Probleme bei Hochglanzlackierung mit Hesse Lignal ADAMANT

Dieses Thema im Forum "Profi fragt Profi" wurde erstellt von Lackmicha, 8. August 2019.

  1. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    Hallo werte Woodworker,

    ich arbeite seit kurzem mit Hesse Lignal ADAMANT und habe nur Probleme damit!
    ich bin am verzweifeln.
    Kocherbläßchen und Durchprobieren sind die Knackpunkte!
    Ich habe den Eindruck das der Lack nicht in ausreichender Schichtdicke appliziert werden kann um durchpolieren verhindern zu können.
    wenn ich ihn dick genug auftrage damit genug Lack da ist zum Polieren dann kocht er mir aus!
    appliziere ich Ihn nach Vorschrift poliere ich ihn durch. ich habe den Eindruck das er nicht so gut ist wie versprochen. die Trockenschichtdicke ist nicht groß genug um durchpolieren sicher vermeiden zu können.
    problematisch finde ich auch das bei Auftrag mehrerer Schichten mit zwischenschliff das durchpolieren in eine tiefere Klarlackschicht sich dieses markiert.
    gibt es Erfahrungen mit diesem Lack oder kann jemand mit Rat zur Seite stehen???
    Dank im Voraus!

    Gruß, Micha
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. August 2019
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    das ist eigentlich ein klassischer Fall für den technischen Außendienst des Herstellers. Alternativ der des örtlichen Händlers.
     
  3. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    die waren beide schon im Haus und haben nur teilweise überzeugt und geholfen. der technische Außendienstler des Herstellers war null hilfreich! Abteilungsleiter Lack des örtlichen Händlers dagegen sehr, hat einige Prozessfehler ausgemacht die wir auch abstellen konnten teilweise!
    Korrekte Luftfeuchtigkeit und Temperatur bleiben problematisch! Der Lackraum läßt sich leider nicht kühlen :emoji_frowning2:
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. August 2019
  4. magmog

    magmog ww-robinie

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    Guuden,

    andern Lack einsetzen!
    Gegen Aufkocher hilft Verzögerer, oder nach dem Lackieren nass in nass ein leichtes Übersprühen mit Verdünnung.
     
    Lackmicha und welaloba gefällt das.
  5. LordonGordon

    LordonGordon ww-nussbaum

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    Hi Micha,

    ich habe den Adamant noch nie verarbeitet mir aber gerade mal das Datenblatt angesehen. Bei einem Festkörperanteil von fast 70 % und den Temperaturen in den letzten Wochen kann ich mir vorstellen, dass du Probleme bei der Verarbeitung hast. Was mich aber interessieren würde:

    1. Wie hoch waren den Luftfeuchte und Temperatur bei der Verarbeitung?
    2. Wie stark und womit wurde das Material verdünnt?
    3. Womit wurde das Material appliziert?
    4. Muss es ein lichtbeständiger Lack sein der extrem kratzfest ist? Was wird denn lackiert? Ich habe sehr gute Erfahrungen mit anderen Hochglanzlacken, v.a. von Hesse. Aber dann entweder sehr kratzbeständig, oder lichtecht.

    Viele Grüße

    Michael
     
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  6. flo20xe

    flo20xe ww-robinie

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    Wenn dir der Hersteller da nicht kompetent weiterhelfen kann, würd ich schon mal in Erwägung ziehen, einen anderen Lackhersteller zu probieren.

    Ich kann dir in der Hinsicht die Lacke der Fa. Adler aus Österreich ans Herz legen. Da ist, zumindest bei mir, sowohl der Außendienst als auch der Innendienst topfit und die Produkte sind ebenfalls sehr gut. Haben früher Zweihorn und Rosner verarbeitet, mittlerweile nur noch Adler.
    Ich hab auch den Eindruck, dass der Adler wesentlich temperaturunempfindlicher ist wie andere Lacke die ich kenne.

