Rahmen-Füllung Konstruktion: Innenkanten abrunden

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von to-mac, 26. August 2019.

  1. to-mac

    to-mac ww-ahorn

    Beiträge:
    102
    Ort:
    Ingolstadt
    Hallo zusammen,

    Ich bräuchte mal wieder eure Hilfe, dieses Mal zum Thema Rahmen-Füllung Konstruktion (so ist das Kopf- und Fußende bei meinem aktuellen Projekt Kinderbett gestaltet):

    Die Rahmenleisten wollte ich nicht auf Gehrung verbinden, sondern stumpf mit Dominos.

    Wie kann ich denn in diesem Fall die Innenkanten (also die Richtung Füllung zeigenden) der Leisten abrunden?
    Nach dem Verleimen komme ich ja mit dem Abrundfräser nicht mehr ganz in die Ecke (siehe erstes Bild) und vor dem Verleimen wäre es bei der Querleiste zwar kein Problem, aber bei der Längsleiste, da ich die Fräsung dann ganz genau auf der Höhe wo später die Querleiste anschließt abbrechen (und dann auch noch ein bisschen manuell nacharbeiten) müsste.

    Oder rundet man besser beide Leisten durchgehend ab und zusätzlich auch noch die Stirnseiten der Querleisten?
    Das wäre praktikabel, aber so erhält man natürlich eine Furche an der Verbindungsstelle der beiden Leisten (siehe zweites Bild). Ist halt eine andere Optik und wäre nur meine zweite Wahl..

    Oder geht das mit dem Abrunden einfach nicht in diesem Fall, sondern nur wenn man eben die Leisten auf Gehrung verbindet?

    Viele Grüße und vielen Dank für die Hilfe!

    Tobias

    Hier noch die Situation (mit Abfallholz nachgestellt):
     

    Anhänge:

  2. IngoS

    IngoS ww-robinie

    Beiträge:
    3.425
    Ort:
    Ebstorf
    Einmal kann man das mit sogenannten Konterprofilfräsern machen, oder man macht die aufrechten Friese im Bereich des Eckstoßes breiter, so dass der Eckstoß neben der Eckrundung liegt.
    (Wahrscheinlich kennt Holzrad da den entsprechenden Fachausdruck)

    Gruß

    Ingo
     
  3. stwe

    stwe ww-kirsche

    Beiträge:
    149
    Ort:
    Aichach/München
    Ich würde nach dem Verleimen soweit es geht mit einem Abrundfräser in die Ecken fräsen und den Rest per Hand nachschleifen (evtl. mit einer Feile und dann erst schleifpapier)
     
  4. raziausdud

    raziausdud ww-robinie

    Beiträge:
    2.227
    Ort:
    Südniedersachsen
    Hallo Tobias,

    ich steh im Moment rein gedanklich vor einem Brett, ich - als Amateur - mache das allerdings auch nur hin und wieder: wieso kommt ein Abrundfräser nicht in die Ecke? Meines Erachtens ergibt sich an der Ecke eine gerundete Linie des Abrundfräsers.

    Was per Abrundfräser meines Erachtens nicht geht, ist ein gehrungsmäßiges Treffen der beiden Fräslinien. Aber Du willst die Hölzer ja NICHT auf Gehrung verbinden.

    Ich weiß nicht, ob das für Dich in Frage kommt. Mit den folgendem Vorgehen treffen sich die beiden Rundungen auf Gehrung, obwohl die Hölzer stumpf verbunden sind. Ich würde den kleinen Bereich, den ein Abrundfräser nicht erreicht, per Handarbeit nacharbeiten. Das kommt natürlich nur bei übersehbaren Stückzahlen in Frage. Mit der schon vorhandenen Fräsung hat man ja eine schöne Auflage, um da mit einem flach dort aufgelegtem Stecheisen in die Ecke zu stechen.

