Sanftanlauf für Ulmia 1710S

Pekachu

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N'Abend zusammen,

nachdem ich mir vor einer Weile eine Ulmia 1710S zugelegt habe, war ich nun bei der ersten Inbetriebnahme tüchtig erschrocken, mit welchem Ruck die von Null auf Hundert anreißt. Die Sicherung hat das nicht übelgenommen aber dennoch hätte ich da gern etwas Linderung. In meinen alten Scheppach-Plastikbomber hatte ich so nen günstigen Softstart von ebay eingebaut, das klappte tadellos. Nun bin ich aber sicher kein Elektriker und hab vor dem Drehstromgerät nochmal deutlich mehr Respekt. Geht sowas dort auch so leicht? Und ist das von Mike 2020 o.g. Teil das Richtige?
Bzw. DAS HIER für meinen 2,2KW-Motor?
Oder würde ggf. bereits DIESES TEIL reichen? Das wäre ja nochmal deutlich günstiger.
Bezüglich Einbau: ja, keine Angst, da würde ich mich auf die Suche nach qualifizierter Hilfe begeben. Irgendwo hab ich bereits gelesen, dass man auch schauen muss, ob die Ulmia ne Motorbremse (meine ist von 1981 - hatten die das da schon? Ist das leicht erkennbar?) hat und den Softstart entsprechend platzieren muss, um die Bremse nicht auszuhebeln.
Fragen über Fragen...
 

rafikus

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Irgendwo hab ich bereits gelesen, dass man auch schauen muss, ob die Ulmia ne Motorbremse (meine ist von 1981 - hatten die das da schon? Ist das leicht erkennbar?)


Hast du schon nach der Bremse geschaut? Ist eine in deiner Säge verbaut?

Ich kenne diese Säge nicht, deswegen musst du schon selbst schauen.
 

Kerstenk

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es gibt einen von Klinger-Born der ist sehr einfach anzuschließen, denn er kommt einfach zwischen Schalter und Motor, es braucht keine weitere Schaltung und Taster. Ist leider teurer mit 170€ Da findet man auch Schaltpläne wie er verklemmt wird.
 

IngoS

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wow... niemand?
Ist die Frage so dumm oder hat tatsächlich keiner ne Idee?
Hallo,

tausende dieser Sägen laufen etliche Jahre problemlos ohne Sanftanlauf.
Nur weil es für dich ungewohnt ist, solltest du nicht ohne Not an dem Teil rumbasteln.
Einfach so lassen und fertig.
Meine Säge (anderes Fabrikat) hat auch keinen Sanftanlauf und funktioniert klaglos seit 1984. Da ist noch kein Lager kaputt gegangen und selbst der Flachriemen ist noch der erste.

Gruß Ingo
 

Kerstenk

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tausende dieser Sägen laufen etliche Jahre problemlos ohne Sanftanlauf.
meine neu gekauft SCM (Bj 2021) hatte auch keinen drinnen, aber auch keinen Stern/Dreieck, die Folge der Riemen quitschte jedesmal beim Anlaufen. Fand ich nicht so prickelnd, also einen Sanftanlauf reingebaut, schont einfach die Technik der Maschine.
 

Testlabor

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Da bin ich zu 100% bei @Kerstenk.
Gerade bei älteren Maschinen mit evtl. problematischer Ersatzteilversorgung ist ein Sanftanlauf eine absolut sinnvolle Investition. Durch die massiv reduzierten Kräfte im Antriebsstrang wird die Lebensdauer der Lager und Antriebsriemen deutlich verlängert.
 

IngoS

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Da bin ich zu 100% bei @Kerstenk.
Gerade bei älteren Maschinen mit evtl. problematischer Ersatzteilversorgung ist ein Sanftanlauf eine absolut sinnvolle Investition. Durch die massiv reduzierten Kräfte im Antriebsstrang wird die Lebensdauer der Lager und Antriebsriemen deutlich verlängert.
Hallo,

Interessant.
Meine Säge ist 42 Jahre in intensivem Gebrauch und hat immer noch die ersten Lager und den ersten Riemen.

Wie viel Jahre mehr meinst du, würde alles mit Sanftanlauf halten?

Wenn der Riemen beim Anlaufen quietscht, also durchrutscht, ist das nicht normal. Da fehlt es meist an genügender Vorspannung. Ist das Durchrutschen beim Start nicht wegzubekommen, ist was falsch dimensioniert.

