Richtigen Lack auswählen

ensteff

ww-kastanie
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Hallo Forum,

ich möchte fürs Kinderzimmer ein Bett (gebraucht, Kiefer, klar lackiert) deckend streichen.

Hier auf dem Land habe ich (Baumarkt ausgenommen) zwei Möglichkeiten: Farbhändler mit Sikkens-Mischmaschine oder Hammer-Heimtex mit Glasurit.

Bei Glasurit habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass sich Lack auf Wasserbasis super verarbeiten lässt, gut deckt, schnell trocknet und dann nicht lange hält: Da wo die Kinderhände immer sind, wird der Lack schmutzig, klebrig und löst sich im Lauf der Zeit ab.

Der Lack auf Lösemittelbasis stinkt dafür tagelang und ist hinterher beständiger.

Kann man grundsätzlich sagen: es hält nur, was auch stinkt, oder gibt es wasserbasierte Lacke, die für strapazierte Möbel im Kinderzimmer halten?

Vielen Dank für Eure Tipps,

Steffen
 

checkalot

ww-robinie
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Hallo Steffen,

du könntest zu einem modernen PU-verstärkten wasserbasierten Acryllack greifen - das Material von Caparol zB (Capacry PU-Satin) wäre zB sogar für Kinderspielzeug zugelassen (was ja im Kinderzimmer nicht schaden kann... vielleicht leckt ja auch mal jemand am Bett rum... meine Kleinen hatten jedenfalls ihr Baby-Gitterbett schon ziemlich mit Speichel und Zähnen traktiert, das hat inzwischen gewaltige "Kampfspuren").
Mit dem Sikkens-Material kenne ich mich nicht so aus, habe der Homepage aber entnommen, dass es in der Rubbol BL-Linie auch PU-Acrylmaterial in verschiedenen Glanzgraden gibt.
Vielleicht wäre das einen Versuch wert?

Den Klarlack würde ich gut anschleifen und zuerst noch den passenden Vorlack auftragen.

So ein Lack erreicht natürlich nie die Festigkeit eines 2K-Möbellacks, aber ich glaube, das ist bei einem so weichen Holz drunter auch nicht unbedingt nötig, da hilft es sogar, wenn der Lack etwas elastischer ist und nicht gleich bricht.
 

WinfriedM

ww-robinie
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Die Fett- und Schweißbeständigkeit ist bei vielen wasserbasierten Acryllacken nur mäßig bis schlecht. Aber wie Checkalot schreibt, sind die PU-Acryl-Lacke beständiger, das könnte funktionieren. Sikkens und Glasurit sind übrigens nur andere Marken des selben Herstellers (Akzo-Nobel). Ich würd auch in Richtung Sikkens Rubbol gucken.
 

ensteff

ww-kastanie
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Danke für die Antworten

Dankeschön für beide Antworten.

Ich weiß jetzt also, dass meine Probleme mit den Wasserbasislacken sozusagen "systembedingt" sind.

Ich werde beim Fachhändler mal fragen, wie sie zu PU-verstärktem stehen - es gibt ja immer bessere Antworten, wenn man die richtigen Fragen stellt.
Notfalls nehme ich halt etwas mit Lösungsmitteln, der Geruch verfliegt ja irgendwann.

Bringt die Vorstreichfarbe nennenswerte Vorteile beim Ergebnis? Geht mir nur um Kosten-Nutzen: Ist halt noch eine Dose, die halbleer im Keller stehen wird.

Steffen
 

checkalot

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Zum Vorlack: er erfüllt zwei Funktionen: 1. haftet er sehr gut auf dem Untergrund und "klebt" praktisch den Decklack besser fest und 2. ist er sehr füllkräftig, so dass du ihn gut schleifen und Unebenheiten des Untergrunds ausgleichen kannst.
Und weißen Vorlack kann man eigentlich immer brauchen und er hält sich gut - du kannst ihn ja unter alle Farben packen, falls du mal was in einer anderen Farbe streichen möchtest - da ist man beim Decklack etwas eingeschränkter :emoji_slight_smile:
 
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