    Zu Anfangs würde ich es mit der Fase des Beitels nach unten machen, dabei von Zug zu Zug das Heft (Griff) ein wenig anheben, bis man kurz vorm Endergebnis ist. Entweder dann schon den Rest schleifen oder wie oben geschildert mit Fase nach oben und flach aufgelegtem Stechbeitel die Fräsung sauber verlängern. Da besteht eigentlich kaum Gefahr, dass man zu tief sticht. Lediglich das Treffen der beiden Linien genau in der 45 Grad Gehrung ist ein wenig knifflig.

    Wie gesagt, ich bin nicht ganz sicher, das Ganze so nur in Gedenken durchzuspielen. Ich muss es mal wieder praktisch machen ...

    Rainer
     
  5. Friederich

    Friederich ww-robinie

    Beiträge:
    4.890
    Ich kann das Problem gerade auch nicht nachvollziehen. Einfach das Inneneck abfahren ergibt doch einen einwandfreien Übergang?
    Andere Möglichkeit: Nicht das gesamte Eck auf Gehrung schneiden, sondern nur den Bereich mit der Rundfase. Ist aber recht umständlich und nicht ganz einfach sauber hinzubekommen. (edit: siehe Foto 373 von Holzrad)
    Konterprofil mit speziellem Konterprofilmessersatz geht natürlich auch. Wär mir aber auch zu umständlich und kostet Geld für diesen speziellen Messersatz.
    4. Alternative die mir am besten gefallen würde, da recht einfach und narrensicher: Das Profil ca 1-2cm vor dem Eck absetzen. An beiden Hölzern. Hierfür am besten eine Stopleiste für die Oberfäse anzwingen.
    Würde früher recht häufig gemacht. Gründerzeit vor Allem.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. August 2019
  6. Holzrad09

    Holzrad09 ww-robinie

    Beiträge:
    3.430
    Ort:
    vom Lande
    Hallo Ingo
    Die Altvorderen nannten es "Schlitz - Zapfen auf Hobel gestoßen" oder einfach nur auf Hobel geschlitzt. Denke aber das kommt hier eher nicht in Frage. :emoji_wink:
    So wie im Anhang könnte man sowas machen.
    LG
     

    Anhänge:

    yoghurt gefällt das.
  7. to-mac

    to-mac ww-ahorn

    Beiträge:
    102
    Ort:
    Ingolstadt
    @Friederich, Rainer,
    das Problem ist das Anlaufkugellager vom Radiusfräser.
    Wenn man einfach das Inneneck abfährt, dann stößt dieses ja irgendwann an die Querfriese - für einen sauberen Übergang müsste man aber noch ein Stück weiterfräsen und zwar streckenmäßig genau um den Radius des Kugellagers..

    @Ingo, Holzrad,
    danke, jetzt weiß ich für’s nächste Mal wie man es richtig macht..:emoji_wink:

    Da die Teile jetzt aber schon abgelängt sind und ein Konterprofilfräser ja die Querfriese in der Breite kürzt, werde ich für dieses Mal entweder den Weg der manuellen Nacharbeit wählen oder das Abrunden einfach ganz verwerfen und nur die Kanten per Hand mit Schleifpapier brechen..

    Ich werde aber auch noch die 4. Möglichkeit von Friederich an einem Teststück ausprobieren und mal schauen ob mir das optisch zusagt!

    Danke und Gruß!
    Tobias
     
  8. raziausdud

    raziausdud ww-robinie

    Beiträge:
    2.227
    Ort:
    Südniedersachsen
    Hallo nochmal,

    auch wenn es diesmal wohl schon zu spät dafür ist, es geht ja bei vielen Themen auch um die eigene - hier also meine - oder allgemeine "Fortbildung". Deshalb werfe ich noch folgenden Vorschlag in die Runde (siehe Skizze). Der Rundungsradius müsste mindestens so groß wie der Radius des Anlaufkugellagers sein, dann müsste doch eine schöne Fräsung dabei "rauskommen".

    Fräsung.jpg

    In Holzrads Vorschlag sehe ich eine Lösung des Problems nur, wenn man vor dem Verleimen fräst. Nach dem Verleimen ist da eine "eckige Ecke" wie beim stumpfen Verleimen mit den gleichen Problemen beim nachträglichen Fräsen.

