Profis erklärt bitte mal / Rechteckleisten kostengünstig mit hoher Qualität herstellen

Klem Low Scott

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Hallo zusammen,

wenn ich in der Werkstatt bin, dann hauptsächlich um Skulpturen/Freiformkörper mittels Dampfbiegen zu bauen. Holz und das Lesen/Verstehen von Faserverlauf ist einfach beeindruckend.

Könnt ihr mir mal erklären, wie heute i) industriell und ii) mit Bordmitteln Rechteckleisten hergestellt werden? Die stelle ich heute selbst her und verarbeite sie entsprechend. Dabei achte ich sehr auf Faserverlauf, Äste, wie die Jahresringe liegen/stehen - und schneide sie entsprechend selbst aus Bohlen.

Aufgrund der kleinen Dimension der Leisten habe ich durch die Standardbreite des Sägeblatts, Aushobeln etc bestimmt 30-50% Verschnitt.

Es gibt ettliche Shops online, die unterschiedlichste Maße und Holzsorten anbieten. Wie läuft das dort effizeint ab, haben die auch so viel Verschnitt?

  • Wird das vorab auf der FKS zugeschnitten und geht dann durch einen Verseiter?
  • Gibt es spezielle Leistenmaschinen?
  • Wie würdet ihr mit Hobby-Mitteln Leisten erzeugen, die sauber (keine Sägespuren, auf Maß über gesamte Länge) und idealerweise geschliffen sind?
Zur Vorstellung: Meine Dimensionen sind etwa
  • Länge: 1000-2500mm
  • Breite x Höhe: 5x5mm bis 10x50mm
  • Holz: im wesentlichen Esche und Eiche
Bin extrem gespannt auf die Diskussion mit Euch Profis hier.
 

Kerstenk

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Beim schneiden auf der Säge erst schon mal ein möglichst dünnes Sägeblatt verwenden, 1mm kann sich schnell summieren. Ich fertige zB 5x35mm in Buche (das können da schon mal viel hundert Meter sein) bis rund 120cm, hobel dafür Bretter in 35mm vor und schneide sie dann im Anschluss auf, auf der Säge mit Vorschubapparat, geht nicht nur schneller und leichter, auch deutlich genauer. Dann entweder durch die Breitband, oder Dickte, nach belieben.

Bei 15x21mm die ich in Mengen brauche, säge ich die Leisten vom Rohbrett runter, mit 2-3mm Zuschlag und dann durch den Vierseiter, der geht bis 7x20mm runter, kleiner geht nicht.
 

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Du fragst wie der Profi das macht und im nächsten Satz fragst du wie würdet ihr das mit Hobby-Mitteln machen.

Wenn ich hier jetzt mit Blockbandsäge anfange, ist das sicher nicht hilfreich.
 

Klem Low Scott

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Du fragst wie der Profi das macht und im nächsten Satz fragst du wie würdet ihr das mit Hobby-Mitteln machen.

Wenn ich hier jetzt mit Blockbandsäge anfange, ist das sicher nicht hilfreich.
lieber @benben,

sieh meine frage doch so: ich arbeite mit hobbymitteln (fks, adh) und möchte zum einen verstehen, wie ich leisten effizient herstelle, zum anderen bin ich schlicht neugierig zu lernen wie profis das im industriellen maßstab machen.

du darfst gerne mit der blockbandsäge antworten, meine neugier wird sich auch daran erfreuen.
 

Klem Low Scott

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Beim schneiden auf der Säge erst schon mal ein möglichst dünnes Sägeblatt verwenden, 1mm kann sich schnell summieren. Ich fertige zB 5x35mm in Buche (das können da schon mal viel hundert Meter sein) bis rund 120cm, hobel dafür Bretter in 35mm vor und schneide sie dann im Anschluss auf, auf der Säge mit Vorschubapparat, geht nicht nur schneller und leichter, auch deutlich genauer. Dann entweder durch die Breitband, oder Dickte, nach belieben.

Bei 15x21mm die ich in Mengen brauche, säge ich die Leisten vom Rohbrett runter, mit 2-3mm Zuschlag und dann durch den Vierseiter, der geht bis 7x20mm runter, kleiner geht nicht.
wow, tolle einblicke. darf ich fragen, was du mit 15x21 in mengen machst?
 

joh.t.

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Bei solch dünnen leisten hast du immer viel Verschnitt. Sägeblattdicke 3mm
Wenn du sie dann noch dünn wegen sauberer Oberfläche durch die Dickte schickst hast du mind. 50%V.erschnitt
 

Kerstenk

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wow, tolle einblicke. darf ich fragen, was du mit 15x21 in mengen machst?
Ich stelle Webrahmen her und da brauche ich die für die Kämme, Buche ist leider gerne mal ein Problem was das Gerade bleiben angeht. Da ich von 10-110 alle 10cm Abstufung brauche, ist das weiter kein Thema, bei 10cm kann das nicht so krumm sein das es unbrauchbar ist.

Bei den Innenteilen dieser Kämme ist der Holzverbrauch natürlich schon heftig, 10cm und 4mm Sägefurnier. Auch hier hobel ich die 10cm vor, die Stärke was ich gerade da habe, meist verwende ich 27-30mm. Die werden dann auf der Kreissäge aufgeschnitten, idealerweise auf 4,5mm, was aber riskant ist, die 4mm zu unterschreiten. Auch hier mit Vorschub und 6m/min, wenn es gut geht ist der Schnitt so sauber, dass ich nur eine Seite bearbeiten muss. Da die 4mm auf 1/10mm genau sein müssen, da sie sonst zu schwer oder zu leicht in die Nut passen, fällt Schleifen in der Breitband leider doch aus und ich muss Hobeln. Beim Hobeln gilt immer, je weniger man abnimmt, je sauberer das Hobelbild. Die letzten habe ich dann mal mit Hartmetallmessern gemacht. Auch hier viele hundert Meter im Jahr
 

Kerstenk

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Etwas Ot
Bei solch dünnen leisten hast du immer viel Verschnitt. Sägeblattdicke 3mm
Wenn du sie dann noch dünn wegen sauberer Oberfläche durch die Dickte schickst hast du mind. 50%V.erschnitt
Ich habe vor Jahren für einen Zimmermann Gewindestäbe aus 22mm Buchenstäben gemacht, es wurden 2500m gebraucht. Ich habe auf meine Kreissäge extra ein 2,8mm Blatt besorgt, macht am Ende schon was aus, Schnittbild halt nicht so dolle, was es aber bei 32m Vorschub eh nicht ist.
 

Holz_Wunder

ww-pappel
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Ich würde für solch schmalen Leisten immer zur Bandsäge greifen. Brett auf dicke aushobeln, Anschlag der Bandsäge einstellen und Feuer frei. Dazu kommt es aber auf das Band an:
- Normales geschränktes Band-> Muss beidseitig (oder einseitig nach vorigen Abrichten der Schnittkante) gehobelt werden.
- Stellit besetztes Band -> Schnitt ist minimal breiter, aber bei langsamen Vorschub glatt wie gehobelt (hab aber auch lange für das richtige Band gesucht und finde es im Internet leider nicht mehr)
 

Klem Low Scott

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sehr spannend. eine frage etwas OT: ich habe keinerlei erfahrung mit vorschub an der kreissäge bei solche dünnen leisten, ist das ein spezieller vorschub (nicht wie der den ich von der fräsmaschine kenne)?

habe ebenso gelernt, wie wichtig es ist die zufuhr an der säge gut in griff zu haben, sonst sind mal schnell 1mm zu viel weg. was mich manuell viel zeit und konzentration kostet
 

Klem Low Scott

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Ich würde für solch schmalen Leisten immer zur Bandsäge greifen. Brett auf dicke aushobeln, Anschlag der Bandsäge einstellen und Feuer frei. Dazu kommt es aber auf das Band an:
- Normales geschränktes Band-> Muss beidseitig (oder einseitig nach vorigen Abrichten der Schnittkante) gehobelt werden.
- Stellit besetztes Band -> Schnitt ist minimal breiter, aber bei langsamen Vorschub glatt wie gehobelt (hab aber auch lange für das richtige Band gesucht und finde es im Internet leider nicht mehr)
krass, habe für mich bisher die option bandsäge aufgrund meiner bisherigen sägebilder als suboptimal ausgeschlossen.

zugegeben, die Bandsäge ist eine vermutlich schlecht eingestellte NRA 400 mit normalem uddeholm geschränktem band, meine 15mm breite. mehr bekomme ich nicht gespannt
 

Kerstenk

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sehr spannend. eine frage etwas OT: ich habe keinerlei erfahrung mit vorschub an der kreissäge bei solche dünnen leisten, ist das ein spezieller vorschub (nicht wie der den ich von der fräsmaschine kenne)?

habe ebenso gelernt, wie wichtig es ist die zufuhr an der säge gut in griff zu haben, sonst sind mal schnell 1mm zu viel weg. was mich manuell viel zeit und konzentration kostet
Ist ein alter Holzher bei dem die mittlere Vorschubrolle fehlt, somit habe nur zwei Rollen, aber mit mehr Abstand zueinander. Da ich eine alte Altentorf habe, mit kurzem Formattisch, ist der Vorschub so eingestellt, das die Rollen (welche nur 40mm breit sind) Linksbündig zum Sägeblatt stehen und der Anschlag nur mit der Schmalseite verwendet wird, damit ich mit den Rollen drüber komme. Der Längsanschlag ist 1,75m lang und ist so eingestellt das er hinter dem Sägeblatt nur wenig übersteht, so habe ich vorne viel Anlagefläche. Der Vorteil mit dem Linksbündigen Sägeblatt liegt darin, dass ich das Brett beim Zurückziehen nicht erst seitlich bewegen muss um an den Rollen vorbei zu kommen, also vor allem ein Zeitvorteil. Die Maschine wird nur für den Zuschnitt eingesetzt, das meiste ist um 1m lang, für längeres steht eine Formatsäge zur Verfügung.
 

