Parkett einfach geölt oder Biotec-Oberfläche von Haro

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von aleksandra, 15. Dezember 2009.

  1. aleksandra

    aleksandra ww-pappel

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    Hallo zusammen,

    bin auf der Suche nach dem neuen Parkett für eine 70 qm-Wohnung. Wir möchten unbedingt geölten Parkett verlegen und die Frage ist, ob wir einen "einfach" geölten Parkett nehmen sollen oder einen mit der BioTec-Oberfläche von Firma Haro. Was würden sie empfehlen, wo liegen Vor- und Nachteile? Was ist pflegeleichter? Vielen Dank im Voraus.
     
  2. HARO Support

    HARO Support Gäste

    Öloberfläche bei Parkett

    Hallo, ist natürlich etwas schwierig darauf als HARO Support zu antworten... :emoji_wink:

    Aber grundsätzlich kann man sagen:
    - mit Naturöl baustellenseitig geölt ist sehr hochwertig. Kommt natürlich auf das Öl an. HARO bietet das übrigens in der Form "naturaLin" an (falls Sie da eine Auswahlmöglichkeit benötigen...)
    - bioTec ist eine werkseitig aufgetragene Oberfläche - auch auf Basis natürlicher Öle, aber mit einer Wachsschicht (Canaubawachs) zusätzlich geschützt.

    Der entscheidende Unterschied ist der Aufwand beim Auftragen (logisch) und auch der etwas größere Aufwand in der Pflege beim reinen Ölauftrag. Bei bioTec reicht in der Regel das nebelfeuchte Wischen bzw. die Trockenreinigung - beim Ölauftrag wird mit einer speziellen "Seife" gewischt und in Abständen das Öl aufgefrischt.

    Andererseits ist der "Öl-Boden" optisch und haptisch nochmals natürlicher. Der bioTec-Boden stellt den Kompromiss zwischen natürlicher Oberfläche und geringem Pflegeaufwand dar.

    Eine reine Geschmackssache.
     
  3. HARO_flooring

    HARO_flooring ww-pappel

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    HARO Support

    Wir haben uns jetzt auch Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar., falls sie noch Rückfragen haben.
    Sorry für den Gastbeitrag. Anders herum wäre es sauberer gewesen.:emoji_open_mouth:
     
  4. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    basst scho. Ist ja von Anfang an ersichtlich gewesen das als Hersteller geantwortet wird.
     
  5. castor

    castor ww-nussbaum

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    Hallo Aleksandra,

    wir haben einen Haro Biotec Boden in unserem Haus verlegt und Erfahrung nach 2 Jahren Nutzung.

    Der Boden ist ok. Als ich mich allerdings im Nachhinein mehr in die Materie "Ölen von Holz" vertieft habe wurde mir klar, dass das kein geölter Boden im klassischen Sinn ist. Auf Nachfrage bei Haro wurde mir mein Verdacht bestätigt, dass es sich hierbei um ein UV-gehärtetes Öl handelt (Schichtbildung auf Oberfläche). Das Ergebnis scheint genau zwischen der Oberfläche von lakiert und geölt zu liegen, wobei es teilweise die Nachteile von beidem zu vereinen scheint.

    Vorteil gegenüber lackiert:
    - mattere Optik
    Nachteil gegenüber lackiert:
    - viel weniger kratzfest

    Vorteil gegenüber geölt:
    - keiner (außer billiger)
    Nachteil gegenüber geölt:
    - dünne Schichtbildung ähnlich Lack, daher
    - nicht ohne weiteres partiell ausbesserbar (Unterschied sichtbar)
    - was da nachölen bringen soll ist mir auch noch nicht so klar.

    Meine persönliche Erfahrung ist, dass die dünne Oberflächenschicht das Holz nicht sehr gut in der Tiefe schützt, aber leicht zerkratzt werden kann. Das Holz darunter scheint nicht geschützt zu sein und ist relativ druckempfindlich. Das Ausbessern habe ich auf einem Abfallstück getestet. Die fein geschliffene Stelle wurde mit Öl nachgeölt. Die Oberfläche der geschliffenen Stelle war aber viel matter als die Original-Oberfläche. Übergang sichtbar.

    Trotzdem alles in allem ein sehr schöner Boden (wir haben Birne), mit dem ich auch gut leben kann. Ein luftgetrockneter geölter Boden ohne Schichtbildung, dafür aber mit tief eingedrungenem Öl wäre mir lieber, aber ist wahrscheinlich um diesen Preis auch nicht zu bekommen (aufwendiger Verarbeitung durch lange Trockenphase). So gesehen eine Geschmacks und Geldfrage!

    Grüße aus dem Wienerwald,
    Jürgen
     
  6. castor

    castor ww-nussbaum

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    Hallo, ich nochmal!

    Ich habe eine Frage an den Haro Support!

    Wie schon geschrieben habe ich den Biotec Öl-Boden zu Hause liegen. Zur Pflege werden neben einer "Ölseife", auch Produkte zur intensieven Pflege und Renovierung angeboten (Superwachs und Ölbalsam). Ich kann mir nicht recht vorstellen wie das mit dem Nachölen funktionieren soll? Die Oberfläche scheint eine sehr dünne Ölschicht zu haben. Wenn ich nun nachöle, so denke ich, wird durch diese Schicht kein Öl ins Holz eindringen können. Das Öl würde nur an Schadstellen ins Holz eindringen, dort aber dafür evtl. relativ tief.

    Meine Fragen:
    - was bringt ein nachölen (bei UV-gehärteten Oberflächen)?
    - kann das nachölen durch das nur lokale eindringen an Kanten/Beschädigungen nicht zu lokalen "Flecken" führen.

    Für die Hilfe wäre ich dankbar!

    Herzliche Grüße,
    Jürgen
     
  7. aleksandra

    aleksandra ww-pappel

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  8. HARO_flooring

    HARO_flooring ww-pappel

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    Oberflächen & Ausbessern

    Hallo Jürgen,

    Sie haben das im Grunde schon richtig beschrieben.
    Um eine längere Beständigkeit der Oberfläche - auch beim Putzen - zu erzielen, wir die Deckschicht unter Lampen ausgehärtet. Das ergibt eine resistentere Schicht an der Oberfläche. Natürlich nicht vergleichbar mit Versiegelter Oberfläche…

    Die angesprochenen Pflegemittel:
    Das Superwachs hat eine pflegende Wirkung – dient aber in erster Linie als Reinigungsmittel für stärkere Verschmutzung.

    Das Ölbalsam ist in der Tat als Ölauftrag zum Nachölen gedacht – aber erst wenn der Boden die schützende Deckschicht verloren hat.
    Also dann im Prinzip wie bei einem „normalen geölten Boden“. Nachölen auf die intakte bioTec Oberfläche ist in der Tat wenig sinnvoll. Bei der Intensivpflege (Nachölen) muss darauf geachtet werden, dass nicht zu viel geschliffen wurde, da das zu Farb- und Glanzunterschieden führen kann.

    Zum Ausbessern und Nachölen.
    Sie haben schon recht, dass das Nachbessern ganz kleiner Stellen immer zu Glanzunterschieden führt. Im Normalfall hat man nach langen Jahren eher großflächige Abnutzungen bei Laufstraßen (also stark benutzte Stellen, z.B. an der Zimmertür). Wenn die Fläche dann großflächiger eingelassen wird, ist dies wesentlich gleichmäßiger – aber natürlich nicht identisch mit dem werksseitigen maschinellen Auftrag.

    Deshalb führen Hersteller auch diese breite Spanne an Oberflächen (Permadur Versiegelung, bioTec Öl/Wachs Finish und naturaLin), um möglichst alle Ansprüche abdecken zu können - von Versiegelt bis luftgetrocknete Öloberfläche.

    Nur lassen sich leider nicht alle Aspekte in einer Oberfläche bündeln. :emoji_slight_smile:
     
  9. frankundfrei

    frankundfrei ww-robinie

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    Lichtenfels
    Welches Parkett?

    ... wir haben hier vor Ort in unserem Geschäft für Naturbaustoffe ein paar verschiedene Hersteller von Fertigparkett im Programm.

    Da wir uns auch viel mit unterschiedlicher Oberflächenbehandlung beschäftigen, kamen wir zu folgendem Entschluss:

    Erste Wahl ist immer ein Boden mit luftoxidierendem Öl - volldeklarariert ohne Alkydharze oder Paraffine.