    Rainer
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. August 2019
  9. tiepel

    tiepel ww-robinie

    Beiträge:
    2.713
    Ort:
    Sauerland
    Hi,

    das hat Ingo in Post #2 gemeint:

    Gruß Reimund
     
    IngoS gefällt das.
  10. raziausdud

    raziausdud ww-robinie

    Beiträge:
    2.227
    Ort:
    Südniedersachsen
    Hallo nochmals,

    ich wollt es wissen und hab eben mal zwei rumliegende Hölzer an der Werktischkante aneinander gelegt, festgezwingt und mit einem Abrundfräser abgefahren. So sieht das aus, nur schnell mit dem eigebauten Blitz fotografiert: oben die schöne Rundung im größten Radius des Abrundfräsers, unten geht es allmählich in einen rechten Winkel über. Ich wüsste nicht wie das besser aussehen soll. Mir würde das so gefallen. Eventuell kurz bevor der rechte Winkel erreicht wird ein wenig nachschleifen, es kann aber auch daran liegen, dass da zwei nicht gerade sauber abgetrennte Hölzer aneinander stoßen ... :emoji_thinking:

    101_0837.JPG

    p.s. dass das bedeutend besser aussehen kann, wird weiter unten von David gezeigt. Mein Vorgehen, das Foto und meine Aussage dazu bezieht sich allerdings auf eine bereits verleimte Ecke !!!

    Rainer
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. August 2019
  11. DZaech

    DZaech ww-eiche

    Beiträge:
    326
    Ort:
    Grabs CH
    Die von Holzrad gezeigte Variante nennt sich übrigens „Profil auf Gehrung absetzen“ und kommt gar nicht mal so selten vor. Diese Variante wird immer benötigt wenn man keinen entsprechenden Konterprofilfräser hat. So kann jedes Profil ums Eck weitergezogen werden. Auch Sprossen bzw. Mittelfriese können so eingesetzt werden. Habe ein Bild angehängt wie das aussehen soll, das Profil in diesem Fall ist ein Deutscher Stab. Das Rahmenfragment stammt noch aus meiner Lehrzeit und gehörte zu den Hausaufgaben aus dem Tischfräsen-Kurs.

    Gruss David
     

    Anhänge:

    • image.jpg
      image.jpg
      Dateigröße:
      231,7 KB
      Aufrufe:
      119
    Holzrad09 und raziausdud gefällt das.
  12. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

    Beiträge:
    2.713
    Ort:
    Oldenburg
    Moin David,

    Ich sehe das Bild, habe aber einen Knoten im Kopf. Wie stellt man das maschinell her. Das T-Stück in der Mitte darf zur Nut keine Luft haben !??
     
  13. DZaech

    DZaech ww-eiche

    Beiträge:
    326
    Ort:
    Grabs CH
    Ich muss mich noch korrigieren, wurde nicht mit der Tischfräse gemacht sondern mit Bandsäge und Oberfräse habs beim auseinandernehmen gerade festgestellt. Das ändert aber nichts an der Konstruktion. Die komplette Verbindung kann auch mit TKS und TF hergestellt werden, hab mal ein Bild gemacht wies getrennt aussieht. Einzig die Gehrungen am Längsfries müssen von Hand mit einer Lehre und einem Stechbeitel nachgestochen werden. Wäre das Fries gefälzt anstatt genutet könnten auch diese an der TIschkreissäge geschnitten werden.
     

    Anhänge:

    • image.jpg
      image.jpg
      Dateigröße:
      247,4 KB
      Aufrufe:
      98
    ChrisOL gefällt das.
  14. ChrisOL

    ChrisOL ww-robinie

    Beiträge:
    2.713
    Ort:
    Oldenburg
    Danke dir, der Knoten löst sich. :emoji_thumbsup:
     