Kerstenk

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Ich würde für solch schmalen Leisten immer zur Bandsäge greifen. Brett auf dicke aushobeln, Anschlag der Bandsäge einstellen und Feuer frei. Dazu kommt es aber auf das Band an:
- Normales geschränktes Band-> Muss beidseitig (oder einseitig nach vorigen Abrichten der Schnittkante) gehobelt werden.
- Stellit besetztes Band -> Schnitt ist minimal breiter, aber bei langsamen Vorschub glatt wie gehobelt (hab aber auch lange für das richtige Band gesucht und finde es im Internet leider nicht mehr)
Bandsäge halte ich für nicht geeignet, alleine das es mit dem Vorschub schwierig ist, nicht unmöglich. Eine einigermaßen eingestellt Kreissäge arbeitet deutlich sauberer und vor allen deutlich schneller. Habe versucht die 100mm Buche aufzutrennen, am Ende bin ich auf der Kreissäge deutlich schneller und der Materialbedarf auch nicht wirklich größer. Weil die Kreissäge genauer ist, kann ich deutlich knapper ans Endmaß gehen, das, was das Band spart, muss beim Hobeln mehr runtergenommen werden.
 

derdad

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Bei großen Mengen in der Industrie ist es wahrscheinlich "vorne Holz rein- hinten fertige Leiste raus". Dazwischen sind Sägen und Hobelmaschinen. Welche? Unbekannt.
Wir haben früher unsere Türrohlinge mit einem Innenleben aus 5mm breiten Fichtenleisten gemacht. Die Höhe war ca 30mm. Ich hab vorher das Brett in 30mm ausgehobelt und dann auf der FKS mit einem 2mm Spezialblatt aufgeschnitten. Ging perfekt. Dicke Hobeln war nicht mehr nötig für die Erforderniss der Innenlage.
Wenn saubere 5mm Leisten gefordert gewesen wären hätte ich 6 oder 7mm (je nach Holzart) aufgeschnitten und dann noch jeweils beidseitig auf Enddicke gehobelt.
Verschnitt bei solchen Leisten vom rohen Brett zu fertigen Leiste grob geschätzt 100%. Eher mehr.
LG Gerhard
 

Klem Low Scott

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tendenz geht gefühlt wirklich richtung 140% verschnitt, wenn ich den beutel unter der absaugung verfolge.

@Kerstenk ich habe ein setup mit einer ulmia ks2, dass viel kleiner ist und natürlich deutlich deutlich weniger leisten erzeugen muss. mich würde dennoch ein foto von deiner vorschublösung interessieren, so richtig 100% kann ichs mir nicht vorstellen>
 

Kerstenk

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Ich hab vorher das Brett in 30mm ausgehobelt und dann auf der FKS mit einem 2mm Spezialblatt aufgeschnitten. Ging perfekt. Dicke Hobeln war nicht mehr nötig für die Erforderniss der Innenlage.
Wenn saubere 5mm Leisten gefordert gewesen wären hätte ich 6 oder 7mm (je nach Holzart) aufgeschnitten und dann noch jeweils beidseitig auf Enddicke gehobelt.
Wie ich oben schreibe, tue teilweise Leisten auch einzeln hobeln, bei Buche ist das ja so eine Sache mit dem vorhobeln und nur noch runterschneiden. Die Spannungen des Holzes sind mitunter sehr heftig, das bei Buche es oft zu Bögen kommt, die nicht mehr Bauchbar sind. Daher ist die Vorgehensweise immer sehr stark von der Holzart abhängig und wie gerade man die Leisten braucht.
 

Küstenharry

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Jep Vielblattwelle mit 1,8 mm Dünnschnitt Sägeblätter n drauf und los geht's mit 40 m Vorschub.
Der Verschnitt bleibt aber fast gleich.
Habe letztens Deckenleisten 15x20mm mit 10* Schräge hergestellt.Vorher das Rohmaterial mit 1 mm Übermaß gesägt und fertig gehobelt.
Habe dafür aber astreine Oregon Pine genommen.
 
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