    Haben auch schon den Hochglanzlack verarbeitet, bis jetzt immer völlig problemlos., das Ergebnis war sehr gut. Und unser Spritzraum ist ziemlich "low-end"......
     
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  7. m4nu92

    m4nu92 ww-kirsche

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    Glück Auf,
    Ich würde den Lack nass in nass spritzen um eine höhere Schichtdicke zu erzielen. Also Lackieren, wegstellen, nach 20 min die 2. Schicht.
    So müssten die Bläschen weg sein.
    Gruß

    Manu
     
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  8. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    malzeit die Herren,

    also das mit den Bläschen scheinen wir ganz gut im Griff zu haben jetzt. wie gesagt hatten wir vom Lieferanten einen Fachmann da der mir sehr weitergeholfen hat.

    der allgemeinen information hier mal der Verfahrensablauf

    Lackierraum wird bei nicht ausreichender Luftfeuchtigkeit benäßt (ab einer Luftfeuchtigkeit von 57% bis 63% fällt eine positive Entscheidung für das Lackieren) bei Temperaturen über 25 grad Celsius wird ebenfalls nicht mehr lackiert

    ansetzen der Lackmischung nach Gewicht 100:114 mit 35% Verdünner (nach verrühren der Komponenten 10 Minuten ruhen lassen bis alle Bläschen aus der Mischung sind (das war Anfangs ein Fehler den ich machte, ich habe die Mischung nicht ruhen lassen))

    Appliziert wird nun auf plangeschliffener opti base Grundierung, ebenfalls von Hesse & Lignal mit einer SATAjet 5500x 1,4 i oder 1,2 i
    ein einzelner Spritzgang (kein Kreuzgang, ein weiterer Fehler den ich anfangs machte)
    nach mindestens 30 min (eher mehr) wird ein zweiter identischer Spritzgang appliziert mit neu angesetzter Mischung

    es wird nun darauf geachtet das der Lackraum gut durchlüftet ist. das heißt die Absaugung bleibt in betrieb und es wird für mindesten 1h nicht mehr Lackiert in dem Raum um Lösemittelsättigung der Luft so gering wie möglich zu halten

    Hesse sagt nun das der Lack nach 16h schleif- und polierbar ist was ich gerne ausdehne. ich trau dem Braten an dieser Stelle nicht
     
  9. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    das hab ich dem Fachmann auch an den Kopf geworfen und der hat mir davon abgeraten
     
  10. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    also wir brauchen einen kratzfesten Lack! wir bauen Rackböden für einen ortsansäßigen Hersteller von Soundsystemen der absoluten Spitzenklasse. zum Beispiel werden auf den Böden Plattenspieler mit knapp 70kg stehen
    Lackiert wird Furnier (Markassa Imitat) was genau dat is kann ich nicht genau sagen, bin kein Tischler sondern nur Lackierer
    verdünnt wurde mit der dazugehörigen Spezialverdünnung 553, anfangs hab ich mit 40% gearbeitet und versuche mich gerade mit 35%
    Spritzpistole ist eine SATAjet 5500x digital die ich wahlweise mit ner 1,2er oder 1,4er i Düse ausstatte beide funktionieren ganz gut, den Luftdruck stelle ich auf 1,8 bar
    grub micha
     
  11. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    Als wäre das alles noch nicht Problem genug habe ich jetzt auch das Problem das der Breitbandschleifer mir ständig die Oberflächen beim Zwischenschliff zerstört! Die Empfehlung des Herstellers ist es Aluminiumoxid als Schleifmittel zu verwenden. Verwendet wird bis jetzt Siliziumkarbid. meinem Hinweis auf die Herstellerempfehlung will man noch nicht so recht folgen. der Fachmann/Spezialist für den Breitbandschleifen wiederholt sich permanent immer nur mit der Funktionsweise der beiden unterschiedlichen Schleifmittel und schnallt nicht das es nicht zielführend ist.
    kann mir jemand mit Literaturhinweisen und oder Links weiterhelfen damit ich dem Chef was handfestes vorweisen kann?