  15. DZaech

    DZaech ww-eiche

    Beiträge:
    326
    Ort:
    Grabs CH
    Ebenfalls bei den meisten Nicht-Schreinern unbekannt ist die Möglichkeit einer Verjüngung, das heisst ein Übergang beim Mittelfries von „kein Profil“ auf Profil oder von Nut auf Falz. Hier im Beispiel ein Übergang von gerade mit Nut auf eine Fase mit Falz auch hier auf Gehrung abgesetzt. Das brauchts zum Beispiel wenn unten an einer Türe eine eingenutete Füllung sein soll und oben ein mit Glasleisten montiertes Glas. Das erfordert zwei unterschiedliche Schrägen am Zapfen. Auch diese Verbindung kann bis auf das nachstechen der beiden Innenecken komplett maschinell gefertigt werden
     

    Anhänge:

    Holzrad09 gefällt das.
  16. raziausdud

    raziausdud ww-robinie

    Beiträge:
    2.227
    Ort:
    Südniedersachsen
    Hallo nochmals,

    auch ich muss mich korrigieren, nein besser: etwas klarstellen. Natürlich sieht die von David in #11 vorgestellte Verbindung um Klassen besser aus als der von mir gezeigte "Schnellschuss" in #10. Dort wollte ich lediglich ausprobieren und zeigen, was passiert, wenn man eine bereits verleimte Innen-Ecke mit einem Abrundfräser abfährt - mehr nicht. Ich weiß nicht, ob das so angekommen ist.

    Rainer
     
  17. Holzrad09

    Holzrad09 ww-robinie

    Beiträge:
    3.430
    Ort:
    vom Lande
    Oder man das Profil nicht konterprofilieren kann, wie hier im rechten Bild z.B. Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
    So schaut's aus, habe das vorhin mal an einer alten ausgebauten Tür fotografiert, trotz dass sie mit Farbe zugekleistert ist, erkennt man es.
    Ich denke sowas wird heutzutage nur noch selten gemacht, die meisten werden wohl das Türblatt mit Füllung verleimen und das Profil im Glasfeld einseitig mit der OF entfernen und durch eine Glasleiste ersetzen. Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
    Das ist schon alles so richtig, nach dem Verleimen geht es nun mal nicht anders, nicht mal bei einer Gehrung.
    LG
     

    Anhänge:

  18. to-mac

    to-mac ww-ahorn

    Beiträge:
    102
    Ort:
    Ingolstadt
    Hallo zusammen,

    ich habe mich nun entschieden den 4. Vorschlag von Friederich aus Post #5 umzusetzen, also die Abrundung gezielt kurz vor Ende der Leiste zu stoppen. Das gefällt mir optisch sehr gut.

    Statt mit einem Stoppklotz habe ich es am Frästisch mit einer Markierung auf dem Werkstück und einer weiteren auf Höhe des Fräsermittelpunktes am durchsichtigen Fingerschutz des Fräsanschlages.
    Der Fräsvorgang wird dann einfach unterbrochen sobald sich die Markierungen überdecken.
    Um den vorderen Haltepunkt am Werkstück genau zu treffen habe ich das Einsatzfräsen etwas davor begonnen und das Werkstück dann am Fräsanschlag zu mir hin gezogen.
    Da dies Fräsen im Gleichlauf bedeutet habe ich das vorher vorsichtig getestet - mit dem Ergebnis dass das Werkstück zwar durch den Fräser beschleunigt wird, aber durch die geringe Spanabnahme (4mm Radiusfräser) nur sehr wenig und somit gut beherrschbar.

    Warum so aufwändig und nicht mit Stoppklotz:
    Ich habe heute das Ganze nicht an den Rahmen mit Füllungen (= Kopf- und Fußteil des Bettes) gemacht, sondern an den Seitenteilen. Da waren aber bereits die Ausfräsungen für die Gitterstäbe drinnen so dass das Kugellager vom Fräser keine Führung mehr hatte.
    Dies wurde mir aber erst bewusst als ich die Fräse angesetzt hatte und der Fräser sich ungebremst durchs Teil gefressen hat..:emoji_confounded:

    Also nochmal danke an euch und vor allem @Friederich für seinen Vorschlag!

    Gruß
    Tobias
     

    Anhänge:

    ChrisOL gefällt das.
  19. Friederich

    Friederich ww-robinie

    Beiträge:
    4.890
    Freut mich, dass es klappt und gefällt.
     
Die Seite wird geladen...
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese deiner Erfahrung anzupassen und dich nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden