Nut in Stirn fräsen

holtzer

ww-ahorn
Mitglied seit
17 April 2010
Beiträge
109
Ort
sued baden
Hallo Leute,

ich möchte eine Nut von 3-4 mm in Stirnseiten von Multiplex (18 mm) fräsen, ca. 1 cm tief.

Als Werkzeuge habe ich eine alte Metabo OF und eine (Makita) Flachdübelfräse. Es ist etwas komplizierter, aber letztlich sollen in der Nut Regalbodenhalter (diese runden) unsichtbar laufen. Die Stirnseiten sind maximal 350 mm lang, die kürzeste ist nur 110 mm lang. Es geht um ca 10 Werkstücke, mal 2 Nuten = ca. 20 Fräsungen.

Wie mache ich das am besten.

Variante 1: Flachdübelfräse. Die macht eine 3,8 mm Nut. Unsympatisch ist mir das nur, weil die Fräse mir ab und zu "abhaut", wahrscheinlich ist das aber unbegründet, weil das eigentlich nur passiert, wenn man aus Versehen in die falsche Richtung fräst. Kleiner Nachteil, aber hier nicht so relevant: am Ende der Nut ist die Nut nicht mehr tief wie gewünscht durch das runde Blatt der Fräse-

Variante 2: OF mit Nutfräser. Was ich da aber nicht weiss ist, wie die Fräse bei nur 18 mm Holz sauber führen. Man könnte sich eine Vorrichtung bauen, mit einer breiten Auflage und 2 Schenkeln (eine Art U), die Schenkel genau 18 mm weit auseinander und damit dann die OF führen. Hier ist gerade der praktische Nachteil, das ich vor Ort keinen Nutfräser für 6 mm Aufnahme finde... Da müsste ich weiter fahren oder bestellen und warten...

Oder gibt es eine andere Option? Schräg gedacht: die OF in den Werktisch auf dem Kopf einspannen und das Werkstück über die Fräse führen (an einer Schiene oder festen Kante geführt).

Habt ihr noch andere Tipps? Danke
 

conny_g

ww-robinie
Mitglied seit
28 April 2019
Beiträge
636
Ort
Regensburg
Senkrecht über die Tischkreissäge, wenn eine vorhanden.
Braucht aber eine Vorrichtung um das Brett sicher senkrecht halten zu können.
Und bei einer üblichen Sägeblattbreite von ca 2,5mm musst Du 2x schneiden.

Das geht am einfachsten so, dass Du den Schnitt soweit aus der Mitte platzierst, dass beim Rumdrehen des Bretts und nochmal schneiden dann z.B. genau 4mm bei rauskommen. Vorher mit Probestück überprüfen und ggf. feintunen.

Das berechnet sich dann so: Bei 18mm Material und Schnitt von 2,5mm genau in der Mitte würdest Du das Sägeblatt auf (18 - 2,5)/2 = 7,75mm vom Anschlag einstellen.
Brauchst Du 4mm Schlitz, dann auf (18-4)/2 = 7mm.

Hier nicht das Beste, aber das nächstbeste Video für eine Vorrichtung um Bretter senkrecht über die Tischkreissäge zu schieben:

 

holtzer

ww-ahorn
Mitglied seit
17 April 2010
Beiträge
109
Ort
sued baden
danke Dir. Habe leider keine Tischkreissäge, "nur" eine Tauchsäge und eine Kappsäge. Irgendetwas "festes" wäre schon toll. Frei nach "kleine Werkstücke gehen zur Maschine"
 

conny_g

ww-robinie
Mitglied seit
28 April 2019
Beiträge
636
Ort
Regensburg
Dann ist das mit der Fräse die nächstbeste Variante. Entweder einen Schlitten bauen, den Du über die Kante ziehen kannst.
Oder einen ganz einfachen Frästisch mit 2 Anschlägen bauen wo Du die Platte durchschieben kannst.
 

Gonzaga

ww-esche
Mitglied seit
16 Dezember 2016
Beiträge
453
Ort
Belgien
In deinem Fall, ist die einfachsten und Sicherste Methode einen Scheibennutfräser zu verwenden.
Hier liegt die OF sicher auf der flachen Werkstückseite auf, während man in der Stirnseite fräst.

So einen Fräser bekommst du in 4mm Dicke, und die kosten nicht die welt.
Ich weiss allerdings nicht ob es die mit 6mm Schaft gibt. Ansonsten noch für ein paar Euro eine 8mm Spannzange dazu kaufen.
 

Flyer01

ww-nussbaum
Mitglied seit
10 Februar 2013
Beiträge
95
Er hat doch schon einen Scheibennutfräser?! Die Flachdübelfräse ist nix anderes. Winkelanschlag auf 90 Grad und im Gegenlauf die Kante entlang. Wenn die Platte sicher auf der Werkbank festgezwingt wird, kann man sich auf die Führung und Finger konzentrieren.
 

holtzer

ww-ahorn
Mitglied seit
17 April 2010
Beiträge
109
Ort
sued baden
danke euch dreien! Das war mir gar nicht bewusst, dass man auch eine 8er Spannzange kaufen kann bzw. das 6er durch ein 8er ersetzen kann. Das erhöht ja vlt mal die Flexibilität, wenn man mal schnell einen neuen Fräser braucht. Ich hatte den Eindruck, dass 6er schwerer zu bekommen sind (hier im lokalen Handel); ich habe da gerade so einen Fall...