    Wenn unbedingt ein Glanz auf der Oberfläche verlangt wird, dann empfehlen wir eine Nachbehandlung mit Naturwachs oder mit naturharzhaltigen Ölen, die schichtbildend aushärten - bzw. wir greifen auf Hersteller zurück, die gleich eine Öl/Wachs-Oberfläche anbieten.

    Wenn unbedingt ein Lack verlangt wird, dann entscheidet sich der Kunde für eine Kunstharzlackversiegelung. (Das ist aus vielen Gründen nicht unsere Empfehlung und nur ca. 5% unserer Kunden wollen das unbedingt).

    Von Oberflächen mit UV-Ölen raten wir ab, da die Oberfläche vernünftig nur vollflächig saniert werden kann - also wie eine lackierte Oberfläche. Für diesen nötigen Aufwand arbeitet sich aber eine UV-Oberfläche zu schnell ab.

    Unabhängig von den Herstellern ist eine Ersteinpflege der geölten Böden wichtig. Wir haben den Eindruck, dass für die Sättigung der Holzfaser in der Produktion einfach zuwenig getan wird (sicherlich ein Zeitproblem).

    Grüße aus Frangn

    Frank von Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  10. aleksandra

    aleksandra ww-pappel

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    Hallo Frank,

    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sieht so aus, dass wir uns einen geölten Parkett aussuchen sollen.
     
  11. aleksandra

    aleksandra ww-pappel

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    Hallo Haro_flooring,

    vielen Dank für Ihre Antwort. Jetzt haben wir ein mehr oder weniger vollständliches Bild.
     
  12. castor

    castor ww-nussbaum

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    Hallo Haro_flooring,

    vielen Dank für die offene, sehr hilfreiche Darstellung der Eigenschaften! Ich würde noch gerne die Sache mit der Sanierung besser verstehen.

    Wir bewohnen den Boden jetzt 2 Jahre (allerdings ohne Straßenschuhe). Klar gibt es Kratzer, aber dass sich die Oberflächenschicht abträgt kann ich noch nicht feststellen. Die Oberflächenschicht scheint gegen Abrieb doch sehr beständig zu sein und wird wohl auch nach Jahren nur sehr lokal vollständig abgerieben sein. Meine Verständnis-Frage ist jetzt, ob einer Sanierung mit Ölbalsam (auch beim ersten Mal) nicht immer Schleifen vorangehen muss, um die werkseitig aufgebrachte Schicht zunächst vollflächig komplett zu entfernen bevor man nachölen kann. Oder führt auch nachölen ohne Schleifen zu ordentlichen Ergebnissen?

    Sie haben sicher Erfahrungen die uns sehr nützlich sein können um weiterhin lange Freude an unserem Haro Parkett zu haben!

    Vielen Dank,
    Jürgen
     
  13. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Ich kenne zwar nicht das Haro-System, weiß aber von anderen Ölen: Viele können schichtbildend aufgetragen werden. Es geht dabei um sehr dünne Schichten, die mit Lappen aufpoliert werden. Also erstmal Öl aufbringen und dann nach z.B. 20-30 Minuten mit Lappen nachpolieren. Dabei zum Schluß eine Lappenstelle benutzen, die schon etwas Öl aufgenommen hat. So verbleibt dann eine extrem dünne Ölschicht.

    Diese dünnsten Ölschichten können extrem hart werden, ähnlich wie ein Lack. Man trägt so also recht beanspruchbare Mikroschichten auf der Oberfläche auf. Und die schützen bzw. sind Opferschichten, die eine gewisse Zeit halten.

    Kommt noch hinzu, dass das Öl in kleinste Kratzer hineingeht und diese auffüllt. Ich meine jetzt wirklich Mikrokratzer, die man kaum mit dem Auge sieht.

    Vorstellbar ist das also, auf UV-gehärteten Ölböden auch mit einem Öl zu pflegen. Es muss auch nicht sein, dass das Öl das Holz darunter stärker anfeuert, falls tiefere Schäden in der jetzigen Oberfläche sind. Das UV-Öl feuert ja auch an.

    Wenn du das Ölbalsam da hast, kannst du dessen Härte mal austesten: Einfach auf eine Glasscheibe mal sehr dünn auftragen - wirklich ganz dünn am besten mit Lappen oder Wattestäbchen. 3 Tage trocknen lassen und dann mit Fingernagel testen. Die Glasscheibe zuvor mit Spiritus o.ä. reinigen, damit das Öl hält.
     
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