Rahmenbeet mit integriertem "Tomatendach"

Schnubbihh

ww-kastanie
Registriert
2. Januar 2026
Beiträge
39
Ort
Hamburg
Hallo zusammen,

ich plane aktuell den Bau von insgesamt neun Hochbeeten (Rahmenbeete). Sechs davon als klassische Nutzgärten, drei davon speziell für Tomaten mit einer integrierten Überdachung. Da die Konstruktion mit 3 Metern Länge recht ordentlich wird, wollte ich mir bei euch Profis kurz Rückmeldung zu den Dimensionen und dem statischen Aufbau einholen.

Die Eckdaten:

  • Beet-Maße: 300 cm lang, 100 cm breit, 45 cm hoch.
  • Material Wände: 24x140mm Douglasie Bretter
  • Pfosten im Beet: 70x70 mm Lärche, ca. alle 150 cm (also 6 Pfosten pro Beet); die mittleren Pfosten sollen durch Gewindestangen verbunden werden um den Erddruck bei 3m Länge abzufangen
  • Verankerung: Die 3 Tomatenbeete werden zusätzlich mit 900 mm Einschlagbodenhülsen (71x71) gesichert, um die Hebelwirkung des Dachs abzufangen.
Der geplante Dachaufbau (Pultdach, Gefälle nach Norden): Da ich Hitzestau vermeiden will, plane ich eine offene Pfetten-Sparren-Konstruktion:

  1. Pfetten (Längs, 3m): 2x KVH Fichte (hochkant auf den Pfosten). Ich schwanke hier zwischen 60x100 (evtl. Overkill?) oder 40x60 bzw. 60x60.
  2. Sparren (Quer, 1,15m): 4x KVH Fichte (40x60 hochkant), um vorne/hinten ca. 15 cm Überstand zu realisieren.
  3. Traglatten (Längs, 3,30m): 3x gehobelte Latten (24x48 mm), um seitlich je 15 cm Überstand zu haben.
  4. Eindeckung: 4x Wellplatten (Polycarbonat, 0,7 mm), überlappend montiert.
  5. Aussteifung: Kopfbänder (4x6) an den mittleren Pfosten zur Pfette.
Meine konkreten Fragen an euch:

  1. Dimension Pfette: Reicht bei 1,50 m Stützabstand (3 Pfosten auf 3 m) eine 40x60 Pfette (hochkant) aus, oder würdet ihr bei der 3m-Gesamtlänge eher auf 60x100 gehen, damit es optisch nicht "durchhängt"?
  2. Dachaufbau: Ist die Kombination aus Lärche-Pfosten (unten/feucht) und Fichte-KVH (oben/trocken) problematisch oder ein guter Kompromiss?
  3. Sparrenanzahl: Reichen 4 Sparren bei 3m Länge, wenn ich 24x48 Latten als Tragkonstruktion für die Wellplatten nutze, oder hängen die Latten bei 1m Spannweite zu sehr durch?
  4. Ausklinken: Würdet ihr die Sparren auf den Pfetten satteln (ausklinken) oder reicht bei den leichten Wellplatten eine saubere Verschraubung von oben (z.B. Tellerkopf)?
Wie würdet Ihr ein solches Projekt realisieren?
Ich freue mich auf eure Einschätzungen und Tipps zum konstruktiven Holzschutz!
 

MTrp

ww-robinie
Registriert
5. Oktober 2018
Beiträge
1.056
Ort
Bezirk St. Pölten
Ad 1: 40x60mm reicht meiner Meinung nach aus.
Ad 2: Ich würde alles aus Lärche oder Douglasie machen. Auch wenn es kaum der direkten Bewitterung ausgesetzt ist, haben die Fichte-Teile eine deutlich kürzere Lebensdauer als der Rest. Blech-Profile als Alu oder Edelstahl wären mögliche Alternativen.
Ad 3: Ich würde die Sparrenzahl mit Blick auf die Wellplatten deutlich erhöhen.
Ad 4: Verschraubungen (bevorzugt doppelt) sollten ausreichen.

Ich würde Dir empfehlen:
  • Den Dachüberstand deutlich zu vergrößern.
  • Auf der Wetterseite auch vertikal einen Wetterschutz aus Platten oder Folie zu machen. Dabei etwas Abstand zum Boden lassen.
Ich vermute Schneelast ist in Hamburg kaum relevant, oder?
 

IngoS

ww-robinie
Registriert
5. Februar 2017
Beiträge
11.289
Ort
Ebstorf
Hallo,

da Tomaten locker über 2m hoch werden, rate ich dazu, das Basisbeet nicht so hoch zu machen, sonst musst du immer mit ner Leiter hantieren.
Ich habe ein ähnlich großes Tomatenbeet gebaut, welches allerhand Jahre im Garten gestanden und sehr gut funktioniert hat. Trotz sparsamer Konstruktion aus Palettenbrettern hat das Häuschen auch erhebliche Stürme und einen ganz besonders kräftigen Hagelsturm klaglos überstanden, bei dem rundum Kunststoffdächer zerstört wurden und an meinem Auto 2500,-€ Schaden entstanden.
Hier der Film zum Haus.

Gruß Ingo
 

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
6.895
Ort
417xx
Regen oder schlimmer Regen+Wind, da würde ich mehr Schutz einplanen, Überstand und seitlich.

Und bei Tomaten pflanzt du und gießt, aber was jäten angeht gibt es intensivere Kulturen. Dann der Aspekt der Höhe, den Ingo ansprach.
Ich würde daher überlegen ob sich da ein Hochbeet überhaupt lohnt.
Wenn ja, pflanz wenigstens noch irgendwas bodenwachsendes flaches zwischen die Tomaten, dass sich das Beet lohnt.
Wir haben z.B. entgegen vieler Tipps gute Erfahrungen mit Gurken unter Tomaten.
 

MTrp

ww-robinie
Registriert
5. Oktober 2018
Beiträge
1.056
Ort
Bezirk St. Pölten
Ich sehe das mit der Höhe nicht zwingend problematisch, da kommt es nämlich auf die Sorten an. Bei der geschilderten Dachkonstruktion wären außerdem Tomatenhaken eine Option.

Ich habe für unsere Tomaten ebenfalls halbhohe Hochbeete mit ca. 50cm Höhe gemacht und das passt gut. Ernten, ausgeizen, aufbinden u. dgl. sind dann in einer angenehmen Höhe.
 
Oben Unten