Gruß Ingo
 

Kerstenk

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Wenn der Riemen beim Anlaufen quietscht, also durchrutscht, ist das nicht normal. Da fehlt es meist an genügender Vorspannung. Ist das Durchrutschen beim Start nicht wegzubekommen, ist was falsch dimensioniert.
Das ist durchaus richtig, nur habe ich keine Lust gehabt laufend nachzuspannen. Ein 5kw Motor hat ziemlichen Durchzug, wenn er keinen Sterndreieck hat, man muss auch nicht das Leitungsnetz belasten. Ist wie im Kompressor, der knallte auch immer so hoch, Sanftanlauf und eine Entlüftung bis er hochgedreht hat, ist da deutlich entspannter.

Maschinen mit Stern/Dreieck baue ich auch nicht um, da gibt es das Problem nicht.
 

magmog

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Guuden,

je nach Netzbetreiber werden ab unterschiedlichen Motorleistungen Startschaltungen gefordert
um Spannungsschwankungen zu reduzieren. Der Wert liegt häufig zwischen 3 und 5 kW.
Das dient außer dem Schutz der Maschine auch anderen Geräten,
die über die gleichen Versorgungsleitungen gespeist werden.
Spätestens wenn Glühlampen beim Einschalten der Maschine kurz etwas dunkler leuchten
sehe ich Handlungsbedarf oder auch in dem hier beschrieben Fall.

Nebenbei, Keilriemen unterliegen Verschleiß. Die Flanken nutzen sich ab,
dass kann soweit führen, dass das V-Profil mit den Flanken nur noch in der Riemenscheibe anliegt
und die Kraftübertragung zum größten Teil über den Boden der V-Nut geschieht.
Die so übertragene beträgt Kraft ist natürlich erheblich geringer als üblich und ist von Durchrutschen begleitet.
Auch das kann ein Quietschen auslösen.
 
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Testlabor

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Meine Säge ist 42 Jahre in intensivem Gebrauch und hat immer noch die ersten Lager und den ersten Riemen.

Wie viel Jahre mehr meinst du, würde alles mit Sanftanlauf halten?
Nachdem du die Betriebsstunden und dein Lastkollektiv nicht nennst kann man keine seriöse Aussage machen. Aber der Verschleiß kann deutlich reduziert werden - siehe weiter unten.
Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass man sich - wenn man etwas bei jedem Start grundlos maximal beschleunigt - sinnfrei Verschleiß einfängt. Oder beschleunigst du mit deinem Auto bei jedem Start maximal und bist der Meinung, dass sich das nicht auf den Verschleiß auswirkt?

@Pekachu
Damit du dir selbst eine Meinung bilden kannst ob ein Sanftanlauf sinnvoll ist, versuche ich nachstehend die Zusammenhänge vereinfacht darzustellen (die Fachleute mögen mir die Vereinfachungen verzeihen):

Die Belastung auf eine Kreissäge definiert sich unter Anderem durch das Drehmoment welches vom Motor auf die Sägewelle übertragen werden muss. Bei Maschinen mit Direktanlauf (so wie deine Ulmia) beschleunigt der Motor nahezu schlagartig (0,5 - 1 s) vom Stillstand auf Nenndrehzahl. Dabei entstehen Anlaufmomente die ca. das doppelte des Nenndrehmoments (= max. Betriebszustand ohne Vergewaltigung) erreichen.

Wenn man einen Riemenantrieb dimensioniert ist eines der wesentliche Kriterien das zu übertragende Drehmoment.
Je höher das Drehmoment ist, umso höher muss die Riemenspannung sein. Und je höher die Riemenspannung ist, umso höher ist auch die resultierende radiale Belastung auf die Lager im Motor und der Sägewelle.

Das o.g. Anlaufdrehmoment errechnet sich aus der zu beschleunigenden Schwungmasse (Sägeblatt, Sägewelle, Riemenscheibe) und der Winkelbeschleunigung (wie schnell der Motor hochdreht).
Verlängert man die Hochdrehzeit, so verringern sich in gleichem Maß das Anlaufdrehmoment (Kraft im Antriebsriemen), die erforderliche Riemenspannung und damit die Belastung der Lager und Anbauteile.

Wenn die Hochlaufzeit statt 1Sekunde (Direktanlauf) jetzt 3 Sekunden (Sanftanlauf) beträgt, dann reduziert sich das Anlaufmoment und die zugehörigen Kräfte und der dadurch verursachte Verschleiß von 100% auf ca. 33%.
Man schont also deutlich den Antriebsstrang ohne irgendwelche Nachteile im Betrieb zu haben.