    gruß micha
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. August 2019
  12. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    hab im Laufe der Jahre etliche Marken an Schleifmittelhersteller kennengelernt. Kann bei keiner Marke von Problemen berichten. Dafür umso mehr von den Maschinen. Und auch hier nicht Markenbezogen sondern meist lag das Problem 50 cm vor der Maschine also der Anwender.
    Oder eben das die Maschine einen Schaden hatte. Du schreibst nicht in welcher Form die Oberfläche beim Zwischenschliff zerstört wird.
    Am häufigsten ist nach meiner Erfahrung ein zerschlissenes Transportband. Und für Hochglanz sollte es schon ein Modell der neueren Generation sein. Über das MAterial der Streuung hab ich mich nie informiert. Das was wir beim Händler bestellt haben hat bis dato immer gepasst. Zuletzt immer häufiger komplett das Breitbandprogramm von mirka. Ich würde die Breitband auch mal von einem Techniker checken lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. August 2019
  13. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    also ich hab die Oberfläche mit 400er plangeschliffen da war alles noch iO dann bin ich auf 600er gewechselt und da begannen die Probleme! den Reckboden aus meinem Profilbild der länge nach in den Schleifer geschoben dieser hinterließ diagonale zirka 7cm lange Kratzer in der zu schleifenden Seite, diese waren nur an einer stelle über die gesamte länge des Werkstücks in zirka 5cm abständen.
    ich vermutete eine Verunreinigung des Schleifpapiers und wählte eine stelle weit außerhalb des Bereiches wo die Kratzer auftraten um diese hoffentlich wieder herausgeschlichen zu bekommen. Ergebnis waren nun die selben Kratzer etwas parallel verschoben aber an der selben stelle im Werkstück nur tiefer
     
  14. wasmachen

    wasmachen ww-robinie

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    ...bei der Körnung wüsste ich jetzt nicht viele Maschinen, die das überhaupt können....
    Für den Exzenter ist es zuviel?
     
  15. Lackmicha

    Lackmicha ww-pappel

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    mit dem exenter wird die fläche einfach nicht so gut! das ergebnis ist auf dem breitbandschleifer besser und es ist natürlich auch ne zeitfrage
     
  16. WinfriedM

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    Kratzer, die nicht in Laufrichtung des Bandes sind, sind doch eigentlich gar nicht vorstellbar. Wie soll das gehen? Dafür bräuchte es ja eine diagonale Bewegung in der Maschine, die du nicht hast.
     
  17. m4nu92

    m4nu92 ww-kirsche

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    War der Lack schon ordentlich durchgehärtet?
    Wenn er noch zu weich war, kann es bei dem 600er Korn zum „schmelzen“ kommen und das Schleifpapier setzt sich punktuell zu und hinterlässt dann solche Abdrücke.
    Wie hoch war der Vorschub? Evtl. zu langsam?
    Du musst ja immer bedenken, dass 2k Lacke von oben nach unten nach oben trocknen. Bei hohen Auftrag (mal gemessen?) kann das schon mal länger dauern.
    Gruß
    Manu
     
  18. LordonGordon

    LordonGordon ww-nussbaum

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    Moin Micha,
    sorry für die sehr späte, vielleicht zu späte Antwort. Aber das liest sich so weit ja alles völlig einwandfrei. Ich denke, dass reine Abstellen von Soundsystemen bis 70 kg ist kein Problem, weder mit dem Adamant noch einem anderen gängigen Lacksystem. Vorteil beim Adamant ist aber wohl, dass seine Endhärte sehr sehr hoch ist und diese auch sehr schnell erreicht wird. Zumindest wenn ich alles richtig verstanden habe. Die Probleme in der Verarbeitung sind vermutlich auf Grund der damaligen Witterung aufgetreten.
    Es scheint ja eher Probleme beim Schleifen gegeben zu haben. Ich werde den Adamant bei Gelegenheit mal testen. Das interessiert mich jetzt.

    Viele Grüße

    Michael
     
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