich finde die Gesetze dazu sind schon sehr schlicht, und auch nur mit Mindestanforderungen erstellt worden. Selbst die Bürokratie hält sich sehr im Rahmen.

    Und ob es nun auf die Qualität des Erdmöbels ankommt weiß ich auch nicht. Handelsübliche Särge sind schon hinreichend sauber verarbeitet, eine Zertifizierung sorgt richtigerweise für eine entsprechende 'Abbaubarkeit', und wer sich dennoch seinen Sarg selber zimmert oder zimmern möchte, wird auch jemanden finden der diesen beisetzt.
    Es soll im Übrigen auch ein Vergang stattfinden, denn es ist unschön, nach Ablauf der Ruhezeit und nachfolgendem bestatten der nächsten Generation noch einen intakten, 40 oder 50 Jahre alten Sarg vorzufinden.

    Grüße
    Uli
     
  21. Berni62

    Berni62 ww-eiche

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    380
    Hallo Uli,

    aufstoßen ist noch sehr freundlich formuliert. Das gewählte Adjektiv "mafiös" sowie das Nomen "Bananenrepublik" sind ehrabschneidend und beleidigend.
    Die häufigen fachlichen Mängel kann man ja noch überlesen, was ich mir jetzt fest vorgenommen habe, aber ich frage mich ernsthaft, ob die fortlaufenden verbalen Ausfälle (nur zur Erinnerung: mafiös = kriminell) sein müssen.

    Für mich ist der Beruf Bestatter ein ehrbarer Beruf und ich habe selbst erlebt, wie hilfreich es ist, eine kompetente Person bei einer Bestattung an der Seite zu haben. Blitzbirnen, die das mit der Mafia vergleichen, haben augenscheinlich keinen blassen Schimmer über das Aufgabengebiet eines Bestatters.

    Ohne jetzt in Klamauk verfallen zu wollen, denn dafür ist mir das Thema zu wichtig, noch eine Bemerkung: Warum ist er denn aus Norwegen in die Bananenrepublik zurückgekommen?

    Schöne Grüße
    Bernhard
     
  22. Holz-Christian

    Holz-Christian ww-robinie

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    Bayerischer Wald
    Hallo,
    Bestattung wird schon gut bezahlt.......
    Da braucht wahrlich keiner zu jammern.
    Allerdings muss man das auch mögen und können.
    Ich gehöre nicht dazu.:emoji_wink:


    Zum Projekt:
    Interessant und Ungewöhnlich!
    Ich finde es schon mutig das hhier vorzustellen.

    Respekt, Christian.
     
  23. ranx

    ranx ww-robinie

    Beiträge:
    1.872
    Ort:
    nähe Kassel
    Hallo !

    ich habe jetzt dreimal den Text umgeändert um keinem auf die Füße
    zu treten...

    Ähm, ich verstehe euch nicht mehr :emoji_frowning2:

    LG uwe
     
  24. Innuendo

    Innuendo ww-nussbaum

    Beiträge:
    75
    Gibts ein Foto von dem Bootssarg? Kann mir drunter gar nix vorstellen...
     
  25. Fiamingu

    Fiamingu ww-robinie

    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
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