Dann ist die Grethchen-Frage Scheibennutfräser oder Flachdübelfräser. Bei den doch recht kleinen Werkstücken ist mir das führen der Fklachdübelfräse etwas unsympatisch, aber mit einspannen der Werkstück geht das schon. Vorteil des speziellen Scheibennutfräsers könnt der kleinere Radius des Fräsers (im Vergleich zum Flachdübel) sein. Da ich in der Nut etwas führen möchte behält die Nut so näher bis zum Ende der Nut die gewünschte Tiefe. Nachteil ist wahrscheinlich die Verfügbarkeit hier vor Ort. Ich schaue gleich mal. Muss eh in die Stadt.
 

xv_treiber

ww-buche
Mitglied seit
22 Dezember 2010
Beiträge
250
Ort
PLZ 850xx
Oberfräse und Scheibennutfräser - bei mir käme nix anderes in Frage. Warum kompliziert und vielleicht sogar unsicher/gefährlich herummachen, wenn es mit vorgenanntem Equipment variabel, sicher und locker vom Hocker funktioniert?
Und wenn der Kollege sich nicht sicher ist, ob 3 mm, 3,x mm oder doch 4 mm - dann nimmt er eben einen 3 mm Scheibennutfräser und fährt doppelt oder dreifach mit leichten Änderungen/Anpassungen durchs Material, bis er "seine" Spaltenbreite erreicht.
 

conny_g

ww-robinie
Mitglied seit
28 April 2019
Beiträge
636
Ort
Regensburg
In deinem Fall, ist die einfachsten und Sicherste Methode einen Scheibennutfräser zu verwenden.
Hier liegt die OF sicher auf der flachen Werkstückseite auf, während man in der Stirnseite fräst.

So einen Fräser bekommst du in 4mm Dicke, und die kosten nicht die welt.
Ich weiss allerdings nicht ob es die mit 6mm Schaft gibt. Ansonsten noch für ein paar Euro eine 8mm Spannzange dazu kaufen.
Stimmt!! Das habe ich ja letztens auch so gemacht! Hab ich um die späte Zeit gar nicht mehr drangedacht!
Den hatte ich mir soga extra gekauft, weil mich das mit der TKS ohne Vorrichtung beim ersten Versuch genervt hat.

Ist ein günstiger Scheibennutfräser für 10 Euro, der tat seinen Job für ein Paar Schiebetüren.

https://www.amazon.de/Silverline-249157-8-mm-Flachdübelfräser-Nr-10/dp/B00OG1DJKW/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&crid=3G0WSMSKO77I0&keywords=scheibennutfräser+4mm&qid=1575454949&sprefix=Scheibennutfr,aps,165&sr=8-3

50E28012-968E-40F6-9C70-2AF5B5230CE0.jpeg F263C20E-E6BB-4B7D-9CD6-7584E3A1A8E7.jpeg
 

Komihaxu

ww-robinie
Mitglied seit
18 Februar 2014
Beiträge
3.338
Ort
Oberfranken
Bei den doch recht kleinen Werkstücken ist mir das führen der Fklachdübelfräse etwas unsympatisch, aber mit einspannen der Werkstück geht das schon.
(Ganz besonders) wenn du dich für die Flachdübelfräse entscheidest: Denk an das Gegenlauffräsen!
Wenn du ausversehen in die falsche Richtung schiebst, bist du im Gleichlauf, dann reißt es dir das Werkstück oder die Maschine aus der Hand! Sehr hohe Verletzungsgefahr!
 

holtzer

ww-ahorn
Mitglied seit
17 April 2010
Beiträge
109
Ort
sued baden
@Komihaxu : genau das meinte ich. Mir ist das einmal passiert. Bei mir ging das noch sehr glimpflich aus, eher ärgerlich, dass die Nut an der Stelle unsauber wurde, aber ein kleiner Hallo-Wach-Moment ist das schon. Das passiert mir sicher nicht nochmal, aber genau deshalb ist mir das unsympatisch. Obwohl ich schon einige Meter so gefräst habe schwingt das Bedenken immer etwas mit. Deshalb greife ich z.B. bei Nuten für Rückwände eher auf die Tauchsäge zurück, auch wenn ich da 2 mal "fräsen" muss um auf meine 3-4 mm Breite zu kommen.
Jetzt wirds "Stammtisch", aber wo ich manchmal unsicher bin, ist beim normalen lamellieren: hier habe ich mir angewöhnt, immer ein wenig nach rechts und links zu fräsen um auch ganz sicher etwas Platz zum Korrigieren der Passgenauigkeit zu haben - da kann so eine Unwucht auch mal auftreten und ich sollte mir das wieder abgewöhnen...

Mein Schwiegervater hat einen Scheibennutfräser, also kommt der zum Einsatz.
 
Oben Unten