Wenn ein Flach- oder Keilriemens durchrutscht ist der Grund oft ein überalterter Antriebsriemen. Die werden mit der Zeit an der Oberfläche hart und spröde und rutschen dann durch. Ein Nachspannen bringt dann zwar Abhilfe gegen das Durchrutschen, belastet aber die Lager noch stärker (= erhöhter Verschleiß).
Standard sollte sein, dass man sich nicht über einen -zig Jahre alte Antriebsriemen freut, sondern diesen nach ca. 10-15 Jahren austauscht. Ist eine geringe Investition, reduziert aber durch die geringere erforderliche Vorspannung den Verschleiß im Antriebsstrang.

Bleibt die Frage, warum ältere Maschinen keinen Sanftanlauf haben?
Wenn sie einen Stern-Dreieck-Schalter haben ist (neben dem reduzierten Anlaufstrom) die Funktion wie ein Sanftanlauf - in der ersten Schaltstellung ist das Drehmoment nur ca. 1/3 des Nenndrehmoments.

Kleinere Motoren benötigen zum Schutz des elektrischen Netzes keinen Stern-Dreieck-Anlauf. Und im letzten Jahrhundert als deine Ulmia gebaut wurde gab es schlicht noch keine erschwinglichen Sanftanlauf-Steuerungen.

So - wenn du dich durch die obige Info durchgekämpft hast, (sorry, dass sie so lang wurde) kannst du selbst beurteilen ob ein Sanftanlauf für dich Sinn macht oder nicht.
 
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odul

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Wenn wir mal die technischen Überlegungen außen vor lassen, wäre es immer noch eine Frage der persönlichen Präferenzen. Und da darf jeder wirklich frei für sich entscheiden.

BTW:
Einige meiner Elektrogerät legen jedes mal einen Kavalierstart hin, der mich einfach nur nervt. Dagegen hat die Absaugung einen Sanftanlauf - und das ist einfach wohltuend leise.
 

Hoosier

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Ein großer Vorteil eines Sanftanlaufes ist, dass die Anlaufströme reduziert werden und zB eine gleichzeitig startende Absaugung die Sicherung nicht fliegen lässt.

Oder beschleunigst du mit deinem Auto bei jedem Start maximal und bist der Meinung, dass sich das nicht auf den Verschleiß auswirkt?
Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Die Säge startet quasi ohne Last, das Auto eher nicht...
 
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Testlabor

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Die Säge startet quasi ohne Last, das Auto eher nicht...
Die Säge startet nicht ohne Last, weil das Anlaufmoment durch die träge Masse der Sägewelle (das ist die Last) und der Winkelbeschleunigung (Hochlaufzeit) definiert wird. Und die Sägewelle mit Sägeblatt und Riemenscheibe ist ja immer da.
Im normalen Sägebetrieb ist das Drehmoment (Nenndrehmoment des Motors) nur halb so groß wie das max. Anlaufmoment bei Direktanlauf.
 

Kerstenk

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Die Säge startet nicht ohne Last, weil das Anlaufmoment durch die träge Masse der Sägewelle ....
an meiner kleinen Breitband, 7,5kw, ist ein Amperemeter verbaut, wenn ich Stern-Dreieck starte, schwingt dieser sich auf 125 A auf. Wenn ich dann noch berücksichtige das das Zeigerinstrument recht träge ist, dürfte die Spitze noch höher sein. Der Arbeitsstrom liegt bei max 15 A.
 

Horz!

ww-fichte
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Falls die Frage, ob eine elektronische Bremse verbaut ist, noch aktuell ist, würde ich einen Blick auf das Startergehäuse werfen. Bei meiner 1710 von 1991 steht auf dem Gehäuse u.a.: Bremsstrom, E-Wert: 8,6A. Bei den Startern von Tripus befindet sich werksseitig ein Zettel mit Schaltplan im Startergehäuse. Anhand dessen lässt sich auch prüfen, ob eine elektronische Bremse verbaut ist.

Meine (laienhafte) Meinung zur Wechselwirkung von elektronischer Bremse zum Startvorgang ist, dass die Bremse beim Starten doch gar keine Rolle spielt und somit beim Sanftanlauf auch nicht berücksichtigt werden müsste...?
 
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