Niedrige relative Feuchte wenn es draussen kalt ist

bikemaniac

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Hallo,

Nachdem meine Ulmia Hobelbank sich bei der Lagerung in einem feuchtem Raum verzogen hat (und nie wieder gut wurde) - geht es hier in die andere Richtung:

Kälte ist jetzt angesagt und wenn man drinnen auf zB 20-22 Grad heizt, wird es schnell 20% rel Feuchte im Raum geben: Jetzt kann das Holz sich wieder verziehen (wenn es wochenlang so weitergeht). In meiner Werkstatt habe ich jetzt auf 14 Grad geheizt und ich habe 43% rel Feuchte.

Was macht Ihr zum gegenkontern?

Ich bin nicht gezwungen in der Werkstatt zu arbeiten: Würdet Ihr mir empfehlen einfach noch weniger zu heizen damit die relative Feuchte ein bisschen steigt?

MfG Lucas
 

Holzgolf

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Ich würde jedenfalls nicht heizen nur damit sich die Hobelbank wohlfühlt. Relative Luftfeuchte im Raum niedrig halten, Faustregel "nur lüften wenn es draußen kälter ist als drinnen" beachten. Blick auf HX Mollier Diagramm kann nicht schaden.
 

IngoS

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Hallo,

Kälte macht der Hobelbank nichts aus. Habe auch gerade -0,1°C in meiner Werkstatt.

Gruß Ingo
 

Pareto

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Ich habe mir eine Gas-Zeltheizung zugelegt...
Die hält die Wkst. frostfrei, mehr nicht. Das ist ausschließlich wegen Leim, Wasserlack etc.
Ansonsten wird nur geheizt, wenn ich drin bin.
 

mj5

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Hi!

Kälte ist jetzt angesagt und wenn man drinnen auf zB 20-22 Grad heizt, wird es schnell 20% rel Feuchte im Raum geben: Jetzt kann das Holz sich wieder verziehen (wenn es wochenlang so weitergeht).
Welcome to the club! :emoji_grin:

Wenn es bei uns (im Wohnzimmer) dauerhaft unter 30% rel Lf geht schmeisse ich einen Luftbefeuchter an. Mehr wegen der Bronchien als wegen dem Interieur. Kurzzeitige Schwankungen machen sowohl unsere Moebel als auch der Holzfussboden klagloss mit.
Falls Du deine Werkstatt ueber einen laengeren Zeitraum im Winter bei +20C halten willst solltest Du eventuell auch einen Befeuchter anschaffen. Der Stromverbrauch faellt bei den vermutlichen Heizkosten dann auch nicht mehr auf.
 

Franz-Josef_B.

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Das Problem hierbei ist auch, dass viele im normalen Endverbrauchersortiment erhältlichen Hygrometer - elektronische wie auch mechanische - gerade in niedrigen Feuchtebereichen sehr große Abweichungen zeigen. Wer dies genauer beleuchten möchte, besorge sich Magnesiumchlorid-Hexahydrat ( MgCl2 x 6 H2O ) und führe damit einen Test durch, indem er aus 4 g der Reagenz und 1 ml destilliertem Wasser eine übersättigte Lösung herstelle, die er zusammen mit dem fraglichen Hygrometer in einem dicht schließenden Klarsichtbehälter und in temperaturstabiler Umgebung, am besten bei 20 °C, verwahre und beobachte. Im Idealfall zeigt das Hygrometer dann nach einigen Stunden, spätestens am nächsten Tag, einen Wert bei 33 % rF an. Im Bild ein solcher Versuchsaufbau, wo ich ein Analoghygrometer bei 76 % rF (Wert über übersättigter Natriumchloridlösung) geprüft und an diesem Punkt auch für gut befunden habe. In dem roten Kanisterdeckel befanden sich 3 g NaCl mit 3 ml destilliertem Wasser.
 

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Hi @Franz-Josef_B.

das ist natuerlich schon "das ganz grosse Besteck"! :emoji_wink:

Mir persoenlich reicht es unsere diversen Konsumerteile ab und zu mit dem Messgeraet aus der Firma zu vergleichen.
Am selben Ort zeigen dann alle Geraete in etwa das Gleiche an. +/- 1 Grad Celsius, +/- 3% rel LF.
Fuer den Hausgebrauch find ich das OK.
 

Pareto

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Ich habe so ein Funk-Thermometer-Set:
Wohnung, Werkstatt, 2x Hof.
Das hatte ich nach dem Kauf alles nebeneinander gelegt - die Abweichungen untereinander sind für mich tolerabel.

Ob das nun Anzeige <> Realität um 1 oder 2 Grad abweichen ist mir wurscht, wichtig sind die Verhältnisse.
Für eine genaue Anzeige bräuchte man Normbedingungen und nicht irgendwo einen Nagel in der Wand :emoji_wink:
 

Franz-Josef_B.

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das ist natuerlich schon "das ganz grosse Besteck"!
Das ganz große Besteck ist, finde ich, eine kalibrierte Klimakammer für Laborzwecke. Tatsächlich kann ich auf eine solche sogar zugreifen, das ist aber für mich praktisch gesehen viel Lauferei. Aus Interesse habe ich aber darin u.a. mal die Punkte 76 und 33 % rF wiederholt und konnte damit zumindest für mich bestätigen, dass die Salztests bei sorgfältiger und temperaturstabiler Durchführung sehr gute Ergebnisse liefern.

Natürlich gilt nach wie vor: "Die Wahrheit kann man nicht messen." Aber man kann die Fehler so klein wie möglich halten bzw. ihre Kontrolle im Aufwand dem Zweck anpassen.

Wenn ich z.B. ein Hygrometer bei 33, 50, 76 und 95 % rF teste und feststelle, dass die Ergebnisse auch bei Wiederholung reproduzierbar sind, dann kann ich mir (bei Bedarf) für das Intervall 33-95 sogar eine Ausgleichskurve zur Ablesung von Zwischenwerten anlegen. Stelle ich hingegen fest, dass die Abweichungen im Alltag nicht relevant sind, lasse ich das natürlich schön bleiben.
 
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